{"id":25909,"date":"2026-01-27T11:49:51","date_gmt":"2026-01-27T10:49:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25909"},"modified":"2026-01-27T11:49:51","modified_gmt":"2026-01-27T10:49:51","slug":"offenbarung-19-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/offenbarung-19-18\/","title":{"rendered":"Offenbarung 1,9\u201318"},"content":{"rendered":"<h3><strong>\u00dcber die Berufung des Sehers Johannes <\/strong>| Letzter Sonntag nach Epiphanias | 01. Februar 2026 | <strong>Offenbarung 1,9\u201318<\/strong> | Johannes L\u00e4hnemann |<\/h3>\n<p><strong>\u00dcber die Berufung des Sehers Johannes, Offenbarung 1,9\u201318<br \/>\n<\/strong><strong>in Verbindung mit dem Lied \u201eGib Frieden, Herr, gib Frieden\u201c (EG 430)<br \/>\n<\/strong><strong>von J\u00fcrgen Henkys 1983 (nach \u201eGeep Vrede\u201c von Jan Nooter 1963)<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Die Strophen, die wir eben gesungen haben, treffen uns in unseren gegenw\u00e4rtigen \u00c4ngsten und Ungewissheiten, und sie treffen die Gemeinden, an die der Seher Johannes in der Offenbarung, aus der unser heutiger Predigttext stammt, seine Botschaft richtet:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eGib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf.<br \/>\n<\/em><em>Recht wird durch Macht entschieden, wer l\u00fcgt, liegt oben auf.<br \/>\n<\/em><em>Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt.<br \/>\n<\/em><em>Wir rufen: Herr, wie lange! Hilf uns, die friedlos sind.<br \/>\n<\/em><em>Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr.<br \/>\n<\/em><em>Es wird so viel gelitten, die Furcht w\u00e4chst mehr und mehr.<br \/>\n<\/em><em>Die Horizonte grollen, der Glaube spinnt sich ein.<br \/>\n<\/em><em>Hilf, wenn wir weichen wollen, und lass uns nicht allein.\u201c<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wir hatten ja im Anschluss an die \u201eWende\u201c in den Jahren 1989\/1990 auf zunehmenden Frieden in der Welt gehofft. Aber wie sehr hat sich das Bild von der Weltentwicklung wieder zunehmend gewandelt, sp\u00e4testens seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine vor vier Jahren, nach dem Terror der Hamas am 7.\u00a0 Oktober 2023 und dem Folgekrieg im Gazastreifen. \u201e<em>Recht wird durch Macht entschieden, wer l\u00fcgt, liegt oben auf.\u201c <\/em>Ein Pr\u00e4sident Russlands, der mit der Ideologie der \u201erussischen Welt\u201c seine Angriffe verteidigt, ein Pr\u00e4sident der USA, der mit L\u00fcgen seinen Machtanspruch pflastert, Autokraten im Osten, Westen und S\u00fcden, die mit vermeintlich eing\u00e4ngigen Parolen ihre Herrschaft abzusichern versuchen. All das bedr\u00e4ngt uns ebenso wie das Leiden unz\u00e4hliger Menschen in diesen Konflikten. Wir selbst leben in noch sicheren demokratischen Zonen, aber nationalistische, mit Hass gegen Andere gepflasterte \u00dcberzeugungen greifen auch in unserem Land um sich. Viele wehren sich dagegen. Viele setzen sich f\u00fcr Solidarit\u00e4t und Hilfe ein. Aber in den Ruf \u201eHilf uns, die friedlos sind\u201c k\u00f6nnen wir aus ganzem Herzen einstimmen.<\/p>\n<p>Der Seher Johannes, der das Buch der Offenbarung aufgeschrieben hat, war in einer vergleichbaren Situation.