{"id":25742,"date":"2025-12-19T11:32:10","date_gmt":"2025-12-19T10:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25742"},"modified":"2025-12-19T11:33:01","modified_gmt":"2025-12-19T10:33:01","slug":"lukas-21-14-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-21-14-8\/","title":{"rendered":"Lukas 2,1-14"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Predigt zum Heiligen Abend | 24. Dezember 2025 | Luk 2,1-14 | Tine Illum |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Weihnachten \u00f6ffnen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00a0<\/strong><em>Bitte beachten Sie das beigef\u00fcgte Bild.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-25744\" src=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GPI-251224-illustration-Tine-Illum-226x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GPI-251224-illustration-Tine-Illum-226x300.jpeg 226w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GPI-251224-illustration-Tine-Illum.jpeg 258w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eSchau mal&#8220;, sagte er&#8230; und zeigte seinem Enkelkind die winzige kleine Weihnachtskrippe im Fenster. In ihm hatte er etwas ge\u00f6ffnet. Es sah aus wie eine kleine rote Samtkiste, und dort war die Weihnachtskrippe. Sie war wirklich unglaublich klein. Um sie zu sehen, musste man die Nase ganz hineinstecken. \u201eSchau mal&#8230; sieh, da ist Jesus, er liegt in so einer Krippe, aus der die Tiere fressen&#8230; und da ist seine Mutter, Maria, &#8211; und dort ist Josef&#8230; und schau nur&#8230; dort hinten sind ein Esel und ein Ochse&#8230; denn Jesus wurde in einem Stall geboren&#8220;. Das ist es, worum es bei Weihnachten geht. Das ist Weihnachten&#8220;.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun wusste das Enkelkind nat\u00fcrlich, dass Kinder \u2013 seine kleine Schwester zum Beispiel \u2013 im Krankenhaus geboren werden und nicht in einem Stall. Das Kind wunderte sich sehr dar\u00fcber, dass Jesus an solch einen Ort geboren wurde. Aber das war nicht das Schlimmste. Er schaute lange auf die Krippe und sagte: So klein ist kein Baby. Dann gab es eine kleine Pause&#8230; \u201eund er hat auch die falsche Farbe&#8220;.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So viel gesunder Menschenverstand in einem F\u00fcnfj\u00e4hrigen. Als aber nach ein paar Stunden ein herzzerreissendes Geheul ert\u00f6nte, war die N\u00fcchternheit weg. Denn was wie eine kleine Kiste aussah, war tats\u00e4chlich eine kleine Weihnachtsmannfigur. Sie liess sich \u00f6ffnen, und man sah die kleine Krippe darin. Der Grossvater hatte sie geschlossen und wieder auf die Fensterbank gestellt. Das Enkelkind schrieh: \u201eDer Weihnachtsmann hat Weihnachten aufgegessen!\u00a0 Weihnachten ist verschwunden. Schau, schau. Der Weihnachtsmann hat Weihnachten aufgegessen!&#8220; \u201eNein&#8220;, sagte der Grossvater, \u201ekomm her, jetzt wirst du sehen, jetzt \u00f6ffnen wir Weihnachten wieder&#8220;. Und die Erleichterung, die in den Augen des Jungen zu sehen war, war fast so gross wie die Freude f\u00fcr das ganze Volk, von der die Engel sangen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jedes Jahr h\u00f6ren wir Menschen \u00fcber Plastikweihnachtsschmuck und Weihnachtspop schimpfen. Leute sind gestresst von allem, was sie schaffen m\u00fcssen. Sie finden, Weihnachten ist v\u00f6llig im Schnickschnack und Jinglebells verloren. Sie sagen eigentlich wie der kleine Junge: der Weihnachtsmann hat Weihnachten aufgegessen. Es gibt so viel Drumherum und Glitzer. Es gibt keinen Raum, um mit stillem Gem\u00fct zur Krippe zu gehen {Zitat eines d\u00e4n. Kirchenlieds}. Es gibt keinen Raum f\u00fcr die Freude \u00fcber den Engelsgesang. Keine Zeit f\u00fcr Nachdenken und Glauben. Etwas ist gewiss daran.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Andere behaupten, Weihnachten sei mitten in der Bosheit der Welt nur Oberfl\u00e4chlichkeit und Opium f\u00fcr das Volk und ein Versuch, die Wirklichkeit zu vergessen. Wir lassen gerne den Weihnachtsmann Weihnachten aufessen, sodass das Einzige, was wir haben, ein gem\u00fctlicher Weihnachtsmannbart ist. Wir vergessen, das Kind ist im Nahen Osten geboren von Eltern, die in einer Tyrannei lebten, \u00e4hnlich jenem, in der auch heute noch viele leben. Wir vergessen, dass Jesus in den ersten Jahren seines Lebens ein Fl\u00fcchtlingskind in \u00c4gypten war, und dass er ein Leben in Verletzlichkeit und Verachtung lebte. Etwas ist gewiss daran. Wir kommen schnell zum Schluss, dass der Weihnachtsmann Weihnachten aufgegessen hat, und dass die Welt im Argen liegt, und dass die Welt falsch und hohl ist {Zit. eines d\u00e4nischen weihn. Kinderlieds}. Viele stimmen in die Lieder der Hoffnungslosigkeit ein und erz\u00e4hlen die mutlosen Geschichten. Wir brauchen jemanden wie der Grossvater, der eine Anderes erz\u00e4hlt. Wir brauchen jemanden, der Weihnachten \u00f6ffnet Wir brauchen Hoffnung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Hoffnung ist genau, was Weihnachten zur Welt kommt. Es gibt Hoffnung f\u00fcr die Welt, f\u00fcr dich und mich. Wir sind nicht wertlos und vergessen, egal wie herzlos es in der Welt und in uns selbst hergeht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir vergessen so leicht, dass es tats\u00e4chlich genau unsere Welt ist, in die Jesus kommt. Es ist diese Welt, die Gott \u00fcber alles liebt. Er kommt in unsere \u00c4ngstlichkeit, zu Weihnachten nicht perfekt zu sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er kommt in unseren viel zu kleinen Glauben und unsere viel zu versteckte Hoffnung. Er kommt zu uns, die wir so leicht oberfl\u00e4chlich werden in unseren Gedanken und Worten, und so leicht gef\u00fchlskalt gegen\u00fcber der Not anderer. Er kommt zu uns, die wir viel zu wenig glauben und hoffen und lieben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus kam weder damals noch heute in eine perfekte Welt, sondern in eine Welt mit Unterdr\u00fcckung, Hass und Krieg. Eine Welt, in der es alles andere als Frieden und Barmherzigkeit gab. Er kommt mit seiner Liebe und wohnt bei uns und sieht die Welt mit den Augen eines Kindes. Er will zerbrechlich und machtlos sein und unser Leben von innen kennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott wird ein Mensch aus Fleisch und Blut. Nicht ein Zuschauer unseres Lebens, der mit Verachtung den schiefen Gang der Welt beobachtet. Er geht hinein und bekommt die schmutzige Finger und Sand zwischen die Zehen. Er kennt uns. Und weicht niemals von uns, egal wie sehr wir unser Leben verfehlen. Er bleibt bei uns und gibt uns mehr Leben, als wir verstehen. Gibt uns eine Liebe gr\u00f6sser, als wir ahnen. L\u00e4sst sein Weihnachten und seinen Himmel und sein Herz sperrangelweit offen f\u00fcr uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn wir Weihnachten mit Girlanden und Weihnachtsm\u00e4nnern feiern, dann gibt es auch eine andere M\u00f6glichkeit, als dass der Weihnachtsmann Weihnachten aufisst. Wir k\u00f6nnen ihn Weihnachten \u00f6ffnen lassen. Wir k\u00f6nnen alles, was in den Weihnachtstagen geschieht, f\u00fcr eine tiefere Bedeutung \u00f6ffnen. Wir k\u00f6nnen mit der Weihnachtsmusik Weihnachten \u00f6ffnen. Dann erkennen wir, was die Engel \u00fcber Frieden singen und was das in unserem Leben bedeutet. Wir k\u00f6nnen vom kleinen Himmelsk\u00f6nig h\u00f6ren und zuh\u00f6ren und mitsingen. Die Lieder in uns singen lassen, auch nach dem Gottesdienst. Trost in uns hineinsingen, falls wir gerade in diesem Weihnachten geliebte Menschen vermissen. Freude ins Herz singen, wenn es schwer f\u00e4llt, Sinn und Zusammenhang zu finden. Glauben und Hoffnung und Liebe in unsere Seele. Mut und Kraft in unser Tun singen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alle unsere Weihnachtstraditionen k\u00f6nnen Weihnachten f\u00fcr uns \u00f6ffnen. Ein Dichter schrieb vor einigen Jahren: <em>&#8222;I tell you this to break your heart, by which I mean only that it break open and never close again to the rest of the world.&#8220;<\/em> {Zit. der Dichterin Mary Oliver, &#8222;Lead&#8220; (2014), hier in der Originalsprache}. So eine Erz\u00e4hlung ist das Weihnachtsevangelium. Es \u00f6ffnet uns. Es \u00f6ffnet meinen Verstand und meine Seele und mein Herz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber was ist dann am Zweiten Weihnachtstag und wenn die Schule wieder anf\u00e4ngt? Verschliesse ich dann ganz langsam wieder mein Herz? Lasse ich Weihnachten durch den Weihnachtsmann ganz aufgegessen sein? Verschliesse ich mein Herz f\u00fcr das Wunder im Kind in der Krippe und in meinem t\u00e4glichen Leben? Oder hat Weihnachten mich wirklich ge\u00f6ffnet? Ist es das, was am heutigen Abend geschieht? Vielleicht nur in einem Aufblitzen, in einem Ton. Das ist genug. M\u00f6gen unsere Herzen ge\u00f6ffnet werden, sodass sie sich nicht mehr f\u00fcr den Rest der Welt verschliessen. M\u00f6gen unsere Weihnachtsherzen sperrangelweit offen stehen, sodass das Weihnachtsevangelium das ganze Jahr \u00fcber in uns wohnen kann. Sodass es sich in unserem Blick spiegelt, unserem offenen weihnachtlich-neugeborenen Blick.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Tine Illum<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastorin Sdr. Bjert<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ti(a)km.dk<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00dcbers. Jan Asmussen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zum Heiligen Abend | 24. Dezember 2025 | Luk 2,1-14 | Tine Illum | Weihnachten \u00f6ffnen \u00a0Bitte beachten Sie das beigef\u00fcgte Bild. \u201eSchau mal&#8220;, sagte er&#8230; und zeigte seinem Enkelkind die winzige kleine Weihnachtskrippe im Fenster. In ihm hatte er etwas ge\u00f6ffnet. Es sah aus wie eine kleine rote Samtkiste, und dort war die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":25737,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38,1,185,157,853,546,114,636,349,3,109,414],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-25742","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lukas","category-aktuelle","category-aus-dem-daenischen","category-beitragende","category-bibel","category-christnacht","category-deut","category-kapitel-02-chapter-02-lukas","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-tine-illum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25742"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25742\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25745,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25742\/revisions\/25745"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25742"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=25742"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=25742"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=25742"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=25742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}