{"id":26159,"date":"2026-04-03T10:39:25","date_gmt":"2026-04-03T08:39:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26159"},"modified":"2026-04-03T10:39:25","modified_gmt":"2026-04-03T08:39:25","slug":"1-kor-1512-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-kor-1512-28\/","title":{"rendered":"1. Kor. 15,12\u201328"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Ostersonntag<\/strong> | 05.04.2026 | 1. Kor. 15,12\u201328 | Friedrich Seven |<\/h3>\n<p><strong>Text<\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>12 Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 13 Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. 14 Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. 15 Wir w\u00fcrden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt h\u00e4tten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt h\u00e4tte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. 16 Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. 17 Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube\u00a0 nichtig, so seid ihr noch in euren S\u00fcnden; 18 dann sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. 19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>20 Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. 23 Ein jeder aber in der f\u00fcr ihn bestimmten Ordnung: als Erstling Christus; danach die Christus angeh\u00f6ren, wenn er kommen wird; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater \u00fcbergeben wird, nachdem er vernichtet hat alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt. 25 Denn er muss herrschen, bis Gott \u201ealle Feinde unter seine F\u00fc\u00dfe gelegt hat\u201c. 26 Der letzte Feind aber, der vernichtet wird, ist der Tod. 27 Denn \u201ealles hat er unter seine F\u00fc\u00dfe getan\u201c. Wenn es aber hei\u00dft, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. 28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott sei alles in allem.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Paulus schreibt hier nicht, damit seine Leserinnen und Leser blo\u00df nachvollziehen, wozu sie eigentlich nur noch ja sagen k\u00f6nnen; er verk\u00fcndigt vielmehr, und die Gemeinde kann einstimmen in den Osterglauben: Christ ist erstanden, und wir werden auferstehen.<\/p>\n<p>Unser Glaube beschreibt unsere Gegenwart, und diese Gegenwart ist mehr als das Leben verspricht, sie ist Leben mit Christus. Darin liegt unsere Zukunft, und in dieser Zukunft hat unsere Hoffnung ihren Grund.<\/p>\n<p>Wir hoffen auf die Zukunft mit Christus, aber wir leben mit unserem Herrn auch schon jetzt von Augenblick zu Augenblick.<\/p>\n<p>Wir leben in der Gegenwart seines Geistes. F\u00fcr unseren Glauben und mit unserem Glauben ist Christus schon jetzt gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Paulus schreibt, und seine Adressaten k\u00f6nnen ihm Glauben <em>schenken,<\/em> k\u00f6nnen von ganzem Herzen und mit ganzem Herzen und Verstand dabei sein.<\/p>\n<p>Mit der Gemeinde damals in Korinth k\u00f6nnen wir ganz gegenw\u00e4rtig sein, weil wir eine Zukunft haben. Uns bleibt nicht etwa eine leere Hoffnung, sondern in unsere Gegenwart ragt schon die Zukunft hinein, die uns mit unseren Mitmenschen auf die Wiederkehr des Herrn hoffen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Das kann uns nicht kalt lassen im Leben. Die Trennung dieser Welt von Gott, die Gewalt, Unterdr\u00fcckung und die Not, die wir uns immer noch bereiten, d\u00fcrfen nicht das Erste und das Letzte sein, was wir \u00fcber das Leben in dieser Welt sagen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gottes Wort aus dem Brief des Paulus ermutigt uns hier und heute, Tod und Verderben nicht als Schicksal zu verkl\u00e4ren, sondern best\u00e4rkt uns darin, den falschen Propheten, die uns Sieg um Sieg noch in den bittersten moralischen Niederlagen versprechen wollen, die Stirn zu bieten.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen und k\u00f6nnen f\u00fcr den Frieden in der Welt beten und \u00fcber den Dienst mit der Waffe zu geschwisterlichen Gespr\u00e4chen zusammenkommen, f\u00fcr die Opfer von Krieg, Verfolgung und Unterdr\u00fcckung mit unserem diakonischen Handeln eintreten; wir k\u00f6nnen dies im Blick auf unser Land, auf Europa und die Welt, aber auch mit Herz; Verstand und Hand in unserer Gemeinde.