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Wir wissen nur wenig \u00fcber ihn, da er ganz hinter die Offenbarung, die er erhalten hat, zur\u00fccktritt. Was wir erschlie\u00dfen k\u00f6nnen, ist, dass er wohl als Wanderprediger gewirkt hat. Wahrscheinlich ist er wie viele andere nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems im Jahr 70 nach Christus aus Israel ausgewandert. Er wird in den kleinen Gemeinden, die sich aus Jesus-Nachfolgern im Westen Kleinasiens gebildet haben, die frohe Botschaft von Jesus als wirklichem Heiland und Retter der Welt verk\u00fcndigt haben. Er kennt ihre Situation gut, wie wir aus den Sendschreiben, die er an sie richtet, entnehmen k\u00f6nnen.\u00a0 Die St\u00e4dte in der Provinz Asia, die sich \u00fcber den Westen Kleinasiens, der heutigen T\u00fcrkei, erstreckte, waren reich. Sie profitierten von dem Welthandel, der \u00fcber das \u00e4g\u00e4ische Meer mit den H\u00e4fen Ephesus und Smyrna und die R\u00f6merstra\u00dfen in den Osten f\u00fchrte. Es gab ein ungeheuer reiches kulturelles und vor allem auch religi\u00f6ses Leben. Neben den griechisch-r\u00f6mischen G\u00f6ttern wurden die Gottheiten des Landes verehrt. Wunderbare Tempel, etwa f\u00fcr die Artemis in Ephesus oder f\u00fcr Zeus in Pergamon, beherrschten die Stadtbilder. Man konnte gleich mehrere Gottheiten verehren und ihnen opfern. Zusammen gef\u00fchrt wurde alles in dem Kaiserkult, der Verehrung des Kaisers quasi als lebendiger Gottheit. F\u00fcr die Jesus-Nachfolger, die an den einen Gott glaubten und an Jesus als den, in dem Gottes Heil zu den Menschen gekommen ist, f\u00fchrte das zu Konflikten. Wenn sie an den Opfermahlen f\u00fcr die Gottheiten nicht teilnahmen, wenn sie sich weigerten, den Kaiser zu verehren, machten sie sich zu Au\u00dfenseitern. Sie konnten diffamiert, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt werden, oder zumindest zur Verbannung. Konnten sie in dieser Situation ausharren? Konnten sie standhaft bleiben? Wem geh\u00f6rt letztlich die Macht \u2013 Gott und mit ihm Jesus oder dem Kaiser? Und konnten sie nicht einfach pro Forma beim G\u00f6tterkult in ihrer Umgebung etwas mitmachen? Wie lange noch sollte diese Bedr\u00e4ngnis dauern? Wann endlich kommt Jesus als der Messias wieder und richtet sein ewiges Reich auf?<\/p>\n<p>In diese Situation hinein spricht der Text, in dem Johannes seine Berufung zum Propheten schildert (\u00dcbersetzung aus der Basisbibel):<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>9 Ich, Johannes, euer Bruder, habe das Wort Gottes verk\u00fcndet und bin als Zeuge f\u00fcr Jesus aufgetreten. Deswegen bin ich auf die Insel Patmos verbannt worden.\u00a0<\/em><em>Wegen Jesus bin ich mit euch zusammen in Bedr\u00e4ngnis. Aber wegen Jesus habe ich mit euch auch Anteil am Reich Gottes und bleibe standhaft im Glauben.\u00a0<\/em><em>10 Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist Gottes ergriffen.\u00a0<\/em><em>Und ich h\u00f6rte eine m\u00e4chtige Stimme hinter mir, die war laut wie eine Trompete.\u00a0<\/em><em>11 Die Stimme sagte: \u00bbSchreib in ein Buch, was du siehst, und schick es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus, Smyrna, Pergamon und Thyatira, sowie nach Sardes, Philadelphia und Laodizea!\u00ab\u00a0<\/em><em>12 Ich drehte mich um, um zu sehen, wessen Stimme da mit mir redete.\u00a0<\/em><em>Und als ich mich umdrehte, sah ich sieben goldene Leuchter.