{"id":26262,"date":"2026-04-29T21:34:45","date_gmt":"2026-04-29T19:34:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26262"},"modified":"2026-04-29T21:34:45","modified_gmt":"2026-04-29T19:34:45","slug":"2-chronik-51-14-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-chronik-51-14-2\/","title":{"rendered":"2. Chronik 5,1-14"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Ein\u00fcbung | Kantate | 3. Mai 2026 | 2.Chr 5,1-14 | Eberhard Busch |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Im Alten Testament lesen wir vom Einzug in den neuen Tempel Jerusalems zu K\u00f6nig Salomos Zeiten).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Es brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN in den Chor des Hauses. Nichts war in der Lade au\u00dfer den Tafeln des Bundes, den der HERR mit I<\/em>srael geschlossen hatte. Und <em>alle Leviten, die S\u00e4nger waren, namentlich Asaf, Hemann und Jedutun mit ihren S\u00f6hnen und Verwandten, sie trugen Gew\u00e4nder aus feinem Leinen und standen \u00f6stlich vom Altar mit Zimbeln, Lauten, Harfen. Und bei ihnen 120 Priester, die Trompete bliesen. Und es war, als w\u00e4re es <\/em>Einer<em>, der trompetete und s\u00e4nge, als h\u00f6rte man <\/em>Eine<em> Stimme loben und danken dem HERRN. Und es erhob sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Harfen und man lobte den HERRN: \u201eEr ist g\u00fctig, Seine Barmherzigkeit w\u00e4hrt ewig\u201c \u2013 da wurde das Haus erf\u00fcllt mit einer Wolke als das Haus des HERRN, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke. Denn die Herrlichkeit des HERRN erf\u00fcllte das Haus Gottes.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was ist da los? Jede Menge S\u00e4nger treten auf, alle festlich gekleidet. Ihnen gehen voran zahllose Priester. Musikinstrumente begleiten fr\u00f6hlichen Gesang. Sie stecken an zum Mitsingen: \u201eKommet zu Hauf! Psalter und Harfen wacht auf! Lasset den Lobgesang h\u00f6ren.\u201c Jubel liegt in der Luft. H\u00f6rt man nicht auch die Spatzen von den D\u00e4chern zwitschern? Haben wir jemals ein solches Jauchzen miterlebt? Das verbindet. Alleinsein macht krank. Ein Spruch sagt: \u201eSinge, und wir sind Br\u00fcder und Schwestern.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was gibt es denn am helllichten Tag zu besingen? Warum werden all die Instrumente angestimmt? Warum so fidel, wo es doch so viel zu beweinen und zu z\u00fcrnen gibt? In einer Zeit, in der man nicht nachkommt, das massenhafte Unrecht allerorten auch nur wahrzunehmen, in einer Zeit, in der man die Zerst\u00f6rung so vieler Synagogen betrauert, und heute, wo so manche Kirche abgerissen oder umgewidmet wird, da ist es schier nicht zu fassen: Hier f\u00fcllt sich das Gotteshaus. Und von dort, vom Land der Juden aus, wird in die Lande trompetet: \u201eGott loben, das ist unser Amt\u201c \u2013 den Einen, der das Unertr\u00e4gliche wegtragen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Grund zur Freude ist aber dies, dass die \u201eBundeslade\u201c dort hineingetragen wird, ges\u00e4ubert von allen Hinzuf\u00fcgungen. <em>Allein<\/em> das darf gelten, was Gott uns sagt. Es hei\u00dft ja mit gutem Grund \u201eViele K\u00f6che verderben den Brei.\u201c Die Lade ist das sichtbare Dokument, dass der eine Gott des Himmels und der Erde sich festgelegt hat darauf: Er will nicht ohne Israel, nicht ohne seine Menschen sein. Immanuel ist sein Name (Jes 7,14), das hei\u00dft: Gott mit uns. Wir k\u00f6nnen uns daran halten, dass wir nicht ohne ihn unsre Wege gehen m\u00fcssen. Und Er will, dass wir uns dabei nach seinem Willen richten. So sind in der Bundeslade die Tafeln enthalten, auf denen die zehn Gebote geschrieben stehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Bundeslade wird jetzt in das Gotteshaus getragen. Sie hat ein erhebliches Gewicht. Doch die Last ist \u201edes Schwei\u00dfes der Edlen wert\u201c. Sie geh\u00f6rt unbedingt in den \u201eChor des Hauses\u201c. Sonst w\u00e4re das Gotteshaus ein leeres Geh\u00e4use, ein schweigendes Nichts. Sie macht alle Besucher der Gottesdienste darauf aufmerksam, wer hier und dann auch drau\u00dfen das Sagen hat. Sie f\u00fchrt ihnen vor Augen, wem sie geh\u00f6ren \u201eim Leben und im Sterben\u201c. Sie weist sie darauf hin, wem sie sich anvertrauen d\u00fcrfen, heute \u201eund ganz gewiss an jedem neuen Tag\u201c. Auch wem sie zu folgen haben auf Schritt und Tritt. Und wer sie zur Umkehr mahnt in all den Verkehrtheiten um sie herum und in ihrem eigenen Leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Allerdings, so gut das alles auch ist, selbst im besten Fall ist das nur etwas Vorl\u00e4ufiges, eine Ein\u00fcbung. Auch wenn es gelungen t\u00f6nt, es ist ein Dienst, der eines guten Tages getan ist. Er bedarf dann keiner Fortsetzung. So wie jeder noch so sch\u00f6ne Sommer einmal zu Ende geht, so h\u00f6rt unser gegenw\u00e4rtiges Feiern samt dem folgenden grauen Alltag mit all seinen M\u00fchen und Entt\u00e4uschungen einmal auf. Was dann? H\u00f6rt dann alles auf? Belegt nicht jeder Friedhof, jede Ein\u00e4scherung, jeder Winter: \u201eAlles nimmt einmal ein Ende\u201c?