{"id":26161,"date":"2026-04-03T10:42:21","date_gmt":"2026-04-03T08:42:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26161"},"modified":"2026-04-03T10:43:07","modified_gmt":"2026-04-03T08:43:07","slug":"1-kor-1520-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-kor-1520-28\/","title":{"rendered":"1. Kor 15,20\u201328"},"content":{"rendered":"<h3>Voller Hoffnung das Leben feiern | Ostersonntag | 05.04.2026 | 1. Kor 15,20\u201328 | Peter Schuchardt |<\/h3>\n<p><em>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Hl. Geistes sei mit euch allen! Amen<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Voller Hoffnung das Leben feiern<\/h3>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>heute feiern wir das Leben. Denn wir feiern Ostern! Die Osterfreude ist eine ganz tiefe Freude, die das ganze Leben erf\u00fcllen will. Es gibt ja auch die Freude, die man bei einem Popkonzert, bei einer Party mit Freunden erleben kann. Die ist auch sch\u00f6n. Doch die Osterfreude reicht noch tiefer. Denn sie hat das Dunkel hinter sich gebracht. Ostern ist ja untrennbar mit Jesus Christus verbunden. Und damit ist es untrennbar mit seinem Tod am Kreuz verbinden. Die Osterfreude kennt das Dunkel, die Traurigkeit, den Tod. Doch nun ist das alles \u00fcberwunden. Denn Jesus ist auferstanden!<\/p>\n<p>Er ist auferstanden: Die J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger haben dieses Wort genommen, um ihre Freude auszudr\u00fccken, diese tiefe Erfahrung: Jetzt ist alles anders. Wir hatten Jesus doch ins Grab gelegt. Wir hatten so sehr um ihn geweint. Wir waren untr\u00f6stlich. Und nun ist alles anders. Nun sp\u00fcren wir Freude. Nun k\u00f6nnen wir wieder lachen. Nun ist das Dunkel verflogen und wir stehen im Licht. Nun sind wir wieder voller Hoffnung. Und die ersten J\u00fcnger werden sich sicher erinnert haben an die Zeit, als sie mit Jesus gewandert sind, hin zu den Menschen, den Kranken, den Verzweifelten. All denen hatte Jesus Hoffnung gegeben. Die J\u00fcnger selbst waren voller Hoffnung: Mit Jesus w\u00fcrde Gottes neue, wunderbare Welt beginnen. Am Karfreitag war diese Hoffnung mit Jesus am Kreuz gestorben und mit dem Leichnam ins Grab gelegt worden. Alles war aus und vorbei. Und nun das: Das Grab ist leer, erz\u00e4hlen die Frauen. Jesus lebt. Die Hoffnung war nun wieder da. Doch sie war noch mehr, noch gr\u00f6\u00dfer, noch umfassender. Denn nun wussten die J\u00fcnger: Nicht einmal der Tod konnte Jesus besiegen \u2013 nein, nun ist der Tod besiegt. Diese Hoffnung tragen wir Christen und Christinnen durch die Zeiten hindurch bis heute, in unseren Herzen. Und sie ermutigt uns und so viele andere, sich einzusetzen f\u00fcr den N\u00e4chsten. Sie ermutigt auch, sich nicht abzufinden mit der Welt, wie sie ist, mit all ihren Schrecken, ihren Kriegen, der Traurigkeit und Angst. Darum setzen sich so viele Frauen und M\u00e4nner aus ihrem christlichen Glauben heraus ein f\u00fcr die Schwachen, f\u00fcr eine bessere und gerechtere Welt. Und das alles, weil Chrsitus auferstanden ist!<\/p>\n<p>Doch \u201eHalt! Stopp!\u201c, mag nun mancher von euch denken und sagen: \u201eAlso, ich finde die Kirche gut, das sind oft so wunderbare Geb\u00e4ude, da ist Gemeinschaft, und das mit dem Einsatz f\u00fcr die Schwachen ist auch echt in Ordnung. Aber das mit der Auferstehung, das ist mir denn doch ein bisschen zu doll. Langt es nicht, wenn ich sage: Jesus war ein guter Mensch, ein Vorbild, der viele gute Dinge gesagt und getan hat? Und das mit der Auferstehung, das lassen wir einfach weg?!