{"id":26491,"date":"2026-07-07T21:21:35","date_gmt":"2026-07-07T19:21:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26491"},"modified":"2026-07-07T21:21:35","modified_gmt":"2026-07-07T19:21:35","slug":"deuteronomium-76-12-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/deuteronomium-76-12-2\/","title":{"rendered":"Deuteronomium 7,6\u201312"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">| Erw\u00e4hlt, geliebt, gesegnet | 6. Sonntag nach Trinitatis | 12. Juli 2026 |<br \/>\n| Predigt zu 5. Mose 7,6\u201312 | verfasst von Paul Wellauer |<strong><br \/>\n| Psalmgebet im Wechsel | <\/strong><strong>Psalm 139,1-18.23-24 I Gott \u2013 allwissend und allgegenw\u00e4rtig| Lutherbibel 2017<\/strong><strong>*<br \/>\n<\/strong>I \u00a0HERR, du erforschest mich und kennest mich.<br \/>\nII Ich sitze oder stehe auf, so weisst du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.<br \/>\nI\u00a0 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.<br \/>\nII Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon w\u00fcsstest.<br \/>\nI\u00a0 Von allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir.<br \/>\nII Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.<br \/>\nI \u00a0Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?<br \/>\nII F\u00fchre ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.<br \/>\nI\u00a0 N\u00e4hme ich Fl\u00fcgel der Morgenr\u00f6te und bliebe am \u00e4ussersten Meer,<br \/>\nII so w\u00fcrde auch dort deine Hand mich f\u00fchren und deine Rechte mich halten.<br \/>\nI\u00a0 Spr\u00e4che ich: Finsternis m\u00f6ge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein \u2013,<br \/>\nII so w\u00e4re auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht<br \/>\nleuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.<br \/>\nI\u00a0 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.<br \/>\nII Ich danke dir daf\u00fcr, dass ich wunderbar gemacht bin;<br \/>\nwunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.<br \/>\nI\u00a0 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde,<br \/>\nals ich gebildet wurde unten in der Erde.<br \/>\nII Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war,<br \/>\nI\u00a0 und alle Tage waren in dein Buch geschrieben,<br \/>\ndie noch werden sollten und von denen keiner da war.<br \/>\nII Aber wie schwer sind f\u00fcr mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so gross!<br \/>\nI\u00a0 Wollte ich sie z\u00e4hlen, so w\u00e4ren sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir.<br \/>\nII Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; pr\u00fcfe mich und erkenne, wie ich&#8217;s meine.<br \/>\nI\u00a0 Und sieh, ob ich auf b\u00f6sem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.<br \/>\nI+II AMEN<\/p>\n<p><strong>| <\/strong><strong>Lesung <\/strong><strong>Predigttext | 5. Mose 7,6\u201312 <\/strong><strong>| <\/strong><strong>Ermahnung und Verheissung<\/strong><strong>| \u00a9 Die <\/strong><strong>Z\u00fcrcher Bibel, 2007**<br \/>\n<\/strong>6 <strong>Denn du bist ein Volk, das dem HERRN, deinem Gott, geweiht ist. Dich hat der HERR, dein Gott, aus allen V\u00f6lkern auf der Erde f\u00fcr sich erw\u00e4hlt als sein eigenes Volk.