{"id":25809,"date":"2025-12-27T16:29:10","date_gmt":"2025-12-27T15:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25809"},"modified":"2025-12-27T16:29:10","modified_gmt":"2025-12-27T15:29:10","slug":"hebraeer-13-8-9b","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-13-8-9b\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 13, 8-9b"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Jahresabschluss 2025 | Altjahrsabend | Predigt zu Hebr\u00e4er 13, 8-9b | Friedrich Seven |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Text:\u00a0 Hebr\u00e4er 13, 8-9b<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denn es ist ein k\u00f6stlich Ding, dass das Herz feste werde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">welches geschieht durch Gnade.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde, warum kann es nicht einfach hei\u00dfen: <em>Jesus Christus\u00a0 gestern und heute und derselbe auch morgen<\/em>?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Warum h\u00f6ren wir heute Abend\u00a0 nach den so bebilderten, besungenen und erz\u00e4hlenden Weihnachtstagen nun wieder diese religi\u00f6se Sprache, die uns die Ewigkeit versprechen will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir w\u00fcnschen uns an diesem Silvesterabend doch, dass es ab morgen,\u00a0 im neuen Jahr, endlich wieder aufw\u00e4rts geht mit uns, in unserem Land, in unseren Nachbarl\u00e4ndern und in der Welt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir hoffen, dass die Kriege enden oder wenigstens uns nicht erreichen m\u00f6gen, dass die Wirtschaft wieder \u00a0um ein paar Prozentpunkte w\u00e4chst, unser Arbeitsplatz gesichert bleibt und sich die Ebbe im Portemonnaie nicht schon in der Monatsmitte meldet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Immerhin war noch vor Weihnachten in unserer lokalen Zeitung davon die Rede, dass die Handwerker im kommenden Jahr mit einem moderaten Wachstum rechnen. Das l\u00e4sst gerade in unserer Region auch mit einer leichten Besserung f\u00fcr die nahe Zukunft rechnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Hebr\u00e4erbrief aber will uns mit seiner Zusage\u00a0 bis an die Ewigkeit f\u00fchren, also\u00a0 m\u00f6glichst weit weg\u00a0 von dem, was wir realistischer Weise\u00a0 erwarten und worauf wir ein wenig hoffen d\u00fcrfen. Sicher werden f\u00fcr die ersten Christen in Rom, die der Verfolgung wegen ihres Glaubens ausgesetzt waren und an die sich diese erste vollst\u00e4ndige urchristliche Predigt richtet , diese Worte noch trostreich \u00a0gewesen sein- aber f\u00fcr uns heute Abend?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch schlie\u00dft sich ja der Zusage noch eine Mahnung an: <em>Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein k\u00f6stlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht auf unseren Verstand allein, auf unsere eher n\u00fcchternen Einsch\u00e4tzungen, sondern auf ja \u00a0besser: <u>in<\/u>unser Herz zielen diese Worte. Es geht nicht allein darum, was in der Zukunft um uns herum geschieht, sondern um mich und um meine Beziehung zu Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Zusage \u00a0will uns zu Herzen gehen, will gerade dorthin gehen, wo die frohe Botschaft vom Frieden auf Erden, von der Heiligen Familie und den beschenkten Hirten und schenkenden Weisen\u00a0 uns treffen will. Aber hat nicht gerade die Weihnachtsbotschaft, die Geschichte vom Kind \u00a0in der Krippe und den staunenden Hirten daf\u00fcr sorgen wollen, dass unser Herz nicht fest, sondern weich werde?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass ein weiches Herz auch ein festes bleiben kann, dass ein festes Herz nicht ein hartes Herz werden muss, davon kann der Hebr\u00e4erbrief\u00a0 heute sprechen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fest werden wir nicht\u00a0 in der Klammer, mit der wir uns sichern wollen vor der Begegnung mit anderen Menschen, sondern fest werden wir im Empfangen der Gnade Gottes. Wer hart sein und bleiben will, bleibt ganz f\u00fcr sich, wer aber fest steht, kann offen bleiben f\u00fcr Gott und sein Wort.