{"id":25986,"date":"2026-02-18T12:05:43","date_gmt":"2026-02-18T11:05:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25986"},"modified":"2026-02-17T18:55:57","modified_gmt":"2026-02-17T17:55:57","slug":"genesis-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/genesis-3\/","title":{"rendered":"Genesis 3"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Invokavit <\/strong>| 22.02.2026 | <strong>Genesis 3<\/strong> | J.-Stephan Lorenz |<\/h3>\n<h5><em>Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen<\/em><\/h5>\n<p>&#8222;Invocavit me, et ergo exaudiam eum&#8220; (Ps. 91, 15)<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> &#8211; Am Mittwoch, Aschermittwoch, begann die gro\u00dfe Fastenzeit, 7 Wochen, bis Ostern. Wir Heutigen verzichten nicht gerne, nicht auf Essen, nicht auf unsere ubiquit\u00e4re digitale Erreichbarkeit, nicht auf unsere Mobilit\u00e4t, \u00fcberhaupt auf unsere Anspr\u00fcche. Was soll das: Verzicht, Fasten? Die Fastenaktion der evangelischen Kirche hat das Motto: <em>Mit Gef\u00fchl \u2013 7 Wochen ohne H\u00e4rte.<\/em> Bischof Meister schreibt: <em>\u201e<\/em>Bei uns auf der Erde ist H\u00e4rte \u2026 allgegenw\u00e4rtig. Sie zeigt sich in Unbarmherzigkeit und Gewalt. Zahllose Menschen erleben sie an Leib und Seele. Wir selbst legen oft eiserne Panzer an, um uns zu sch\u00fctzen. Und verletzen uns damit umso mehr.\u201c \u00a0Wir werden eingeladen, ermutigt, 7 Wochen auf Bilder der H\u00e4rte in unseren K\u00f6pfen, unserer Sprache und Praxis zu verzichten und einen mitf\u00fchlenden Umgang miteinander einzu\u00fcben. Da denke ich sofort an die Gewaltbereitschaft gegen\u00fcber Polizisten, Rettungsassistenten, \u00c4rzten, Zugbegleitern. Da denke ich an Hassbeitr\u00e4ge in den Social Media. Ganz vorne weg der Pr\u00e4sident der USA. Viele junge Menschen mobben sich, treiben sich gar in den Selbstmord. Einige Posts, das Leben ist im Eimer. Ein Scherbenhaufen. Man f\u00e4llt aus der Welt, in der man eben noch zuhause war. Vor einigen Tagen wurde eine Dunkelfeldstudie zur \u201aLebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag\u2018 vorgelegt.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>\u00a0 Sie zeigt: Frauen, junge Menschen, Personen mit Migrationshintergrund und Menschen der queeren Community sind besonders oft von Gewalt betroffen. Bundesministerin Karin Prien<strong>:<\/strong>\u00a0&#8222;Die Zahlen machen sichtbar, was lange im Verborgenen lag: Das Dunkelfeld bei partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt ist riesig. Gewalt ist kein Randph\u00e4nomen, sie betrifft Millionen Menschen in unserem Land. Fast jede sechste Person erlebt k\u00f6rperliche Gewalt in der Partnerschaft \u2014 und 19 von 20 Taten werden nicht angezeigt.\u201c Wir brauchen mehr als 7 Wochen ohne H\u00e4rte. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, die Unterscheidung von \u201aGut\u2018 und \u201aB\u00f6se\u2018 sei verloren gegangen, vielmehr herrsche das Gesetz des Dschungels.<\/p>\n<p>Am Sonntag Invokavit wird traditionell eine Geschichte gelesen, in der es um die Entdeckung des Unterschieds von Gut und B\u00f6se geht. Wobei die Menschen dadurch ihre bequeme Komfortzone verlieren, und sich dem rauen Alltag stellen m\u00fcssen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Die Schlange war kl\u00fcger als alles Getier des Feldes, das der Ewige gemacht hat. Spricht sie zur Frau: Sollte der Ewige wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem der B\u00e4ume des Gartens essen d\u00fcrft?\u00a0Antwortet die Frau: Wir d\u00fcrfen von den Fr\u00fcchten der B\u00e4ume des Gartens essen,\u00a0nur von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat der Ewige gesagt: Ihr d\u00fcrft nicht davon essen und sie auch nicht anr\u00fchren, dass ihr nicht sterbt!