{"id":26534,"date":"2026-07-29T11:17:39","date_gmt":"2026-07-29T09:17:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26534"},"modified":"2026-07-29T11:19:03","modified_gmt":"2026-07-29T09:19:03","slug":"jeremia-14-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jeremia-14-10\/","title":{"rendered":"Jeremia 1,4\u201310"},"content":{"rendered":"<h3>Ruf und Berufung \u2013 die Verantwortung des Propheten \u2013 Gibt es sie noch? | 9. So. n. Trinitatis | 02.08.2026 | Jeremia 1,4\u201310 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ruf und Berufung \u2013 die Verantwortung des Propheten \u2013 Gibt es sie noch?<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Eine Woche vor Pfingsten widmeten wir uns einem zentralen Text des Buches Jeremia (Jer 31,31\u201334), n\u00e4mlich der Ank\u00fcndigung eines neuen Bundes \u2013 verbunden mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber auch verkn\u00fcpft mit der Erinnerung an das ambivalente Verh\u00e4ltnis Israels zu JHWH und an Israels Ungehorsam in der Geschichte: was innen- wie au\u00dfenpolitisch katastrophale Folgen zeitigte. Es war stets Aufgabe der Propheten, der jeweiligen Regierung (K\u00f6nige) und dem Volk den Weg JHWHs zu weisen, der ein friedvoller, wenn auch nicht ohne Anstrengung gewesen w\u00e4re. Besserwisserei, Halsstarrigkeit und Untreue f\u00fchrten zur Belagerung Jerusalems, zu Deportationen, zur Zerst\u00f6rung Jerusalems und des Zentralheiligtums (des Tempels).<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Nun wird Jeremia zum Propheten berufen, einzig auf JHWHs Initiative hin; was er verk\u00fcnden soll, gleicht einer Revolution. Woher nimmt Jeremia die Kraft und den Mut? Was zeichnet diesen Propheten aus? Worauf beruht seine Berufung? Diese Fragen sind mehr als berechtigt, weil sich der Auftrag bei seiner Berufung als gewaltig offenbart, dessen Ausma\u00df einen Menschen schlechthin \u00fcberfordern muss (Jer 1,10):<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eSieh, am heutigen Tag setze ich dich \u00fcber die Nationen und \u00fcber die K\u00f6nigreiche, um auszurei\u00dfen und niederzurei\u00dfen, um zu zerst\u00f6ren und zu vernichten, um aufzubauen und zu pflanzen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Ank\u00fcndigung des Destruktiven<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> \u00fcberwiegt die Verk\u00fcndigung des Konstruktiven<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> und zeigt damit, wie notwendig eine Neuordnung in Israel und unter den V\u00f6lkern vorzunehmen ist. Es ist nat\u00fcrlich JHWH selbst, der diese massiven Ver\u00e4nderungen herbeif\u00fchren wird, was in Jer 31,28 deutlicher zum Ausdruck kommt:<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> <em>\u201eU<\/em><em>nd wie ich \u00fcber sie gewacht habe, um auszurei\u00dfen und niederzurei\u00dfen, zu vernichten und zu zerst\u00f6ren und Unheil anzurichten, so werde ich \u00fcber sie wachen, um aufzubauen und zu pflanzen!\u201c (Z\u00fcrcher Bibel)<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><strong>[5]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Doch ist der Prophet Jeremia JHWHs wortgewaltiges Sprachrohr. Er erf\u00e4hrt diese Bevollm\u00e4chtigung, nicht weil er geeignet erscheint; er h\u00e4lt sich f\u00fcr (zu) unerfahren: noch ein Knabe, zu jung! Eine Symbolhandlung best\u00e4tigt und vollzieht die Berufung: \u201eJHWH streckt seine Hand aus, ber\u00fchrt seinen Mund und spricht zu ihm: Sieh, Ich habe meine Worte in deinen Mund gegeben. Sieh doch, Ich habe dich eingesetzt [\u2026]\u201c (Jer 1,9\u201310a). \u201eDurch die Ber\u00fchrung der Gotteshand, die ihm in der Vision erschienen ist, empfing Jeremia [\u2026] den Hauptinhalt seiner zuk\u00fcnftigen Prophetien wie auch die prophetische F\u00e4higkeit, die Sprachf\u00e4higkeit, die ihm [\u2026] gefehlt hat.