{"id":26313,"date":"2026-05-14T23:02:45","date_gmt":"2026-05-14T21:02:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26313"},"modified":"2026-05-14T23:02:45","modified_gmt":"2026-05-14T21:02:45","slug":"jeremia-3131-34-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jeremia-3131-34-2\/","title":{"rendered":"Jeremia 31,31\u201334"},"content":{"rendered":"<h3>Die Bedeutung der Tora und des Bundes \u2013 neu oder erneuert? | Exaudi | 17. Mai 2026 | Jer 31,31\u201334 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Bedeutung der Tora und des Bundes \u2013 neu oder erneuert?<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte unsere Aufmerksamkeit auf ein B\u00fcndnis lenken, das die hebr\u00e4ische Bibel im Jeremiabuch<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> durch den Propheten Jeremia \u00fcberliefert hat.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Der Prophet konnte nach biblischen Quellen vierzig Jahre lang wirken: vom K\u00f6nig Josia \u2013 dessen grundlegende Reform nicht nur \u201eBestimmungen f\u00fcr die Reinheit und Einheitlichkeit des Kults\u201c enthielt, sondern mit \u201eVerordnungen der sozialen Gerechtigkeit\u201c eng verkn\u00fcpft war<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> \u2013, bis zu K\u00f6nig Zedekia. Jeremia war t\u00e4tig \u201evon der Bl\u00fcte theologischer Neuorientierung in vorexilischer Zeit [\u2026] bis zur gr\u00f6\u00dften Katastrophe der Geschichte Judas, der Zerst\u00f6rung des Tempels sowie der Stadt Jerusalem und der Deportation [gro\u00dfer Teile] der Bev\u00f6lkerung\u201c.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Zedekia<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> als letzter K\u00f6nig von Juda war der Imperialmacht der Babylonier gegen\u00fcber argen Schwankungen unterworfen \u2013 zwischen Ergebung (als Vasall) und Auflehnung oder Widerstand. Obwohl er die Bedrohung erkannte, wollte er dem Rat und den Warnungen Jeremias nicht Folge leisten.<\/p>\n<p>Jeremia als \u201epolitischer Querdenker\u201c,<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> richtet sich nicht nach dem Zeitgeist und riskiert \u201eunbequeme Positionen\u201c, ger\u00e4t damit in Situationen, die Leib und Leben bedrohen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Dazu bedarf es einer Berufung, wie sie unsere Zeit nicht mehr kennt, weil sie bereits pr\u00e4natal erfolgt: \u201eBevor ich dich gebildet habe im Mutterleib, habe ich dich gekannt, und bevor du aus dem Mutterscho\u00df gekommen bist, habe ich dich geweiht, zum Propheten f\u00fcr die Nationen habe ich dich bestimmt\u201c (Jer 1,5 Z\u00fcrcher Bibel); vergleiche Psalm 139,16a: \u201eNoch bevor ich geboren war, sahen mich deine Augen, [\u2026]\u201c (Z\u00fcrcher Bibel).<\/p>\n<p>Zur Berufung Jeremias schreibt Martin Buber: Unter allen Propheten Israels geschieht nur bei Jeremia der \u201everwegene\u201c Dialog \u201edes unbedingt Unterlegenen mit dem unbedingt \u00dcberlegenen\u201c \u2013 der Mensch ist hier \u201ePerson geworden\u201c. \u201eZu dem und durch den das Wort gesprochen wird, der ist im eminenten Sinn <em>Person<\/em>: ehe es <em>durch ihn<\/em> gesprochen wird, in der Menschensprache, wird es <em>zu ihm<\/em> gesprochen in einer anderen, aus der er es in jene zu <em>\u00fcbertragen<\/em> hat \u2013 zu ihm gesprochen wird es von Person zu Person. Um zum Menschen reden zu k\u00f6nnen, mu\u00df Gott Person werden; aber um zu ihm reden zu k\u00f6nnen, mu\u00df er ihn auch zur wirklichen Person machen. <em>Diese menschliche Person nimmt das Wort nicht blo\u00df auf, sie antwortet auch darauf<\/em>, wehklagend, anklagend, Gott selber anklagend, um die Gerechtigkeit mit ihm rechtend, sich beugend, betend.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Jedes \u201eGlaubensverh\u00e4ltnis Israels ist dialogisch [\u2026]. Der Mensch kann reden, er darf reden; wenn er nur wirklich zu Gott redet, gibt es nichts, was er ihm nicht sagen darf.\u201c JHWH \u201ebildet\u201c Jeremia als Person \u201eim Mutterleib\u201c, aber \u201ediesem Bilden geht ein \u201aErkennen&#8216;, ein anf\u00e4nglicher Kontakt des Sch\u00f6pfers mit dem erschaffenen Individuum als solchem voraus und dem Bilden folgt, im Mutterleib noch, ein \u201aHeiligen\u2018 f\u00fcr den Beruf, zu dem diese Person berufen werden soll [\u2026]: er wird als Nabi [Prophet] f\u00fcr die V\u00f6lkerwelt eingesetzt.