\u00a0Sagt die Schlange: Ihr werdet mitnichten sterben!\u00a0Vielmehr wei\u00df der Ewige genau, sobald ihr davon esst, gehen eure Augen auf, und ihr werdet wie der Ewige sein, um Gut und Schlecht wissend.\u00a0Da sieht die Frau, der Baum ist als Speise gut, eine Lust f\u00fcr die Augen und verlockend, Einsicht zu erlangen. Sie nimmt eine Frucht, isst und sie gibt ihrem Mann neben ihr, auch er isst.\u00a0Und, beiden gehen die Augen auf. Sie erkennen, sie sind nackt. Sie flechten f\u00fcr sich vom Laub des Feigenbaums Schurze.\u00a0Als sie ein Ger\u00e4usch vom Ewigen h\u00f6ren, wie er beim Abendwind im Garten spazieren geht, verstecken sich der Mensch und seine Frau vor dem Ewigen zwischen den B\u00e4umen des Gartens.\u00a0Der Ewige ruft: Wo bist du?\u00a0Antwortet er: Ich habe ein Ger\u00e4usch von dir geh\u00f6rt, deshalb f\u00fcrchte ich mich, weil ich nackt bin, und verstecke mich.\u00a0Sagte er: Wer hat dir er\u00f6ffnet, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?\u00a0Antwortet der Mensch: Die Frau, die du mir gegeben hast, hat mir vom Baum gegeben, da habe ich gegessen.\u00a0Sagt der Ewige zur Frau: Was hast du getan? Antwortet die Frau: Die Schlange hat mich verf\u00fchrt, da habe ich gegessen.\u00a0Sagt der Ewige zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht von allem Vieh und von allen Tieren des Feldes. Auf deinem Bauch sollst du kriechen, Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens.\u00a0Feindschaft will ich stiften zwischen dir und der Frau und zwischen deinen Nachkommen und ihren Nachkommen. Sie wird dir auf den Kopf treten, und du wirst ihr nach der Ferse schnappen.\u00a0Zur Frau sagte er: Ich will grenzenlos machen deine M\u00fchsal, vor allem w\u00e4hrend deiner Schwangerschaft; unter Schmerzen sollst du Kinder geb\u00e4ren, und nach deinem Manne soll dein Verlangen sein, er aber soll \u00fcber dich herrschen!\u00a0Und zum Menschen sagte er: Weil du auf die Stimme deiner Frau geh\u00f6rt hast und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten hatte, nicht von ihm zu essen \u2013 verflucht ist der Ackerboden um deinetwillen, unter M\u00fchsal sollst du von ihm essen alle Tage deines Lebens.\u00a0Dornstrauch und Gestr\u00fcpp soll er dir sprossen lassen, du sollst das Kraut des Feldes essen.\u00a0\u00a0Im Schwei\u00dfe deines Angesichts sollst du Brot essen, bis du zur\u00fcckkehrst zum Ackerboden, denn von ihm bist du genommen.\u00a0Staub bist du und zum Staub sollst du zur\u00fcckkehren.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><em>\u00a0<\/em>Die Geschichte ist Mythos. Der Neuplatoniker Salustios<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> sagt: Mythen erz\u00e4hlen, sie erz\u00e4hlen jedoch nicht, was war, sondern was immer ist. Mythen k\u00f6nnen nicht \u00fcbersetzt werden in eine nichtmythische Sprache, sind auf verschiedenen Verst\u00e4ndnisebenen deutbar; und geb\u00e4ren neue Mythen, Erz\u00e4hlungen.<\/p>\n<p>Schon bald verbinden die ersten an den Messias Jesus Glaubenden seine Gewalterfahrung und Ermordung mit dieser Geschichte.\u00a0 Klassisch formuliert von Paulus: <em>Deswegen, geradeso wie durch EINEN Menschen die S\u00fcnde in die Welt hineinkam \u2026 (R\u00f6m 5,12).<\/em>\u00a0Obwohl in der Erz\u00e4hlung das Wort \u201aS\u00fcnde\u2018 nicht einmal auftaucht. \u00a0Wegen unserer S\u00fcnde, h\u00e4tten unsere Vorfahren gesagt, sei Jesus am Kreuz gestorben. Uns Heutigen ein schwer zug\u00e4nglicher Gedanke. Warum sollen wir, weil Adam Mist gebaut hat, am Tod Jesu, ja an unserem eigenen schuld sein?