\u00a0<\/em><em>13 Mitten zwischen den Leuchtern sah ich jemanden, der aussah wie ein Menschensohn.\u00a0<\/em><em>Er hatte ein langes Gewand an und trug ein goldenes Band um die Brust.\u00a0<\/em><em>14 Sein Kopf und seine Haare waren wei\u00df wie wei\u00dfe Wolle, ja wie Schnee.\u00a0<\/em><em>Seine Augen glichen lodernden Flammen. 15 Seine F\u00fc\u00dfe gl\u00e4nzten wie Golderz,\u00a0<\/em><em>das im Schmelzofen gl\u00fcht. Seine Stimme klang wie das Tosen von Wassermassen.\u00a0<\/em><em>16 In seiner rechten Hand hatte er sieben Sterne <\/em><em>und aus seinem Mund kam ein doppelschneidiges, scharfes Schwert.\u00a0<\/em><em>Sein Gesicht leuchtete so hell wie die Sonne zur Mittagszeit.\u00a0<\/em><em>17 Als ich ihn sah, brach ich wie tot vor ihm zusammen.\u00a0<\/em><em>Er legte seine rechte Hand auf mich und sagte: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht!\u00a0<\/em><em>Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebendige. Ich war tot, doch schau her: Ich lebe f\u00fcr immer und ewig, und ich habe die Schl\u00fcssel zum Tod und zum Totenreich.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Was f\u00fcr ein gewaltiger Text! Was f\u00fcr eine gewaltige Vision!<\/p>\n<p>Johannes stellt sich vor als Bruder derer, die an Jesus als den Messias glauben. Er erhebt sich nicht \u00fcber sie. Er hat Jesus verk\u00fcndigt und ist deswegen auf die Insel Patmos verbannt worden. Er steht an der Seite derer, die ebensolche Bedr\u00e4ngnis erleiden. Mit ihnen hat er Anteil am Reich, an der Herrschaft, die allein dem Messias zukommt. Am Tag des Herrn, am Sonntag, wird er vom Geist ergriffen und wird in ein gewaltiges Geschehen hineingezogen: Eine Stimme, laut wie eine Trompete, beauftragt ihn, das, was er sieht, in ein Buch zu schreiben und an die sieben Gemeinden im Westen Kleinasiens zu schicken. Dabei kommen viele Motive aus dem Alten Testament, besonders aus dem Danielbuch, vor, die den Empf\u00e4ngern wahrscheinlich nicht unbekannt waren. Es ist eine gewaltige Vision und dabei ein krasser Gegenpol zu dem Machtanspruch, den der r\u00f6mische Kaiser f\u00fcr sich beanspruchte. Zwischen sieben goldenen Leuchtern steht der Menschensohn, wie ihn schon Daniel gesehen hat. Es ist hier niemand anderes als Jesus, der erwartete Messias. Um ihn stehen die sieben Leuchter, nicht um das Kaiserbild, wie es bei der Verehrung des Kaisers vorkam: Jesus ist der Menschensohn, der in der Vollmacht Gottes kommt und handelt \u2013 der auferstandene und zu Gott erh\u00f6hte Christus. Nun wird die Gestalt genauer beschrieben. Jedes Merkmal hat eine besondere symbolische Bedeutung: Das lange Gewand trug der Hohepriester als Zeichen seiner W\u00fcrde. Das goldene Band wurde von K\u00f6nigen getragen. Die wei\u00dfen Haare sind ein Zeichen f\u00fcr gro\u00dfe Weisheit. Augen wie lodernde Flammen, die alles sehen und durchdringen, F\u00fc\u00dfe gl\u00e4nzend wie gl\u00fchendes Golderz, eine Stimme, die wie ein gigantischer Wasserfall tost. Die sieben Sterne in seiner Hand sind ein Zeichen himmlischer Macht, wie sie auch als Zeichen der weltumspannenden Macht der Kaiser benutzt wurden. Sie zeigen: Nicht die M\u00e4chtigen der Welt, sondern der Menschensohn ist Herrscher der Welt. Das Schwert aus seinem Mund bedeutet: Er wird der Richter sein, der den Unterdr\u00fcckten und Bedr\u00e4ngten Recht verschaffen wird. Seinem sonnenleuchtenden Gesicht