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Auch wenn die Berufungen anderer Propheten stets einen pers\u00f6nlichen, mitunter intimen Charakter haben, aber diese urspr\u00fcngliche, au\u00dfergew\u00f6hnliche N\u00e4he von Geburt an ist einmalig. Das Verh\u00e4ltnis zwischen JHWH und Prophet wird \u201evom <em>Wort<\/em> getragen\u201c; das \u201e<em>Gotteswort<\/em>\u201c \u2013 wie es schon eines seiner Bedeutungen im Hebr\u00e4ischen (Geschehen, Ereignis) anzeigt \u2013 <em>geschieht<\/em> \u201epl\u00f6tzlich, vom Menschen nicht erwartet und nicht gewollt\u201c, es \u201eist frei und neu wie der Blitz\u201c. Auch der K\u00fcnder, der Prophet, \u201ewird von ihm immer wieder bezwungen, ehe er es sich \u201ain den Mund legen\u2018 l\u00e4\u00dft (Jer 1,9; 20,7).\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Jeremia verfasst das \u201eTrostb\u00fcchlein\u201c (Jer 30\u201331)<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> nach dem zweiten babylonischen Exil (587 v.d.Z.),<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> der Deportation eines gro\u00dfen Teils von Juda und der Zerst\u00f6rung Jerusalems. Er wei\u00df, dass die bisherigen B\u00fcndnisse<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> unwirksam waren, nicht eingehalten, gebrochen wurden. Anders als die Propheten vor ihm, kann Jeremia \u201edem Menschen [nur] eine geringere Entscheidungskraft\u201c zuschreiben; es ist notwendig, dass sich JHWH auf eine neue Art offenbart: \u201eJHWH wird selber <em>sein Wort Israel ins Herz schreibe<\/em>n, ohne [Gesetzes]Tafeln, ohne gegenst\u00e4ndliche Mitteilung mehr. Keine Tafel und keine Lade [\u2026].\u201c \u201e<em>Wenn Gott dem Volk sein Wort ins Herz gibt, bedarf es keiner Sicherung mehr.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Hier geht es nicht um \u201edie \u00c4u\u00dferung eines gel\u00e4ufigen Gottes, mit dem man an bestimmten Orten [wie Heiligt\u00fcmern, Tempel] und zu vorbestimmten Zeiten [Feste] geregelten Umgang [Kultus, Riten] pflegt\u201c. Hier spricht \u201eein Unfa\u00dfbarer, Regelwidriger, \u00dcberraschender, \u00dcberw\u00e4ltigender\u201c; daher obliegt es nur diesem Wort, \u201eden Weg zu weisen\u201c.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Wie ist es m\u00f6glich, dass ein Mensch wie Jeremia eine Botschaft empfangen kann, die \u00fcber Wesen und Wirksamkeit unserer Sprache hinausgeht, sie \u00fcbersteigt oder sie sprengt und neu zusammensetzt? Bei Homer (Ilias; Odyssee) hei\u00dft es, aus dem Dichter spr\u00e4che eine \u00fcbermenschliche Stimme, von der Muse eingegeben oder von einem Gott in den Sinn gepflanzt.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>\u201eGotteswort\u201c und Menschenwort zu unterscheiden, zu vergleichen, bleibt ein unl\u00f6sbares Problem; wir kennen nur <em>Sprache als solche<\/em>. Dogmatisch nimmt man Formeln: \u201eGotteswort <em>als<\/em> Menschenwort\u201c und \u201eGotteswort <em>in<\/em> Menschenwort\u201c, verbleibt damit aber in rein systematisch-theologischem Denken.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Jeremia kennt diese Schwierigkeit offenbar nicht, aber er hat ein anderes Verst\u00e4ndnisproblem, das seinen Berufsstand immens und grundlegend betrifft. Er setzt sich n\u00e4mlich wiederholt mit Propheten auseinander, die nur scheinbar von JHWH berufen sind, \u201efalsche\u201c Propheten oder L\u00fcgenpropheten.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Ihre \u201eTrugbilder\u201c und tr\u00fcgerische Sicherheit verbreitenden Worte sind von den aufr\u00fcttelnden Spr\u00fcchen JHWHs durch den Mund Jeremias zu unterscheiden, was unbedingt erforderlich ist. Wollte man es aber als ein Kriterium ansehen, ob eine Prophezeiung zutrifft oder nicht, liegt man daneben, denn auch echte Prophetie ist keineswegs immer mit ihrer Erf\u00fcllung verkn\u00fcpft. Es gilt auch nicht, \u201eob Heil oder Unheil angesagt wird, sondern ob die Ansage, wie immer sie sei, dem g\u00f6ttlichen Anliegen einer bestimmten geschichtlichen Situation entspricht.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>\u201eZeiten der falschen Sicherheit geb\u00fchrt der aufr\u00fcttelnde Unheilsspruch\u201c, auf den nahenden Untergang hinweisend. \u201eZeiten der gro\u00dfen Not, aus der noch oder schon eine Befreiung geschehen kann, der Reue und der Umkehr geb\u00fchrt der ermunternde, einigende Heilsspruch.\u201c Jeremia vertritt keinen sch\u00fctzenden JHWH, jedenfalls nicht pauschal. Die falschen Propheten \u201ereden nicht blo\u00df den Leuten zu Gefallen\u201c; sie sind eigenen Tr\u00e4umen und Trugbildern verfallen, \u201esind selber in den Trug der Wunschwelt verstrickt\u201c; sie \u201emachen ihr Unterbewu\u00dftes zum Gott, den wahren [Propheten] wird ihr Unterbewu\u00dftes von der Hand des wahren Gottes bezwungen, der allem psychisch Vorfindbaren und Erschlie\u00dfbaren unbedingt transzendent ist und eben in dieser seiner <em>Transzendenz<\/em> als der Bezwingende erfahren wird.