{"id":26198,"date":"2026-04-09T12:00:40","date_gmt":"2026-04-09T10:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26198"},"modified":"2026-04-09T12:00:40","modified_gmt":"2026-04-09T10:00:40","slug":"jesaja-4026-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-4026-29\/","title":{"rendered":"Jesaja 40,26\u201329"},"content":{"rendered":"<p><strong>Trost aus den Sternen | Quasimodogeniti | 12.04.2026 | Jes 40,26\u201329| Hansj\u00f6rg Biener <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Teaser f\u00fcr die Einleitung des Gottesdienstes<\/strong><\/p>\n<p>Vor einiger Zeit besuchte ich eine \u00e4ltere Frau. Sie lebte in einem Haus von drei Generationen. Und sie klagte mir etagenweise die N\u00f6te ihres Drei-M\u00e4derl-Hauses. Sie sprach \u00fcber ihre [eigene] k\u00f6rperliche Schw\u00e4che. Dann \u00fcber die ihrer Tochter. Und damit nicht genug: Ihre Enkelin im untersten Stockwerk sei auch gerade krankgeschrieben. Doch dann kam eine unerwartete Wendung: \u201eAber, Herr Pfarrer\u201c, sagte sie, \u201eGott hat uns auch diesen Morgen wieder aufstehen lassen. Ich kann noch in meinem Haus spazieren gehen.\u201c Danach hat sie mich durch ihre Wohnung gef\u00fchrt. Sie hat mir die Pflanzen gezeigt, die sie hegt und pflegt. \u201eUnd dann stelle ich mich an dieses Fenster und freue mich an dem Ausblick und bin meinem Gott dankbar.\u201c Was beim fl\u00fcchtigen H\u00f6ren so widerspr\u00fcchlich klingt, hat doch seinen Sinn. Diese Frau \u00fcbt etwas, was uns allen gut ansteht. Das jedenfalls ist die Botschaft des heutigen Predigttextes aus Jesaja 40. Mehr dazu sp\u00e4ter.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Predigt<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Der bestirnte Himmel<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.1 Der bestirnte Himmel \u00fcber mir<\/strong><\/p>\n<p>Vor nicht allzu langer Zeit traf ich [in der U-Bahn] eine Klasse auf Exkursion. Aufgeregt wie bei jeder Exkursion. Sie waren unterwegs zum [N\u00fcrnberger] Planetarium. Da war ich sofort auch bei meiner [eigenen] Jugend. [Ich habe 1969 die erste Mondlandung im Fernsehen miterlebt.] Die Astronomie hat mich als Kind und Jugendlichen fasziniert. [Eine einst gr\u00f6\u00dfere Sammlung von astronomischen B\u00fcchern hat die Umz\u00fcge des Pfarrers nicht \u00fcberlebt. Das Buch \u00fcber die erste Mondlandung aber steht noch heute unter meinen B\u00fcchern.]<\/p>\n<p>Die Klasse wird im Planetarium hoffentlich etwas geahnt haben von der Faszination des Alls. Das Sternenlicht, das wir sehen, hat vielleicht Zehntausende Jahre bis zu uns gebraucht. \u201eWir\u201c dagegen sind im Vergleich dazu gerade [Artemis-Mission] mal einen Hopps weit unterwegs zum Mond. Ich w\u00fcnschte den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen im Planetarium einen Hauch wissenschaftlicher Faszination. Ich w\u00fcnsche ihnen aber auch, dass sie einmal ohne das st\u00f6rende Licht unserer St\u00e4dte und D\u00f6rfer den Sternenhimmel betrachten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mich zieht der Anblick des Alls in den Weltraum hinein. Irgendwie habe ich das Gef\u00fchl, noch mehr Sterne und noch mehr Sterne. Und das Photon in meinem Auge ist Millionen von Jahren unterwegs gewesen, nur um mich zu treffen. Das ist nat\u00fcrlich rein subjektiv, aber eben das Empfinden in dem Moment. Sch\u00f6pfungsstaunen sagen manche dazu: Man wird sich bewusst, wie klein man ist. Und trotzdem hat man das Gef\u00fchl: Es ist gut, hier und jetzt da zu sein. Ehrfurcht ist ein anderes altes Wort daf\u00fcr. Der wichtige\u00a0 deutsche Philosoph Immanuel Kant hat einmal gesagt: \u201eZwei Dinge erf\u00fcllen das Gem\u00fct mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht: der bestirnte Himmel \u00fcber mir und das moralische Gesetz in mir.