{"id":25997,"date":"2026-02-24T16:53:00","date_gmt":"2026-02-24T15:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25997"},"modified":"2026-02-24T16:53:00","modified_gmt":"2026-02-24T15:53:00","slug":"roemer-51-5-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-51-5-4\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 5,1\u20135"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">\u201e\u00dcber Liebe, Gnade und Bedr\u00e4ngnisse\u201c | Sonntag Reminiscere | 01.03.2026 | R\u00f6m 5, 1-5 | Uland Spahlinger |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verlesung des Predigttextes:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><sub>1<\/sub>Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. <sub>2<\/sub>Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und r\u00fchmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird. <sub>3<\/sub>Nicht allein aber das, sondern wir r\u00fchmen uns auch der Bedr\u00e4ngnisse, weil wir wissen, dass Bedr\u00e4ngnis Geduld bringt, <sub>4<\/sub>Geduld aber Bew\u00e4hrung, Bew\u00e4hrung aber Hoffnung, <sub>5<\/sub>Hoffnung aber l\u00e4sst nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">was jetzt kommt, haben Sie vielleicht schon mal irgendwo gelesen oder geh\u00f6rt. Wenn das so ist: macht nix, das kann man mehrfach h\u00f6ren, finde ich. Wenn Sie\u2019s noch nicht kennen: willkommen bei der Erstbegegnung!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pflicht ohne Liebe macht verdrie\u00dflich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verantwortung ohne Liebe macht r\u00fccksichtslos.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wahrheit ohne Liebe macht kritiks\u00fcchtig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Klugheit ohne Liebe macht gerissen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Macht ohne Liebe macht grausam.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ehre ohne Liebe macht hochm\u00fctig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Besitz ohne Liebe macht geizig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Glaube ohne Liebe macht fanatisch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Zeilen sind mir sofort eingefallen, als ich unseren Abschnitt aus dem R\u00f6merbrief gelesen habe. Ich habe dann im Internet gesucht \u2013 manchmal findet man da ja so Texte komplett, dann braucht man sie nicht abzuschreiben. Aber mir haben die Zeilen schon damals gefallen, als ich sie als Jugendlicher in einem Buch mit Spr\u00fcchen und Gedanken f\u00fcr junge Leute gelesen habe. Lang, lang ist\u2019s her \u2013 und ich finde die Zusammenstellung immer noch gut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie erz\u00e4hlt von Begriffen, die zu unserem Leben dazugeh\u00f6ren. Pflicht, Verantwortung, Gerechtigkeit, Wahrheit, Erziehung, Klugheit, Freundlichkeit, Ordnung, Sachkenntnis, Macht, Ehre, Besitz, Glaube. Lauter Dinge, die bei uns auftauchen, nicht bei allen immer, aber ganz sicher irgendwann mal bei jeder und jedem.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nennen wir das Ganze ein kleines Gedicht. Viele haben es ins Netz gestellt \u2013 offenbar sprechen die Gedanken viele an. Das Ulkige war: manche haben daruntergeschrieben: da und da habe ich das gefunden. Andere haben ihren eigenen Namen daruntergesetzt. Das fand ich ein bisschen verwegen. Ein paarmal stand da: anonym \u2013 ok. Und ein- oder zweimal wurde es dem chinesischen Philosophen Laotse zugeschrieben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber egal: Es ist eine kluge Zusammenstellung. Die Begriffe sind, auf unterschiedliche Weise, \u201eWegmarken\u201c zu einem guten Leben. Und sie helfen nicht nur dir selber, sondern auch den anderen Menschen um dich herum. Wenn du pflichtbewusst oder gerecht bist, wenn du klug und freundlich handelst, wenn du deine Dinge in Ordnung h\u00e4ltst und dich auskennst \u2013 dann ist das n\u00fctzlich. F\u00fcr dich selbst und die anderen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun stehen da aber auch Worte wie Macht, Ehre, Besitz oder Glaube. Da sieht es unter Umst\u00e4nden anders aus. Macht kann missbraucht werden. Wer die Ehre hoch h\u00e4ngt, kann in eine Schieflage geraten. Manche h\u00fcten ihren Glauben wie einen Privatbesitz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und deshalb ist es wirklich weise, dass \u2013 wer auch immer dieses Gedicht geschrieben hat \u2013 er oder sie eine Erg\u00e4nzung eingef\u00fcgt hat, ganz regelm\u00e4\u00dfig, wie eine Art Litanei. Damit wir uns den Zusammenhang merken: Das Gedicht sagt: \u201eMacht OHNE LIEBE ist\u201c; \u201eKlugheit OHNE LIEBE ist\u201c und so weiter. Und das ist der Punkt. Alle diese \u201eWegmarken\u201c brauchen eine Richtungsangabe, sie m\u00fcssen qualifiziert werden. Sonst verkehren sie sich in Untugenden. <u>Die Liebe macht, dass etwas Gutes daraus wird.