\u201c Jeremia wird k\u00fcnftig \u201emit der Autorit\u00e4t Gottes sprechen\u201c.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Jeremia als \u201epolitischer Querdenker\u201c,<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> richtet sich nicht nach dem Zeitgeist und riskiert \u201eunbequeme Positionen\u201c, ger\u00e4t damit in Situationen, die Leib und Leben bedrohen.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Dazu bedarf es einer Berufung, wie wir sie nicht mehr kennen, weil sie bereits pr\u00e4natal erfolgt: \u201eBevor ich dich gebildet habe im Mutterleib, habe ich dich gekannt, und bevor du aus dem Mutterscho\u00df gekommen bist, habe ich dich geweiht, zum Propheten f\u00fcr die Nationen habe ich dich bestimmt\u201c (Jer 1,5 Z\u00fcrcher Bibel); vergleiche Psalm 139,16a: \u201eNoch bevor ich geboren war, sahen mich deine Augen, [\u2026]\u201c (ZB).<\/p>\n<p>Auch wenn die Berufungen anderer Propheten stets einen pers\u00f6nlichen, mitunter intimen Charakter haben, aber diese urspr\u00fcngliche, au\u00dfergew\u00f6hnliche N\u00e4he von Geburt an ist einmalig.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Das Verh\u00e4ltnis zwischen JHWH und Prophet wird \u201evom <em>Wort<\/em> getragen\u201c; das \u201e<em>Gotteswort<\/em>\u201c \u2013 wie es schon eines seiner Bedeutungen im Hebr\u00e4ischen (Geschehen, Ereignis) anzeigt \u2013 <em>geschieht<\/em> \u201epl\u00f6tzlich, vom Menschen nicht erwartet und nicht gewollt\u201c, es \u201eist frei und neu wie der Blitz\u201c. Auch der K\u00fcnder, der Prophet, \u201ewird von ihm immer wieder bezwungen, ehe er es sich \u201ain den Mund legen\u2018 l\u00e4\u00dft (Jer 1,9; 20,7).\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Doch Jeremia ist \u201eeiner, der ausgesondert, berufen, mit Kraft begabt\u201c und \u201edem Leiden [zwar] ausgesetzt sein wird, aber \u00fcberwindet, weil Jahwes Wort nicht versagt [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Es gibt verschiedene Berufungsberichte in der hebr\u00e4ischen Bibel \u2013 aus einer Perspektive von au\u00dfen wie auch aus der Eigenperspektive erz\u00e4hlt. Manche Berufungsgeschichten leiten das Prophetenbuch als Ganzes ein und erhalten dadurch im doppelten Sinne eine exponierte Stellung, wie dies bei Jeremia und Ezechiel der Fall ist. Dadurch sind alle folgenden Prophetenspr\u00fcche als \u201eunmittelbares Gotteswort\u201c legitimiert.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Nimmt man noch andere Berufungsgeschichten zum Vergleich hinzu,<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> f\u00e4llt auf, dass die Ernennung zum Propheten und die Erteilung des Auftrags anfangs abgewehrt wird. Besonders eindr\u00fccklich ist dabei die Reaktion des Mose auf seine Berufung zum F\u00fchrer Israels (mit Aaron):<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eMose aber sagte zu JHWH: Adonai, ich bin kein Mann von Worten. Ich war es fr\u00fcher nicht und bin es auch nicht, seit du zu deinem Diener redest; schwerf\u00e4llig sind mein Mund und meine Zunge.\u201c (Ex 4,10; ZB)<\/em><\/p>\n<p>Die Berufung oder Erw\u00e4hlung wird also nicht \u201epausb\u00e4ckig\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> angenommen, etwa nach dem Motto: \u201eGute Wahl!\u201c \u201eEs gibt keinen Besseren!