{"id":26340,"date":"2026-05-22T17:26:16","date_gmt":"2026-05-22T15:26:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26340"},"modified":"2026-05-22T17:26:16","modified_gmt":"2026-05-22T15:26:16","slug":"johannes-2019-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-2019-23\/","title":{"rendered":"Johannes 20,19-23"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Zu einem \u201eGlobal Enterprise\u201c geh\u00f6rig | Pfingstmontag | 25.05.2026 | Johannes 20,19-23 | Uland Spahlinger |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">19 Es war am Abend eben jenes ersten Wochentages &#8211; die J\u00fcnger hatten dort, wo sie waren, die T\u00fcren aus Furcht vor den Juden verschlossen -, da kam Jesus und trat in ihre Mitte, und er sagt zu ihnen: Friede sei mit euch!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">20 Und nachdem er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die H\u00e4nde und die Seite; da freuten sich die J\u00fcnger, weil sie den Herrn sahen. 21 Da sagte Jesus noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und nachdem er dies gesagt hatte, hauchte er sie an, und er sagt zu ihnen: Heiligen Geist sollt ihr empfangen! 23 Wem immer ihr die S\u00fcnden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie festhaltet, dem sind sie festgehalten. (Z\u00fcrcher Bibel)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dass hier in Unterampfrach<a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> ausgerechnet am Pfingstmontag Kirchweih gefeiert wird, setzt mich immer noch ein wenig in Erstaunen. Normalerweise ist Kirchweih ja mit einem festen Datum verbunden \u2013 n\u00e4mlich, wie das Wort nahelegt, mit dem Tag der Kirchweihe. Pfingsten aber wandert im Kalender. K\u00f6niglich bayerischer Ordnungswille hat sich auch an dem Thema abgearbeitet; bei Wikipedia k\u00f6nnen wir nachlesen: \u201eIn Altbayern wurde bis zum Jahr 1866 in den St\u00e4dten und D\u00f6rfern die Kirchweih am Sonntag vor oder nach dem Patrozinium (<em>Namenstag des Kirchenheiligen<\/em>) der Kirche gefeiert. Da die Bev\u00f6lkerung sich gerne an den jeweiligen Feierlichkeiten der Nachbargemeinden beteiligte, nahm (in den Augen der Obrigkeit) die Anzahl der Vergn\u00fcgungsveranstaltungen und der damit verbundene Alkoholkonsum \u00fcberhand. Deshalb wurde die traditionelle \u201eDorfkirchweih\u201c durch einen zentralen Termin f\u00fcr alle Kirchen im Herbst \u2013 den dritten Sonntag im Oktober \u2013 ersetzt\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Protestantischer Widerspruchsgeist gegen den katholischen K\u00f6nig in M\u00fcnchen? Immerhin gilt hier, was auch Wikipedia erkannt hat: \u201eJedoch hat sich dieser Termin nicht in ganz Bayern durchgesetzt\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Sache mit dem Alkoholkonsum will ich hier jetzt mal nicht vertiefen; wie die Kirchweih als Volksfest mit dem urspr\u00fcnglichen Anlass zusammengeht, mag jede und jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden \u2013 und auf die Promillegrenze achtet gegebenenfalls die Polizei. Ich habe gar nichts gegen Geselligkeit, gutes Essen, eine Halbe Bier \u2013 aber als Pfarrer, als Theologe, als Christ liegt mir doch daran, den eigentlichen Anlass, den urspr\u00fcnglichen Sinn dieses Festes nicht aus dem Blick zu verlieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jedenfalls: ich finde zwar schade, dass unser Kirchweihfest mit dem bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg<a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>zusammenrumpelt. Dass es aber mit Pfingsten zusammenf\u00e4llt, das halte ich f\u00fcr einen Gl\u00fccksfall f\u00fcr Glauben und Leben. Es kann uns n\u00e4mlich ein paar zentrale Glaubenszusammenh\u00e4nge in Erinnerung rufen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schauen wir dazu auf den Abschnitt aus dem Johannesevangelium, den wir geh\u00f6rt haben. Da treffen wir die J\u00fcnger, abgeschottet in einem verriegelten Raum \u2013 \u201eaus Angst vor den Juden\u201c, wie Johannes schreibt. Damit hat Johannes den Juden nichts Gutes getan \u2013 er geh\u00f6rt zu denen, auf die sich nach dem Siegeszug des Christentums der um sich greifende Antisemitismus beruft, mit schlimmsten Folgen durch die Jahrhunderte. Er h\u00e4tte ja auch schreiben k\u00f6nnen: \u201eaus Angst vor den r\u00f6mischen Soldaten\u201c \u2013 die waren schlie\u00dflich damals die brutale Ordnungsmacht in Jerusalem.