kann niemand ausweichen. Kein Wunder, dass diese Vision den Seher Johannes \u00fcberw\u00e4ltigt. Er bricht wie tot vor der Gestalt zusammen. Aber dann sp\u00fcrt er deren rechte Hand auf sich, die ihn aufrichtet mit den Worten \u201eF\u00fcrchte dich nicht\u201c, ihm die Furcht nimmt und ihm die Worte sagt, die die Grundlage f\u00fcr all das sind, was Johannes den Gemeinden zu schreiben hat und was dann in dem Offenbarungsbuch geschildert wird. Sie sind der gewichtige Abschluss unseres Textes: \u201eIch bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.\u201c Christus ist also ganz an die Seite Gottes gehoben. \u201eIch war tot, doch schau her: Ich lebe f\u00fcr immer und ewig, und ich habe die Schl\u00fcssel zum Tod und zum Totenreich.\u201c Jesus, der Messias, ist der eigentliche Herr \u00fcber Leben und Tod. Damit hat der Tod auch f\u00fcr die Gemeinden seinen Schrecken verloren.<\/p>\n<p>Das soll die Gemeinden st\u00e4rken. Das soll ihnen Mut machen, wenn sie fragen \u201cWie lange noch?\u201c<\/p>\n<p>Dabei wird der Tod Jesu, sein Leiden mit und an der Seite derer, die zu ihm geh\u00f6ren, nicht beiseitegeschoben. Damit sind die Gemeinden an die Seite aller Notleidenden gestellt, an die Seite all derer, die von den M\u00e4chtigen unterdr\u00fcckt, gefoltert und get\u00f6tet werden.<\/p>\n<p>Sie werden noch den Kampf zwischen Gott und den b\u00f6sen M\u00e4chten erleben, wie er dann in den vielen aufeinander folgenden Visionen des Offenbarungsbuches geschildert wird.<\/p>\n<p>Aber am Ende steht das, was sie erhoffen d\u00fcrfen, unvergleichlich im 21. Kapitel geschildert:<\/p>\n<p>\u201eUnd ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen \u2026\u201c und etwa sp\u00e4ter: \u201e\u2026und Gott wird abwischen die Tr\u00e4nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron sa\u00df, sprach: Siehe, ich mache alles neu\u201c Das ist ja auch die Jahreslosung f\u00fcr das Jahr 2026. Sie setzt all das voraus, was in der Offenbarung des Johannes geschildert wird.<\/p>\n<p>Was verbindet uns mit diesem Text nach fast 2.000 Jahren? Wie oft ist die Offenbarung gebraucht, gelesen worden, sind ihre Visionen gemalt worden! Ein gro\u00dfes Trostbuch, aber auch missbraucht, wenn man mit ihr meinte berechnen zu k\u00f6nnen, wann das Weltende da ist. All diese Berechnungen sind entt\u00e4uscht worden. Sie nehmen nicht wahr, dass die Offenbarung eine ganz zeitaktuelle Schrift ist f\u00fcr die Gemeinden in Kleinasien damals.<\/p>\n<p>Wozu das Offenbarungsbuch aber anleiten kann, ist, in der jeweiligen Zeit, und damit auch heute, einen klaren Blick f\u00fcr die M\u00e4chte, f\u00fcr die K\u00e4mpfe, f\u00fcr das notwendige Zeugnis in der Gegenwart zu gewinnen: zur Entlarvung der Machtstrukturen des B\u00f6sen, als Trostbuch in gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis und zu geduldigem Handeln nach den Geboten Gottes.