{"id":25763,"date":"2025-12-20T15:38:31","date_gmt":"2025-12-20T14:38:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25763"},"modified":"2025-12-20T15:38:31","modified_gmt":"2025-12-20T14:38:31","slug":"matthaeus-118-21-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-118-21-24\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 1,18-21.24"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Christfest II | 26.12.2025 | Predigt zu Matth\u00e4us 1,18-21.24 | verfasst von Dr. Hansj\u00f6rg Biener<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weihnachten, wenn man sich so umschaut, dann ist das wohl das gr\u00f6\u00dfte Fest der Christenheit. Und tats\u00e4chlich hat es sich auch in anderen Kulturen ausgebreitet. Kaum ein christliches Fest spricht so sehr die Sinne an und unsere Gef\u00fchle. \u201eAn Weihnachten sind wir doch alle wieder Kinder\u201c, meint die aktuelle Werbung einer Schokoladenmarke. Vieles in der Adventszeit und an Weihnachten macht Freude und tut gut: Kerzenschein. Gl\u00fchwein. Die Leckereien im Advent und das gute Essen am 1. Weihnachtsfeiertag, &#8211; nat\u00fcrlich auch die Geschenke am Heiligen Abend. Manches andere r\u00fcckt dabei in den Hintergrund, und das hat auch sein Recht. Wir vergessen f\u00fcr einige Momente die Frage nach den Menschen in unserer Stadt und in der Welt, denen es nicht gut geht. (Do they know it\u2019s Christmas time at all?) Tats\u00e4chlich k\u00f6nnten wir gar nichts mehr feiern, wenn wir st\u00e4ndig an das Elend der Welt denken w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manchmal tritt bei all diesem Weihnachtsfeiern auch das Christkind in den Hintergrund, das bekanntlich kein Geschenkebote war, sondern selbst das Geschenk. Bei Ihnen, die Sie heute im Gottesdienst sind, ist das anders. Sie verbinden Besinnlichkeit und Besinnung auf das Wesentliche oder setzen gar den Akzent ganz auf das, worauf es ankommt. Das bringt uns in die Welt der Bibel, die uns nicht immer vertraut ist und manchmal auch richtig fremd. Zu den vielgeh\u00f6rten und doch auch fremden Geschichten geh\u00f6rt die, die heute f\u00fcr die Predigt vorgesehen ist. Ich lese den Predigttext nach der Basis-Bibel, weil die unserem Verst\u00e4ndnis schon ein bisschen aufhilft:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Predigttext<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eZur Geburt von Jesus Christus kam es so:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seine Mutter Maria war mit Josef verlobt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie hatten noch nicht miteinander geschlafen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da stellte sich heraus, dass Maria schwanger war \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">aus dem Heiligen Geist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ihr Mann Josef lebte nach Gottes Willen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">aber er wollte Maria nicht blo\u00dfstellen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Deshalb wollte er sich von ihr trennen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ohne Aufsehen zu erregen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dazu war er entschlossen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch im Traum erschien ihm ein Engel des Herrn<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und sagte:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00bbJosef, du Nachkomme Davids, f\u00fcrchte dich nicht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Maria als deine Frau zu dir zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn das Kind, das sie erwartet,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ist aus dem Heiligen Geist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie wird einen Sohn zur Welt bringen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dem sollst du den Namen Jesus geben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn er wird sein Volk retten:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er befreit es von aller Schuld.