\u201c Der jeweilige Einwand beruht auch nicht auf falscher Bescheidenheit, sondern entspringt der tiefen Einsicht, dem klaren Bewusstsein der eigenen Unzul\u00e4nglichkeit! Prophet sein bedeutet \u201evon Gott her\u201c und \u201ezu Gott hin\u201c \u2013 in JHWHs Auftrag \u2013 zu reden: Zerst\u00f6rerisches, Destruktives und Konstruktives, Aufbauendes zu verk\u00fcnden. Und dem f\u00fchlt man sich nat\u00fcrlich nicht gewachsen! Damit sind die Propheten aber auch angreifbar, denn sie geh\u00f6ren einem \u201eradikalen Fl\u00fcgel\u201c an, \u201eder sich [\u2026] gegen\u00fcber dem offiziellen kultischen Betrieb verselbst\u00e4ndigt hat.\u201c Rhetorik, gewagte Vergleiche und ihr Improvisieren entstammen nicht dem \u201eRaum des Kultus\u201c.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Die Berufung der Propheten beinhaltet einen \u201egrunds\u00e4tzlichen Vorgang im Innersten ihrer Verk\u00fcndigung\u201c und ist verbunden mit einem neuen \u201eVerst\u00e4ndnis von Gott, Volk und Welt\u201c, das sie \u201ein steigendem Ma\u00dfe \u00fcber alles bisher Bestehende hinausgef\u00fchrt hat\u201c. Die Berufung eines Propheten war f\u00fcr Israel \u201eein Ereignis\u201c, \u201edas aus dem Kreis der religi\u00f6sen Erfahrungen herausfiel und das man eben nicht seit eh und je bei den Tr\u00e4gern der Jahwereligion kannte [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Au\u00dferdem wurde \u201edas Ereignis einer Berufung\u201c verschriftlicht, womit eine \u201eneue literarische Gattung\u201c geboren war. Im Ichstil verfasste prophetische Aufzeichnungen zeugten von M\u00e4nnern, \u201edie in einem entscheidenden Sinn aus den religi\u00f6sen [kultischen] Ordnungen [\u2026] herausgerufen waren [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Diese \u201eanalogielose Situation\u201c zwang die Propheten zur Rechtfertigung vor sich und vor anderen. Mit dem Auftrag und der Verantwortung sah sich der Prophet \u201eganz allein auf sich selbst gestellt\u201c. Eine Niederschrift war f\u00fcr die \u201e\u00d6ffentlichkeit\u201c bestimmt, \u201eder gegen\u00fcber der Prophet sich zu rechtfertigen hatte.\u201c Zweifellos erlauben diese Zeugnisse \u201eeinen wichtigen Einblick in den Bereich des prim\u00e4ren prophetischen Erlebens, und zwar unvergleichlich direkter [pers\u00f6nlicher] als alle Kultlyrik [Elemente kultischer Verehrung; \u2026].\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> In sehr pers\u00f6nlichen, poetischen Worten, die teils an die Sprache der Klagepsalmen erinnern, hat Jeremia seine Zweifel, innere Anspannung, teils in Dialogform mit JHWH in den <em>Konfessionen Jeremias<\/em> ausgedr\u00fcckt. Hier wendet sich der Prophet \u201ean Gott im Modus des Protests\u201c.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Der \u201e<em>Protest\u201c<\/em> der Propheten richtet sich \u201egegen die in sich selbst ruhende Religion\u201c, beklagt \u201edas Verdorren des Ethos\u201c und klagt \u201edie Institutionalisierung des religi\u00f6sen Lebens zu einer automatisch vollzogenen Sitte\u201c (oder rituellen Handlung als Gepflogenheit) an, \u201ef\u00fcr uns bis heute von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit\u201c! Dazu geh\u00f6rt auch <em>\u201ekritische Geschichtsschreibung\u201c<\/em> \u201eals Applikation des prophetischen Wortes auf die Vergangenheit\u201c.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4re nicht auch eine Anwendung des prophetischen Wortes auf die Gegenwart vonn\u00f6ten? W\u00e4re es allzu verf\u00e4nglich zu fragen: Wo sind heute die Propheten? Nicht die Pseudo- oder L\u00fcgenpropheten, die sich der jeweiligen Lage anpassen, den M\u00e4chtigen nach dem Mund reden und das Blaue vom Himmel versprechen. Nein! Br\u00e4uchte nicht jedes Land, jede Staatengemeinschaft, jedes B\u00fcndnis einen Propheten, der ihnen die Augen \u00f6ffnet, ihnen die Irrwege ihrer Innen- wie Au\u00dfenpolitik aufzeigt; der unwiderlegbar, ausgestattet mit Wahrhaftigkeit, Ernst und Vollmacht spricht, der aber auch Respekt zeigt gegen\u00fcber den Verirrten?!