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Glaube ist Herzenssache und beginnt mit dem Dank daf\u00fcr, dass Gott uns im Glauben fest werden und leben l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Glaube l\u00e4sst uns leben mit Jesus Christus, dessen Geschichte uns nun in den folgenden Gottesdiensten von der wunderbaren Bewahrung des Gottessohnes \u00a0erz\u00e4hlen wird; \u00a0erz\u00e4hlen wird auch davon, wie Jesus von Nazareth selbst Wunder an Menschen getan hat und deren Glauben gefunden hat und wie er den Tod am\u00a0 Kreuz f\u00fcr uns\u00a0 erleiden musste. Dann werden wir wieder aus dem Evangelium h\u00f6ren, wie Jesus Christus, unser Herr, als \u00dcberwinder des Todes zu den J\u00fcngern gekommen ist und zu uns kommen will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Morgen, die Zukunft, die mit ihm angebrochen ist, wird nicht enden. Von dieser Ewigkeit spricht der Hebr\u00e4erbrief, wenn er sagt: <em>Jesus Christus, gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>In Ewigkeit<\/em>, das hei\u00dft doch, dass unser Leben schon im Himmel beschlossen ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Darum sollten wir uns vom alten Jahr nicht herunterziehen\u00a0 lassen, sondern d\u00fcrfen fest daran glauben, dass\u00a0 unsere Zukunft mehr sein wird, als Prognosen und realistische Erwartungen uns gestatten m\u00f6chten. So hoch der Himmel \u00fcber uns ist, so weit ist der Raum, auf den unsere F\u00fc\u00dfe gestellt sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch Bef\u00fcrchtungen und Prognosen k\u00f6nnen uns nicht aus der Bahn werfen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Glauben k\u00f6nnen wir gerade jetzt \u00fcber unseren Schatten springen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<em>Werft euer Vertrauen nicht weg&#8220;, &#8211; <\/em>diese eindringliche Ermutigung aus\u00a0 dem Hebr\u00e4erbrief zuvor, hat schon die ersten Christen in Rom ermutigt \u00a0und kann auch uns ermutigen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer mutlos den Kopf h\u00e4ngen l\u00e4sst, verliert nicht nur den Blick nach vorne, den Blick in die Zukunft, sondern droht achtlos an jedem vorbeizugehen, der seinen Blick und vielleicht ein Gespr\u00e4ch sucht. Also ziehen wir nicht den Kopf ein, sondern begreifen wir mit einem festen Herzen, dass wir auch morgen nicht alleine sind. Aussichten, so dunkel sie sein m\u00f6gen, bleiben nur Aussichten, gegen die wir Herz und Hand auch r\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am Ende eines Lebens in Herzensh\u00e4rte und Selbstbezogenheit stehen nicht Sieg und Erfolg, sondern es droht die Einsamkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Hebr\u00e4errief spricht urspr\u00fcnglich zu Christen, die vorbildlich in der Liebe zu Gott, in der Liebe untereinander und auch zu ihren Mitmenschen gelebt haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Glaube kann in jedem von uns leben aus der Begegnung mit Gott, und wer glaubt, der geht offenen Herzens auf die Mitmenschen zu.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sein Herz h\u00e4ngt an Gott und wer glaubt, braucht sein Herz nicht an andere G\u00f6tter zu h\u00e4ngen, auch nicht an den G\u00f6tzen der Wahrscheinlichkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zu Glauben ist ein k\u00f6stlich Ding. Darum lade ich am Ende der Predigt sogleich an den Tisch des Herrn, damit auch unser Herz und Verstand heute abend\u00a0 gefestigt werden. Diese Einladung gilt jetzt und wird auch im neuen Jahr wieder gelten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Eia,w\u00e4ren wir da.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Friedrich Seven, Pfarrer i. R.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">37412 Scharzfeld<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-mail: friedrichseven@t-online.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresabschluss 2025 | Altjahrsabend | Predigt zu Hebr\u00e4er 13, 8-9b | Friedrich Seven | Text:\u00a0 Hebr\u00e4er 13, 8-9b Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein k\u00f6stlich Ding, dass das Herz feste werde, welches geschieht durch Gnade. 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