\u00ab [\u2026]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Josef wachte auf und tat,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">was ihm der Engel des Herrn befohlen hatte:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er nahm seine Frau zu sich.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Matth\u00e4us 1,18-21.24)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Eine schwierige Schwangerschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manches klingt vertraut, anderes nicht. Von g\u00f6ttlichen Tr\u00e4umen ist die Rede, vor allem aber von einer g\u00f6ttlichen Schwangerschaft. Reden wir zun\u00e4chst von dieser. Ein Kind vom Heiligen Geist? In der Jesus-Zeit, aber auch Jahrhunderte davor und danach hatte man von vielen gro\u00dfen M\u00e4nnern besondere Umst\u00e4nde bei der Geburt zu erz\u00e4hlen. Ob immer alles so war, wie erz\u00e4hlt, das bezweifelt nicht erst der moderne Mensch. Es war damals aber nicht wichtig, weil man ausdr\u00fccken wollte, dass dieser Mensch wichtig war. Also musste auch in der Sicht der ersten Christen und in der Erwartung der Nicht-Christen Jesus eine besondere Geburt haben. Das war allen klar, selbst wenn keiner dabei gewesen war. Ich nehme zwei Beispiele aus anderen Weltreligionen. Da ist zun\u00e4chst aus dem sechsten oder f\u00fcnften Jahrhundert vor Christus Siddharta Gautama, der Begr\u00fcnder des Buddhismus. Der Buddha trat laut buddhistischer \u00dcberlieferung aus der rechten Seite seiner Mutter Maya heraus. Auch Maya hatte das Kind nicht auf normalem Weg empfangen. Und ein Beispiel aus dem sechsten Jahrhundert nach Christi Geburt: Die Mutter Muhammads hat ihn laut islamischer \u00dcberlieferung ohne Schmerzen geboren. Eine andere \u00dcberlieferung erz\u00e4hlt, dass sich ein Kriegselefant in Muhammads Geburtsjahr geweigert hat, Mekka anzugreifen. Er habe sich vielmehr niedergekniet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Angesichts dieses Tausendjahrzeitraums m\u00fcssen wir akzeptieren, dass jahrhundertelang die Besonderheit von Menschen anders ausgedr\u00fcckt wurde als heute. Die ersten Christen und ihre Gegen\u00fcber haben gefragt, was es Besonderes \u00fcber Jesu Geburt zu erz\u00e4hlen gab. Was f\u00fcr die ersten Christen erst mal kein Problem war, ist f\u00fcr uns technisch-naturwissenschaftlich gepr\u00e4gte Mitteleurop\u00e4er zum Problem geworden. \u201eParthenogenese\u201c, zu Deutsch \u201eJungfrauengeburt\u201c, liegt au\u00dferhalb unserer Erfahrungen. In der Tierwelt gibt es das, bei Menschen nicht. Wenn bei uns ein M\u00e4dchen schwanger wird, dann wird sich dazu auch ein Junge finden. So denken wir. \u00c4hnlich hat nach unserer Geschichte Josef gedacht. Er ist mit Maria verlobt. Das ist nach damaligen Verst\u00e4ndnis schon wie verheiratet. Das einzige: Die Ehe war noch nicht vollzogen, wie man in fr\u00fcheren Jahrhunderten sagte. Man lebte noch nicht zusammen und hatte auch keinen Sex. Nun ist Maria aber schwanger. Das hei\u00dft f\u00fcr Josef: Offensichtlich hat sie einen anderen. Und jedenfalls nach den Gesetzen Israels ist das Eingetretene eine schlimme Sache. Die Gebote waren eindeutig: Wenn zwei miteinander schliefen, war das eine Verpflichtung zur Heirat. Wer fremdging, war zu t\u00f6ten, ob nun verlobt oder verheiratet. Und wenn eine Frau vergewaltigt wurde, dann sollte das den T\u00e4ter das Leben kosten. So schwierig eine uneheliche Schwangerschaft also heute sein mag und so \u00e4rgerlich f\u00fcr einen Verlobten, wenn es nicht sein Kind ist, &#8211; in der Weihnachtsgeschichte ist alles noch viel schwieriger.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Eine schwierige Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist absolut nachvollziehbar, dass Josef hin und her \u00fcberlegt. Er tut das, was ein Mann auch heute wohl tun w\u00fcrde: \u201eWie soll es jetzt weitergehen? Mit mir und mit der Frau und mit dem Kind von einem anderen?