<\/p>\n<p>Auch wenn seit der Einf\u00fchrung des Friedensgebets vor \u00fcber drei Jahren in den Kirchen und auch in unserer Gemeinde die Kriege in der Welt zugenommen haben, sollten wir im gottesdienstlichen Engagement nicht nachlassen. Jedenfalls hat sich die \u00d6kumene in unserer Stadt ausgebreitet: Wir feiern etwa zu Pfingsten Gottesdienste in unserer evangelischen, aber auch in der katholischen und Neuapostolischen Kirche. Auch wenn die Welt sich nicht um uns k\u00fcmmert, sorgen wir uns um diese Welt \u00a0und suchen weiter mit unseren Mitmenschen nach Gerechtigkeit, Frieden und Gottes guter Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Mit der gr\u00f6\u00dfer werdenden Gemeinschaft sind die diakonischen Aktivit\u00e4ten auch weiter in das st\u00e4dtische Leben, in unsere kleine Stadt, hineingewachsen. \u00dcber die Jugendkirche erreichen wir und erreichen uns auch Jugendliche und junge Erwachsene auf eine Art, an die wir vor einigen Jahren noch nicht gedacht h\u00e4tten und mit den Familiengottesdiensten und der Kinderkirche und besonderen Taufgottesdiensten auch Kinder, Eltern, Gro\u00dfeltern und andere.<\/p>\n<p>Doch bei aller Zuversicht leben wir auch an diesem Osterfest damit, dass wir in der vergangenen Zeit haben Abschied nehmen m\u00fcssen von Vielen aus der Gemeinde. Noch wirkt der Tod in unser Leben hinein. Aber er kann nicht mehr hineinwirken in unseren Glauben. Christliche Gemeinde will immer der Ort sein, an dem Gottes Trost verk\u00fcndigt, geh\u00f6rt und miteinander gelebt wird.<\/p>\n<p>Der Glaube eines Menschen ist nicht auf dem Friedhof zur\u00fcckgeblieben.<\/p>\n<p><em>Ich hang und bleib auch hangen an Christus als sein Glied, wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit \u2013<\/em> werden wir gleich mit den Worten Paul Gerhards singen, mit den Worten des Liederdichters, auf den wir dieses Jahr, also in dessen 350. Todesjahr, noch am 27. Mai kirchenweit\u00a0 zur\u00fcckkommen k\u00f6nnen. Sind wir dankbar, dass der Weg mit unserem Herrn durch soviel Kirchenmusik begleitet worden ist und immer noch wird.<\/p>\n<p>Es kann noch dauern, bis <em>Gott alles in Allem ist, <\/em>und die Auferstehung der Toten ewige Wirklichkeit geworden ist. Zu diesem Allem d\u00fcrfen wir geh\u00f6ren; Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist wollen nicht sein ohne jeden von uns und ohne das, was uns umgibt und noch mit uns und unter uns leidet.<\/p>\n<p>Ostern ist der Anfang einer Geschichte, in der der Erstling von uns, Jesus Christus, Gottes Sohn, dem alten Adam, dem alten Leben, nicht einfach nur gegen\u00fcbersteht. Wir blicken im Glauben nicht auf den Auferstandenen wie auf einen Retter unter Glas, den wir wie einen pers\u00f6nlichen Schatz h\u00fcten und den wir eigentlich mit niemandem teilen wollen.<\/p>\n<p>Vermutlich sahen einige Zuh\u00f6rer des Apostels in Korinth so auf Christus, als auf einen Schatz, der zwar ihre Gegenwart bereicherte aber keine Zukunft in einem neuen Leben versprach. Seine Gegenwart sollte und musste ihnen schon alles sein.<\/p>\n<p>Nein, der Sohn Gottes will mit uns Geschichte machen und sein Reich bauen. Am Ende dieses Reiches steht die Vernichtung des Todes. Kirchengeschichte ist die Geschichte, die mit Ostern ihren Anfang genommen hat. Diese Geschichte ist aber immer auch die ganz pers\u00f6nliche Geschichte unseres Glaubens, in der wir dem B\u00f6sen, dem alten Feind in uns noch an jedem Morgen und Abend mit Luthers Worten absagen k\u00f6nnen,<em> dass der b\u00f6se Feind keine Macht an uns finde<\/em>.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen noch leben mit Tod und Verderben, aber wir k\u00f6nnen schon leben mit Christus, der uns zu Gott, dem Vater, f\u00fchren wird.<\/p>\n<p>\u201e<em>Jesu geh voran auf der Lebensbahn! Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; f\u00fchr uns an der Hand bis ins Vaterland.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Amen!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Verfasst von<\/strong><br \/>\n<strong>Dr. Friedrich Seven<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostersonntag | 05.04.2026 | 1. 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