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was mag also vor sich gegangen sein, als Johannes schrieb? Einiges k\u00f6nnen wir nur vermuten oder erschlie\u00dfen: ganz im Anfang waren die Jesusanh\u00e4nger eine j\u00fcdische Splittergruppe. Ihr Messias Jesus galt der Mehrheit der Juden als ein Abtr\u00fcnniger \u2013 und so kam es immer wieder zu massiven Konflikten, wohl vor dem Hintergrund, dass beide, die Mehrheit wie die Splittergruppe, von den r\u00f6mischen Herren verfolgt wurden. Der Tempel in Jerusalem war zerst\u00f6rt, der Messias Jesus war viele Jahre schon tot, gekreuzigt als Aufr\u00fchrer, ausgel\u00f6scht. Da ging es um zweierlei zugleich: Um die Existenz und um die Sinnhaftigkeit des eigenen Glaubens: konnte man daran noch festhalten? Machte das \u00fcberhaupt noch Sinn angesichts der drohenden Ausl\u00f6schung? Und: wer konnte die Wahrheit f\u00fcr sich behaupten? Die einen oder die anderen? Silke Niemeyer fasst das so zusammen: \u201eDas Tragische: Sie k\u00f6nnen in ihrem \u00dcberlebenskampf einander nicht gelten lassen. Zu gro\u00df das Trauma. Zu gro\u00df die \u00e4u\u00dfere Bedrohung\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Anh\u00e4nger Jesu in der Defensive. Unser Abschnitt bildet das ab. Eingeschlossen, ver\u00e4ngstigt, in die Enge getrieben. Blo\u00df nicht sichtbar werden \u2013 zu gef\u00e4hrlich. Und andererseits \u2013 wer k\u00f6nnte das nicht irgendwie verstehen \u2013 getrieben von einem \u201ewir oder die?\u201c! Da kann die Verzweiflung schon auch harsche Polemik hervorbringen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich erinnere mich aus meiner Zeit in der Ukraine an Erz\u00e4hlungen alter Frauen aus der lutherischen Gemeinde \u2013 die M\u00e4nner waren zumeist verschleppt und umgebracht worden -, die davon sprachen, wie sie sich abends in kleinen Gruppen trafen, in ihren deutschen Bibeln und Andachtsb\u00fcchern lasen und leise sangen, damit es die Spitzel nicht h\u00f6rten. Das war unter Umst\u00e4nden lebensgef\u00e4hrlich. Da k\u00f6nnen schon Fragen aufkommen: Sind wir denn ganz und gar verlassen? Warum werden wir so drangsaliert? H\u00f6rt Gott unsere Gebete nicht? Haben wir vielleicht -so wurde ihnen von der sowjetischen Propaganda ja eingeh\u00e4mmert \u2013 den falschen Glauben? Verzichten wollten sie aber keinesfalls \u2013 das Singen und Beten, das H\u00f6ren auf die Schrift geh\u00f6rte zu ihrem Leben unabdingbar dazu. Aber zu Freundinnen der KPdSU wurden sie nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass der Glaube, dass die Gemeinschaft, dass die Orte und R\u00e4ume nicht geschont bleiben, das hat es immer gegeben. Auch wir heute \u2013 bei weitem nicht so bedrohlich und existenzgef\u00e4hrdend wie zu anderen Zeiten und an anderen Orten \u2013 m\u00fcssen uns neben berechtigter Kritik an Fehlverhalten und Versagen ja mancherlei Spott, Hetze und Infragestellung anh\u00f6ren im Kampf der Meinungen und Weltanschauungen. (Schauen wir nur auf die Pl\u00e4ne der AfD im Falle einer Regierungs\u00fcbernahme in Sachsen-Anhalt zum Beispiel: da wird den Kirchen massiv der Kampf angesagt.) Und an wie vielen Orten auf der Welt <em>werden<\/em> christliche Gemeinden drangsaliert, verfolgt, ihre Mitglieder an Leib und Leben bedroht!