\u201c Aber Josef \u00fcberlegt, so wird gesagt, auch als frommer Mann. Das hei\u00dft: Er sucht in allem auch nach g\u00f6ttlicher Weisung. Eines ist f\u00fcr ihn klar: Er will keine Rache, wie sie Betrogene nach damaligem Recht hatten. Er will, dass Maria lebt. Damit bringt er mehr Gr\u00f6\u00dfe auf als viel zu viele M\u00e4nner heute in verletztem Mannesstolz. Da reicht es schon, wenn sie ihn verl\u00e4sst, und \u201emann\u201c begeht einen Mord. Josef ist anders. Darin zeigt sich, so Matth\u00e4us, seine Fr\u00f6mmigkeit. Ich setze mal hinzu: auch seine Liebe. Sein Thema ist Liebe, nicht Besitz. Das ist ein fundamentaler Unterschied, den viele M\u00e4nner \u00fcber Jahrhunderte hinweg nicht begriffen haben. Josef denkt sogar daran, die Schande stellvertretend auf sich zu nehmen. Er \u00fcberlegt, Maria heimlich zu verlassen. Das klingt beim ersten H\u00f6ren wie eine Schlechtigkeit, weil sich in unserer Zeit so viele schlechte M\u00e4nner schon den einfachsten Unterhaltspflichten entziehen. Beim Fall Josef und Maria liegt der Fall anders. In diesem Fall w\u00fcrde es der schwangeren Maria helfen: Wenn Josef Maria sitzen l\u00e4sst, dann w\u00e4re Josef der B\u00f6se, nicht Maria. Und Maria w\u00e4re wieder frei. Sie m\u00fcsste nie die Wahrheit sagen und k\u00f6nnte den nehmen, den sie wirklich wollte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Josef unseres Predigttextes steckt in gro\u00dfen N\u00f6ten. Und unser Predigttext erz\u00e4hlt ganz \u00e4hnlich, wie es heute gehen kann. Irgendwann steht man auf und wei\u00df: Jetzt ist es so. Wie Sportler, die mitten in der Saison ihren Abschied verk\u00fcnden, oder andere, scheinbar pl\u00f6tzlich, wissen, dass sie ihr Leben radikal \u00e4ndern wollen und das auch durchziehen. Da gibt es keine pro-und-contra-Listen auf einem Zettel, und es ist mehr, als eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Bei Josef wird die seelische Not aus der Seele beantwortet, in der Sprache der Tr\u00e4ume, die vor Zeiten auch als Sprache der g\u00f6ttlichen Eingebungen galt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eAls er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: &#8218;Josef f\u00fcrchte dich nicht, Maria zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, ist von dem heiligen Geist.&#8217;\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Entscheidung ist gefallen. Der Traum ist f\u00fcr Josef wie ein Gotteswort. Und wo man Gott vernimmt, da kann der Mensch nicht anders als folgen. So nimmt Josef das Kind, das da kommen wird, an, auch wenn es nicht von ihm ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Josefs besondere Aufgabe<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es geht, modern gesprochen, nicht mehr darum, \u201eVergangenheit zu bew\u00e4ltigen\u201c. Es geht darum, Zukunft zu gestalten. Nicht mehr \u201ewas, wann, wo, warum\u201c, sondern \u201ewozu, um Gottes Willen\u201c. Das hei\u00dft f\u00fcr Josef nun: Er wird dem Kind ins Leben helfen. So wird Josef zum Vater, egal wie die Umst\u00e4nde der Zeugung waren. Und ich setze hinzu: So wird jeder Mann zum Vater. Nicht durch Biologie, sondern durch Verantwortungs\u00fcbernahme. Vielleicht kennen Sie die Geschichte, wie der zw\u00f6lfj\u00e4hrige Jesus im Tempel durch sein Interesse und gute Fragen die religi\u00f6sen Gelehrten verbl\u00fcfft hat. In dieser Geschichte werden noch beide Eltern erw\u00e4hnt. Daraus k\u00f6nnen wir schlie\u00dfen, dass Josef Jesus tats\u00e4chlich durch die Kindheit gebracht hat. Damit ist er ein Vorl\u00e4ufer der vielen V\u00e4ter heutzutage, die ich als V\u00e4ter im Vollsinn bezeichnen will. Selbst wenn sie nicht biologische V\u00e4ter sind, k\u00fcmmern sie sich nach Kr\u00e4ften um die ihnen anvertrauten Kinder.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und so wie sich Eltern viel Gutes f\u00fcr ihre Kinder erhoffen, hat Josef auch f\u00fcr den ihn anvertrauten Knaben eine besondere Vision. Schon im Namen gibt er sie Jesus mit:\u00a0 Jeschua, in diesem Namen steckt das Wort \u201ejascha\u201c drin, \u201ehelfen, retten, zu Hilfe kommen\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du sollst ihm \u201eden Namen Jesus geben. Denn er wird sein Volk retten. Er befreit sie von aller Schuld.