\u201c \u00a0Liebe Schwestern und Br\u00fcder, es ist v\u00f6llig in Ordnung, diese Frage zu stellen. Ich wei\u00df, dass viele skeptisch und zur\u00fcckhaltend auf die Auferstehung gucken. Und wer sich Jesus als Vorbild nimmt f\u00fcr sein Leben, der ist doch schon auf dem richtigen Weg. Aber \u00fcberlegt einmal: Bei all dem Einsatz f\u00fcr die Hilflosen, bei allem wunderbaren Gemeinschaftsgef\u00fchl, bei all dem w\u00e4re Jesus dann doch auch nur ein Mensch wie alle anderen. Einer der unz\u00e4hligen guten Menschen, die es im Laufe der Jahrtausende gegeben hat, die die Welt aber nicht ver\u00e4ndert haben. Ganz ehrlich: Wenn das alles w\u00e4re, was ich \u00fcber Jesus sagen kann, dann w\u00e4re es f\u00fcr mich verwunderlich, warum dann immer noch und immer mehr Menschen an den <em>auferstandenen<\/em> Jesus Christus glauben und daran, <em>dass<\/em> er diese Welt grundlegend ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Diese Skepsis und Zur\u00fcckhaltung bei der Auferstehung, die gibt es schon von Anfang an in den christlichen Gemeinden, liebe Schwestern und Br\u00fcder. Selbst die J\u00fcnger, die den auferstandenen Christus sehen, zweifeln. Ja, dieser Zweifel begleitet uns auch durch die Jahrtausende hindurch. Heute h\u00f6ren wir von dem Apostel Paulus. Der hat ja selber viele Gemeinde gegr\u00fcndet. Das Besondere bei ihm ist: Er hat anfangs die Christen verfolgt und t\u00f6ten lassen. Doch dann ist ihm vor Damaskus Christus selber begegnet. Das hat sein Leben ver\u00e4ndert. Nun wurde aus dem Christenverfolger selber ein Christ, ein Apostel, ein Bote, der die Botschaft von der Auferstehung in die Welt brachte. Er predigte, er taufte, er gr\u00fcndete Gemeinden. Eine dieser Gemeinden ist in der Stadt Korinth. Paulus steht in regem Austausch mit ihnen. Immer, wenn Fragen auftauchen, schreiben sie einen Brief an ihn, und er antwortet wieder mit einem Brief. Diese Briefe wurden aufbewahrt und in den Gemeinden vorgelesen, bis sie schlie\u00dflich in das Neue Testament aufgenommen wurden. In einem der Briefe an die Gemeinde in Korinth nimmt Paulus Fragen zur Auferstehung auf. Manche sagen n\u00e4mlich in Korinth: \u201eOkay, Christus ist auferstanden, aber eine Auferstehung all der anderen Toten, die gibt es nicht.\u201c Hier ist das, was Paulus an die Gemeinde antwortet:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em><sub>20<\/sub><\/em><em>Nun ist Christus aber vom Tod auferweckt worden, und zwar als Erster der Verstorbenen. <sub>21<\/sub>Denn durch einen Menschen kam der Tod in die Welt. So bringt auch ein Mensch die Auferstehung der Toten. <sub>22<\/sub>Weil wir mit Adam verbunden sind, m\u00fcssen wir alle sterben. Weil wir aber mit Christus verbunden sind, werden wir alle lebendig gemacht. <sub>23<\/sub>Das geschieht f\u00fcr jeden nach dem Platz, den Gott f\u00fcr ihn bestimmt hat: Als Erster wird Christus auferweckt. Danach, wenn er wiederkommt, folgen alle, die zu ihm geh\u00f6ren. <sub>24<\/sub>Dann kommt das Ende: Christus \u00fcbergibt Gott, dem Vater, seine Herrschaft. Zuvor wird jede andere Herrschaft, jede Gewalt und jede Macht vernichtet. <sub>25<\/sub>Denn Christus muss so lange herrschen, bis Gott ihm alle seine Feinde zu F\u00fc\u00dfen gelegt hat. <sub>26<\/sub>Der letzte Feind, den er vernichten wird, ist der Tod. <sub>27<\/sub>Denn alles hat Gott ihm zu F\u00fc\u00dfen gelegt. Das bedeutet: Alles ist ihm unterworfen. Eines ist jedoch offenkundig: Davon ist der ausgenommen, der ihm alles unterworfen hat \u2013 Gott. <sub>28<\/sub>Sobald ihm nun alles unterworfen ist, wird auch der Sohn selbst sich unterwerfen: Er wird sich Gott unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat. Das geschieht, damit Gott alles umfasst und in allem gegenw\u00e4rtig ist.<\/em> (1 Kor 15,20\u201328 BasisBibel)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ganz oder gar nicht, alle oder keiner: So k\u00f6nnte ich das zusammenfassen, was Paulus hier sagt. Na klar: Christus ist auferstanden. Doch nicht als einziger, sondern als <u>erster<\/u>! Das hei\u00dft: Alle anderen auch. Wenn nur Christus auferstanden w\u00e4re, wir aber nicht auferstehen werden, dann ist das alles sinnlos.