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wir hier, im l\u00e4ndlichen Raum Westmittelfrankens? Wir sind eine kleine Schar. Selbst zu Kirchweih ist die Zahl derer im Bierzelt gr\u00f6\u00dfer als die der Kirchenbesucher. Obwohl hier gut leben ist, will sich keine Pfarrperson f\u00fcr die ausgeschriebene Stelle finden. Sind wir verlassen und verloren? Geht es selbst uns, in unserer immer noch ganz gut abgesicherten Lebenswelt, nicht irgendwie auch ein bisschen so wie den J\u00fcngern? Dass wir uns nicht wahrgenommen f\u00fchlen, abgeh\u00e4ngt? Dass wir mit unserem Glauben nicht vorkommen? Dass die Ver\u00e4chter Oberwasser haben? Dass die Aussichten uns d\u00fcster erscheinen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes dreht die Sache um. Die J\u00fcnger trauen sich nicht heraus aus ihrem Versteck \u2013 also erz\u00e4hlt er vom auferstandenen Jesus, der zu ihnen hereinkommt. Sie m\u00f6gen erschrocken sein, schnell aber erwacht \u00fcberraschte Freude unter ihnen. Denn sie erkennen ihn an seinem Gru\u00df: \u201eFriede sei mit euch\u201c. Shalom, heute wie damals: das ist ja nicht nur die Abwesenheit von Krieg oder Gewalt, sondern meint: Es ist gut zwischen dir und mir und unserer Lebenswelt und Gott. Umfassend gut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann gibt in dieser Szene Jesus seinen Freunden noch eine St\u00e4rkung mit auf den Weg, eine Ermutigung: Er haucht sie an (f\u00fcr Hygieniker nach Corona w\u00e4re das eher eine fragw\u00fcrdige Zeichenhandlung, aber sie macht den Vorgang sinnf\u00e4llig) und sagt: \u201eHeiligen Geist sollt ihr empfangen! Wem immer ihr die S\u00fcnden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie festhaltet, dem sind sie festgehalten\u201c (Vv. 22b.23).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit neuer Kraft r\u00fcstet er sie aus, mit neuem Mut, mit einem Auftrag: sich der S\u00fcnde zu stellen, der Gottferne. \u00c4ngste zu \u00fcberwinden, hinauszutreten in die \u00d6ffentlichkeit (das wird ja auch an anderer Stelle erz\u00e4hlt). Die S\u00fcnde zu stellen, damit umzugehen und sie, wo m\u00f6glich, zu \u00fcberwinden. Dass daraus in sp\u00e4teren Zeiten ein Machtinstrument wurde, ist eine schreckliche Fehlentwicklung und ganz gewiss nicht im Sinne Jesu, der allen eine zweite Chance gegeben hat und sich besonders den Schwachen verbunden wusste. S\u00fcnden festzuschreiben oder zu vergeben: das ist eine hohe Verantwortung und erfordert Weisheit, Menschenkenntnis und ein weites Herz. Aber gewiss keinen engen Geist oder fanatische Glaubensgewissheit\u2026.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sollten nicht eingeschlossen bleiben in ihrem verrammelten Zimmer. Hinausgehen sollten sie, ausgestattet mit Gottes Geist, dem Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit, wie es an anderer Stelle hei\u00dft. \u201eFriede sei mit euch\u201c, das sollte ihre Botschaft sein. Das soll unsere Botschaft sein, in unseren Gottesdiensten, in unserer Gemeinschaft, in unseren Predigten und in unserem Handeln f\u00fcr andere. Und wir m\u00fcssen uns darin nicht klein machen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor ein paar Wochen bin ich im Netz auf einen kurzen Film gesto\u00dfen. Ein englischer Pfarrer, Evangelist, Prediger \u2013 gar nicht so leicht zu beschreiben, was genau er ist. Er nennt sich JJohn, geh\u00f6rt zur anglikanischen Kirche, f\u00fcllt im englischsprachigen Raum gro\u00dfe Hallen, ist im Netz sehr pr\u00e4sent und spricht die Menschen mit einem fr\u00f6hlichen, an Jesus orientierten Selbstbewusstsein an. Was ich da von ihm gesehen habe, hat mir so gefallen, dass ich es mir rausgeschrieben und \u00fcbersetzt habe. Es geht so:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWenn ich sage, dass ich ein Geistlicher bin, was ich ja bin, dann beschw\u00f6rt das gewisse Bilder bei den Leuten herauf, was ich wohl f\u00fcr einer sein mag. Daher bin ich gern ein wenig kreativ, wenn ich Leuten erz\u00e4hle, was ich tue.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Neulich sa\u00df ich neben einer Dame am Flughafen Heathrow. Ich sage: \u201eHallo\u201c! Und sie: \u201eJa, hallo\u201c! Ich fragte: \u201eWohin fliegen Sie?\u201c Sie sagt: \u201eNach Singapur.\u201c Dann fragt sie mich: \u201eWohin fliegen Sie?\u201c Ich sagte: \u201eNach Australien.\u201c Dann fragte ich nach ihrem Beruf, und sie sagte ihn mir. Und dann fragte sie: \u201eUnd was machen Sie?\u201c und ich sagte: \u201eTja (<em>lange Pause<\/em>) ich arbeite f\u00fcr ein weltweites Unternehmen.\u201c Sie: \u201eTats\u00e4chlich?\u201c Ich: \u201eTats\u00e4chlich.