{"id":25815,"date":"2025-12-29T12:54:06","date_gmt":"2025-12-29T11:54:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25815"},"modified":"2025-12-29T12:54:06","modified_gmt":"2025-12-29T11:54:06","slug":"matthaeus-65-13-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-65-13-5\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 6,5\u201313"},"content":{"rendered":"<h3>#ThemToo | Neujahr | 01.01.2026 | Matt 6,5-13 | Poul Joachim Stender |<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>#ThemToo<\/strong><\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Donald Trump ist f\u00fcr vieles weltbekannt. Unter anderem f\u00fcr den Slogan: America first. Dar\u00fcber waren wir in D\u00e4nemark zutiefst emp\u00f6rt. Doch als die Impfstoffe gegen Corona seinerzeit beschafft werden sollten, machten wir uns den Slogan des Pr\u00e4sidenten zu eigen. Denmark first. Dann kam die <em>#Me-Too<\/em>-Bewegung, die \u00e4u\u00dferlich ein Aufbegehren gegen den Sexismus war und ist. Die Bewegung war ein notwendiger Protest gegen das Verhalten ungebildeter M\u00e4nner und Frauen. Doch zugleich hat sie auch ihrem Namen #<em>Me-Too<\/em> alle Ehre gemacht. Die Bewegung handelte von pers\u00f6nlichen Kr\u00e4nkungen der Menschen in einer Kultur, in der wir trotz des Einflusses des Christentums und seines Aufrufs, einander zu vergeben, weiterhin als eine Abwandlung von Donald Trumps Slogan leben: <em>me first.<\/em> Im Vaterunser beten wir: \u201eVergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern&#8220;. Gottes Vergebung liegt unter unserem Leben wie ein Fundament. Er vergibt uns.<\/p>\n<p>Deshalb sollten wir versuchen, einander zu vergeben. Auch in diesen <em>#Me-Too<\/em>-Zeiten, in denen es scheint, als existiere die M\u00f6glichkeit der Vergebung nicht mehr. Nun gehen wir ins Jahr 2026. Was wir uns f\u00fcr das neue Jahr w\u00fcnschen k\u00f6nnen, ist, dass eine Bewegung namens <em>#ThemToo<\/em> entsteht. Im neuen Jahr sollten es die Kr\u00e4nkungen der anderen sein und nicht unsere eigenen Kr\u00e4nkungen, auf die wir uns in erster Linie konzentrieren. Wenn wir im Vaterunser beten: \u201eDein Wille geschehe&#8220;, dann deshalb, weil wir w\u00fcnschen, dass Gottes Wille in uns und bei uns Wirklichkeit werde. Und Gottes Wille ist es, dass wir mehr mit ihm und unseren Mitmenschen besch\u00e4ftigt sein sollen als mit uns selbst. Oder anders gesagt: <em>#Themtoo,<\/em> die anderen, vor <em>#Me-Too,<\/em> ich selbst. Die Frauen in Afghanistan unter dem neuen Taliban-Regime haben es furchtbar. Es gibt keine Frauen in der F\u00fchrung des Landes. Die Frauen d\u00fcrfen keinen Sport treiben. Sie m\u00fcssen bei Reisen \u00fcber 72 km von einem m\u00e4nnlichen Familienangeh\u00f6rigen begleitet werden. Warum gerade 72 Kilometer? Die afghanischen Frauen m\u00fcssen in der \u00d6ffentlichkeit Burka tragen. Sie d\u00fcrfen nicht in Fernsehserien mitwirken. Alles deutet darauf hin, dass h\u00f6here Bildung f\u00fcr Frauen verboten sein wird. D\u00e4nische Frauen waren gut darin, ihre Stimme zu erheben, wenn es um eigene Kr\u00e4nkungen oder fehlende Rechte ging. Doch wo ist die Stimme der Frauen, wenn ihre Schwestern in Afghanistan, im Nahen Osten, in arabischen L\u00e4ndern brutal gekr\u00e4nkt werden?<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel ist die Verfolgung von Christen. Weit \u00fcber 275 Millionen Christen werden verfolgt. Wir sorgen in D\u00e4nemark daf\u00fcr, dass niemand religi\u00f6s gekr\u00e4nkt wird. Religionsfreiheit ist grundlegend. Was ist mit den Menschen in aller Welt, die Gefahr laufen, hingerichtet zu werden, wenn sie zum Christentum konvertieren oder sich zu erkl\u00e4rten Atheisten werden? #<em>ThemToo!<\/em> Vor einigen Jahren verbot die hindu-nationalistische Regierung in Delhi, Indien, dass einer christlichen Wohlt\u00e4tigkeitsstiftung, die von Mutter Teresa gegr\u00fcndet wurde, Unterst\u00fctzung gegeben werden durfte. Warum wurde sie verboten? Um die christliche Minderheit zu schikanieren. Doch hierzulande herrscht eisiges Schweigen \u00fcber diese Verfolgungen, und das liegt vermutlich wieder einmal daran, dass #Me-Too wichtiger ist als #ThemToo. Die Menschen regen sich dar\u00fcber auf, wenn es Christentumsunterricht in der Volksschule gibt, schweigen aber, wenn Christen im Ausland wegen ihres Glaubens get\u00f6tet werden. Wenn wir im Vaterunser Christus bitten, uns von dem B\u00f6sen zu erl\u00f6sen, geht es nicht ausschlie\u00dflich um das B\u00f6se, das uns selbst treffen kann. Wir beten auch daf\u00fcr, dass andere Menschen mit Gottes und unserer Hilfe vermeiden m\u00f6gen, vom B\u00f6sen getroffen zu werden.