\u201c Solches wird in der Biographie und Prophetie Jeremias deutlich.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Zur Transzendenz wei\u00df Emmanuel L\u00e9vinas (1905\u20131995) Wesentliches beizutragen, indem er den Begriff des Unendlichen zur Bestimmung hinzunimmt: das Unendliche als \u201edas radikal, das absolut Andere. Die Transzendenz des Unendlichen mir gegen\u00fcber, der ich davon getrennt bin und es [dennoch] denke, stellt das erste Zeichen seiner Unendlichkeit dar.\u201c \u201eDie Idee des Unendlichen ist also die einzige, die uns etwas lehrt, was wir nicht schon wissen. Sie ist in uns hinein<em>gelegt<\/em>. Sie ist keine Erinnerung.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Transzendenz bleibt offen und ist nicht gegenst\u00e4ndlich fassbar; sie ist das Ungegenst\u00e4ndliche \u201ealles Seienden: des Unbedingten im Bedingten, des Unendlichen im Endlichen, die unanschauliche letzte Wirklichkeit im Endlichen [\u2026]\u201c, das Unanschauliche im Anschaulichen. \u201eTranszendenz darf [aber] nicht als das schlicht Jenseitige gedacht werden.\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Jeremia erf\u00e4hrt das gegenst\u00e4ndlich nicht Fassbare; das Wort des Transzendenten, des Ewigen (h\u00e4ufige Benennung JHWHs, um das Tetragramm zu vermeiden), das in ihn hineingelegt wird, ihn inspiriert in einer Weise, die \u00fcber die Inspiration des Rhapsoden, des Dichters und S\u00e4ngers, durch die Musen weit hinausgeht, weil sie ihn in die Verantwortung des Propheten beruft.<\/p>\n<p>Jeremia ist dazu berufen, einen neuen Bund, keine Erneuerung<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> eines der alten B\u00fcndnisse \u2013 weder des Abrahambundes, noch des Davidbundes (der nach Davids letzten Worten ewig halten soll; 2 Sam 23,5) noch des Sinaibundes, sie alle wurden gebrochen.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Nun will JHWH ein f\u00fcr allemal einen Bund besiegeln, der tragf\u00e4hig ist, indem er die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche N\u00e4he zum Volk Israel herstellt, \u00e4hnlich der bew\u00e4hrten Beziehung zu Jeremia. Jer 31,31\u201334 zeigt markante Unterschiede zwischen hebr\u00e4ischem masoretischem Text<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> (a) und griechischer \u00dcbersetzung\/ Septuaginta mit einer anderen hebr\u00e4ischen Fassung als Vorlage (b), wobei Unterschiede nur V. 32 u. V. 33 betreffen, V. 31 u. V. 34 bleiben davon unber\u00fchrt:<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">(MT) 32c [\u2026]; denn sie, sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich mich doch als Meister \u00fcber sie erwiesen hatte! Spruch JHWHs. 33b Meine Weisung (Tora) habe ich in ihr Inneres gelegt, und in ihr Herz werde ich sie ihnen schreiben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">(Septuaginta\/ LXX Jer 38,32 u. 38,33): [\u2026] denn sie <em>hatten<\/em> nicht in meinem Bund <em>verharrt<\/em>, und ich wurde <em>ihrer \u00fcberdr\u00fcssig<\/em> (oder <em>ich<\/em> <em>vernachl\u00e4ssigte sie<\/em>, spricht der Herr.\u201c 38,33 Gebend werde ich meine Gesetze in ihr Inneres geben<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> (\u03b4\u03b9\u03b4\u03bf\u1f7a\u03c2 \u03b4\u1f7d\u03c3\u03c9 \u03bd\u1f79\u03bc\u03bf\u03c5\u03c2 \u03b5\u1f30\u03c2 \u03c4\u1f74\u03bd \u03b4\u03b9\u1f71\u03bd\u03bf\u03b9\u03b1\u03bd \u03b1\u1f50\u03c4\u1ff6\u03bd),<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> und auf ihre Herzen werde ich sie schreiben (Pronomen <em>sie<\/em> im Plural: \u03b1\u1f50\u03c4\u03bf\u1f7b\u03c2 auf \u201emeine Gesetze\u201d bezogen).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nach dem bekannten masoretischen Text hat Israel den Bund gebrochen, dennoch hielt JHWH ihnen die Treue. Die hebr\u00e4ische Version, die der Septuaginta zugrunde lag, bezeugt aber, dass JHWH seinerseits den Bund aufk\u00fcndigte, woraufhin ein \u201ebundloser Zustand\u201d: in der Zeit zwischen dem Exodus (Auszug aus \u00c4gypten) und der Zeit Jeremias herrschte, dem erst JHWH viel sp\u00e4ter ein Ende setzt.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> 31,33b lautet\u00a0 (mit \u05e7\u05e8\u05d1)<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> : \u201eIch gab meine Tora (zwar) <em>in ihre Mitte<\/em> (mitten unter sie), aber ich werde sie auf ihr Herz schreiben.