<br \/>\n<\/strong>7 Nicht weil ihr zahlreicher w\u00e4ret als alle anderen V\u00f6lker, hat sich der HERR euch zugewandt und euch erw\u00e4hlt &#8211; denn ihr seid das kleinste von allen V\u00f6lkern -,<br \/>\n8 <strong>sondern weil der HERR euch liebte<\/strong> und weil er den Eid hielt, den er euren Vorfahren geschworen hatte, darum f\u00fchrte euch der HERR heraus mit starker Hand und befreite dich aus dem Sklavenhaus, aus der Hand des Pharao, des K\u00f6nigs von \u00c4gypten.<br \/>\n9 <strong>So sollst du erkennen, dass der HERR, dein Gott, Gott ist, der treue Gott, der den Bund h\u00e4lt und die Gnade bewahrt denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, bis zur tausendsten Generation.<br \/>\n<\/strong>10 Denen aber, die ihn hassen, vergilt er ins Angesicht, und er vernichtet jeden; und er z\u00f6gert nicht bei dem, der ihn hasst, ins Angesicht vergilt er ihm.<br \/>\n11 Darum halte das Gesetz, die Satzungen und Rechte, die ich dir heute gebe, und handle danach.<br \/>\n<strong>Verheissung von Gottes Segen<\/strong><br \/>\n12 Und daf\u00fcr, dass ihr auf diese Rechte h\u00f6rt, sie haltet und danach handelt, wird der HERR, dein Gott, den Bund halten und die Gnade bewahren, wie er es deinen Vorfahren geschworen hat.<br \/>\n<em>Selig ist jeder Mensch, der Gottes Wort h\u00f6rt, in seinem Herzen bewahrt und danach lebt. Amen<br \/>\n<\/em><strong><br \/>\n| Predigt | <\/strong><strong>Erw\u00e4hlt, geliebt, gesegnet<\/strong><strong> |<\/strong><br \/>\nLiebe Gemeinde, liebe christliche Geschwister<br \/>\n<strong>1. Erw\u00e4hlt:<\/strong> Nur noch eine Woche und zwei Spiele trennen uns vom Fussball-WM-Finale. Dann wird f\u00fcr vier Jahre klar sein, wer die erfolgreichsten Fussballer der Welt sind. Doch schon am Tag nach dem WM-Final wird die Frage auftauchen: Wer sind die Stars und Sportgr\u00f6ssen, welche in den kommenden vier Jahren zu Hoffnungstr\u00e4gern werden? Die Trainer und ihr \u00abStaff\u00bb, ihr Mitarbeiterteam gehen auf die Suche, beobachten genau, bewerten, trainieren, f\u00f6rdern und: <strong>Sie w\u00e4hlen aus.<\/strong> Es gibt Spieler, die werden ins Nationalteam berufen und andere bleiben draussen. Die Ausgew\u00e4hlten freuen sich \u00fcber die Ehre und Herausforderung, ihr Land bei L\u00e4nderspielen und Meisterschaften zu vertreten. Sie wissen: Wir sind die Besten, die Auserw\u00e4hlten, die Spitze der Fussballnation! Jene, die nicht gew\u00e4hlt werden, sind wohl sehr entt\u00e4uscht, vielleicht w\u00fctend. Als gute Sportler werden sie sich jedoch doppelt anstrengen, um allenfalls doch noch in die Auswahl zu gelangen, nachselektioniert zu werden.<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Auch Gott w\u00e4hlt aus. Gott hat sich ein Volk ausgew\u00e4hlt.<\/strong> Ein Volk, mit dem er Grosses vorhat. Ein Volk, dass mit seiner Weisheit und Gesetzestreue zum Vorbild und Segen unter den V\u00f6lkern werden soll. Ein Volk, das Gott h\u00fctet und besch\u00fctzt wie seinen Augapfel. [Vgl. 1. Mose 12,2-3; 5. Mose 4,6; 5. Mose 32,10] Allerdings hat Gott offensichtlich andere Auswahlmassst\u00e4be als ein Nationaltrainer f\u00fcr seine Mannschaft: Gott w\u00e4hlt nicht das st\u00e4rkste, zahlreichste, erfolgreichste, schlagkr\u00e4ftigste Volk aus, sondern \u00abdas kleinste von allen V\u00f6lkern\u00bb (V7). Bl\u00e4ttern wir in der Geschichte des Volkes Israel zur\u00fcck bis auf die ersten Seiten der Ahnv\u00e4ter und -m\u00fctter, gelangen wir zu Abraham und Sarah, Isaak und Rebekka, Jakob und Esau und ihren Frauen: Einfache Nomaden und Hirten, keine F\u00fcrsten und K\u00f6nige. Aus diesen bescheidenen Anf\u00e4ngen will Gott sich ein Volk schaffen, dass so zahlreich wird, \u00abwie der Sand am Meer und die Sterne am Himmel.