{"id":25954,"date":"2026-02-11T13:44:48","date_gmt":"2026-02-11T12:44:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25954"},"modified":"2026-02-11T13:44:48","modified_gmt":"2026-02-11T12:44:48","slug":"lukas-1831-43-reimpredigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-1831-43-reimpredigt\/","title":{"rendered":"Lukas 18,31\u201343 \u2013 Reimpredigt"},"content":{"rendered":"<h3>Ein Narr der Hoffnung | Estomihi Reimpredigt | 15.02.2026 | Lukas 18,31-43 | Dr. Friedrich Schmidt-Roscher<\/h3>\n<p>Die hohe Zeit der Narren ist nun angebrochen,<br \/>\nmanch\u2019 Einem steckt das Feiern in den Knochen,<br \/>\ngeschunkelt, getanzt und gesoffen die Nacht.<br \/>\nin Rath\u00e4usern und Gassen sind Narren an der Macht.<\/p>\n<p>Die Narren spielen f\u00fcr sich und uns verkehrte Welt:<br \/>\n\u201eHab Spa\u00df und tanz, nicht Arbeit oder Geld!\u201c<br \/>\nOben ist unten, h\u00e4sslich ist sch\u00f6n, arm ist reich.<br \/>\nin den tollen Tagen \u2013 so scheint\u2019s \u2013 sind alle gleich.<\/p>\n<p>Auch Jesus ist unterwegs mit seinem J\u00fcnger Zug,<br \/>\nsie gehen nach Jerusalem, zeigen n\u00e4rrischen Mut,<br \/>\nhaben alles verlassen, folgen dem Gottesmann,<br \/>\nhoffen fest, dass er die Welt \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p>Jesus geht nach Jerusalem, der Gefahr sich bewusst:<br \/>\nLeiden und Tod vor Augen und Angst in der Brust.<br \/>\nPetrus und Johannes reiben sich verwundert die Augen,<br \/>\nauch die anderen Zehn k\u00f6nnen Jesu Rede kaum glauben.<\/p>\n<p>Sie verstehen diesen Weg nicht, Jesus f\u00fchrt Gott.<br \/>\nEr spart ihm nicht Leiden, Hohn, Folter und Tod.<br \/>\nDoch Jesus sieht weiter, sieht g\u00f6ttliches Licht,<br \/>\ndas von Ostern her die Dunkelheit durchbricht.<\/p>\n<p>Uns geht es wie den J\u00fcngern, wir verstehen oft nicht,<br \/>\nGottes Wege mit Jesus scheinen seltsam wunderlich.<br \/>\nZum Sieg durch Leiden, zum Leben durch Tod,<br \/>\nein n\u00e4rrischer Plan &#8211;\u00a0 doch der Plan kommt von Gott.<\/p>\n<p>Auch mein eigenes Leben mit all dem Gewimmel.<br \/>\nMit Tiefen und H\u00f6hen, mit H\u00f6lle und Himmel,<br \/>\nwas manchmal als Sieg und Erfolg rasch verbucht.<br \/>\nSich sp\u00e4ter als vergeblich oder Sackgasse entpuppt.<\/p>\n<p>Was schwierig oder m\u00fchsam oder traurig im Leben,<br \/>\nverwandelt sich im R\u00fcckblick manchmal zum Segen.<br \/>\nUnsre Wege ganz verschieden mal krumm, mal gerade,<br \/>\ndass Gott mit uns mitgeht, ist Hoffnung oder Frage.<\/p>\n<p>Jesus stellt sich dem Leiden und nimmt es an,<br \/>\ntr\u00e4gt sein Kreuz f\u00fcr dich und mich und jedermann.<br \/>\nSein Weg kann uns helfen, Schweres zu tragen.<br \/>\nNicht ergeben, sondern nach dem Sinn uns fragen.<\/p>\n<p>Leben wir Menschen nicht in einer verr\u00fcckten Welt?<br \/>\nEs scheint nur zu z\u00e4hlen schnelles Gl\u00fcck oder Geld.<br \/>\nEs geht um Gier, Genuss, Sucht nach Leben<br \/>\nMuss es da nicht etwas Anderes noch geben?<\/p>\n<p>Jesus \u00f6ffne die Augen f\u00fcr ein Leben in F\u00fclle.<br \/>\nTrotz Krankheit und Leiden am Ende Gottes Wille,<br \/>\nder st\u00e4rker ist als Sinnlosigkeit, S\u00fcnde und Tod.<br \/>\nDenn Ostern schenkt Leben, wendet unsre Not.<\/p>\n<p>In Jericho kommen die J\u00fcnger an einem Blinden vorbei,<br \/>\nein Namenloser, doch sein Schicksal ist nicht einerlei.<br \/>\nEr kann nicht sehen und bettelt und ist ganz Ohr.<br \/>\nEr wartet, wartet, wartet auf Hilfe und beschwor:<\/p>\n<p>\u201eWenn einer kommt, der wirklich helfen kann,<br \/>\ndarf ich keineswegs vers\u00e4umen diesen Mann.