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier liegt das Ziel dieser biblischen Geschichte, und so ist dieser Vers in der Lutherbibel auch fettgedruckt. Es geht nicht um die Jungfrauengeburt; es geht auch nicht um eine heilige Familie oder ein unheiliges Familiengeheimnis. (pater semper incertus.) Es geht um das Jesus-Kind, das geboren wird, um ein Mensch f\u00fcr andere sein. Um es in einem Wortspiel zu sagen: Jesus ist nicht besonders, weil die Zeugung besonders war, sondern die Zeugung war besonders, weil Jesus etwas Besonderes war. In diesem Kind n\u00e4mlich haben die Menschen sp\u00e4ter Gott gefunden. In der Art und Weise, wie Jesus mit den Menschen umging, verbindend und integrativ. Vielleicht hat er da sogar etwas von der Art Josefs mitgenommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Jesu besondere Aufgabe<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und weil die Bibel von \u201eRettung\u201c spricht, lassen Sie mich kurz noch darauf eingehen, warum Weihnachten wirklich gefeiert wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(1) Jesus gab Rettung durch sein Wort von Gott. S\u00fcnder und Z\u00f6llner gewannen wieder Gottvertrauen und fanden, wie der Z\u00f6llner Zach\u00e4us, einen Neuanfang.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(2) Jesus gab Rettung durch sein Tun. Menschen entkrampften sich in seiner N\u00e4he und fanden nicht nur seelische Heilung, sondern verschiedentlich auch k\u00f6rperliche. Was \u00fcbrigens auch von den historischen Gegnern nicht bestritten wurde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(3) Jesus gab Rettung durch sein Leben und Sterben. Das ist wohl genauso schwer zu verstehen wie sein Weg ins Leben. Im Kreuz und in der Auferstehung hat er nach dem Glauben der Christenheit sein Vers\u00f6hnungswerk auch zwischen Menschen und Gott fortgesetzt. Man hatte damals kaum andere Deutungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr das Unerkl\u00e4rliche, als dass Jesus stellvertretend f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen gestorben ist. Dass man durch Opfer G\u00f6tter bes\u00e4nftigt, das war damals Standardglaube, so wie man eben von besonderen Menschen standardm\u00e4\u00dfig auch eine besondere Geburt erwartete. Also sagten auch die Christen: Um seinetwillen soll uns nichts mehr von Gott trennen, nicht gef\u00fchlte Schuld und auch nicht echte Schuld. Der Tod, der durch Schuld ins Leben hereinreicht, ist \u00fcberwunden, und durch die Auferstehung ist auch der Tod \u00fcberwunden, der unter Gutes und Schlechtes in einem Leben einfach ein Exitus setzt. Den Leben soll bei Gott ankommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Josefs besonderes Verm\u00e4chtnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abschlie\u00dfend noch einmal ein Hoch auf alle V\u00e4ter, die sich um Kinder k\u00fcmmern, egal ob sie biologische V\u00e4ter sind oder nicht. Von Josef h\u00f6ren wir in den Evangelien nicht mehr viel. Die Bibel erw\u00e4hnt Geschwister Jesu. Daraus wissen wir, dass Josef definitiv auch auf nat\u00fcrliche Weise\u00a0 Vater wurde. Ob Josef die g\u00f6ttliche Mission des Herangewachsenen noch erlebt hat, erscheint zweifelhaft. Die nachbiblische Tradition l\u00f6st das so, dass Joseph deutlich \u00e4lter war als Maria. Von Maria wissen wir, dass sie gl\u00e4ubig wurde, von Josef wissen wir es nicht. Er hat das getan, was f\u00fcr ihn zu tun war. Das Beste im Mann sind nicht seine Samen oder die Gene. Es geht vielmehr darum, wer \u201emann\u201c ist und was \u201emann\u201c anderen mitgeben kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Hansj\u00f6rg Biener (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an der Wilhelm-L\u00f6he-Schule in N\u00fcrnberg t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christfest II | 26.12.2025 | Predigt zu Matth\u00e4us 1,18-21.24 | verfasst von Dr. Hansj\u00f6rg Biener Weihnachten, wenn man sich so umschaut, dann ist das wohl das gr\u00f6\u00dfte Fest der Christenheit. Und tats\u00e4chlich hat es sich auch in anderen Kulturen ausgebreitet. 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