<\/p>\n<p>Der Prophet ist keiner Regierung gegen\u00fcber Rechenschaft schuldig, obschon er sich wegen seines Amtes dauernd rechtfertigen muss. Er ist allemal angreifbar, weil er \u00f6ffentlich auftritt, weil seine Botschaften die \u00d6ffentlichkeit betreffen: die Gesellschaft, die Politiker, die Medien und die Gegner, die Denunzianten und die im Hintergrund lauernden Feinde \u2013 zu allem bereit, ihn zu t\u00f6ten. Man denke an die Querdenker wie Martin Luther King und Mahatma Gandhi, die mit feigen Attentaten niedergestreckt wurden. Sie haben wahrscheinlich nie selbst eine Berufung behauptet, aber Menschen wachen Geistes m\u00f6gen so \u00fcber sie gedacht haben.<\/p>\n<p>Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, musste vor der chinesischen Regierung M\u00e4rz 1959 nach Indien ins Exil fliehen,<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> weil seine Weisheit f\u00fcr sie ideologisch eine Bedrohung darstellte: \u201eIm Hinblick auf die Zukunft brachte ich meinen Glauben zum Ausdruck, dass wir Tibeter uns mit den Waffen der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Mutes eines Tages durchsetzen und die Freiheit f\u00fcr Tibet wiedererlangen werden\u201d. Indien erwies sich als sehr kooperativ und konnte die Tibeter gut integrieren. Der Dalai Lama tritt weltweit f\u00fcr Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung ein, wof\u00fcr er den Friedensnobelpreis 1989 erhielt.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> 2011 trat er von seinen politischen \u00c4mtern zur\u00fcck und gilt seither nur noch als geistliches Oberhaupt der Tibeter.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Mit 35 Jahren erhielt der B\u00fcrgerrechtler Martin Luther King 1964 den Friedensnobelpreis,<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> weil er sich f\u00fcr die B\u00fcrgerrechte, f\u00fcr den gewaltfreien Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und gegen Rassismus und Unterdr\u00fcckung (in den USA) eintrat. Man diffamierte ihn als Kommunisten, u.a. war er f\u00fcr das FBI buchst\u00e4blich ein rotes Tuch.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Am 04. April 1968 wurde King in Memphis, Tennessee erschossen; der Attent\u00e4ter gestand zun\u00e4chst, widerrief dann aber sein Gest\u00e4ndnis. Die damaligen Methoden der Ballistik waren unzureichend, und es wurden keine anderen Beweise gefunden als Gewehr und Geschoss des Attent\u00e4ters (einem Rassisten). Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass m\u00f6glicherweise diverse Regierungskreise am Attentat beteiligt waren, was auch immer wieder diskutiert wurde, ohne gewissen Verschw\u00f6rungstheorien anzugeh\u00f6ren.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Mahatma Gandhi, \u201edie gro\u00dfe Seele Indiens\u201c, (1869\u20131948), geistiger und politischer F\u00fchrer der indischen Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung, Pazifist und Bef\u00fcrworter gewaltfreien Kampfes, wurde am 30. Januar 1948 von einem nationalistischen, fanatischen Hindu erschossen.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Der Freiheitskampf gegen die britische Besatzung erwies sich als schwierig, komplex und teilweise widerspr\u00fcchlich. Ethisch kann man aber Gandhis Bedeutung darin erkennen, dass er als Pazifist und Vertreter der Gewaltlosigkeit die konsequente Haltung dieses politischen Ansatzes nur von sich, nicht aber vom indischen Volk verlangte: Er w\u00fcnschte, dass sich die Inder eher mutig, tapfer zur Wehr setzten, als dass sie sich feige unterwarfen (Gandhi: Selected Writings, ohne Angabe).