\u201c Die zweite Aussage ist auch wichtig, lasse ich aber beiseite. Bei der Bewunderung f\u00fcr den bestirnten Himmel bin ich ganz bei Kant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.2 Der bestirnte Himmel \u00fcber Babylon<\/strong><\/p>\n<p>Bevor es die Influencer im Internet gab, haben uns in den letzten Jahrhunderten Wissenschaftler und Philosophen gesagt, wo\u2019s langgeht. Vor 2,5 Jahrtausenden waren es Astrologen, Priester und Propheten. Und so wie sich heute Wissenschaftler und Philosophen nicht immer einig sind, war es damals auch. Damit sind wir beim heutigen Predigttext:<\/p>\n<p>\u201eHebet eure Augen in die H\u00f6he und seht [die Sterne]! Wer hat dies[e] geschaffen? Er [Unser Gott] f\u00fchrt ihr Heer vollz\u00e4hlig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so gro\u00df, da\u00df nicht eins von ihnen fehlt.<\/p>\n<p>Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: &#8218;Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vor\u00fcber?&#8216; Wei\u00dft du nicht? Hast du nicht geh\u00f6rt? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht m\u00fcde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.<\/p>\n<p>Er gibt dem M\u00fcden Kraft und St\u00e4rke genug dem Unverm\u00f6genden.\u201c (Jes. 40,26-29)<\/p>\n<p>Bevor wie die Worte zu uns holen, brauchen wir noch einen Moment in der Vergangenheit. Wer war damals gemeint? Was haben die Worte damals bedeutet?<\/p>\n<p>Die ersten H\u00f6rer und H\u00f6rerinnen sa\u00dfen \u201eby the rivers of Babylon\u201c an den Fl\u00fcssen des Zweistromlands. Das war fern der Heimat. Im heutigen Irak. Sie sind durch einen gro\u00dfen Krieg entwurzelt worden. Wer den Krieg verloren hat, ist offensichtlich: Sie. In der alten Heimat herrscht \u00d6de; Jerusalem und sein Heiligtum sind zerst\u00f6rt. Was das damals bedeutet hat, k\u00f6nnen wir Heutigen kaum nachvollziehen. Heutzutage scheint es so zu sein, dass man entweder an einen Gott glaubt oder an keinen. [Und, die nicht nichts glauben, glauben auch, dass ihnen nichts fehlt.] Damals jedoch gab es f\u00fcr die Menschen viele G\u00f6tter, und es war wichtig, die richtigen zu haben und die wichtigen nicht zu ver\u00e4rgern. Manche G\u00f6tter wurden auch als Schutzg\u00f6tter f\u00fcr St\u00e4dte und Staaten verehrt. Nur wenn einem das klar ist, kann man die Katastrophe richtig erfassen, die Deutero-Jesajas H\u00f6rerschaft getroffen hat. Mit dem Jerusalemer Tempel ist es aus, und offensichtlich auch mit der Macht des Gottes von Jerusalem.<\/p>\n<p>Nur ein kleiner Rest hielt in der Ferne am alten Glauben fest. Diesen wollte unser Predigttext damals ermutigen. Die anderen gingen in die allgemeine Religiosit\u00e4t der Umgebung ein. Sie wurden nicht gottlos. Das war in der Antike undenkbar. Aber sie wandten sich den vielen G\u00f6ttern der neuen Un-Heimat zu. Die Symbole dieser G\u00f6tter waren die Sterne und Planeten.<\/p>\n<p>Damit sind wir schon fast bei uns. Ich bin mir sicher, dass viele von Ihnen ihr \u201eSternzeichen\u201c kennen. Die damit verbundenen Vorstellungen \u201everdanken\u201c wir den Babyloniern. Dass, sagen wir mal, im Sternzeichen Widder Geborene, so und so seien. Bis heute gibt es Menschen, die mehr an die Macht der Sterne glauben als an die Macht Gottes. Man k\u00f6nnte versuchen, naturwissenschaftlich darauf zu antworten. Man k\u00f6nnte betonen, dass sich die Sternbilder l\u00e4ngst verschoben haben. Aber bei Astrologie geht es ja nicht um Naturwissenschaft, sondern um Glauben.