\u00bb [1. Mose 22,17] Gott bleibt sich darin treu, diese besondere Art und Weise seiner Auswahl immer neu unter Beweis zu stellen: Er beruft und erw\u00e4hlt nicht m\u00e4chtige, erfolgreiche und besonders weise Menschen, sondern solche, die sich selbst als unf\u00e4hig und ungeeignet ansehen. Abraham und Sarah sind lange kinderlos, wie soll aus ihnen ein grosses Volk werden? Mose sieht sich als schlechten Redner und ungeeignet, ein Volk zu f\u00fchren. David war der j\u00fcngste von acht Br\u00fcdern und noch ein Kind, als er zum sp\u00e4teren K\u00f6nig von Israel gesalbt wird, usw. usf. Auf den Punkt gebracht: <strong><em>\u00abGott begabt die Berufenen, er beruft nicht die Begabten.\u00bb <\/em><\/strong>Gottes Wahl macht deutlich: Es kommt nicht auf die Gr\u00f6sse, St\u00e4rke, Weisheit und Macht der Erw\u00e4hlten an, sondern allein auf Gottes souver\u00e4ne Wahl und was er in seiner g\u00f6ttlichen Macht daraus entstehen lassen kann. Wer aus dem Nichts die Welt erschaffen kann, der kann auch aus einem kinderlosen Ehepaar ein grosses Volk heranwachsen lassen, aus einem versch\u00fcchterten Mose einen grossen F\u00fchrer formen und aus dem kleinen David einen Riesen-T\u00f6ter und K\u00f6nig. Gott erw\u00e4hlt, Gott beschenkt, Gott erm\u00f6glicht, Gott macht aus ganz wenig unendlich viel. Was \u00abdas kleinste von allen V\u00f6lkern\u00bb seinerseits tun soll, dazu kommen wir noch.<br \/>\nZur\u00fcck zur Fussballauswahl: In der Primarschule war ich der Kleinste in der Klasse. Im Sportunterricht wurde ich meist als Letzter f\u00fcr eine Mannschaft ausgew\u00e4hlt. Das hat mich lange frustriert und traurig gemacht. Vielleicht wurde mir deshalb der Glaube an Gott schon fr\u00fch wichtig, weil Gott die Kleinsten besonders gerne hat, seien es David oder das Volk Israel. Wie gut tut es unserer Seele, unserem Herz, zu wissen: Gott sieht nicht auf die Gr\u00f6sse, St\u00e4rke und Macht sondern viel eher ins Herz eines Menschen. So tat er es beim Hirtenjungen David [1. Samuel 16,7], und ich bin \u00fcberzeugt: Er schaut und w\u00e4hlt heute noch genauso. Die Frage stellt sich: Wie verhalten sich wir Menschen und sein Volk dieser Wahl gegen\u00fcber? Reagieren von Gott Erw\u00e4hlte dankbar, begeistert, neutigierig, im Bewusstsein, welche Ehre und Perspektive diese Erw\u00e4hlung mit sich bringt?<br \/>\nGott erw\u00e4hlt das kleinste Volk und macht es bedeutungsvoll: Welche Verheissung und Hoffnung!