{"id":25883,"date":"2026-01-21T08:21:02","date_gmt":"2026-01-21T07:21:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25883"},"modified":"2026-01-20T16:23:08","modified_gmt":"2026-01-20T15:23:08","slug":"johannes-1223-33-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-1223-33-3\/","title":{"rendered":"Johannes 12,23-33"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Ein Fenster zum Friedensreich | 3. Sonntag nach Epiphanias (d\u00e4n. Letzter Sonntag nach Epiphanias | 25. Januar 2026 | Joh 12,23-33 | Elof Westergaard |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">H\u00f6rt die Worte des Propheten Jesaja aus der ersten der heutigen biblischen Lesungen an diesem letzten Sonntag der Epiphaniaszeit (Jes 2,2-5).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Prophet Jesaja gibt uns hier eine Verheissung dessen, was kommen wird. Er \u00f6ffnet ein Fenster in das Friedensreich der Endzeit und l\u00e4sst uns ein Reich erahnen, getragen von Gottes Frieden und Gerechtigkeit. Ein Reich, wo es trotz allem gut endet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesaja zeichnet das Bild einer Welt, wo Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden und wo die Kriegsausbildung \u00fcberfl\u00fcssig wird. Er sagt: &#8222;Er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele V\u00f6lker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spiesse zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu f\u00fchren (Jes 2,4).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und hinzu f\u00fcgt der Prophet die Aufforderung, dass wir eben diesen Weg gehen sollen, f\u00fcr den Frieden wirken und \u2013 wie er sagt \u2013 im Licht des Herrn wandeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesajas Aufforderung ist mit der Zeit nicht weniger wichtig geworden. Im Gegenteil: seine Worte klingen mit besonderer Kraft in einer Zeit wie der unseren, gepr\u00e4gt von harter Polarisierung, Forderungen nach Aufr\u00fcstung und der Erwartung, dass mehr Menschen bereitstehen sollen, unser Land und unser K\u00f6nigreich {der gemeinsame Staat von D\u00e4nemark, Gr\u00f6nland und F\u00e4r\u00f6er, Anm. d. \u00dcbs} zu sch\u00fctzen. Wie konfrontativ die Stimmen auch werden m\u00f6gen und wie wenig Geh\u00f6r es scheinbar f\u00fcr anderes gibt als das Recht des St\u00e4rkeren, m\u00fcssen wir an der Hoffnung auf Frieden festhalten und auch selbst f\u00fcr ihn wirken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Warum? Weil der Mensch nicht f\u00fcr den Krieg geschaffen ist. Gewiss k\u00f6nnen wir uns leicht von den Logiken des Krieges und den Str\u00f6mungen der Gef\u00fchle mitreissen lassen, ja uns von den Verheissungen der Macht und dem vermeintlichen Recht des Starken blenden lassen, seinen Willen durchzusetzen. Doch unsere Aufgabe, unsere Verantwortung und unsere Bestimmung ist eine andere \u2013 uns gegeben vom guten Gott: dem Gott der Liebe, der Barmherzigkeit und der Gnade.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die alttestamentlichen Lesungen, wie diese vom Propheten Jesaja, wurden erst vor etwa 35 Jahren Teil der Perikopenordnung der d\u00e4nischen Agenda. Manche dieser Lesungen stehen in enger Beziehung zum jeweiligen Evangelium, andere eher in lockerer Beziehung. Unmittelbar mag es scheinen, als sei die Verbindung im heutigen Text schwach. Und doch ist sie da.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Evangelienlesung aus dem Johannesevangelium beschliesst die Epiphaniaszeit. Sie passt genau zu jenem Punkt im Kirchenjahr, wo der Blick sich von Weihnachten in Richtung Ostern zu richten beginnt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit den Worten des Johannes \u00fcber Jesu Tod und Auferstehung wird klar, dass Jesus nun verherrlicht werden soll. Aber die Verherrlichung geschieht auf eine Weise, die alle menschliche Erwartung auf den Kopf stellt: Jesus soll durch seinen Tod verherrlicht werden. Jesus sagt es selbst, und Gott der Vater best\u00e4tigt es mit seiner Stimme vom Himmel: &#8222;Ich habe ihn verherrlicht und will ihn abermals verherrlichen&#8220; (Joh 12,28). Jesus soll sterben, wie ein Weizenkorn in die Erde gelegt wird, um danach aufzuerstehen und Hoffnung f\u00fcr alle Lebenden zu schaffen. Das ist die Verherrlichung, die geschehen soll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und genau hier beginnt Jesajas Prophetie wieder zu klingen. Denn wie Jesus \u00fcber seinen bevorstehenden Tod sagt: &#8222;Jetzt ergeht das Gericht \u00fcber diese Welt; jetzt wird der F\u00fcrst dieser Welt hinausgestossen werden. Und ich, wenn ich erh\u00f6ht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen&#8220; (Joh 12,31-32).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus will alle zu sich ziehen \u2013 mit seinem Wort und mit seinem Geist. In einer Zeit, wo das, was uns zusammenh\u00e4lt, oft dem Gesetz der Notwendigkeit folgt: erh\u00f6hte Mobilisierung, gr\u00f6sserer Schutzwall gegen die Unvers\u00f6hnlichkeit, die \u00fcber die Welt fegt, ist es entscheidend, daran erinnert zu werden, dass es andere Kr\u00e4fte gibt, die uns zu sich ziehen wollen: Gottes eigener Sohn. Der Gott der Liebe und des Friedens.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind nicht uns selbst und unserer eigenen Unvers\u00f6hnlichkeit \u00fcberlassen. Gott sei Dank und Lob.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Elof Westergaard, Bischof in Ribe<br \/>\neve(a)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Fenster zum Friedensreich | 3. Sonntag nach Epiphanias (d\u00e4n. Letzter Sonntag nach Epiphanias | 25. 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