<\/p>\n<p>Und damit k\u00f6nnen wir wieder zur\u00fcck zum Predigttext, denn im Predigttext konkurrieren zwei Glauben: der Glaube an Gott und der Glaube an die babylonischen G\u00f6tter. Die Babylonier fanden in den Sternen G\u00f6tter. Deutero-Jesaja dagegen fand in den Sternen eine Erinnerung an seinen Gott:<\/p>\n<p>\u201eHebet eure Augen in die H\u00f6he und seht [die Sterne]! Wer hat dies geschaffen? Er [Unser Gott] f\u00fchrt ihr Heer vollz\u00e4hlig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so gro\u00df, da\u00df nicht eins von ihnen fehlt.\u201c<\/p>\n<p>Das ist ein bewusster Gegensatz zur babylonischen Kultur. Deutero-Jesaja sagt:<\/p>\n<p>\u201eDie Babylonier m\u00f6gen Sterne kennen und Sternenkataloge erstellen. Aber es sind immer noch mehr Sterne da. Sie k\u00f6nnten nicht einmal feststellen, ob einer fehlt und welchen Unterschied das macht. M\u00f6gen die Babylonier Marduk und andere G\u00f6tter am Himmel finden, ich finde da nur die ordnende Hand meines Gottes.\u201c<\/p>\n<p>Und f\u00fcr die Vertriebenen seines Volks h\u00e4lt er fest:<\/p>\n<p>(0) Zugegeben, es ist nicht der Himmel der Heimat.<br \/>\n(1) Aber: Es ist immer noch der Himmel des einzigen lebendigen Gottes,<br \/>\n(2) n\u00e4mlich unseres Gottes.<br \/>\n(3) Und noch etwas: Er sorgt auch hier f\u00fcr euch.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diesem Gedanken lohnt sich nachzudenken, und damit hole ich den Predigttext in unsere Zeit.<\/p>\n<p>Mit drei Haupts\u00e4tzen:<\/p>\n<p>(1) Gott sorgt f\u00fcr seine Sch\u00f6pfung.<br \/>\n(2) Gott sorgt f\u00fcr seine Menschen.<br \/>\n(3) Gott sorgt auch f\u00fcr dich!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Von der Vorsehung Gottes (de providentia)<\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1 Gott sorgt f\u00fcr seine Sch\u00f6pfung. (de providentia Dei generalis)<\/strong><\/p>\n<p>Deutero-Jesaja hatte es bei seinem Sch\u00f6pfungsglauben mit der \u00fcberlegenen Kultur der Babylonier zu tun. So etwas \u00c4hnliches kennen wir auch. Eine Sch\u00fclerin fragte mich einmal: \u201eSind die Pfarrer und die Wissenschaft eigentlich Feinde?\u201c Ich war \u00fcberrascht, aber sie erkl\u00e4rte es mir: \u201eDie Pfarrer sagen doch immer: Gott hat die Welt erschaffen. Wir aber wissen doch: Es war der Urknall.\u201c Dazu k\u00f6nnte man eine Menge sagen. Trotzdem nur ein paar \u00dcberlegungen zum Thema Glaube und Wissenschaft.<\/p>\n<p>Woher kommt der Wechsel von Tag und Nacht? Woher kommen der Lauf der Planeten und die Bewegung der Gestirne? Offenbar doch nicht von uns! Die uns Heutigen naheliegende Antwort: Das kommt von den Naturgesetzen. Doch da kann man noch weiterfragen: Mit welchem Recht glauben wir, dass die Naturgesetze auch morgen noch gelten? Es ist die Erfahrung, kann man sagen. Doch die Erfahrung kann uns \u00fcber Morgen nichts garantieren; es ist ja noch nicht da. Das wei\u00df auch die Wissenschaft. Darum gelten auch alle wissenschaftlichen Erkenntnisse immer nur vorl\u00e4ufig. Vorbehaltlich besserer Erkenntnis. Bis zum Beweis des Gegenteils. Es ist also auch in Wissenschaft viel Glaube=Vertrauen, dass es auch morgen noch funktioniert. Vielleicht ist ja auch in religi\u00f6sen Traditionen viel Wissen, wie das Leben funktioniert.