\u201c Und ich sagte: \u201eWir haben Filialen in fast jedem Land der Erde.\u201c Sie: \u201eWirklich?\u201c Ich: \u201eJa wirklich. Wir haben Krankenh\u00e4user und Hospize und Obdachlosenunterk\u00fcnfte.\u201c Ich sagte: \u201eWir betreiben Eheberatung und Kinderheime, wir haben Ern\u00e4hrungsprogramme und Bildungseinrichtungen. Bei uns laufen alle Arten von Gerechtigkeits- und Vers\u00f6hnungsinitiativen. Genaugenommen k\u00fcmmern wir uns um die Leute von der Geburt bis zum Tod \u2013 und wir arbeiten im Bereich der Verhaltensverbesserung.\u201c Sie darauf: \u201eWhoaao!\u201c und ihr Wow war so laut, dass haufenweise Leute sich umdrehten und uns anstarrten. Sie fragte: \u201eWie hei\u00dft die Firma?\u201c Ich sagte: Sie hei\u00dft Kirche. Haben Sie schon davon geh\u00f6rt?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das ist es doch, oder nicht? Wenn wir Jesus nachfolgen, dann sind wir Teil eines Weltunternehmens. Und genaugenommen: nicht nur global, sondern intergalaktisch, denn alle, die vor uns waren, sind eingeschlossen\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja warum denn nicht auch mal so? Es stimmt ja: Wir sind nicht klein. Wir m\u00fcssen nur hinschauen \u2013 und die Zusammenh\u00e4nge erkennen. Denn ja: wir geh\u00f6ren zu einem weltweiten \u201eUnternehmen\u201c. Wir k\u00f6nnen sogar sagen: wir sind intergalaktisch. Das mag ein bisschen verwegen klingen, aber mir hat der Gedanke gefallen. Er weitet den Blick<a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn wir hier in unserer Gemeinde Kirchweih feiern, dann tun wir das, weil schon Generationen vor uns hier zusammengekommen sind. Sie haben grundgelegt, worauf wir heute aufbauen k\u00f6nnen, am Ort, in der Region. Und wir sind damit gleichzeitig verbunden mit allen Christinnen und Christen, wo auch immer auf dem Globus sie sein m\u00f6gen, in der gro\u00dfen weltweiten \u00d6kumene. Alter, Geschlecht, Herkunft, pers\u00f6nliche Pr\u00e4gungen, Sprache, Kultur oder Herkunft: das soll alles nicht die entscheidende Rolle spielen. Es ist nicht einmal n\u00f6tig, dass sie von uns wissen oder wir von ihnen \u2013 die Verbindung ist da. \u201eNehmt hin den Heiligen Geist!\u201c Wir sind schlie\u00dflich getauft und so mit dem dreieinigen Gott verbunden. So viel Selbstbewusstsein \u2013 bei allen Fehlern, die wir auch machen \u2013 darf schon sein. Wir geh\u00f6ren zu denen, denen der Gru\u00df Jesu als Aufgaben und Zusage anvertraut ist: \u201eFriede sei mit euch!\u201c Das macht unser weltumspannendes Unternehmen aus. Das ist unser Auftrag. Unsere W\u00fcrde. Hier in dieser Kirche, hier an diesem Ort und \u00fcberall. Heute und bis ans Ende der Zeiten. Lasse Gott uns die Kraft seines Geistes erfahren. Shalom f\u00fcr Stadt und Land. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dekan i.R. Uland Spahlinger, Dinkelsb\u00fchl<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Email: <a href=\"mailto:uland.spahlinger@elkb.de\">uland.spahlinger@elkb.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Biographische Anmerkungen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seit Eintritt in den Ruhestand zum 1.1.25 habe ich eine Vakanzvertretung f\u00fcr drei kleine Dorf-Kirchengemeinden \u00fcbernommen, eine davon das genannte Unterampfrach. So wohl sich die Menschen in ihrem l\u00e4ndlichen Lebensraum f\u00fchlen, das Gef\u00fchl, an vielen Stellen abgeh\u00e4ngt zu sein (Schulen, Ausbildung, Einkaufsm\u00f6glichkeiten, kulturelles Leben, \u00d6PNV, medizinische Versorgung, Kirche als Teil der Lebenswelt usw.) ist deutlich wahrzunehmen. Vor allem wird vieles an anderen Orten \u201e\u00fcber uns\u201c entschieden. Da sind die \u00f6rtlichen Feste von hoher identit\u00e4tsbest\u00e4rkender Bedeutung. Kirchenleitungen t\u00e4ten gut daran, diese kleinen Einheiten nach Kr\u00e4ften zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zus\u00e4tzlich sei noch erw\u00e4hnt, dass ich von 2009 bis 2014 das Bischofsamt der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche der Ukraine innehatte; von dort habe ich die Erz\u00e4hlungen \u00fcber die verbotenen Zusammenk\u00fcnfte der versprengten deutschen Gemeindeglieder w\u00e4hrend der Sowjetzeit mitgebracht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zur Predigt selbst: Statt Kirchweih, dem Kasus, der hier greift, kann jederzeit das ganz \u201enormale\u201c Gemeindeleben mit seinen Facetten beschrieben werden \u2013 das erf\u00fcllt denselben Zweck und f\u00fchrt zum selben Ziel.