<\/p>\n<p>Und doch, vielleicht erz\u00e4hlt uns die Geschichte etwas \u00fcber die \u201aS\u00fcnde\u2018, was auch uns eing\u00e4nglich ist. Wobei ich \u201aS\u00fcnde\u2018 (\u1f01\u03bc\u03b1\u03c1\u03c4\u03af\u03b1) in einem urspr\u00fcnglichen Sinne verstehe. \u1f01\u03bc\u03b1\u03c1\u03c4\u03af\u03b1\u00a0kommt bei Homer vor, meint den Fehlwurf des Speerk\u00e4mpfers. \u1f01\u03bc\u03b1\u03c1\u03c4\u03af\u03b1\u00a0w\u00e4re dann ein existentieller lebensgef\u00e4hrlicher Fehl(ent)wurf. Denn, verfehlt der Speerwerfer sein Ziel, ist er schutzlos, muss um sein Leben f\u00fcrchten. F\u00fcr Paulus<em> (kommt) der Tod (in die Welt) durch eine Fehlentscheidung (S\u00fcnde), und so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sich alle fehlentscheiden (alle ges\u00fcndigt haben)\u201c (R\u00f6m 5,12).<\/em>\u00a0Paulus erz\u00e4hlt nicht, was war, sondern was immer ist. \u201eBei uns auf der Erde ist H\u00e4rte \u2026 allgegenw\u00e4rtig. Sie zeigt sich in Unbarmherzigkeit und Gewalt. Zahllose Menschen erleben sie an Leib und Seele\u201c. \u00a0Wie erz\u00e4hlt die Geschichte, von dem \u201awas immer ist\u2018? Adam und Eva essen vom Baum, den sie nicht einmal ber\u00fchren sollten. Sie entscheiden sich, etwas zu tun, was sie nicht tun sollten. Ignorieren den guten Rat Gottes. Brechen Gottes Vertrauen in sie. Das ist der Anfang der Fehlentscheidung. Das dicke Ende kommt noch. Gott fragt Adam, was passiert ist. Adam f\u00e4ngt an, seiner Frau Eva die Schuld zu geben, ja er geht in die Offensive: diese Frau habe ich mir nicht selber ausgesucht, du hast sie mir angedreht. Fass dich an die eigene Nase! Eva macht es nach. Sie w\u00e4lzt die Verantwortung auf die Schlange ab. Wer hat das Mistviech noch geschaffen? Die Schlange steht am Ende der Lieferkette. So \u201aist\u2018 es bis heute: der Ewige selbst <sub>\u201a<\/sub>ist&#8216; der eigentlich Schuldige an unserem Schlamassel. Er hat doch alles angeschoben.<\/p>\n<p>Die Geschichte beschreibt es nicht ohne Ironie. Das Abschieben der Verantwortung f\u00fcr das, was wir tun, scheint Wesensmerkmal der \u1f01\u03bc\u03b1\u03c1\u03c4\u03af\u03b1 zu sein: Ich bin nicht verantwortlich, sondern Andere, die Situation, die Verh\u00e4ltnisse, ja Gott! Die Verteidigungsstrategie kennen wir alle. Regelbruch und Vertrauensbruch geh\u00f6ren zusammen. Der Regel- und Vertrauensbruch \u201aentkleidet\u2018. Macht sie nackt. Ungesch\u00fctzt stehen sie nun da. Sch\u00e4men sich. Die Geschichte endet: Beide m\u00fcssen ihre Komfortzone verlassen, aber sie werden von Gott auch neu \u201aeingekleidet\u2018, gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Weil die Geschichte davon erz\u00e4hlt, was immer ist, m\u00fcssen auch wir mit dem Wissen um Gut und B\u00f6se umgehen, jeder, jede von uns. Die Erkenntnis der Baumfrucht hat es in sich, Micha erinnert uns: <em>Angesagt hat man es dir, Mensch, was gut ist, und was der Ewige von dir fordert, Gerechtigkeit \u00fcben, lieben und bescheiden leben mit deinem Gott! (Micha 6,8)<\/em> Wobei jeder zugeben wird, dass es im praktischen Lebensvollzug gar nicht so einfach ist, wie es sich anh\u00f6rt. Was ist wie, in welcher Situation gut oder b\u00f6se? Eine Menge Gelegenheiten f\u00fcr Fehlw\u00fcrfe. Gibt&#8217;s Entscheidungshilfe?