\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> \u201eDieselbe Tora, die fr\u00fcher f\u00fcr das Volk mitten in seiner Versammlung in der \u00d6ffentlichkeit erlassen wurde\u201c, wird in Zukunft \u201eauf die Herzen in der Innerlichkeit der Menschen geschrieben\u201c.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>Jeremias Prophezeiung hat Kontroversen zwischen christlichen und j\u00fcdischen Gelehrten ausgel\u00f6st: Verk\u00fcndet er wirklich einen umfassend <em>neuen Bund<\/em> oder (nur) die <em>Erneuerung der alten B\u00fcndnisse<\/em>, insbesondere des Sinaibundes und der Verinnerlichung der Tora durch deren Einhaltung? Befragt man die rabbinische Auslegung des Textes bei Jeremia und deren genaue Untersuchung der Tradition, wird deutlich, <em>dass das Neue des Bundes keineswegs die Erneuerung des Bestehenden in Gestalt der Tora ausschlie\u00dft<\/em>. Doch wird das Verh\u00e4ltnis zur Tora durch Verinnerlichung erneuert, wodurch der Mensch, der sie achtet, zur Befolgung der Gebote und Weisungen bef\u00e4higt wird.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> Es w\u00e4re ein neuzeitliches Missverst\u00e4ndnis, wollte man \u201eneu\u201c im Sinne eines prinzipiellen, qualitativen Gegensatzes zum Vorhergehenden verstehen.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Genau dies w\u00e4re f\u00fcr Kultur und Religion des Judentums undenkbar.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen gab es einen \u201eersten neuen Bund\u201c, \u201eden Bund mit den Zeitgenossen Jeremias\u201c (Jer 11,1\u201314). \u201eEs ist der gleiche Bund wie der \u201ades Tages\u2018 an dem JHWH die Vorfahren aus \u00c4gypten heraufgef\u00fchrt hat (V. 4).\u201c Man kann sagen, der Sinaibund sollte durch Jeremia <em>neu<\/em> proklamiert werden; die Septuaginta l\u00e4sst die V. 7\u20138, das Angebot des <em>erneuten<\/em> Bundesschlusses, einfach weg und erkl\u00e4rt lapidar: \u201eaber sie [Juda\/Jerusalem] taten es nicht\u201c (V. 8e), dieser Bund kam gar nicht erst zustande!<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> Gerade deshalb wird die <em>Bef\u00e4higung zur Einhaltung<\/em> eines von JHWH zu erf\u00fcllenden Bundes in die Zukunft verlegt.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">33c Und ich <em>werde<\/em> ihnen Gott sein, und sie, sie <em>werden<\/em> mir Volk sein. 34a.b Dann <em>wird<\/em> keiner mehr seinen N\u00e4chsten und keiner seinen Bruder belehren und sagen: Erkennt JHWH! Sondern vom Kleinsten bis zum Gr\u00f6\u00dften <em>werden<\/em> sie mich alle erkennen, Spruch JHWHs, [\u2026].<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Im Judentum ist auch die Messiaserwartung<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> zuk\u00fcnftig orientiert. Im Unterschied zur Erwartung einer Wiederkunft Christi ist der Messias eine menschliche Figur, die ein weltweites Friedensreich errichten wird. Die ersten Christen rechneten in naher Zukunft mit der zweiten Ankunft, der Wiederkehr (griech. Parusie) des Messias Jesus, dem Weltende und dem Weltgericht.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p>Aus j\u00fcdischer Sicht irrten Nichtjuden, \u201ewenn sie den \u201aneuen Bund\u2018 als neue Lehre verstanden, die ihnen von jenem Mann (Jesus) erneuert worden ist.\u201c<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> Der neue Bund ist \u201evom ersten nicht verschieden\u201c. Aber \u201eanders als in der Vergangenheit\u201c werden die Israeliten \u201eGott die Treue halten\u201c. \u201eNeu ist nicht der Inhalt des Bundes, sondern die Art und Weise, wie der alte Sinaibund vom Volk beachtet wird.\u201c<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> \u201eEs gibt keinen neuen Bund, sondern nur das Einhalten des alten.\u201c \u201eDer neue Bund wird dem alten \u00e4hnlich sein, von dem er [JHWH] kein Wort, keine Silbe ab\u00e4ndern wird\u201c.<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> Bei Licht besehen, ist die Haltung zur Tora seitens christlicher Theologie (wenn auch nicht rundum) unverst\u00e4ndlich, wenn man die einleitenden Worte zum Hauptteil der Bergpredigt Jesu ber\u00fccksichtigt (Mt 5,17\u201320: 17\u201318):<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>\u201eIhr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzul\u00f6sen; ich bin nicht gekommen aufzul\u00f6sen, sondern zu erf\u00fcllen. Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht ein einziges Jota oder nicht ein einziges H\u00e4kchen vom Gesetz vergehen [\u2026].