<\/p>\n<p>Nelson Mandela (1918\u20132013) war ein s\u00fcdafrikanischer Aktivist und Politiker im Jahrzehnte andauernden Widerstand gegen die Apartheid und von 1994 bis 1999 der erste schwarze Pr\u00e4sident seines Landes. Aufgrund seiner Aktivit\u00e4ten gegen die Apartheidpolitik musste Mandela von 1963 bis 1990 insgesamt 27\u00a0Jahre als politischer Gefangener in Haft verbringen. Mandela war f\u00fchrend und herausragend im Freiheitskampf gegen Unterdr\u00fcckung und soziale Ungerechtigkeit. Er war der wichtigste Wegbereiter des vers\u00f6hnlichen \u00dcbergangs von der Apartheid zum gleichheitsorientierten, demokratischen Staatswesen in S\u00fcdafrika. 1993 erhielt er deshalb den Friedensnobelpreis.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n<p>Es lie\u00dfen sich noch andere Pers\u00f6nlichkeiten anf\u00fchren, die in der Freiheit des Geistes und ihrer \u00dcberzeugungen gleichsam einer inneren Stimme gehorchten, ausgel\u00f6st von Ungerechtigkeiten und Unterdr\u00fcckung um sie herum. Die Missst\u00e4nde entfachten in ihnen ein Feuer, lie\u00df sie entflammen, gegen m\u00e4chtige Widerst\u00e4nde ank\u00e4mpfen. Ihr Eifer blieb unersch\u00fctterlich, auch wo man versuchte, ihn zu ersticken und ihr Engagement zu bremsen. Diesen Partisanen des Geistes ist gemeinsam, dass sie von ehrlichen, ernsten, wahrhaftigen Motiven umgetrieben werden, um sie weitgehend ohne Eigennutz f\u00fcr Schwache, Benachteiligte, Verfolgte, Entrechtete einzusetzen. Angetrieben von einer Kraft, die sie h\u00e4ufig gar nicht selbst zu benennen verm\u00f6gen, folgen sie konsequent der inneren Stimme einer wom\u00f6glich unbekannten Quelle.<\/p>\n<p>Wollten wir so k\u00fchn sein, Auftrag und Konsequenz der alten Propheten mit den neuen K\u00e4mpfern des Geistes zu vergleichen, gibt es ein gemeinsames Kriterium: das Auftreten in der <em>\u00d6ffentlichkeit<\/em>.<\/p>\n<p>Der prophetische Auftrag wird durch seine <em>B\u00fcrde<\/em> nicht leichter, die darin besteht, dass der Prophet <em>\u00f6ffentlich Kritik<\/em> \u00fcbt. F\u00fcr Jeremia hie\u00df das zum Beispiel (Jer 6,27): \u201eZum Pr\u00fcfer in meinem Volk habe ich dich gestellt [\u2026], damit du ihren Weg erkennst und pr\u00fcfst.\u201c<\/p>\n<p>Dieses <em>Amt des Pr\u00fcfens<\/em>, der kritischen Beobachtung, der unbeirrbaren Wahrnehmung, teilen auch die Propheten von Amos bis Maleachi. Das erfordert \u201eeine angespannte Wachheit\u201c, wenn man die Menschen und die Zust\u00e4nde derjenigen Gesellschaft beurteilen soll,<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> der man selbst angeh\u00f6rt, deren Teil man ist; ergo geh\u00f6rt auch das Verm\u00f6gen der Selbstkritik dazu. Propheten schwimmen gegen den Strom; sie sind zwar offen f\u00fcr Argumente und Infragestellungen, bleiben aber motiviert durch ihre Analysen vorherrschender Probleme. Nur mit Mut und Verstand sind sie gewappnet gegen die Provokationen der Gegner, die h\u00e4ufig die Medien zu nutzen wissen.<\/p>\n<p>Die Position eines K\u00f6nigs genoss ein gewisses Ansehen in der Gesellschaft; sein Wort hat Gewicht. Ein Prophet ist \u201e<em>\u00dcberbringer<\/em> einer Botschaft. Diese <em>Botschaft<\/em> muss <em>wirken<\/em>, <em>nicht der Sprecher<\/em>, der sie mitteilt. Der K\u00f6nig herrscht in eigener Machtvollkommenheit, der Prophet spricht lediglich im Namen einer anderen Macht.