<br \/>\nUnd es kommt noch besser:<\/p>\n<p><strong>2. Geliebt: \u00ab<\/strong>Nicht weil ihr zahlreicher w\u00e4ret als alle anderen V\u00f6lker, hat sich der HERR euch zugewandt und euch erw\u00e4hlt &#8211; denn ihr seid das kleinste von allen V\u00f6lkern -, <strong>sondern weil der HERR euch liebte, \u2026\u00bb <\/strong>Gottes Liebe ist der tiefere Grund, der Motor, der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Wahl seines Volkes. Nicht weil das Volk Israel so liebenswert oder liebensw\u00fcrdig war, zeigte ihm Gott seine Liebe. Das Volk Israel und auch schon seine Ahnv\u00e4ter und -m\u00fctter verhielten sich oft alles andere als liebensw\u00fcrdig und liebenswert: Oft egoistisch und kurzsichtig, manchmal intrigant und verlogen, immer wieder widerspenstig und ungehorsam. Gott liebte diese Menschen und sein Volk trotzdem. Trotz ihres Verhaltens, ihres Charakters, ihrer Eskapaden zeigte Gott immer neu und immer wieder seine unersch\u00f6pfliche Liebe f\u00fcr sein erw\u00e4hltes Volk. Liest man das Alte Testament vom Anfang bis zum Ende durch, k\u00e4mpft man sich mehrheitlich durch Beschreibungen, wie das Volk Gott den R\u00fccken zugewendet, seinen Rat in den Wind geschlagen und seine Gebote \u00fcbertreten hat. Die Propheten m\u00fcssen weit mehr Konsequenzen und Strafen f\u00fcr \u00dcbertretungen ank\u00fcndigen, als dass sie Hoffnungs- und Freudenbotschaft verk\u00fcndigen k\u00f6nnen. Doch immer wieder blitzen wie Perlen in einem Acker, wie Sterne an einem dunklen Himmel, wie ein Leuchtturm in finsterer Nacht die Zusagen Gottes auf wie diese: <strong>\u00abMit unendlicher Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus G\u00fcte.\u00bb<\/strong> (Jeremia 31,3b) <strong>So ist das Wesen Gottes: Er ist Liebe, er strahlt Liebe aus, er begr\u00fcndet unsere Existenz in seiner Liebe.<\/strong><br \/>\nGott ist auch gerecht, wahr und heilig, deshalb gibt er seinem Volk Regeln und Gebote, damit sie sich angemessen verhalten k\u00f6nnen. Gott zeigt die Konsequenzen auf, wenn seine Gebote nicht beachtet werden und ahndet auch die \u00dcbertretungen. Doch auch dies ist getragen und umgeben von seiner Liebe, seiner Geduld und Treue. \u00ab\u2026<strong>sondern weil der HERR euch liebte<\/strong> und weil er den Eid hielt, den er euren Vorfahren geschworen hatte, darum f\u00fchrte euch der HERR heraus mit starker Hand und befreite dich aus dem Sklavenhaus, aus der Hand des Pharao, des K\u00f6nigs von \u00c4gypten.\u00bb F\u00fcr das Volk Israel ist dies bis heute der st\u00e4rkste und nachhaltigste Liebesbeweis Gottes: Er hat sie aus der Sklaverei in \u00c4gypten befreit und zur\u00fcckgef\u00fchrt in das \u00abverheissene Land, in dem Milch und Honig fliessen.\u00bb [2. Mose 3,8 u.a.m.] Gottes Liebe setzt frei, Gottes Liebe sprengt Ketten und beendet Sklaverei, Gottes Liebe schenkt Freiraum , eine F\u00fclle an M\u00f6glichkeiten und Gaben, Land und Nahrung, Sicherheit und Zukunft. Gottes Liebe ist weit mehr als ein Gef\u00fchl von N\u00e4he und Geborgenheit: Er hilft sehr praktisch und handfest, dass sein Volk wohnen, leben und sich entfalten kann.<br \/>\nUnser heutiger Predigttext steht ja im letzten der f\u00fcnf Moseb\u00fccher. Das Volk steht noch \u00abjenseits des Jordans\u00bb und wartet auf den Einzug ins gelobte Land. Mose h\u00e4lt R\u00fcckblick. Er schreibt sein Testament, da er selbst nicht \u00fcber den Jordan mitgehen, sondern das verheissene Land nur aus der Ferne sehen wird. Doch f\u00fcr ihn steht fest: So, wie Gott das Volk vom Pharao befreit und vierzig Jahre durch die W\u00fcste gef\u00fchrt hat, so wird er auch in der neuen Heimat zu ihm stehen, es bewahren und besch\u00fctzen, <strong>weil er es liebt!