<\/p>\n<p>Ein mutiges Beispiel aus unserer Gegenwart ist f\u00fcr mich die Predigt, die die anglikanische Bisch\u00f6fin von Washington, Mariann Budde, anl\u00e4sslich der Amtseinf\u00fchrung von Donald Trump als Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten vor einem Jahr gehalten hat. In ihr hat sie Trump direkt angesprochen:<\/p>\n<p>\u201eEin Appell, Herr Pr\u00e4sident: Millionen Menschen setzen ihr Vertrauen in Sie. Sie erw\u00e4hnten die sch\u00fctzende Hand Gottes. Ich bitte Sie, Erbarmen zu haben mit allen Menschen in unserem Land, die Angst haben. \u2026<\/p>\n<p>Das sind schwule oder lesbische Menschen, Demokraten, Familien. (..) Manche f\u00fcrchten um ihr Leben. Es sind Menschen, die (unsere) Ernte einbringen, Geb\u00e4ude reinigen, unser Geschirr waschen nach einem Restaurantbesuch oder in Gefl\u00fcgelfarmen und Fleischverpackungsfirmen arbeiten. Menschen, die den Nachtdienst \u00fcbernehmen im Spital. \u2026<\/p>\n<p>Diese m\u00f6gen keine Staatsb\u00fcrger sein und die falschen Papiere haben. Dennoch sind die allermeisten unter ihnen nicht kriminell. Sie zahlen Steuern, sind gute Nachbarn, gl\u00e4ubige Mitglieder der Kirchen, Moscheen, Synagogen. \u2026<\/p>\n<p>Ich bitte Sie, barmherzig zu sein mit jenen, deren Kinder f\u00fcrchten, die Eltern w\u00fcrden abgeschoben. Denjenigen zu helfen, die aus Kriegsgebieten oder vor Verfolgung fliehen.<br \/>\nGott lehrt uns, Erbarmen zu haben mit Fremden. Wir alle waren einst Fremde in diesem Land.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Kein Wunder, dass Trump allergisch darauf reagiert hat. Aber die Predigt an dieser Stelle, weltweit \u00fcbertragen, hat vielen Mut gemacht, im Einsatz f\u00fcr bedr\u00e4ngte Menschen nicht nachzulassen: f\u00fcr die indigenen V\u00f6lker, denen ihr Land geraubt wird, f\u00fcr die Kinder, die Sklavenarbeit verrichten m\u00fcssen, f\u00fcr die Inseln, die im Pazifischen Ozean unterzugehen drohen, f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge und von Abschiebungen Bedrohte in vielen L\u00e4ndern und auch bei uns, nicht zuletzt gegen Antisemitismus und Pauschalurteile gegen\u00fcber Muslimen in unserem Land.<\/p>\n<p>All diese Herausforderungen enthalten den Aufruf an uns: Haltet durch, lasst euch nicht einsch\u00fcchtern, widersteht der Despotie, handelt mit N\u00e4chstenliebe! Ihr habt Jesus, den Messias, den Herrn aller Herren, an eurer Seite! Ihr seid nicht in den H\u00e4nden der M\u00e4chtigen, sondern in den H\u00e4nden dessen, der an unserer Seite gelebt und gelitten hat, der gekreuzigt worden ist und der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen<\/p>\n<p>Nach der Predigt werden die 3. und 4. Strophe des Liedes \u201eGib Frieden, Herr, gib Frieden\u201c gesungen:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Gib Frieden, Herr, wir bitten! Du selbst bist, was uns fehlt.<br \/>\n<\/em><em>Du hast f\u00fcr uns gelitten, hast unsern Streit erw\u00e4hlt,<br \/>\n<\/em><em>damit wir leben k\u00f6nnen, in \u00c4ngsten und doch frei,<br \/>\n<\/em><em>und jedem Freude g\u00f6nnen, wie fremd er uns auch sei.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Gib Frieden, Herr, gib Frieden. Denn trotzig und verzagt<br \/>\n<\/em><em>hat sich das Herz geschieden von dem, was Liebe sagt!<br \/>\n<\/em><em>Gib Mut zum H\u00e4ndereichen, zur Rede, die nicht l\u00fcgt,<br \/>\n<\/em><em>und mach aus uns ein Zeichen daf\u00fcr, dass Friede siegt.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Liedempfehlungen:<\/strong><br \/>\nEG 409: Gott liebt diese Welt;<br \/>\nEG 430: Gib Frieden, Herr, gib Frieden;<br \/>\nEG 425: Gib uns Frieden jeden Tag oder den Kanon<br \/>\nEG 436: Herr, gib uns deinen Frieden.<\/p>\n<p><strong>Fussnoten:<\/strong><br \/>\n<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Zu der historischen Situation siehe vor allem Klaus Wengst: \u201eWie lange noch?