{"id":2602,"date":"2020-04-22T08:11:10","date_gmt":"2020-04-22T06:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=2602"},"modified":"2020-04-22T08:41:31","modified_gmt":"2020-04-22T06:41:31","slug":"ueberraschende-begegnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/ueberraschende-begegnungen\/","title":{"rendered":"\u00dcberraschende Begegnungen"},"content":{"rendered":"<h3>Predigt inklusive Abendandacht zu Gen 18,1-16a | verfasst von Janine Wolf |<\/h3>\n<p><strong>Begr\u00fc\u00dfung<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist segne diese Andacht. Amen. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Lied: Lobet den Herren (EG 317)<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Eingangsritual:<\/strong><\/p>\n<p><em>Jede*r erh\u00e4lt ein Sands\u00e4ckchen und eine Muschel. Gemeinsam wird dar\u00fcber nachgedacht, was an dem Tag schwer war und dazu das Sands\u00e4ckchen in der Hand gehalten. Jede*r kann im Stillen f\u00fcr sich daran denken, darf die Gedanken aber auch laut aussprechen. Ebenso wird dar\u00fcber nachgedacht, was an dem Tag sch\u00f6n war und dazu die Muschel in der Hand gehalten. Auch hier k\u00f6nnen die Gedanken im Stillen behalten oder ausgesprochen werden. Geb\u00fcndelt wird der R\u00fcckblick mit einem Gebet, bei dem dann jeweils das Sands\u00e4ckchen und die Muschel neben sich abgelegt werden: <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Gott,<\/p>\n<p>manchmal f\u00fchlt sich der Tag schwer an. Und manchmal ist dann auch unser Herz schwer.<\/p>\n<p>Wir denken an das, was heute nicht geklappt hat oder was uns bedr\u00fcckt und legen daf\u00fcr unser Sands\u00e4ckchen.<\/p>\n<p>Gott,<\/p>\n<p>manchmal f\u00fchlt sich der Tag ganz leicht an. Und manchmal ist dann auch unser Herz ganz leicht.<\/p>\n<p>Wir denken an das, was heute gut geklappt hat und was uns Freude macht und legen daf\u00fcr unsere Muschel.<\/p>\n<p>Bei dir ist alles aufgehoben. Alles Schwere und alles Leichte.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr danken wir. Amen.<\/p>\n<p><strong>Lied: Von guten M\u00e4chten treu und still umgeben (EG 652)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Biblische Erz\u00e4hlung\/Predigt <\/strong><\/p>\n<p>Inspiriert von einer \u00dcbersetzung Jochem Westhofs (Jochem Westhof\/Anna Karina Birkenstock, Die 3-Minuten-Kinderbibel, Neukirchen-Vluyn 2006)<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Material: T\u00fccher braun, gr\u00fcn, blau, orange, gelb, wei\u00df, bordeaux + Tisch<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2611 aligncenter\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/ausschnitt-300x187.png\" alt=\"\" width=\"429\" height=\"267\" \/><\/p>\n<p>Die Geschichte spielt in der W\u00fcste.<\/p>\n<p><em>(braunes Tuch f\u00fcr die W\u00fcste legen)<\/em><\/p>\n<p>Abraham zieht mit seiner Frau und dem Volk Israel durch die W\u00fcste auf dem Weg in ein Land, das Gott ihnen versprochen hat.<\/p>\n<p><em>(Blaues Tuch f\u00fcr Abraham, orangenes Tuch f\u00fcr Sarah aufstellen)<\/em><\/p>\n<p>Sie kommen an eine gro\u00dfe Wasserstelle. Es ist eine gr\u00fcne Oase im trockenen Land.<\/p>\n<p><em>(gr\u00fcnes Tuch f\u00fcr die Oase legen)<\/em><\/p>\n<p>Sogar B\u00e4ume wachsen dort und viel Gras f\u00fcr die Schafe. Was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Platz. \u201eHier machen wir f\u00fcr ein paar Tage Rast!