\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> Doch werden Worte und Taten von dem gepr\u00fcft, der dem Propheten die Stimme leiht. Das gibt dem Propheten ein gewisses Ma\u00df an Freiheit. Diese prophetische Freiheit wurde zu einer effektiven Anregung in L\u00e4ndern, wo seit Jahrzehnten Unterdr\u00fcckung herrscht; die Botschaft, dass man Kritik gegen\u00fcber einer Regierung \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dfern und soziale Missst\u00e4nde anprangern darf, wurde von einzelnen Geistlichen und der Bev\u00f6lkerung in lateinamerikanischen L\u00e4ndern dankbar aufgenommen. \u201eHeute nachdr\u00fccklicher denn je\u201c ergreift das \u201eEinleuchtende der prophetischen Botschaft selbst\u201c die Betroffenen.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>Die konsequenteste Anwendung prophetischer Botschaften aus der hebr\u00e4ischen Bibel findet sich bei der Theologie der Befreiung, mit starker Option f\u00fcr die Armen, gegen Unterdr\u00fcckung und soziale Ungerechtigkeit.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> Die Minjung-Theologie als eine spezifische Form der Befreiungstheologie ist im ganz protestantisch gepr\u00e4gten S\u00fcdkorea entstanden,<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> die ihrerseits die Minjung-Kunst der sp\u00e4ten 1970er Jahre beeinflusst hat. Die Minjung-Theologie reagierte auf politische, wirtschaftliche und kirchliche Wachstumsstrategien, die die Zeit der Milit\u00e4rdiktaturen der 1960er bis 1980er Jahre gepr\u00e4gt haben und hat sich den sozial Benachteiligten verpflichtet. Innerhalb der protestantischen Kirche in S\u00fcdkorea ist die Minjung-Theologie heute eine Minderheitserscheinung, die aber \u00fcber eine betr\u00e4chtliche Au\u00dfenwirkung insbesondere in Deutschland und Europa verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Prophetisches Wirken, gesellschaftliche und politische Ver\u00e4nderungen h\u00e4ngen definitiv von einem Faktor ab, n\u00e4mlich von der <em>\u00d6ffentlichkeit<\/em>,<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> indem dort Diskurse unter gleichberechtigten Partnern zu aktuellen und brisanten Themen stattfinden. Es bedarf deliberativer Politik, die erm\u00f6glicht, dass eine Politik der argumentativen Abw\u00e4gung, der gemeinsamen Beratschlagung und Verst\u00e4ndigung \u00fcber \u00f6ffentliche Angelegenheiten verwirklicht wird.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> Dazu wiederum braucht es Strukturen und Medien, \u00fcber die Kommunikation und kommunikatives Handeln erfolgen k\u00f6nnen. Politik, die sich darauf verpflichtet, Demokratie zu f\u00f6rdern und zu stabilisieren, muss die N\u00e4he zu den B\u00fcrgern suchen und die Bereitschaft zeigen, auch von ihnen Rat- und Vorschl\u00e4ge einzuholen.<\/p>\n<p>Allerdings sind durch die Digitalisierung parallele Diskursebenen entstanden; die sozialen Medien erzeugen den Transfer einer Unmenge von Daten und Informationen, die f\u00fcr viele B\u00fcrger, selbst f\u00fcr Fachleute, nicht mehr \u00fcberschaubar sind und leider viel Raum lassen f\u00fcr Manipulationen durch ausgekl\u00fcgelte Techniken. Empirische Analysen der Polizei und des Innenministeriums zwingen Regierungen, die Reichweite digitaler Medien einzugrenzen. Die Probleme sind f\u00fcr den einfachen Nutzer gar nicht erkennbar, denn sie beginnen bereits beim Schreiben von Programmen und beim Implementieren bestimmter Algorithmen, um Probleme zu l\u00f6sen oder Aufgaben auszuf\u00fchren.