\u201c<\/p>\n<p>Auf christliche Bibelauslegung wirkt dieser Text befremdlich; die Verse \u201egeh\u00f6ren zu den schwierigsten im Evangelium. Matth\u00e4us macht durch ihre Stellung am Anfang des Hauptteils der Bergpredigt [\u2026] deutlich, da\u00df sie f\u00fcr ihn grunds\u00e4tzlich wichtig sind.\u201c Sein \u201eVerh\u00e4ltnis zum mosaischen Gesetz und damit zum Judentum\u201c stehen zur Debatte.<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> Diskutabel ist es aber auch, wenn Exegeten <em>nicht<\/em> bedenkenlos <em>Jesus als Juden<\/em> und damit auch seine Verk\u00fcndigung im Sinne seiner <em>Treue zur Tora<\/em> voraussetzen! Man bemerkt im Hinblick auf \u201eQuellen und Herkunft\u201c, es w\u00e4re \u201everwegen, diesen Spruch [V. 17] auf Jesus zur\u00fcckzuf\u00fchren\u201c, um daraus Jesu Gesetzesverst\u00e4ndnis abzuleiten. Es scheint hier eine Analogie zum \u00e4hnlichen Problem einer Abgrenzung vom alten zum neuen Bund zu bestehen. Dennoch lautet eine L\u00f6sung des Problems: Matth\u00e4us habe \u201eeine judenchristliche Tradition aufgenommen, die das Halten <em>aller<\/em> Einzelgebote der Tora fordert [\u2026].\u201c Jesus sei \u201eHerr der Tora\u201c, aber er nimmt seine Autorit\u00e4t so wahr, \u201eda\u00df er die Tora uneingeschr\u00e4nkt g\u00fcltig sein l\u00e4\u00dft.\u201c<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a><\/p>\n<p>Drewermann erkennt, es geht Jesus um \u201eunmittelbares Vertrauen auf Gott\u201c: \u201eDa sollte nichts gemildert werden an all dem\u201c, was Tora und Propheten sagen, \u201eaber es sollte endlich <em>von innen her<\/em> [\u2026] G\u00fcltigkeit erlangen; endlich sollte lebbar werden, was bisher blo\u00dfe Hoffnung war: da\u00df auf dieser Welt einzig Gott \u00fcber den Menschen zu sagen hat [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a><\/p>\n<p>Die <em>Erf\u00fcllung<\/em> der <em>Tora<\/em> durch den Nazarener k\u00f6nnte missverstanden werden, so als d\u00fcrften sich Juden (und Christen, die es zu seiner Zeit freilich noch nicht gab!) entspannt zur\u00fccklehnen und jegliche aktive Fr\u00f6mmigkeit vernachl\u00e4ssigen, wie Armenpflege, Sorge f\u00fcr die Witwen, Pflege der Kranken, Einstehen f\u00fcr Gerechtigkeit, Erziehung der Kinder in der Tora, Kritik gegen\u00fcber den Herrschenden \u2013 eben all das und noch mehr, was die Tora und die Propheten lehren. Man hat sp\u00e4ter die gesamte hebr\u00e4ische Bibel als Tora bezeichnen k\u00f6nnen, was auch sinnvoll ist, weil dann Weisheitsliteratur, die Poesie der Psalmen, die Spr\u00fcche und der kritische Philosoph Kohelet hinzukommen. Man erinnere sich zudem an einen Rat Martin Luthers:<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Die<em> Bibel <\/em>ist nicht [zuerst] Lesewort<em>, <\/em>sondern<em> Lebewort.<\/em> Gewissenhafte Beachtung der Tora \u2013 s<em>ei es nach dem alten, sei es nach dem neuen Bund<\/em> \u2013 f\u00fchrt zu einem verantwortlichen Handeln f\u00fcr den Anderen, f\u00fcr die Leidenden, die Schwachen, die Entrechteten, f\u00fcr die Armen.<\/p>\n<p>Zwischen JHWH und dem Volk entsteht etwas Neues: Er verl\u00e4sst die Kultst\u00e4tte, den heiligen Tempel, wird ein \u201eGott der Ferne\u201c, der aber \u201eHimmel und Erde erf\u00fcllt\u201c und \u201ealles wahrnimmt\u201c, \u201eallem \u00fcberlegen bleibt [\u2026].\u201c \u201eAber er bleibt zugleich bei den Versto\u00dfenen, bei den Leidenden\u201c, \u201ebei dem Zermalmten\u201c und Erniedrigten. \u201eDen Regionen der M\u00e4chtigen und Gesicherten unendlich \u00fcberlegen, l\u00e4\u00dft er sich zu den am Boden Liegenden nieder und nimmt an ihrem Leiden teil. Seine wachsende Unbegreiflichkeit wir dadurch gemildert und sogar ausgeglichen, dass er der Gott der Leidenden und das Leid ein Zugang zu ihm wird, wie wir schon aus Jeremias Leben erkennen [\u2026].\u201c Jeremia wird durch das Leiden immer tiefer in die \u201eGemeinschaft mit JHWH\u201c gef\u00fchrt.<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a> \u201eDas Leid, das er durch Israel leidet, leidet er f\u00fcr Israel. Und so leidet er es um JHWH willen.\u201c<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a><\/p>\n<p>Das Leiden Jeremias beruht zum gr\u00f6\u00dften Teil auf seinen kontroversen Ansichten in der Einsch\u00e4tzung der Babylonier, die Juda erobern und zerst\u00f6ren w\u00fcrden, weil die herrschende Klasse dort unverantwortlich \u201ewaghalsige politische Pl\u00e4ne\u201c verfolgt. Jeremia tritt an die \u00d6ffentlichkeit und verst\u00e4rkt seine Botschaft mit \u201espektakul\u00e4ren Aktionen\u201c (Zeichenhandlungen); so l\u00e4uft er z.B. \u201emit einem Joch auf den Schultern durch Jerusalem\u201c. Am meisten provoziert er mit der Behauptung, die Babylonier, samt des Unheils, das von ihnen ausgeht, seien \u201eein Werkzeug Gottes\u201c.