{"id":26435,"date":"2026-06-25T08:04:49","date_gmt":"2026-06-25T06:04:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26435"},"modified":"2026-06-25T08:05:00","modified_gmt":"2026-06-25T06:05:00","slug":"roemer-129-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-129-21\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 12,9-21"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Geht\u2019s raus und spielt\u2019s | 4. Sonntag nach Trinitatis | 28.06.2026 | R\u00f6m 12, 9-21 | Ralf Reuter<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott gibt dir den Ball. Auf dem Spielfeld des Lebens. In seinem Team. Auf Zeit. Mit anderen. K\u00f6nnte so die Predigt auf der Kanzel beginnen? In der Kirche, mit 40 kleinen F\u00e4hnchen geschm\u00fcckt, von allen L\u00e4ndern der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft. Seid nicht tr\u00e4ge, so ginge dann die Predigt weiter. All die guten Ratschl\u00e4ge und Regeln aus dem R\u00f6merbrief w\u00fcrden folgen. Seid fr\u00f6hlich in Hoffnung, freut euch mit den Fr\u00f6hlichen, seid auf das Gute bedacht, haltet mit allen Menschen Frieden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Links und rechts sitzen die Besucher, sie sehen aus wie Fans, einige mit Trikots und Schals. Viele Kinder. Auch ganze Familien sind dabei. Sie alle sehen auf den Ball in der Hand des Pastors. Der Ball ist rund wie das Leben. Geist und K\u00f6rper, Leib und Seele, Herz und Verstand sind darin enthalten. Und die Anstrengung und das Bem\u00fchen, das Trainieren und Besserwerden. Rund wie das Leben, die Freude geh\u00f6rt ebenso dazu, und der Spa\u00df, und das Spiel, sonst wird das Leben zu schwer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schwer wie der R\u00f6merbrief. Die Ethik des Paulus, wie kann sie anders als spielerisch die Menschen von heute erreichen? Wo alles mit der Aufforderung beginnt, den Leib hinzugeben als ein lebendiges Opfer (12,1). Im Sport ist das unmittelbar verst\u00e4ndlich. Wie wird man besser, fragt mich mein Fitness-Coach oft, und sagt dann: Durch Wiederholung. Die Eleganz eines Dribblings, der geniale Pass in den Lauf des Mitspielers, die wunderbare Schusstechnik, das alles ist auch Training und \u00dcbung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seid brennend im Geist, geduldig in Tr\u00fcbsal, weint mit den Weinenden, gebt euren Feinden zu essen und zu trinken, das ganze Spektrum einer christlichen Haltung verlangt nach lebenslangem Lernen. Immer auf der Grundlage der Liebe. In den unterschiedlichen Teams, in den Abschnitten des Lebens. Doch es darf auch nicht zu schwer werden. Nat\u00fcrlich muss der Ball fest sein, aber zugleich leicht. Er muss auch bewegt werden. Und er muss fliegen k\u00f6nnen, und ins Tor treffen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun sind wir schon ziemlich weit hineingeraten in eine Predigt zum Fu\u00dfballgottesdienst. Nicht alle Beispiele passen. Nicht immer \u00fcberzeugt der Vergleich. Auch werden einige die Nase r\u00fcmpfen, und schimpfen \u00fcber die politischen Umst\u00e4nde und die \u00f6konomische Ausbeutung dieser Spiele. Und doch: Nirgends sonst als im weltweiten Sport h\u00e4ngen die Fahnen von verfeindeten L\u00e4ndern nebeneinander, steht der Gedanke von Fairness im Mittelpunkt, gelten die Regeln einheitlich f\u00fcr alle.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung zuvor, \u00fcbt Gastfreundschaft, seid eines Sinnes untereinander, vergeltet niemandem B\u00f6ses mit B\u00f6sem, da stell ich mir Jesus Christus als Trainer vor, der dies sagt und ein\u00fcbt. In unseren kirchlichen Gruppen. Und wie wir damit rausgehen auf das Spielfeld einer weltweiten Bewegung, um dieses zu bew\u00e4hren. Immer versuchen, wie die kleinsten L\u00e4nder, das bestm\u00f6glichste Ergebnis rauszuholen. F\u00fcr den Frieden, f\u00fcr die Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wo Jesus Christus der Trainer, da ist Gott der Schiedsrichter. Auch dies ist ein tiefes Bild. Seine Allmacht dr\u00fcckt sich darin aus, wie er uns auf den Platz stellt und wieder rausnimmt. Daher: Trachtet nicht nach den hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst f\u00fcr klug. Seid beharrlich im Gebet. Immer schon gab es Fu\u00dfballer, die vor dem Spiel beten. Manche \u00f6ffentlich in einem Gebetskreis, wie bei diesen Spielen, viele f\u00fcr sich, andere schlagen ein Kreuz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rund wie der Ball ist die Sonne und die Erde. Beides hat Gott geschaffen. Und mit der Erde immer wieder neuen Generationen den Ball gegeben, damit sie ihr Leben zuversichtlich spielen. Um dabei niemals ihre Wurzeln zu vergessen. Seid brennend im Geist, schreibt Paulus, und dient dem Herrn. Wer einmal f\u00fcr ihn gespielt hat, und sei es auch nur f\u00fcr kurze Zeit, der oder die hat einen festen Platz in seinem ewigen Team. Mit dieser Zuversicht spielt es sich leichter und besser auf Erden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Entscheidend ist immer auf dem Platz, das ist mein Lieblingsspruch als Bolzplatzkind aus der Sprache des Fu\u00dfballs. Da kann noch so viel geplant und oder geschrieben werden, wenn es nicht umgesetzt wird, z\u00e4hlt es nicht. Daher haben unsere Konfirmanden das Eisessen nach dem Gottesdienst im hei\u00dfen Sommer abgelehnt, weil sie noch ein Spiel hatten und das Eis sie nur belasten w\u00fcrde. Auf mich hat das Eindruck gemacht, im Sinne von Paulus: Seid nicht tr\u00e4ge in dem, was ihr tun sollt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In diesem nun beginnenden zweiten Halbjahr mit den weltweiten Herausforderungen und den Wahlen im eigenen Land r\u00e4cht euch nicht selbst, sondern \u00fcberlasst dies Gott, gebt seinem Zorn Raum. Denn nur so werdet ihr feurige Kohlen auf die H\u00e4upter der Menschen sammeln, und hoffentlich auch die Harten zum Nachdenken bewegen. Im Fairplay des Handelns ist das B\u00f6se nur mit Gutem zu \u00fcberwinden. Alles andere ist Gottes Sache. Er leitet das Spiel auf Erden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fu\u00dfballgottesdienste landauf, landab, die Kirchen als Arena des Glaubens, mit der Leichtigkeit eines Spiels, das ist wunderbar. Wir haben die Kirche ge\u00f6ffnet, geschm\u00fcckt, gesungen, gebetet, gepredigt und F\u00fcrbitte f\u00fcr den Frieden gehalten. Sie ist ganz voll geworden. So lasst uns diesen Sommer nutzen. Der Ball ist rund und sch\u00f6n wie das Leben. Oder, wie Franz Beckenbauer es einmal vor dem Finale zu seinen Spielern sagte und sie damit aufs Feld schickte: Geht\u2019s raus und spielt\u2019s.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Ralf Reuter<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">G\u00f6ttingen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: Ralf.Reuter@evlka.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geht\u2019s raus und spielt\u2019s | 4. Sonntag nach Trinitatis | 28.06.2026 | R\u00f6m 12, 9-21 | Ralf Reuter Gott gibt dir den Ball. Auf dem Spielfeld des Lebens. In seinem Team. Auf Zeit. Mit anderen. K\u00f6nnte so die Predigt auf der Kanzel beginnen? In der Kirche, mit 40 kleinen F\u00e4hnchen geschm\u00fcckt, von allen L\u00e4ndern der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":26421,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,426,1,157,853,114,425,349,3,109,182],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-26435","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-roemer","category-4-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-12-chapter-12-roemer","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-ralf-reuter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26435"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26435\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26436,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26435\/revisions\/26436"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26435"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=26435"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=26435"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=26435"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=26435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}