\u201c Schreien nach Recht und Gerechtigkeit \u2013 eine Deutung der Apokalypse des Johannes. Stuttgart (Kohlhammer) 2010.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> nach: <a href=\"https:\/\/www.ref.ch\/news\/mariann-budde-donald-trump-us-wahlen-bischofin-bischof-washington-glaube-kirche-barmherzigkeit\/\">https:\/\/www.ref.ch\/news\/mariann-budde-donald-trump-us-wahlen-bischofin-bischof-washington-glaube-kirche-barmherzigkeit\/<\/a> aufgerufen am 24.01.2026.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Prof. em. Dr. Johannes L\u00e4hnemann, Goslar, <a href=\"mailto:johannes.laehnemann@\">johannes.laehnemann@<\/a>gmail.com<\/p>\n<p>Johannes L\u00e4hnemann (geb. 1941) hatte von 1981-2007 den Lehrstuhl f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des Ev. Religionsunterrichts an der Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg inne. Er lebt im Ruhestand in Goslar. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Interreligi\u00f6ser Dialog, Interreligi\u00f6ses Lernen, Religionen und Friedenserziehung. Er ist Mitglied der internationalen Kommission <em>Interreligious Education <\/em>der Bewegung <em>Religions for Peace <\/em>(RfP) und Leiter der Arbeitsgruppe Interreligi\u00f6se Bildung-Friedensp\u00e4dagogik bei <em>Religionen f\u00fcr den Frieden Deutschland.<\/em><\/p>\n<p>Seine Autobiografie ist erschienen unter dem Titel \u201eLernen in der Begegnung. Ein Leben auf dem Weg zur Interreligiosit\u00e4t.\u201c G\u00f6ttingen (Vandenhoeck &amp; Ruprecht) 2017. Die Predigt wird in der Klauskapelle, der alten Bergmannskapelle, die der Frankenberger Gemeinde Goslar als Winterkirche dient, gehalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Berufung des Sehers Johannes | Letzter Sonntag nach Epiphanias | 01. Februar 2026 | Offenbarung 1,9\u201318 | Johannes L\u00e4hnemann | \u00dcber die Berufung des Sehers Johannes, Offenbarung 1,9\u201318 in Verbindung mit dem Lied \u201eGib Frieden, Herr, gib Frieden\u201c (EG 430) von J\u00fcrgen Henkys 1983 (nach \u201eGeep Vrede\u201c von Jan Nooter 1963) Liebe Gemeinde! [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":25904,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[62,1,727,157,853,114,225,969,349,669,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-25909","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-offenbarung","category-aktuelle","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-johannes-laehnemann","category-kapitel-01-chapter-01-offenbarung","category-kasus","category-letzter-so-n-epiphanias","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25909","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25909"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25909\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25910,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25909\/revisions\/25910"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25904"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25909"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=25909"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=25909"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=25909"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=25909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}