<\/u><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist \u00e4hnlich wie in dem Werbespot, der jeden Abend direkt vor der Tagesschau kommt, ganz kurz: \u201eBAUHAUS \u2013 wenn\u2019s gut werden muss\u201c. <u>Jeden Abend<\/u>, damit man sich\u2019s auch wirklich merkt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier m\u00fcsste es hei\u00dfen: \u201eLIEBE \u2013 wenn\u2019s gut werden muss\u201c; \u201edenn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ihr merkt schon, hier spricht Paulus, nicht Rosamunde Pilcher oder Hedwig Courts-Mahler. Es geht nicht um Romantik und Seifenoper, sondern um eine Lebenshaltung. Eine Haltung gegen\u00fcber dem anderen Menschen. Puh, mag da mancher denken, das ist aber anstrengend \u2013 immer und in allem die anderen zu lieben. Woher soll denn all diese Liebe kommen? Nee, Freunde, sagt Paulus, DIE IST JA SCHON DA, die Liebe. Sie ist schon ausgegossen in unsere Herzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine kleine Erinnerung sei an dieser Stelle eingeflochten: Den Brief an die Gemeinde in Rom schrieb Paulus, <u>bevor<\/u> er dorthin kam. Ganz am Anfang des Briefes, im 1. Kapitel, schreibt er:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><sub>10<\/sub>In jedem Gebet bitte ich darum, dass ich nach Gottes Willen endlich zu euch kommen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><sub>11<\/sub>Denn ich m\u00f6chte euch so gerne einmal treffen. Ich m\u00f6chte euch etwas von der Gabe weitergeben, die mir vom Heiligen Geist geschenkt wurde. So sollt ihr gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><sub>12<\/sub>Oder besser gesagt: Ich m\u00f6chte, dass wir uns bei meinem Besuch gegenseitig ermutigen durch den Glauben, der uns verbindet. Durch diesen Glauben ermutigt ihr mich und ebenso ich euch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><sub>13<\/sub>Ich will euch eines nicht verschweigen, Br\u00fcder und Schwestern: Ich habe mir schon oft vorgenommen, zu euch zu kommen. Aber bis jetzt wurde ich immer daran gehindert. Denn ich wollte, dass meine Arbeit auch bei euch Frucht tr\u00e4gt wie bei den anderen V\u00f6lkern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><sub>14<\/sub>Das bin ich allen schuldig \u2013 ganz gleich, ob sie Griechen sind oder nicht, gebildet oder ungebildet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><sub>15<\/sub>Wenn es nach mir geht \u2013 ich bin bereit, auch bei euch in Rom die Gute Nachricht zu verk\u00fcnden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(R\u00f6m. 1, 10-15, BasisBibel)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Damit h\u00e4tte der Apostel es bewenden lassen k\u00f6nnen \u2013 kurze Info: Ich komme demn\u00e4chst bei Euch vorbei, um mit Euch den Glauben zu teilen. Tsch\u00fcss, bis bald!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das tut Paulus nicht. Vielmehr entfaltet er ausf\u00fchrlich die Grundz\u00fcge seiner Theologie, seiner Glaubenslehre f\u00fcr die Gemeinde in Rom \u2013 die er \u00fcberhaupt nicht kennt! Das ist anders als in Thessaloniki oder Korinth \u2013 da konnte er ankn\u00fcpfen an Gemeinschaft, an Erlebnissen und Erfahrungen, die sie miteinander gemacht hatten. Der R\u00f6merbrief ist ein Schreiben, in dem er sich selbst und seine Botschaft empfiehlt \u2013 also entwickelt er sein Verst\u00e4ndnis des Evangeliums, der guten Botschaft von der Gnade Gottes, \u00fcber die er sagt: \u201eDenn ich sch\u00e4me mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht Hab 2,4: \u00bbDer Gerechte wird aus Glauben leben.\u00ab\u201c <em>(R\u00f6m. 1, 16f.)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das, liebe Schwestern und Br\u00fcder, ist ein Schl\u00fcsselsatz in der Geschichte des Christentums geworden. Ich will Euch jetzt nicht mit griechischer Grammatik langweilen, aber genau an diesem Satz ist, zugespitzt gesagt, das abendl\u00e4ndische Christentum auseinandergebrochen. Martin Luther, der von Glaubenszweifeln geplagte M\u00f6nch, las den Genitiv von Gottes Gerechtigkeit anders als die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit der Theologen bis dahin. Die \u201eGerechtigkeit Gottes\u201c erkannte er als <em><u>nicht<\/u><\/em> die Gerechtigkeit, die Gott von dir fordert (und hinter der du als Mensch immer zur\u00fcckbleiben musst); vielmehr las er \u201edie Gerechtigkeit, die Gott dir schenkt, <em><u>wenn du nur daran glaubst<\/u><\/em> (und dann daraus lebst)\u201c. Das l\u00f6ste eine Lawine neuer Einsichten aus: in den Glauben, in die Stellung des Menschen vor Gott, in das Wesen und die Lebensformen von Kirche. Viele sind Luther und seinen Mitdenkern gefolgt \u2013 bis heute \u2013 bis hierher (<em>an den Ort, an dem die Predigt gehalten wird<\/em>).