<\/p>\n<p>Paulus sagt: <em>Wie es durch EINEN Fehltritt zu einer Verurteilung f\u00fcr alle Menschen\u00a0kam, so\u00a0kommt es\u00a0auch durch die EINE gerechte\u00a0Handlung\u00a0zu einer Rechtfertigung des Lebens f\u00fcr alle Menschen<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a> <\/em>(R\u00f6m 5,18)<em>. <\/em>Der Messias Jesus kann helfen. Er hat seine Gewalterfahrung \u2013 wie die meisten Menschen &#8211; nicht gesucht. Hat sie ertragen m\u00fcssen und durchgestanden, wie wir in der Epistellesung geh\u00f6rt haben:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Weil wir nun einen gro\u00dfen Hohen Priester haben, der alle Himmel bis zum Thron des H\u00f6chsten durchschritten hat \u2013 Jesus, den Sohn Gottes \u2013, lasst uns am Bekenntnis zu ihm festhalten! Dieser Hohe Priester versteht unsere Schw\u00e4chen, weil ihm die gleichen Versuchungen begegnet sind wie uns \u2013 aber er traf keine falschen Entscheidungen (blieb ohne S\u00fcnde). Darum wollen wir mit Zuversicht vor den Thron unseres \u00fcberaus gn\u00e4digen Gottes treten, damit wir Gnade und Erbarmen finden und seine Hilfe zur rechten Zeit empfangen.<\/em> (Hebr\u00e4erbrief 4,14-16)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der Gedanke ist: weil der Messias Jesus wei\u00df, was es hei\u00dft Gewalt zu erfahren, bis zur Ermordung, weil er Schmerzen kennt, Verzweiflung, Angst, und die Versuchung, dem irgendwie auszuweichen, geht er jeden Tag, den wir hier sind, mit uns. Er will uns gn\u00e4dig und barmherzig helfen. Steht an unserer Seite. Vielleicht ermutigt uns das, unsere \u201aeisernen Panzer\u2018 abzulegen und auf Bilder der H\u00e4rte in unseren K\u00f6pfen, unserer Sprache und Praxis zu verzichten. Nicht nur f\u00fcr 7 Wochen.<\/p>\n<p>&#8222;Invocavit me, et ergo exaudiam eum&#8220; \u2013 Er ruft mich und ich antworte ihm, bei ihm bin ich in der Drangsal, ich schn\u00fcre ihn los und ich ehre ihn.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><strong>[5]<\/strong><\/a>\u00a0 M\u00f6ge das unsere Erfahrung sein und bleiben, um (immer wieder) zur\u00fcckzufinden zum Vertrauen, das Gott in uns setzt:<br \/>\n<em>Wer unterm Schirm des H\u00f6chsten sitzt, wird bleiben im Schatten des Allm\u00e4chtigen \u2026 ER wird dich erretten &#8230; Mit seinen Fittichen wird ER dich decken, und du wirst Zuflucht finden unter seinen Fl\u00fcgeln \u2026 Du brauchst dich nicht f\u00fcrchten vor dem Schrecken der Nacht, \u2026 dir wird kein Ungl\u00fcck widerfahren&#8230;denn ER wird seinen Engeln \u00fcber dir befehlen, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen. Auf den H\u00e4nden werden sie dich tragen, damit du deinen Fu\u00df nicht an einen Stein sto\u00dfest.<\/em><\/p>\n<h5><em>Gottes Heiliger Geist befestige diese Worte in euren Herzen, damit ihr das nicht nur geh\u00f6rt, sondern auch im Alltag erfahrt, auf dass euer Glaube zunehme und ihr selig werdet, durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen<\/em><\/h5>\n<p><strong>Confiteor:<br \/>\n<\/strong>Im Psalm des heutigen Sonntages Invokavit, dem 91. Psalm lesen wir:<\/p>\n<p><em>Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich beh\u00fcten auf all deinen Wegen, dass sie dich auf H\u00e4nden tragen und Du deinen Fu\u00df nicht an einem Stein st\u00f6\u00dft. <\/em>Ein sch\u00f6ner Segen. Wir w\u00fcrden ihm gerne glauben. Aber sagt uns unsere Erfahrung nicht, dass wir besser selbst auf uns aufpassen sollten?\u00a0 Nur, trotz aller guten Vorsorge bleibt ein Rest, den wir nicht in der Hand haben. Keiner von uns ist gefeit davor, unbeh\u00fctet zu sein und schmerzvollen Verletzungen zu erleiden. Dann beh\u00fcte uns Gott und seine Engel m\u00f6gen uns bewahren. Unsren Kleinglauben merken wir und bitten um Vergebung und Nachsicht und h\u00f6ren als Antwort: <em>Gott erbarmt sich. Er sieht uns in Jesus Christus freundlich an und will, dass unser Leben gelingt. Wer auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen kann, der wird auch selig werden. Und dazu verhelfe uns Gott in diesem Gottesdienst und dar\u00fcber hinaus<\/em>. Amen<\/p>\n<p><strong>Kollektengebet:<br \/>\n<\/strong>Gott, tr\u00f6ste uns in unserer Angst.