\u00a0 Nein: So wie Christus ein Leben gelebt hat in v\u00f6lliger Hingabe f\u00fcr uns, so ist er auch auferstanden, damit wir <em>alle<\/em> auferstehen. Damit schenkt Christus uns grenzenlose Hoffnung. Eine Hoffnung, die alle Grenzen \u00fcberschreitet! Nicht einmal der Tod kann diese Hoffnung aufhalten. Paulus beschreibt dann weiter, dass alles der Reihe nach geschehen wird. So wie Gott am Anfang Himmel und Erde in guter Ordnung geschaffen hat, so wird es auch mit der Auferstehung ablaufen. Erst wird Christus auferstehen, dann die, die mit Christus verbunden sind durch die Taufe, dann wird Christus Gott, dem Vater, die Herrschaft \u00fcber alles \u00fcbergeben. Es mag sein, dass das seltsam f\u00fcr euch klingt. Christus ist doch Gott, ein Teil des dreieinigen Gottes. Doch auch da leuchtet wieder der das auf, was Christus von Anfang an ausmacht: Er gibt sich hin, damit wir leben. Alles, was er sagt, macht und tut, geschieht, damit wir wieder in die Gemeinschaft mit Gott kommen. Er gibt Gott alle Macht, damit Gott, der Sch\u00f6pfer und die Quelle allen Lebens, am Ende alles umfasst und in allem gegenw\u00e4rtig ist. Am Ende wird nur noch Gott da sein und in allem sein. Hinter all dem steckt die tiefe Wahrheit: Gott ist Liebe. Und diese Liebe vertreibt alle Angst, tr\u00f6stet die Traurigen, dr\u00e4ngt das Dunkel zur\u00fcck und vernichtet am Ende den Tod. Weil sie st\u00e4rker ist als alle Todesm\u00e4chte. Diese Liebe hat Christus zu uns Menschen gebracht. Diese Liebe l\u00e4sst ihn den Weg ans Kreuz und in den Tod gehen. Und diese Liebe \u00fcberwindet dann den Tod am Ostermorgen. Das Licht des Lebens strahlt hell auf, der Auferstandene sagt uns: \u201eIch lebe, und ihr sollt auch leben!\u201c Und das hei\u00dft: Wir werden leben \u2013 auch nach unserem Tod. Und wir d\u00fcrfen schon jetzt leben, liebe Schwestern und Br\u00fcder. Gottes Liebe wird am Ende alles B\u00f6se, alles lebensfeindliche besiegen.<\/p>\n<p>Diese Hoffnung, die kann schon jetzt unser Leben ver\u00e4ndern. Ja, wir Christen sehen diese Welt mit offenen Augen und einem wachen Blick an. Wir sehen das Unrecht, Gewalt, Krieg und Verfolgung, wir sehen Angst und L\u00fcge und Unterdr\u00fcckung. Wir sehen all das, was das Leben bedroht. Doch wir wissen: Das ist l\u00e4ngst nicht alles. Da kommt noch so viel Gutes auf uns zu, und dieses Gute kommt von Gott. Diese Hoffnung schenkt uns Mut. Diese Hoffnung schenkt uns Geduld. Und sie schenkt uns Freude. Denn wir sp\u00fcren: Gottes Liebe ver\u00e4ndert diese Welt hin zum Guten.<\/p>\n<p>Wie gut, dass Christus auferstanden ist! Wie gut, dass die Hoffnung heute wieder so hell aufleuchtet. Ich wei\u00df, ich w\u00fcrde verzweifeln an dieser Welt und an den Menschen und ihrem wirren Treiben, wenn ich nicht diese Hoffnung im Herzen h\u00e4tte. Aber ich verzweifle nicht. Denn Christus ist auferstanden. Wir feiern heute Ostern, das Fest der Hoffnung. Gott gibt diese Welt nicht verloren. Seine Liebe wird alles besiegen, was dem Leben entgegensteht, zuletzt sogar den Tod. Diese Hoffnung leuchtet immer wieder auf, auch in eurem Leben. Denkt einmal daran: Wo habt ihr trotz gro\u00dfer Verzweiflung wieder Mut gefasst? Wo seid ihr nach einer langen Wanderung durch das Dunkel wieder ins Licht gekommen? Wo ist aus etwas, das zerbrochen ist, neues Leben und neues Gl\u00fcck erwachsen? Erinnert euch an diese Momente. Es sind Ostermomente, Hoffnungszeichen Gottes in unserer Welt. Erz\u00e4hlt anderen davon. Denn damit tragt ihr Gottes Hoffnung in unsere Welt. Und die braucht diese Hoffnung ganz dringend.<\/p>\n<p>Euch allen frohe und gesegnete \u2013 und hoffnungsvolle Ostern! Amen<\/p>\n<p>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, der bewahre eure Herzen und sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p>Christ ist erstanden EG 99<br \/>\nEr ist erstanden, Halleluja EG 116<br \/>\nDer sch\u00f6ne Ostertag EG 117<br \/>\nIch lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt HELM = Himmel, Erde, Luft und Meer (Beiheft der Nordkirche) 104<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pastor Peter Schuchardt<\/strong><br \/>\nBredstedt<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:peter.schuchardt@kirche-nf.de\">peter.schuchardt@kirche-nf.de<\/a><\/p>\n<p>Peter Schuchardt, geb. 1966, Pastor der Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), seit 1998 Pastor an der St. Nikolai Kirche in Bredstedt\/Nordfriesland (75%), seit 2001 zus\u00e4tzlich Klinikseelsorger an der DIAKO NF\/Riddorf (25%).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Voller Hoffnung das Leben feiern | Ostersonntag | 05.04.2026 | 1. Kor 15,20\u201328 | Peter Schuchardt | Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Hl. 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