\u201c, sagt Abraham.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag, um die Mittagszeit, kommen drei M\u00e4nner zur Oase.<\/p>\n<p><em>(wei\u00dfes, gelbes und bordeauxrotes Tuch aufstellen)<\/em><\/p>\n<p>Abraham ist ganz aufgeregt. Wann trifft man schon fremde Menschen in der W\u00fcste? Das ist eine Seltenheit!<\/p>\n<p>Tief verbeugt sich Abraham vor den drei M\u00e4nnern: \u201eSeid willkommen ihr drei. Seid meine G\u00e4ste. Esst und trinkt mit uns!\u201c<\/p>\n<p>Abraham wei\u00df, was sich geh\u00f6rt: G\u00e4ste in der W\u00fcste werden ehrenvoll behandelt. Sie essen k\u00f6stliche Speisen und trinken frische Milch.<\/p>\n<p>Dann beginnt einer der M\u00e4nner zu reden: \u201eAbraham, Gott hat dir gesagt \u201aDu sollst ein Segen werden f\u00fcr alle Menschen. Du wirst viele Nachkommen haben und ein gro\u00dfes Volk werden.\u2018 Ich sage dir: So wird es geschehen. In einem Jahr wirst du einen Sohn haben.\u201c<\/p>\n<p>Da kichert jemand. Es ist Sarah, Abrahams Frau. Sie hat alles in ihrem Zelt mitgeh\u00f6rt. Sie kann nicht glauben, dass sie noch ein Kind bekommen wird. Sie ist doch zu alt, 60 oder 70 Jahre.<\/p>\n<p>Die drei M\u00e4nner runzeln die Stirn: \u201eWarum lacht Sarah? Glaubt sie, so etwas kann nicht geschehen? Ich sage dir Abraham: Der Gott, den du geh\u00f6rt hast, kann noch ganz andere Dinge tun.\u201c<\/p>\n<p>Sie stehen auf. Auch Abraham erhebt sich. Noch einmal verbeugt er sich. Die drei M\u00e4nner gehen wieder weiter. Langsam verschwinden ihre Gestalten am Horizont.<\/p>\n<p><em>(Nach und nach die drei T\u00fccher wegnehmen)<\/em><\/p>\n<p>Abraham schaut ihnen lange nach.<\/p>\n<p>Sarah wird schwanger. Ein Jahr nach der Begegnung mit den drei M\u00e4nnern ist ein Kind geboren. Ein Junge ist es. Sie nennen ihn Isaak. Wer h\u00e4tte das gedacht? Was f\u00fcr eine Freude! Und was f\u00fcr eine besondere Begegnung!<\/p>\n<p><em>(Kurze Pause als Zeichen f\u00fcr das Ende der biblischen Erz\u00e4hlung)<\/em><\/p>\n<p>Diese Geschichte ist eine Geschichte voller <em>\u00dcberraschungen<\/em>. Abraham trifft mitten in der riesigen W\u00fcste drei Fremde. Wie reagieren wir, wenn wir auf Fremde treffen? Wenn ein Fremder bei einem an der T\u00fcr klingelt? <em>(Pause f\u00fcr Impulse aus der Gruppe)<\/em> Viele Menschen sind sehr misstrauisch und fragen sich: Was will der von mir? Will er mir etwas B\u00f6ses?<\/p>\n<p>Abraham reagiert anders: Er l\u00e4dt die drei Fremden zu sich in sein Zelt ein. Sie bekommen gutes Essen.<\/p>\n<p>Abraham wei\u00df nicht, wer die M\u00e4nner sind. Er wei\u00df auch nicht, woher sie kommen. Aber die drei M\u00e4nner wissen etwas \u00fcber Abraham.<\/p>\n<p>Noch so eine <em>\u00dcberraschung<\/em> in der Geschichte.<\/p>\n<p>Einer von ihnen wei\u00df sogar, dass Gott mit Abraham gesprochen hatte. Damals sagte Gott zu Abraham, dass er viele Kinder und Enkel haben wird. Jetzt sagt der Fremde, Abraham wird in einem Jahr seinen ersten Sohn haben. Sarah und Abraham haben sich schon lange Kinder gew\u00fcnscht. Aber jetzt sind beide schon sehr alt. Genau genommen: Sie sind zu alt f\u00fcr ein Kind.<\/p>\n<p>Wieder eine <em>\u00dcberraschung<\/em>! Sarah kann das nicht glauben. Sie lacht und denkt: \u201eWie soll das denn gehen? Wir sind doch viel zu alt!\u201c Aber Abraham lacht nicht. Er denkt lange dar\u00fcber nach. Vielleicht ist es ja doch m\u00f6glich?