\u00a0 Steht es nicht sogar in unserem Kirchen-Gesangbuch: \u201eAlles vergehet\u201c?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja gewiss, doch h\u00f6ren wir, was der Liederdichter weiter singt! \u201eGott aber stehet \/ ohn alles Wanken, \/ sein Heil und Gnaden, \/ seine Gedanken, \/ sein Wort und Willen \/ hat ewigen Grund.\u201c Wenn allem und allen der Boden unter den F\u00fc\u00dfen weggezogen wird, Ihm nicht! Wenn alles aufh\u00f6rt, Gott h\u00f6rt nicht auf. Wenn alles menschliche Meinen und Planen verdorrt, \u201eGottes Wort bleibt in Ewigkeit\u201c. (1Petr 1.25) Wenn jedem Lebewesen der Atem stockt, er bleibt weiter der belebende Wind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verborgen weht dieser Wind seit Urzeiten. Gott legt nie die H\u00e4nde in den Scho\u00df. Verborgen hat Gott wieder und wieder bei dem, was passiert, seine Hand im Spiel. Auch wenn wir es nicht verstehen. Auch wenn wir so tun, als s\u00e4he Er es nicht. Auch wenn wir Sorge trugen, als habe er die sch\u00f6nen, auch die bitteren Stunden verschlafen. Selbst wenn wir es widerlegt zu haben meinen, auch dann sitzt \u201eGott im Regimente und f\u00fchret alles wohl\u201c, Er, \u201eder alles so herrlich regieret\u201c. Immerhin, wie so ein Blitzlicht gibt es Augenblicke, in denen uns das einleuchtet \u2013 so wie bei dem Fest im Tempel zu Salomos Zeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das ist es, was zu Tage tritt, wenn der Schleier der Verborgenheit Gottes auf die Seite geschoben wird, wie es damals geschah: \u201eDa wurde das Haus erf\u00fcllt mit einer Wolke, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten. Denn die Herrlichkeit des HERRN erf\u00fcllte das Haus Gottes.\u201c Die Wolke bekundet, dass dahinter noch Einer ist: <em>der<\/em> Eine. Er tritt nun aus dem Schatten des Verborgenen hervor, so dass er nicht mehr zu \u00fcbersehen ist. Das ist Gottes Herrlichkeit: sein Hervortreten aus dem Schatten ans Licht. In ihm zeigt sich, dass Gott alle F\u00e4den in der Hand hat. Wurde das zuvor von so manchen bezweifelt, war uns selbst das r\u00e4tselhaft, so ist er jetzt \u00fcber alle Zweifel erhaben. Und gab es so k\u00f6stliche Festtage wie der einst zu Jerusalem, so waren sie doch erst Ein\u00fcbungen in das, was nun f\u00fcr immer g\u00fcltig ist, unbestreitbar und unbestritten. Damals hat man erst gleichsam durch ein Schl\u00fcsselloch geguckt und geahnt, was da kommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da kommt heraus, was so manche kaum auch nur f\u00fcr wahrscheinlich hielten: sein Thron ist nicht leer. Nein, er war immer besetzt; und jetzt wird best\u00e4tigt, dass das stimmt. Das stimmt so sehr, dass es keine Tempel, keine Kirchen mehr braucht, die darauf hindeuten (Apk. 21,21f). Sie waren schlecht und recht Wegweiser. Jetzt sind sie \u00fcberfl\u00fcssig, weil das Ziel erreicht ist, endg\u00fcltig. Noch leben wir im Wechsel von Tag und Nacht. Dann aber steht fest: Gott ist \u201eder Vater des Lichts, bei dem kein Wechsel des Lichts und der Finsternis ist\u201c (Jak. 1,17). Es gibt nichts dagegen einzuwenden, nichts daran auszusetzen. Das zeigte sich bereits damals, als <em>das<\/em> geschah: \u201eDie Herrlichkeit des HERRN erf\u00fcllte das Haus Gottes.\u201c Und sie nimmt uns mit. Zwar hatten die Priester nicht mehr zum Dienst anzutreten. Sie konnten aber ein Anderes. Das taten sie und wir d\u00fcrfen heute mit einstimmen und das werden eines guten Tages alle tun, miteinander einhellig \u2013 Gott loben. Dazu wird eine jede Stimme gebraucht. Zu dem Lied: \u201eER ist g\u00fctig. Ewig w\u00e4hrt seine Barmherzigkeit.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eberhard Busch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein\u00fcbung | Kantate | 3. 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