<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> Damit hat er zweifellos nicht Unrecht, auch wenn es gewisserma\u00dfen nicht beweisbar ist, denn aus profaner Sicht handelt es sich einfach um eine Verkettung politischer Notwendigkeiten. Andererseits haben auch andere Propheten im Namen JHWHs Unheil als Folge der B\u00fcndnisuntreue Israels und Juda verk\u00fcndet, und die Prophezeiungen erwiesen sich als wahr.<\/p>\n<p>\u201eMit seinem Auftreten und seiner politisch brisanten Position ger\u00e4t Jeremia schnell ins Visier [\u2026] der politisch m\u00e4chtigen Kreise am Hof, zu denen auch die vom K\u00f6nig bestallten und finanzierten Propheten geh\u00f6ren. Seine Kritik an den Institutionen verbindet Jeremia mit dem Vorwurf der Falschprophetie gegen\u00fcber seinen Prophetenkollegen.\u201c<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a> Jeremia riskiert viel: Man schmiedet Mordpl\u00e4ne gegen ihn. Beim Versuch, Jerusalem w\u00e4hrend einer Belagerungspause zu verlassen, wird er inhaftiert und in eine Zisterne gesperrt, \u201eunter dem Vorwurf, zu den Babyloniern \u00fcberlaufen zu wollen\u201c. Nachdem er befreit wurde, bekam er nach etlichen Diskussionen mit dem K\u00f6nig in dessen Palast \u201eHausarrest\u201c und erlebte von dort aus die Eroberung Jerusalems. Der babylonische Befehlshaber lie\u00df ihn aber frei, und Jeremia geh\u00f6rte auch nicht zu den Deportierten. Mit einer Gruppe gelangte er sp\u00e4ter nach \u00c4gypten, wo sich seine Spuren allerdings verloren.<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a><\/p>\n<p>Versuchen wir eine \u201eWegweisung f\u00fcr unsere Zeit\u201c. Der Rabbiner Roland Gradwohl meint, es k\u00e4me auf die Gemeinschaft und jeden Einzelnen an, ob die Tora, \u201edie ethischen Forderungen vom Sinai graue Theorie bleiben oder ins Herz eingeschrieben sind.\u201c \u201eOft ist die Tradition des Glaubens zur leblosen Form erstarrt ohne direkten Bezug auf das Tun des Menschen.\u201c \u201eDer Prophet spricht vom Bund des Herzens, vom Bund, der den ganzen Menschen umschlie\u00dft und daher auch zu begl\u00fccken vermag.\u201c<\/p>\n<p>Der \u201eneue Bund\u201c f\u00fchrt auch zum Frieden hin; er verdankt sich Gottes Wirken. \u201eAm Menschen liegt es, sein Herz und seinen Geist bereit und offen zu halten, empf\u00e4nglich f\u00fcr den Segen Gottes.\u201c<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Pfarrer Thomas Bautz<br \/>\nim Unruhestand<br \/>\n<a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Fussnoten:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a><a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/jeremia-jeremiabuch\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/jeremia-jeremiabuch<\/a>; Hermann-Josef Stipp: Jeremia \/ Jeremiabuch, wibilex (2019). Das Jeremiabuch geh\u00f6rt zu den komplexesten B\u00fcchern der BH.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a><a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/bund-at\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/bund-at<\/a>; Udo R\u00fctersworden: Bund (AT), wibilex (2006): (3.) Der Bund mit Gott, S. 2\u20138; (3.2.) Der Bund in den Prophetenb\u00fcchern, S. 6\u20138.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>Martin Buber: Der Glaube der Propheten (2., verb. Aufl. 1984): Der Gott der Leidenden (195 \u2013 226): Gegen das Heiligtum (197\u2013226): Jeremia, 201ff u. 205\u2013226: 204.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>Barbara Schmitz: Geschichte Israels (2., aktual. Aufl. 2015): Jeremia, 27\u201329: 27.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>Cf. <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/zedekia\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/zedekia<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>Schmitz: Geschichte Israels: Jeremia, 27. Nicht im Sinne der heutigen Gruppe(n) rechtsextremer Querdenker!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>Schmitz: Geschichte Israels: Jeremia, 27\u201329 u. passim; cf. Stipp: Jeremia, 1\u20132; TRE 16 (1987), Art. Jeremia \/ Jeremiabuch (Siegfried Herrmann), 568\u2013586: Der Prophet Jeremia und seine Zeit, 568\u2013571.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 207; (kursiv; Th.B.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 207.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 206\u2013207.