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es noch eine <em>\u00dcberraschung<\/em>: Sarah wird schwanger. Ein Jahr nach dem Besuch der drei Fremden bekommen sie ihren ersten Sohn.<\/p>\n<p>Wie ist das, wenn wir hier in der Gruppe zusammen sind? Einige sind sich noch fremd. Vielleicht schaffen wir es auch, so offen zu sein wie Abraham. Wir k\u00f6nnen hinh\u00f6ren, was andere uns zu erz\u00e4hlen haben, auch wenn wir sie noch nicht kennen. Das kann gro\u00dfe \u00dcberraschungen bereithalten. Wir lernen Fremde besser kennen, bis sie uns gar nicht mehr fremd sind. Vielleicht lernen wir dabei auch etwas \u00fcber uns selbst. Lassen wir uns \u00fcberraschen.<\/p>\n<p><strong>Lied: Da ber\u00fchren sich Himmel und Erde <\/strong><\/p>\n<p><strong>Abendgebet <\/strong><\/p>\n<p>Gott, wieder geht ein Tag [im Sommerlager] zu Ende.<\/p>\n<p>Wieder haben wir viel erlebt, gesehen und getan.<\/p>\n<p>Wieder haben wir viel Zeit gemeinsam verbracht.<\/p>\n<p>Wir danken dir f\u00fcr diesen Tag und bitten dich um eine gute Nacht unter deinem Schutz.<\/p>\n<p>Gemeinsam beten wir das <strong>Vaterunser<\/strong>:<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Segen (mit Gesten)<\/strong><\/p>\n<p>Gottes Segen begleite uns durch diese Nacht.<\/p>\n<p>Gott sei <strong>vor<\/strong> uns, <em>(H\u00e4nde vor sich ausstrecken)<\/em><\/p>\n<p>um uns den rechten Weg zu zeigen.<\/p>\n<p>Gott sei <strong>hinter<\/strong> uns, <em>(Nachbar*innen links und rechts Hand auf den R\u00fccken legen)<\/em><\/p>\n<p>um uns den R\u00fccken zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Gott sei <strong>um<\/strong> uns herum, <em>(Arme um sich selbst legen)<\/em><\/p>\n<p>um uns in die Arme zu schlie\u00dfen und uns zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Gott sei <strong>in<\/strong> uns, <em>(H\u00e4nde aufs Herz legen)<\/em><\/p>\n<p>um uns zu tr\u00f6sten, wenn wir traurig sind.<\/p>\n<p>Gott sei <strong>\u00fcber<\/strong> uns, <em>(H\u00e4nde \u00fcber den Kopf der Nachbar*innen links und rechts)<\/em><\/p>\n<p>um uns zu segnen.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<p>Janine Wolf<\/p>\n<p>janine.wolf@uni-due.de<\/p>\n<p><em>Janine Wolf, geb. 1989, wiss. Mitarbeiterin an der Universit\u00e4t Duisburg-Essen f\u00fcr inklusive Religionsp\u00e4dagogik der Vielfalt. Von 2015 bis 2018 j\u00e4hrlich als theologische Leitung auf einem Zeltlager mit ca. 30 Menschen mit Behinderungen und ca. 60 ehrenamtlichen Betreuer*innen zwischen 18 und 30 Jahren t\u00e4tig. Die vorliegende Predigt ist Teil der Abendandachtsreihe \u201eAlle an einem Tisch\u201c und hat am zweiten Abend des Zeltlagers 2018 stattgefunden. Sie lebt von einem dialogischen, interaktiven Charakter. Teilnehmer*innen k\u00f6nnen ihre Gedanken laut \u00e4u\u00dfern, die dann \u2013 immer wieder mit etwas Improvisation \u2013 in das Predigtgeschehen mit einbezogen werden und ihm oft weitere, \u00fcberraschende und sehr bereichernde Dimensionen aus den jeweiligen Lebenswelten hinzuf\u00fcgen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt inklusive Abendandacht zu Gen 18,1-16a | verfasst von Janine Wolf | Begr\u00fc\u00dfung \u00a0 Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist segne diese Andacht. Amen. \u00a0 Lied: Lobet den Herren (EG 317) \u00a0 Eingangsritual: Jede*r erh\u00e4lt ein Sands\u00e4ckchen und eine Muschel. 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