<\/p>\n<p>Wie auch immer: Die Alten haben die Welt anders gesehen. Sie kannten keine \u201eNaturgesetze\u201c in unserem Sinn, weil die aufgestellt werden, etsi Deus non daretur. Das hei\u00dft: unter der Voraussetzung, dass es keinen in die Natur eingreifenden Gott gibt. Sie sahen nat\u00fcrlich die Regelhaftigkeit der Natur. Manches konnten auch sie schon berechnen. Und doch sagten sie: Nicht \u201eNaturgesetze\u201c garantieren das Leben, sondern Gott. Sie haben das die allgemeine F\u00fcrsorge Gottes f\u00fcr die Welt genannt. Um es mit Worten Jesu zu sagen:<\/p>\n<p>\u201eGott l\u00e4sst seine Sonne aufgehen \u00fcber Gerechte und Ungerechte\u201c<\/p>\n<p>und in der Nacht die Sterne f\u00fcr romantische Stunden von Paaren ebenso wie f\u00fcr den Ehebruch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.2 Gott sorgt f\u00fcr seine Menschen. (de providentia Dei specialis)<\/strong><\/p>\n<p>Gott ist es, der f\u00fcr den Bestand der Welt sorgt. Das war die \u00dcberzeugung. Punkt. Neben der allgemeinen F\u00fcrsorge f\u00fcr die Welt sprachen die Alten noch von zwei weiteren F\u00fcrsorgen: der F\u00fcrsorge Gottes f\u00fcr die Menschen und der F\u00fcrsorge Gottes f\u00fcr den einzelnen Glaubenden. Diese stehen aber immer wieder im Zweifel. So schon zu Zeiten des Predigttextes:<\/p>\n<p>\u201eWarum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: &#8218;Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vor\u00fcber?&#8216; Wei\u00dft du nicht? Hast du nicht geh\u00f6rt? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht m\u00fcde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.\u201c<\/p>\n<p>Die Israeliten f\u00fchlten sich allein gelassen. \u201eNichts sp\u00fcren wir von der F\u00fcrsorge Gottes. Wir sitzen doch in der Fremde an den Fl\u00fcssen Babylons, in armseligem Leben fern der Heimat.\u201c Doch hier ist nun auch von Verantwortung zu reden. Die Katastrophe war nicht einfach so gekommen. Aus der Sicht von Propheten wie Jeremia oder Jesaja hatte sie sich abgezeichnet. Und \u00fcbrigens haben sie in ihrer Kritik auch die allgemeine Bev\u00f6lkerung nicht ausgenommen. Am Weg einer Gesellschaft in den Abgrund wirken nicht nur die F\u00fchrer mit, sondern alle. Um es \u00fcberspitzt zu sagen: Schlitzohrige Gro\u00dfkopferte halten sich nur da, wo gen\u00fcgend kleine Schlitzohren \u00c4hnliches praktizieren. Dann vor allem zu klagen, ist nur zu Teilen berechtigt oder fair. Man muss eben auch das eigene Mitwirken an Katastrophen mitbedenken.<\/p>\n<p>Manche haben das in Babylonien gemacht. Die biblischen Geschichten, die prophetischen B\u00fccher, so wie wir sie heute in der Bibel finden, haben ja eine Geschichte. Es ging darum, Geschichten mit dem alten Gott zu sammeln und zu bedenken, bevor die alten, die sie noch kannten, wegstarben. In den ersten B\u00fcchern der Bibel finden wir Lebensgeschichten als Ermutigungsgeschichten, dass auch verwickelte Biografien bei Gott enden k\u00f6nnen. Abraham, Jakob, Josef, Mose. Ihre Lebensgeschichten, so verwickelt sie waren, gelten doch als erf\u00fclltes Leben, als ein Leben, das sein Ziel gefunden hat. Unter diesen Menschen seinen Platz zu finden, das hei\u00dft, seine Bestimmung und seinen Platz in dieser Welt gefunden zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.3 Gott sorgt auch f\u00fcr dich! (de providentia Dei specialissima)<\/strong><\/p>\n<p>Am Anblick der Sch\u00f6pfung merken, dass es nicht allein auf uns ankommt; aus der F\u00fcrsorge Gottes f\u00fcr die ganze Welt hoffen lernen, dass Gott f\u00fcr dich ganz pers\u00f6nlich sorgt. Das ist die Wegweisung, die unser Predigttext seinen ersten H\u00f6rern und H\u00f6rerinnen gab. Das ist seine Wegweisung bei der Wiederholung heute an uns. Gott will dir gut, dir, so wie du einzeln hier auf deinem Stuhl\/in der Kirchenbank sitzt. Doch offenbar ist das leichter von anderen zu glauben als von sich selber. Das ist auch verst\u00e4ndlich. Wenn es uns nicht gut geht. Wenn es nicht so l\u00e4uft mit unserem Leben, wie wir uns das vorstellen. Es mag sein, dass jemand seinen Anteil daran hat. Das will ich nur anmerken, aber niemandem andemonstrieren. Gottes Anliegen sind nicht die Fehler Deiner Vergangenheit und ihre Konsequenzen. Sein Anliegen ist Deine Zukunft.