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>Georg Fischer: Das Trostb\u00fcchlein. Text, Komposition und Theologie von Jer 30\u201331, SBB 226 (1993).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>Es ist wohl davon auszugehen, dass das Exil als religi\u00f6se Strafe empfunden wurde; TRE 10 (1982), Art. <em>Exil<\/em> (I.) Altes [\u2026] Testament (Rudolf Schmid), 707\u2013710: (2.) Das babylonische Exil als Krise und Neuanfang. Dennoch bestanden f\u00fcr die Juden in Babylonien komfortable Lebensumst\u00e4nde. Wie andere in verschiedenen Kolonien angesiedelte Juden konnten sie ohne Zwang Handel, Landwirtschaft, H\u00e4userbau betreiben. Schmitz: Geschichte Israels (2015): Das Leben in Juda, Babylonien und \u00c4gypten (597\/ 587\u2013520 v.d.Z.), 35\u201345.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>Horst Dietrich Preu\u00df\/ Klaus Berger: Bibelkunde des Alten und Neuen Testaments. Erster Teil: AT (1980), 45; TRE 7 (1980), Art. <em>Bund<\/em> (I) Altes Testament (Ernst Kutsch), 398\u2013403.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 216 (kursiv; ThB.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 207.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>Bruno Snell: Die Entdeckung des Geistes (1980), 127\u2013128 (Stellenangaben dort).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>Albrecht Beutel: In dem Anfang war das Wort. Studien zu Luthers Sprachverst\u00e4ndnis, HUT 27 (1991).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>Roland Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): \u201eWer stand im Rat des Herrn?\u201c (Jer 23,16\u201329), 256\u2013275.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 221\u2013222.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 222\u2013223; zur Transzendenz,<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>E. L\u00e9vinas. Die Spur des Anderen (<sup>6<\/sup>2012): (7.) Die Philosophie und die Idee des Unendlichen, 197.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a>Macht des Bildes \u2013 Visionen des G\u00f6ttlichen. Kunst und Transzendenz (2009), 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>Genau das bleibt noch zu pr\u00fcfen (s.u.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a>Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Der \u201eneue Bund\u201c (Jer 31,31\u201334), 293\u2013305: 294\u2013295.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a><a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/wissenschaftliche-ausgaben\/biblia-hebraica-stuttgartensia\/masora\">https:\/\/www.die-bibel.de\/wissenschaftliche-ausgaben\/biblia-hebraica-stuttgartensia\/masora<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>Adrian Schenker: Das Neue am neuen Bund und das Alte am alten. Jer 31 in der hebr\u00e4ischen und griechischen Bibel, FRLANT 212 (2006): (I.) Altes Testament (2.) Die Verhei\u00dfung des neuen Bundes im hebr\u00e4ischen maso-retischen Text von Jer 31,31\u201334 im Vergleich mit derselben Verhei\u00dfung in der Septuaginta und ihrer hebr\u00e4i-schen Vorlage (S. 17\u201334): (2.1) Der Wortlaut der Verhei\u00dfung, S. 17\u201319: 19. Joseph Ziegler: Beitr\u00e4ge zur Ieremias-Septuaginta (Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in G\u00f6ttingen, Philologisch-Historische Klasse 1958,2).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a>Figura etymologica (rhetorische Figur); <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Etymologische_Figur\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Etymologische_Figur<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a>Schenker: Das Neue am neuen Bund (2006): (2.6) Jeremia 31,33 in der Septuaginta (Jer 38,33), S. 32\u201334.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a>Schenker: Das Neue am neuen Bund (2006): (2.3) Er\u00f6rterung von Jer 31,32 im hebr\u00e4ischen masoretischen Text und in der Septuaginta, Jer 38,32, S. 20\u201325.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a>\u05d1\u05b0\u05bc\u05e7\u05b4\u05e8\u05b0\u05d1\u05b8\u05bc\u0594\u05dd<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a>Schenker: Das Neue am neuen Bund (2006): (2.5) Er\u00f6rterung von Jer 31,33 im hebr\u00e4ischen masoretischen Text, 26\u201331: 28\u201329.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a>Schenker: Das Neue am neuen Bund (2006), 31.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a>Cf. Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Der \u201eneue Bund\u201c, 297\u2013302.