\u00a0 H\u00f6re unser Bitten, sei uns gn\u00e4dig. Lass uns die Gewalterfahrung und die Ermordung Jesu Christi mit glaubendem Herzen ansehen und so mehr und mehr verstehen, was auf den ersten Blick so unverst\u00e4ndlich bleibt, n\u00e4mlich, dass wir darin deine nicht enden wollende Liebe entdecken k\u00f6nnen. Denn Du r\u00e4chst dich nicht f\u00fcr diesen Mord, sondern machst ihn zum Exempel deiner Feindesliebe. Lass uns deine Vergebung erfahren. Das bitten wir durch Jesum Christum, der uns durch den Heiligen Geist Kraft geben, heute und morgen und alle Tage. Amen<\/p>\n<p><strong>F\u00fcrbitte<br \/>\n<\/strong>P: Gott, dein Wort bringt Licht in unsere Welt, Jesus Christus tr\u00f6stet uns, dein Geist schafft Raum zum Leben, wir bitten Dich:<\/p>\n<p>A: Wenn wir dein Wort beherzigen, k\u00f6nnen wir B\u00f6sen widerstehen, merken, dass Du auch auf unseren schwersten Wegen bei uns bist. Werden gewiss, dass Du unsere Klagen h\u00f6rst, unsere Zweifel aush\u00e4ltst. Wo wir nur Dunkel sehen, bist Du unser Grund, mehr als wir uns vorstellen k\u00f6nnen. Wir rufen: Kyrie eleison<\/p>\n<p>B: Wenn wir uns von deinem Geist leiten lassen, k\u00f6nnen wir Menschen beistehen, die im Krieg leben, und Gewalttaten in ihren Familien ertragen m\u00fcssen. Sind stark genug, um Kranke zu besuchen, Armen zu helfen, und Menschen mit ihren seelischen Konflikten zu ertragen. Wir rufen: Kyrie eleison<\/p>\n<p>C: Gott, dein Wort, dein Geist bef\u00e4higt uns, unsere Sch\u00f6pfung zu bewahren. Es ist genug da, wir werden mit denen, die hungern und heimatlos sind, teilen. Lass uns die Sch\u00f6nheiten deiner Welt sehen und genie\u00dfen.\u00a0 Wir rufen: Kyrie eleison<\/p>\n<p>P: Gott, Jesus Botschaft l\u00e4sst uns hoffen. Hilf uns in allen Stunden unseres Lebens, lass uns widerstehen, wo Versuchungen nach uns greifen. Wir bitten dich f\u00fcr alle, die uns nahe sind, segne alle in unserer Gemeinde. Du bist unser Trost heut und f\u00fcr immer. Amen. Laudate omnes gentes<\/p>\n<p><strong>Lieder:<br \/>\n<\/strong>EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade<br \/>\nEG 362 Ein feste Burg ist unser Gott<br \/>\nEG 366 Wenn wir in h\u00f6chsten N\u00f6ten sein<br \/>\nEG 484 Lasset uns mit Jesum ziehen<br \/>\nEG 396 Wer nur den lieben Gott l\u00e4sst walten<br \/>\nEG 395 Vertraut den neuen Wegen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Verfasst von:<\/strong><br \/>\nPastor i.R. J.-Stephan Lorenz<br \/>\nStephan.lorenz@evlka.de<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Fussnoten:<\/strong><br \/>\n<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <em>&#8211;<\/em> \u201eEr (der Mensch) ruft mich an, und deshalb will ich ihn erh\u00f6ren&#8230;\u201c<br \/>\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> https:\/\/www.bmbfsfj.bund.de\/bmbfsfj\/aktuelles\/alle-meldungen\/neue-dunkelfeldstudie-zu-gewalterfahrungen-veroeffentlicht-280248<br \/>\n<a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Mitte des 4. Jahrhunderts \u201eDie G\u00f6tter und die Welt\u201c<br \/>\n<a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00dcbersetzung Prof Herbert Jantzen, 2009<br \/>\n<a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00dcbersetzung Buber-Rosenzeig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Invokavit | 22.02.2026 | Genesis 3 | J.-Stephan Lorenz | Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen &#8222;Invocavit me, et ergo exaudiam eum&#8220; (Ps. 91, 15)[1] &#8211; Am Mittwoch, Aschermittwoch, begann die gro\u00dfe Fastenzeit, 7 Wochen, bis Ostern. 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