<br \/>\n<\/strong>Und wir heute: Gilt uns dieselbe Liebe Gottes, die er seinem erw\u00e4hlten Volk zugesagt hat? D\u00fcrfen und sollen wir uns auch angesprochen f\u00fchlen von den verheissungsvollen Worten, die Mose im Auftrag Gottes an dessen Volk richtet? Im R\u00f6merbrief bem\u00fcht sich der j\u00fcdische Gelehrte und christliche Apostel Paulus \u00fcber drei Kapitel hinweg, die besondere Rolle des \u00abersterw\u00e4hlten\u00bb Volkes Israel zu ergr\u00fcnden. Deutlich wird: \u00abGott hat sein Volk, das er zuvor erw\u00e4hlt hat, nicht verstossen.\u00bb [R\u00f6mer 11,2] Doch er hat in die Wurzeln des \u00ab\u00d6lbaums Israel\u00bb neue Zweige eingepfropft. [R\u00f6mer 11,17] Gemeint sind alle Menschen, die durch den Glauben an Jesus Christus neu zum Volk Gottes dazugekommen sind. Und Paulus warnt die Christen und Christinnen: \u00abNicht du tr\u00e4gst die Wurzel, sondern die Wurzel tr\u00e4gt dich!\u00bb [R\u00f6mer 11,18b]<br \/>\nDas heisst: <strong>Gottes Liebe gilt auch dir und mir, durch Jesus Christus geh\u00f6ren wir auch zu seinem auserw\u00e4hlten und geliebten Volk.<br \/>\n<\/strong>Was ist die angemessene Reaktion auf die Liebe Gottes? \u00abSo sollst du erkennen, dass der HERR, dein Gott, Gott ist, der treue Gott, der den Bund h\u00e4lt und die Gnade bewahrt <strong>denen, die ihn lieben und seine Gebote halten,<\/strong> bis zur tausendsten Generation.\u00bb Wer geliebt wird und diese Liebe als wohlwollend, aufbauend und belebend erf\u00e4hrt, wird wohl mit Liebe, Wertsch\u00e4tzung und Zuneigung reagieren. Gott freut sich dar\u00fcber. Und im gleichen Atemzug sagt Mose: \u00ab\u2026die ihn lieben und seine Gebote halten.\u00bb Wenn ich jemanden sch\u00e4tze und achte, weil ich von ihm geliebt bin, f\u00e4llt es mir wohl leicht, auch seine Regeln und Anweisungen zu befolgen. Gottes Gebote dienen der Liebe, dienen dem Frieden und dem Wohlergehen aller. Und trotzdem f\u00e4llt es uns Menschen so schwer, uns an Gottes Gebote zu halten, denken wir nur an die 10 Gebote, die im 2. und 5. Buch Mose erl\u00e4utert werden. Woran liegt das? Erfahren wir Gottes Liebe zu wenig eindeutig und \u00fcberzeugend, so dass wir gerne mit Liebe antworten? Haben wir die kindlichen und jugendlichen Trotz- und Pubert\u00e4tsphasen noch nicht \u00fcberwunden, welche sich gegen Regeln und Gebote aufb\u00e4umen?<\/p>\n<p><strong>3. Gesegnet: <\/strong>Der Bibeltext f\u00fcr die heutige Predigt endet vor dem eigentlichen Segen, denn Gott durch Mose \u00fcber seinem Volk ausspricht. Doch er wird hier zumindest schon angek\u00fcndigt, Mose gibt einen Vorgeschmack, ein \u00abAmuse bouche\u00bb f\u00fcr das, was umfassend ausgesprochen wird. \u00abUnd daf\u00fcr, dass ihr auf diese Rechte h\u00f6rt, sie haltet und danach handelt, <strong>wird der HERR, dein Gott, den Bund halten und die Gnade bewahren, wie er es deinen Vorfahren geschworen hat<\/strong>.