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a><a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/bund-at\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/bund-at<\/a>; R\u00fctersworden: Bund (AT), (2006): (3.) Der Bund mit Gott (3.2.) Der Bund in den Prophetenb\u00fcchern, S. 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a>Schenker: Das Neue am neuen Bund (2006): (4.) Auffassung von neuen Bund in der LXX: ein drittes B\u00fcndnis Gottes mit seinem Volk (4.1) Ein erster neuer Bund: der Bund mit den Zeitgenossen Jeremias, (Jer 11,1\u201314), S. 37\u201338; cf. Schenker: op.cit. (3.) Auffassung vom neuen Bund im masoretischen Text (3.2) Von Gott nie gek\u00fcn-digter Bund im MT, 35\u201337.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Messias\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Messias<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Messias#Jesus_Christus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Messias#Jesus_Christus<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a>Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Der \u201eneue Bund\u201c, 298.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a>Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Der \u201eneue Bund\u201c, 299.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a>Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Der \u201eneue Bund\u201c, 298.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a>S. Ulrich Luz: Das Evangelium nach Matth\u00e4us, EKK I\/1 (1985): (II) Das Wirken Jesu in Israel in Wort und Tat (A) Die Bergpredigt (183\u2013416): Der Hauptteil (5,17\u20137,12): Der Vorspruch (5,17\u201320), 227\u2013244: 228. Es ist symptomatisch, dass der Text der Exegese Kopfschmerzen bereitet (Luz, 229, A. 7). Die erbauliche Auslegung Drewermanns meint: \u201eWenn Jesus jemals so gesprochen hat, dann sicher urspr\u00fcnglich nicht so, wie Matth\u00e4us es hier einf\u00fcgt.\u201c Eugen Drewermann: Das Matth\u00e4usevangelium I. Bilder der Erf\u00fcllung (1992): Einzelauslegung (Mt 5,17\u201320)\u00a0 Zwischen Gesetzlichkeit und Chaos oder: Die Verbindlichkeit der Freiheit, 441\u2013447.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a>Luz: Evangelium nach Matth\u00e4us, EKK I\/1 (1985), 230; dort auch im Folgenden.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a>Luz: op. cit., 239.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a>Drewermann: Das Matth\u00e4usevangelium I. Bilder der Erf\u00fcllung (1992), 441.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a><a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/neues-testament\/luther-martin-nt\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/neues-testament\/luther-martin-nt<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 226.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten, 225.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a>Schmitz: Geschichte Israels: Jeremia, 27.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a>Schmitz: Geschichte Israels: Jeremia, 28.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a>Cf. Schmitz: Geschichte Israels: Jeremia, 28.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bedeutung der Tora und des Bundes \u2013 neu oder erneuert? | Exaudi | 17. Mai 2026 | Jer 31,31\u201334 | Thomas Bautz | &nbsp; Die Bedeutung der Tora und des Bundes \u2013 neu oder erneuert? Liebe Gemeinde! Ich m\u00f6chte unsere Aufmerksamkeit auf ein B\u00fcndnis lenken, das die hebr\u00e4ische Bibel im Jeremiabuch[1] durch den Propheten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":26304,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23,1,2,727,157,853,114,377,376,349,109,209],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-26313","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-jeremia","category-aktuelle","category-at","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-exaudi","category-kapitel-31-chapter-31","category-kasus","category-predigten","category-thomas-bautz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26313"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26313\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26314,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26313\/revisions\/26314"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26304"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26313"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=26313"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=26313"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=26313"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=26313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}