\u201c<br \/>\nEiner, der nicht Geld gibt, sondern neues Leben.<br \/>\nDarauf setzt er alles, bei Gott, dass muss es geben!<\/p>\n<p>Dann h\u00f6rt er die Menschen, den Aufruhr, die Enge<br \/>\nJesus von Nazareth, ganz nah in der Menge.<br \/>\nEr ruft, er schreit, wird lauter im Ton:<br \/>\n\u201eHilfe! Hilfe! Du bist doch Davids Sohn!\u201c<\/p>\n<p>Die anderen zischen, \u201eHalts Maul, blinder Mann.\u201c<br \/>\n\u201eDer Rabbi aus Galil\u00e4a kommt sonst nicht voran.\u201c<br \/>\nDoch er horcht, ruft lauter, dann schreit er:<br \/>\n\u201eDu, Sohn Davids, erbarm dich doch meiner!\u201c<\/p>\n<p>Jesus bleibt steh\u2019n, horcht, der L\u00e4rm ist vorbei.<br \/>\nPl\u00f6tzlich ist es still, weit weg jedes Geschrei.<br \/>\nEr sp\u00fcrt es und obwohl seine Augen nichts sehen,<br \/>\nsieht der Blinde den Heiland direkt vor sich stehen.<\/p>\n<p>\u201eWas willst du, dass ich f\u00fcr dich tu?\u201c,<br \/>\nfragt Jesus den Blinden, und schon im Nu,<br \/>\nsteht die Menge im Kreis und wartet gespannt.<br \/>\nDer Blinde sagt nur: \u201eHerr, dass ich sehen kann!\u201c<\/p>\n<p>Der Blinde f\u00fchlt deutlich des Heilands Blick.<br \/>\nDann h\u00f6rt er das Wort, das sein Herz entz\u00fcckt.<br \/>\nUnd schon merkt er wie seine Augen aufgehen.<br \/>\n\u201eDein Glaube hat dir geholfen. Du sollst sehen!\u201c<\/p>\n<p>Nach Jesu Worten das Wunder geschieht.<br \/>\nDie Menge staunt stumm, der Blinde sieht.<br \/>\nDoch er bleibt nicht stumm, muss reden, loben,<br \/>\nGott, seinen Heiland, den Ewigen dort oben.<\/p>\n<p>Denn Gott, bleibt nicht fern, oben im Himmel,<br \/>\nkommt hier auf die Erde ins Menschengewimmel.<br \/>\nBewegt Herzen und Menschen durch kr\u00e4ftiges Wort,<br \/>\nweckt Vertrauen, weckt Leben an gottfernem Ort.<\/p>\n<p>Leben wir Menschen nicht in einer verr\u00fcckten Welt?<br \/>\nEs scheint nur zu z\u00e4hlen schnelles Gl\u00fcck oder Geld.<br \/>\nEs geht um Gier, Genuss, Sucht nach Leben<br \/>\nMuss es da nicht etwas Anderes noch geben?<\/p>\n<p>Jesus \u00f6ffne die Augen f\u00fcr ein Leben in F\u00fclle.<br \/>\nTrotz Krankheit und Leiden am Ende Gottes Wille,<br \/>\nder st\u00e4rker ist als Sinnlosigkeit, S\u00fcnde und Tod.<br \/>\nDenn Ostern schenkt Leben, wendet unsre Not.<\/p>\n<p>Wo Gott auf den Plan tritt, bleibt nichts, wie es ist,<br \/>\nseine Liebe wirkt und auch Leidenswege aufbricht.<br \/>\nDas macht Mut, auch in Zeiten dunklen Leidens,<br \/>\nzu Gott zu flehen, dass die Not soll weichen.<\/p>\n<p>In den Augen der Menschen, in den Augen der Welt,<br \/>\nz\u00e4hlen Erfolg, Macht, Wissenschaft und Geld.<br \/>\nNur Kinder und Narren setzen Vertrauen auf Gott,<br \/>\nBeten, hoffen auf Wunder; ernten daf\u00fcr noch Spott.<\/p>\n<p>Die alte Weltordnung scheint vorbei und perdu.<br \/>\nSicher, wahrscheinlich, vielleicht \u2013 man wei\u00df es nie.<br \/>\nPutins Russen greifen die Ukraine an, nach der sie gieren.<br \/>\nDie Menschen dort wehren sich mutig und frieren.<\/p>\n<p>Trotz Pf\u00e4lzer Wurzel, echt verr\u00fcckt dieser Trump.<br \/>\nZettelt Streit mit der Nato an, wegen Gr\u00f6n-Land.<br \/>\nChina, Ru\u00dfland und die USA die alt-neuen Imperien.<br \/>\n\u00c4ngstlich Europa, m\u00fcssen wir uns da nicht wehren?<\/p>\n<p>Die M\u00e4chtigen der Welt sehen nur ihre Interessen.<br \/>\nSie lieben uns kleine sehr \u2013 und wollen uns fressen.<br \/>\nPutin und Trump setzen auf einen Gott der Macht.<br \/>\nDoch Jesus Christus ist ein Gott, ganz anderer Art.