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich f\u00fcr mein Teil finde weiterhin: Luther beruft sich <u>zurecht<\/u> auf Paulus, auch wenn zwischen den beiden fast 1.500 Jahre liegen. Unser Abschnitt kn\u00fcpft an die Kernbotschaft des Apostels unmittelbar an \u2013 sie <u>ist<\/u> der rote Faden durch den Brief:\u201e<sub>1<\/sub>Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Sache mit der Glaubensgerechtigkeit ist nicht nur so ein Schlagwort. Gerecht vor Gott \u2013 dieses altmodisch klingende Wort bedeutet doch so viel wie: Gott ist dir gut, Gott ist mit dir im Reinen, jedenfalls, <u>wenn Du an ihn glaubst.<\/u> Folge \u2013 nach Paulus: es gibt keinen Streit, keinen Konflikt mehr zwischen dir und Gott; wir haben Frieden, den \u201eShalom\u201c, das komplette Heil und Wohlergehen f\u00fcr uns selbst, in unseren Beziehungen, in unserer Umwelt, mit Gott. Das und nicht weniger ist gemeint. Und wodurch, besser: durch wen? Durch Jesus, den Christus, den von Gott gesandten Messias.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So weit, so gut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201e<sub>2<\/sub>Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und r\u00fchmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr mich sind das Orientierungslichter, von Gott gesetzt, Wegweiser, die sogar in dunklen Zeiten leuchten: Die gute Botschaft \u2013 Gott \u2013 seine Gerechtigkeit \u2013 der Glaube \u2013 Seligkeit \u2013 Frieden \u2013 f\u00fcr alle Welt \u2013 Hoffnung auf Gottes Herrlichkeit \u2013 und dieser Hoffnung k\u00f6nnen wir uns sogar r\u00fchmen; ja, Freunde, sie leuchtet!&#8230; Die Perlenkette lie\u00dfe sich weiterf\u00e4deln. Paulus sagt also Leuten, die er noch nicht kennt: Ich bringe euch eine durch und durch gute Botschaft, die kommt von Gott und wird in eurem Leben Wurzeln schlagen und Fr\u00fcchte tragen. Wie im Weihnachtslied: \u201eich bring euch gute neue M\u00e4r\u201c. Das singen alle mit!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber \u2013 wie ich sagte, Paulus ist nicht Rosamunde Pilcher \u2013 er malt nicht in Pastellt\u00f6nen. Seine Botschaft ist keineswegs nur auf offene Ohren gesto\u00dfen; er hat auch \u00c4rger und Feindschaft erfahren. Konfliktfrei ging es nicht ab, deutet er gleich zu Beginn an: Ich sch\u00e4me mich des Evangeliums nicht \u2013 wir denken weiter: auch wenn manche es f\u00fcr bl\u00f6d oder weltfremd oder glatten Unsinn halten. In unserem Abschnitt f\u00fchrt er das aus: \u201e<sub>3<\/sub>Nicht allein aber das, sondern wir r\u00fchmen uns auch der Bedr\u00e4ngnisse, weil wir wissen, dass Bedr\u00e4ngnis Geduld bringt, <sub>4<\/sub>Geduld aber Bew\u00e4hrung, Bew\u00e4hrung aber Hoffnung, <sub>5<\/sub>Hoffnung aber l\u00e4sst nicht zuschanden werden;\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist nicht immer leicht, Christin oder Christ zu sein. Paulus erinnert an seine Lebenserfahrungen \u2013 und ich kann mir vorstellen, damit r\u00fchrte er auch Erinnerungen bei seiner Leserschaft an. Und auch wir \u2013 bald 2000 Jahre sp\u00e4ter \u2013 kennen das doch, dass unser Glaube infrage gestellt wird: durch Begebenheiten in unserem Leben, in denen wir Gnade und Segen vermissen! Wir erleiden Verluste von lieben Menschen; Pl\u00e4ne und Hoffnungen werden zerschlagen; Beziehungen werden entt\u00e4uscht; Krankheiten und Notsituationen machen uns zu schaffen. Weitgehend hilflos m\u00fcssen wir zusehen, wie Menschen um ihres Glaubens willen verfolgt werden, wie der Friede immer und immer wieder angegriffen und besch\u00e4digt wird (in diesen Tagen denke ich wieder besonders an die Menschen in der Ukraine). Die Sorge um die Sch\u00f6pfung und das Wohl unserer Nachkommen treibt uns um. Wieder: das lie\u00dfe sich verl\u00e4ngern; und ich bin mir sicher, Sie kennen dazu eigene Beispiele.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">All das kann am Glauben kratzen und den Glauben an Gottes G\u00fcte infrage stellen. Paulus h\u00e4lt dagegen. Eindringlich wirbt er daf\u00fcr, dass wir erkennen: der Glaube ist st\u00e4rker. Der Glaube ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben. \u201eDenn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott h\u00e4lt den Kontakt zu uns, sagt Paulus. Von Gott geht sie aus, die Liebe, die in unsere Herzen ausgegossen ist durch den Heiligen Geist. Von Gott geht sie aus, die gute Botschaft, derer sich der Paulus eben nicht sch\u00e4mt, sondern f\u00fcr die er aufrecht steht, allen Widrigkeiten zum Trotz. Weil er davon durchdrungen ist, dass Gottes Liebe st\u00e4rker ist, dass sie siegen wird und dass sie durch uns in die Welt soll \u2013 zu all denen, die