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Zu Unterampfrach und der evangelischen Dorfkirche St. Sebastian und St. Veit vgl. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterampfrach\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterampfrach<\/a>;<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirchweih\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirchweih<\/a>;<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Der bayerische Kirchentag auf dem Hesselberg ist das j\u00e4hrlich am Pfingstmontag stattfindende bayerische Protestantentreffen auf der h\u00f6chsten Erhebung Mittelfrankens mit \u2013 je nach Witterung \u2013 zwischen 10.000 und 15.000 Teilnehmenden.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Silke Niemeyer zur Stelle, in: GPM, 80. Jg. Heft 2 S.299.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ein fast wortgleicher Reel von JJohn zu dem, den ich seinerzeit gesehen habe, findet sich unter <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DMCi6sroBd0\/\">https:\/\/www.instagram.com\/p\/DMCi6sroBd0\/<\/a>; \u00fcber JJohn im englischen Wikipedia: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/J.John\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/J.John<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/59E9EA8C-EC18-415F-A322-57FD2D5225CF#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Das entspricht durchaus dem Gedanken, den ich z.B. in einem Vorlesungsscript von Prof. Dr. Michael Herbst, Uni Greifswald, SS 2016, \u00fcber \u201eMissionarische Kirchen- und Gemeindeentwicklung\u201c gefunden habe: \u201eGemeinde ist zugleich auf das Gr\u00f6\u00dfere, auf Kirche bezogen. Jede Gemeinde ist ganz Kirche, aber sie ist nicht die ganze Kirche.\u201c <a href=\"https:\/\/theologie.uni-greifswald.de\/storages\/uni-greifswald\/fakultaet\/theologie\/ls-pt\/2016_VL_Gemeindeentwicklung\/HGW_SS_2016_-_Vorlesung_-_02_-_Kirche_und_Gemeinde_definieren_-_AB_02.pdf\">https:\/\/theologie.uni-greifswald.de\/storages\/uni-greifswald\/fakultaet\/theologie\/ls-pt\/2016_VL_Gemeindeentwicklung\/HGW_SS_2016_-_Vorlesung_-_02_-_Kirche_und_Gemeinde_definieren_-_AB_02.pdf<\/a>, dort S.4.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu einem \u201eGlobal Enterprise\u201c geh\u00f6rig | Pfingstmontag | 25.05.2026 | Johannes 20,19-23 | Uland Spahlinger | 19 Es war am Abend eben jenes ersten Wochentages &#8211; die J\u00fcnger hatten dort, wo sie waren, die T\u00fcren aus Furcht vor den Juden verschlossen -, da kam Jesus und trat in ihre Mitte, und er sagt zu ihnen: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":26335,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,1,157,853,114,299,349,3,124,392,109,163],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-26340","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-aktuelle","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-20-chapter-20-johannes","category-kasus","category-nt","category-pfingsten","category-pfingstmontag","category-predigten","category-uland-spahlinger"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26340"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26340\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26341,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26340\/revisions\/26341"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26335"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26340"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=26340"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=26340"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=26340"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=26340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}