<\/p>\n<p>Gott verhei\u00dft uns f\u00fcr unser Leben, dass es sich mit seiner Wegweisung und seinem Beistand erf\u00fcllen soll. Das hei\u00dft nicht, dass dann alles leicht und fr\u00f6hlich war. Es wird eher so sein, dass man zu Gott sagt: Es war nicht immer leicht, aber ich m\u00f6chte mit niemand anderem tauschen. Wir kennen das in Ans\u00e4tzen, wenn wir mit Abschnitten unseres Lebens unseren Frieden gemacht haben und sogar ein bisschen zufrieden zur\u00fcckblicken. Ich komme deshalb auf die kluge Seniorin vom Anfang des Gottesdienstes zur\u00fcck. Sie hat viel richtig gemacht. Sie gibt der Klage Raum und schafft dem Danken Raum. Die Krankheit im Haus geht davon nicht einfach weg. Andererseits will sie nicht im Schlechten versinken. Sie setzt gute Gedanken dagegen &#8211; und Gott. Die Krankheit geht nicht mehr weg, aber Gott kommt dazu. H\u00f6ren wir mit dem Volk Israel und der klugen Frau aus unserem Volk noch den letzten Vers aus dem Predigttext:<\/p>\n<p>\u201eDer Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht m\u00fcde noch matt, [\u2026].<\/p>\n<p>Er gibt dem M\u00fcden Kraft und St\u00e4rke genug dem Unverm\u00f6genden.\u201c<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Dr. Hansj\u00f6rg Biener (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an der Wilhelm-L\u00f6he-Schule in N\u00fcrnberg t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trost aus den Sternen | Quasimodogeniti | 12.04.2026 | Jes 40,26\u201329| Hansj\u00f6rg Biener &nbsp; Teaser f\u00fcr die Einleitung des Gottesdienstes Vor einiger Zeit besuchte ich eine \u00e4ltere Frau. Sie lebte in einem Haus von drei Generationen. Und sie klagte mir etagenweise die N\u00f6te ihres Drei-M\u00e4derl-Hauses. Sie sprach \u00fcber ihre [eigene] k\u00f6rperliche Schw\u00e4che. Dann \u00fcber die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":26195,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22,1,2,727,157,853,114,271,325,349,109,718],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-26198","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-jesaja","category-aktuelle","category-at","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-hansjoerg-biener","category-kapitel-40-chapter-40","category-kasus","category-predigten","category-quasimodogeniti"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26198","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26198"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26198\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26199,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26198\/revisions\/26199"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26198"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26198"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26198"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=26198"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=26198"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=26198"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=26198"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}