sie so bitter n\u00f6tig haben. <u>Mit uns<\/u>, sagt Paulus, will Gott seine Liebe zu den Menschen tragen. Hinein in diese konfliktbeladene Welt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und daher \u2013 zum Schluss \u2013 noch einmal auf das kleine Gedicht vom Anfang zur\u00fcckgegriffen, diesmal aber etwas anders:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pflichtbewusstsein mit Liebe macht fr\u00f6hlich<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verantwortung mit Liebe macht hilfsbereit<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gerechtigkeit mit Liebe macht weise<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wahrheit mit Liebe macht zur\u00fcckhaltend<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Klugheit mit Liebe macht ehrlich<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Freundlichkeit mit Liebe macht glaubhaft<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sachkenntnis mit Liebe macht bescheiden<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erziehung mit Liebe macht gerecht<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ordnung mit Liebe macht gro\u00dfz\u00fcgig<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Macht mit Liebe macht verst\u00e4ndnisvoll<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ehre mit Liebe macht dem\u00fctig<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Besitz mit Liebe macht freiz\u00fcgig<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Glaube mit Liebe macht ansteckend<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Leben mit Liebe ist wirklich Leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und der Friede, der Shalom Gottes, der weiter reicht als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dekan i.R. Uland Spahlinger, Dinkelsb\u00fchl<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Email: <a href=\"mailto:uland.spahlinger@elkb.de\">uland.spahlinger@elkb.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seit Anfang 2025 im Ruhestand, nehme ich inzwischen eine Vakanzvertretung in drei kleinen D\u00f6rfern in Westmittelfranken nahe der Grenze zum hohenlohischen W\u00fcrttemberg wahr. Die Menschen dort leben zum Teil in D\u00f6rfern, in denen man sehr deutlich sp\u00fcrt, wie der l\u00e4ndliche Raum abgeh\u00e4ngt wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gleichzeitig sind in diesen Tagen wieder Bilder aus dem Februar 2014 vor meinen Augen \u2013 es war das Ende meiner Dienstzeit als Bischof der Deutschen Evangelischen Kirche in der Ukraine (DELKU). Verzweifelte und Trauernde auf dem Maidan in Kyjiw trauerten um ca. 100 junge M\u00e4nner, die von Scharfsch\u00fctzen, vermutlich auf Befehl des Pr\u00e4sidenten Janukowytsch, erschossen worden waren. Tausende trauerten und fanden sich zu Friedensgebeten zusammen. Die Vertreibung Janukowytschs bot dem russischen Pr\u00e4sidenten den Vorwand f\u00fcr den ersten Einmarsch in das Donbass und die Annexion der Krim. Der zweite Einmarsch fand vor nunmehr \u00fcber vier Jahren statt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bedr\u00e4ngnisse, verursacht durch autokratische Gewaltherrscher; Bedr\u00e4ngnisse, die nicht und gerade auch nicht vor diesem Predigttext vergessen werden d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e\u00dcber Liebe, Gnade und Bedr\u00e4ngnisse\u201c | Sonntag Reminiscere | 01.03.2026 | R\u00f6m 5, 1-5 | Uland Spahlinger | Verlesung des Predigttextes: 1Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. 2Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":25995,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,1,727,157,853,114,205,349,3,109,682,163],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-25997","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-roemer","category-aktuelle","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-5-chapter-5-roemer","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-reminiszere","category-uland-spahlinger"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25997","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25997"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25997\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25998,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25997\/revisions\/25998"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25997"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25997"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25997"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=25997"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=25997"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=25997"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=25997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}