<\/p>\n<p>Zum Beispiel m\u00fcssen wir im Augenblick f\u00fcr die Juden beten. Es hinterlie\u00df einen schlechten Geschmack, als die {d\u00e4nische} Partei &#8222;Freie Gr\u00fcne&#8220; w\u00e4hrend des Kommunalwahlkampfes in D\u00e4nemark sch\u00e4ndlicherweise Wahlplakate mit dem Text aufh\u00e4ngte: <em>Befreit Kopenhagen vom Zionismus.<\/em> Wenn die Freien Gr\u00fcnen \u201eKopenhagen vom Zionismus befreien&#8220; wollen, ist es unm\u00f6glich, das als etwas anderes zu sehen als einen schlecht verh\u00fcllten Versuch, den wachsenden Antisemitismus in Stimmen bei der Kommunalwahl umzum\u00fcnzen. H\u00e4tte es doch nur einige Plakate gegeben, auf denen stand: Befreit Kopenhagen vom Judenhass. Es ist eine Tatsache, dass wir in D\u00e4nemark bewaffnete Polizei vor j\u00fcdischen Schulen haben. Es ist auch eine Tatsache, dass Juden nicht mit dem Davidstern um den Hals gehen oder eine Kippa auf dem Kopf tragen k\u00f6nnen, ohne \u00fcberfallen zu werden. Das j\u00fcngste Beispiel f\u00fcr offenen Judenhass ist die Schie\u00dferei w\u00e4hrend des j\u00fcdischen Lichterfestes Chanukka am Bondi Beach in Sydney, Australien. 16 wurden get\u00f6tet. Nach der Schie\u00dferei trat ich am selben Tag in meiner Ohnmacht \u00fcber die Judenverfolgungen dem D\u00e4nischen Zionistenbund bei, der daf\u00fcr arbeitet, dass Juden auf gleicher Grundlage wie alle anderen V\u00f6lker der Welt ein Recht auf eine Heimat haben, wo das j\u00fcdische Volk nach seinen kulturellen, historischen und religi\u00f6sen Traditionen leben kann. Neujahrsvors\u00e4tze sind unglaublich unambitioniert. Die zehn beliebtesten sind: Gewichtsabnahme. Mehr Bewegung. Mit dem Rauchen aufh\u00f6ren. Einen Partner finden. Weniger Alkohol trinken. Weniger arbeiten. Mit dem N\u00e4gelkauen aufh\u00f6ren. Die Familie \u00f6fter sehen. Mit dem Fluchen aufh\u00f6ren und weniger Kaffee trinken. Doch stellen Sie sich vor, wenn wir folgenden Neujahrsvorsatz haben k\u00f6nnten: <em>#Themtoo,<\/em> die anderen, vor <em>#Me-Too,<\/em> ich selbst. Lassen Sie uns an Silvester oder am Neujahrsmorgen zu uns selbst sagen: Im neuen Jahr werden wir uns bem\u00fchen, Gott und unsere Mitmenschen vor uns selbst zu setzen. <em>#ThemToo<\/em> vor <em>#Me-Too.<\/em> Das w\u00e4re ein Neujahrsvorsatz, der nicht nur unseren N\u00e4chsten zugutek\u00e4me. Es w\u00e4re gut f\u00fcr die ganze Welt. Unter anderem f\u00fcr die afghanischen Frauen und die verfolgten Christen und die Juden. Doch es w\u00e4re auch n\u00fctzlich f\u00fcr uns selbst. Leider ist es schwer, Gott und seinen N\u00e4chsten vor sich selbst zu setzen. Wenn wir Gl\u00fcck haben, gelingt es uns vielleicht ein paar Mal im Laufe des Jahres 2026. Wir sind Menschen. Und aus diesem Grund bitten wir im Vaterunser Gott, dass er sein Reich zu uns kommen lasse, und wir beschlie\u00dfen das Gebet mit den Worten: \u201eDenn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit&#8220;. Wir Christen haben die Hoffnung, dass Christus zu uns zur\u00fcckkehren und sein Reich aufrichten wird. Und an dem Tag, an dem dies geschieht, soll der Tod nicht mehr sein, auch keine Frauenunterdr\u00fcckung, auch keine Verfolgungen, auch kein Leid, kein Geschrei und keine Pein und keine Kr\u00e4nkungen, die zu <em>#Me-Too<\/em>-F\u00e4llen f\u00fchren. An diesem Tag wird die Liebe das letzte Wort haben. Doch wenn das gesagt ist, bedeutet es nicht, dass wir nicht gerade jetzt danach streben sollten, die Liebe so hoch zu setzen, dass unsere Mitmenschen wichtiger werden als wir selbst. Oder mit einem Slogan gesagt, der der Slogan f\u00fcr 2026 sein sollte: <em>#ThemToo<\/em> anstelle von <em>#Me-Too.<\/em> Gott befohlen und gesegnetes neues Jahr.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Poul Joachim Stender<br \/>\nPastor in Kirche Saaby\/Kisserup<br \/>\npjs(a)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#ThemToo | Neujahr | 01.01.2026 | Matt 6,5-13 | Poul Joachim Stender | &nbsp; #ThemToo Pr\u00e4sident Donald Trump ist f\u00fcr vieles weltbekannt. Unter anderem f\u00fcr den Slogan: America first. Dar\u00fcber waren wir in D\u00e4nemark zutiefst emp\u00f6rt. Doch als die Impfstoffe gegen Corona seinerzeit beschafft werden sollten, machten wir uns den Slogan des Pr\u00e4sidenten zu eigen. 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