<\/p>\n<p>Denn Christus ist unser Heiland der Welt,<br \/>\nihn k\u00fcmmert nicht Macht, Gold oder Geld,<br \/>\nihn k\u00fcmmert freilich wie es dir oder dir geht.<br \/>\nDer fragt, was dich bedr\u00fcckt und dich bewegt.<\/p>\n<p>Der Messias nimmt sich der Verlassenen an,<br \/>\nist f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge da, denen man helfen kann.<br \/>\nEin Narr der Hoffnung, ein Verr\u00fcckter im Herrn.<br \/>\nVielleicht haben ihn deshalb die Verlorenen so gern.<\/p>\n<p>Wer ihm vertraut, sieht diese Welt und sein Leben<br \/>\nanders, denn ihm wird eine neue Sicht gegeben.<br \/>\nGilt als weltfremd, naiv, n\u00e4rrisch oder verr\u00fcckt,<br \/>\nweil er vom anderen Standpunkt aufs Leben blickt.<\/p>\n<p>Dann sind wir Narren, in dieser n\u00e4rrischen Welt,<br \/>\nvoller L\u00fcgen, der das erl\u00f6sende Wort so oft fehlt.<br \/>\nDas Wort, das Menschen froh macht und heilt,<br \/>\ndas Wort der Vergebung, das Gott mit uns teilt.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir hoffender, liebender sein, auch heiter?<br \/>\nDenn diese Welt geht nicht immer so weiter.<br \/>\nSie hat ein Anfang und ein Ende, das ist klar.<br \/>\nDann beginnt etwas Neues, das wird wunderbar.<\/p>\n<p>Jesu Zug f\u00fchrt nach Jerusalem, es geht bergauf,<br \/>\nlangsam, z\u00e4h, mit R\u00fcckschl\u00e4gen kein Dauerlauf.<br \/>\nReih\u2018n wir uns ein in den Zug der Narren im Herrn,<br \/>\nmit Hoffnung im Herzen und Jesus so gern!<\/p>\n<p>Unser Herr kommt, die Herren der Welt dagegen,<br \/>\ndie Super-M\u00e4chtigen, die kommen und gehen.<br \/>\nJesus kommt, das ist die Hoffnung der Schwachen.<br \/>\nVertraut ihm, lasst uns \u00fcber die M\u00e4chtigen lachen.<\/p>\n<p>Im Vertrauen, dass die Welt nicht so bleibt wie sie ist,<br \/>\ndass das Licht von Ostern das Leiden durchbricht;<br \/>\nund wir als fr\u00f6hliche Narren, von Hoffnung belebt,<br \/>\nMenschen helfen, Gott loben, von Liebe bewegt.<\/p>\n<p>Am Ende zieht unser n\u00e4rrischer Zug in die Stadt,<br \/>\ndie vor langer Zeit Gott den seinen bereitet hat.<br \/>\nJerusalem genannt, himmlische Stadt ohne Leid und Not.<br \/>\nDort spotten wir Narren in Christo \u00fcber Gevatter Tod.<\/p>\n<p>Leben wir Menschen nicht in einer verr\u00fcckten Welt?<br \/>\nEs scheint nur zu z\u00e4hlen schnelles Gl\u00fcck oder Geld.<br \/>\nEs geht um Gier, Genuss, Sucht nach Leben<br \/>\nMuss es da nicht etwas Anderes noch geben?<\/p>\n<p>Jesus \u00f6ffne die Augen f\u00fcr ein Leben in F\u00fclle.<br \/>\nTrotz Krankheit und Leiden am Ende Gottes Wille,<br \/>\nder st\u00e4rker ist als Sinnlosigkeit, S\u00fcnde und Tod.<br \/>\nDenn Ostern schenkt Leben, wendet unsre Not.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p>Dr. Friedrich Schmidt-Roscher<br \/>\nHa\u00dfloch\/Pfalz<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:fr.schmidt-roscher@gmx.de\">fr.schmidt-roscher@gmx.de<\/a><\/p>\n<p>Jahrgang 1962, seit 18 Jahren Gemeindepfarrer in der Prot. Kirchengemeinde Ha\u00dfloch. (Mit einer Leidenschaft f\u00fcr Bildungsreisen nach Italien, die sich seit vielen Jahren organisiere.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Narr der Hoffnung | Estomihi Reimpredigt | 15.02.2026 | Lukas 18,31-43 | Dr. Friedrich Schmidt-Roscher Die hohe Zeit der Narren ist nun angebrochen, manch\u2019 Einem steckt das Feiern in den Knochen, geschunkelt, getanzt und gesoffen die Nacht. in Rath\u00e4usern und Gassen sind Narren an der Macht. 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