\u00bb (Vers 12)<br \/>\nDeutlich wird schon hier: Gott erw\u00e4hlt und liebt sein Volk \u00abnicht nur\u00bb, sondern er steht treu und verl\u00e4sslich zu seinen Auserw\u00e4hlten. Er wird seinen Bund halten und den Menschen mit Gnade begegnen. Wie diese Gnade konkret aussieht, ist in den folgende Versen zu lesen: Aus meiner Sicht eine wunderbare Ferienlekt\u00fcre! Gottes Segen ist sehr konkret, er umfasst weit mehr als sch\u00f6ne Worte und fromme W\u00fcnsche. Es soll seinem Volk rundum gut gehen, an Geist, Seele und Leib.<br \/>\nWie gesagt: Lesen sie die Segensworte gerne selbst nach. Und wenn sie schon dabei sein, bl\u00e4ttern sie doch weiter zum zweitletzten Kapitel des 5.Buches Mose, wo Mose jedem der zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels einen ganz pers\u00f6nlichen Segen zuspricht. In all den Segensworten geht es um Gottes Schutz und N\u00e4he, um Bewahrung, Fruchtbarkeit und Sieg \u00fcber Widerst\u00e4nde.<br \/>\n<strong>Erw\u00e4hlt, geliebt, gesegnet:<\/strong> Gott als allm\u00e4chtiger \u00abTrainer und Coach\u00bb erw\u00e4hlt und beruft dich in seine Mannschaft. Du sollst Teil des Teams sein, seines auserw\u00e4hlten Volkes. Gottes Liebe ist die Motivation, das Fundament und die Leitlinie. Wohl jedem Menschen, der mit Liebe und Glauben darauf reagiert!<br \/>\nGottes Segen begleitet und st\u00e4rkt dich: Es soll dir in Gottes Volk rundum gut gehen, an Geist, Seele und Leib, in Zeit und Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ERG 39 Geborgen, geliebt und gesegnet<br \/>\nERG 279 Gott liebt diese Welt<br \/>\nERG 700 Weit wie das Meer<br \/>\nERG 724 Sollt ich meinem Gott nicht singen<br \/>\nRW 23 Du grosser Gott, wenn ich die Welt betrachte<br \/>\nRW 47 Wo ich auch stehe<br \/>\nRW 50 Amazing Grace \/ O Wunder der Barmherzigkeit<br \/>\nRW 65 Gott ist Liebe<br \/>\nRW 77 Lebensgrund<br \/>\nRW 93 Lass die Worte, die ich sag<br \/>\nDer Herr segne dich \/ The Blessing \/ CCLI-Liednummer 7148397<br \/>\n<strong><br \/>\nLiteratur<br \/>\n<\/strong>*) Martin Luthers \u00dcbersetzung, Martin Luther 1984 \u00a9 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1985.<br \/>\n**) Die Z\u00fcrcher Bibel, Ausgabe 2007, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich<br \/>\nERG = Gesangbuch Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 1998<br \/>\nRW = R\u00fcckenwind, Lieder f\u00fcr den Gottesdienst, Hrsg. Evang Landeskirche des Kantons Thurgau, Theologischer Verlag, Z\u00fcrich2017<strong><\/p>\n<p><\/strong>Pfr. Paul Wellauer, Bischofszell, Schweiz | Mail: <a href=\"mailto:paul.wellauer@internetkirche.ch\">paul.wellauer@internetkirche.ch<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\/\">www.internetkirche.ch<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\/livestream\">www.internetkirche.ch\/livestream<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.evang-tg.ch\/\">www.evang-tg.ch<\/a> | @paulwellauerweber<br \/>\nGeb. 1967, Pfarrer und Mitglied im Kirchenrat der evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, Schweiz. Seit 2009 in Bischofszell-Hauptwil, 1996-2009 in Z\u00fcrich-Altstetten, davor 1993-1996 Seelsorger und Projektleiter im Sozialwerk Pfarrer Sieber, Z\u00fcrich, <a href=\"http:\/\/www.swsieber.ch\/\">www.swsieber.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>| Erw\u00e4hlt, geliebt, gesegnet | 6. Sonntag nach Trinitatis | 12. Juli 2026 | | Predigt zu 5. 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