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p>Wie w\u00fcrden Propheten heute in der \u00d6ffentlichkeit wirken? K\u00f6nnten sie sich auch digitale Medien nutzbar machen? Nun, vorausgesetzt an ihrer kritischen, analysierenden Botschaft gegen\u00fcber der Politik und gegen\u00fcber der Gesellschaft, an ihrer sie umtreibenden Motivation und Inhalten, h\u00e4tte sich vom Geist und von der geheimen Quelle her nichts wesentlich ge\u00e4ndert \u2013 unter der Pr\u00e4misse behielte die Prophetie ihre Berechtigung und Wirksamkeit. Der wahre Prophet m\u00f6chte weiterhin nichts f\u00fcr sich, aber er tritt ein f\u00fcr die Armen und Schwachen, f\u00fcr die Witwen und Waisen. Daher meinte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646\u20131716)<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eDie St\u00e4rke eines Volkes misst sich am Wohlergehen seiner Schw\u00e4chsten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer Thomas Bautz<\/strong><br \/>\nim Unruhestand<br \/>\n<a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Fussnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>Barbara Schmitz: Geschichte Israels (2., aktual. Aufl. 2015): Jeremia, 27\u201329: 27; Jeremia wirkte vierzig Jahre.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>Vier Verben!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>Zwei Verben!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>Cf. Roland Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Jeremias Berufung \u2013 Jer 1,4\u201310, S. 228\u2013244: 240\u2013241.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>S. Martin Buber: Der Glaube der Propheten (2., verb. Aufl. 1984): Der Gott der Leidenden (195\u2013226): Gegen das Heiligtum (197\u2013226): Jeremia, 201ff u. 205\u2013226: 208\u2013209.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Jeremias Berufung, 241.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>Schmitz: Geschichte Israels (2015): Jeremia, 27. Nicht im Sinne der heutigen Gruppe(n) rechtsextremer Querdenker!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>Schmitz: Geschichte Israels: Jeremia, 27\u201329 u. passim; cf. Stipp: Jeremia, 1\u20132; TRE 16 (1987), Art. Jeremia \/ Jeremiabuch (Siegfried Herrmann), 568\u2013586: Der Prophet Jeremia und seine Zeit, 568\u2013571.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>Cf. auch den Gottesknecht, Jes 49,1.5f); <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/ruf-rufen\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/ruf-rufen<\/a>;\u00a0 Melani Peetz: Ruf \/ rufen (2014): (3.) Rufen und Gott (3.2.) Das Rufen Gottes, 4 (pdf).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>Buber: Der Glaube der Propheten (1984), 206\u2013207.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>TRE 5 (1980), Art. <em>Berufung<\/em>. (I.) Altes Testament (Burke O. Long), 676\u2013684: 682.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a><a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/berufung-berufungsbericht-at\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/berufung-berufungsbericht-at<\/a>; Aaron Schart: Berufung \/ Berufungsbericht (AT) (2010): (4.) Die Gattung \u201eBerufungsbericht\u201c (4.1.) Die Beschreibung der Formelemente der Gattung, S. 7\u20138: 7 (pdf).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a><a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/jeremia-jeremiabuch\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/jeremia-jeremiabuch<\/a>; Hermann-Josef Stipp: Jeremia \/ Jeremiabuch (4.) Textbeispiele (4.1.) Der Berufungsbericht Jer 1,4\u201310, S. 12. Die Prophetie insgesamt in Israel enth\u00e4lt eine erstaunlich weitreichende Vielzahl an verschiedenen Gattungen; Rolf Rendtorff: Das Alte Testament. Eine Einf\u00fchrung (1983): (II.) Die alttestamentliche Literatur im Leben des Alten Israel (6) Die Prophetie, 118\u2013131. Grundlegend ist die Unterscheidung zwischen M\u00fcndlichem und Schriftlichem; TRE 27 (1997), Art. <em>Propheten\/ Prophetie<\/em> (II.) In Israel und seiner Umwelt (Klaus Koch): (6.1.) Schriftliche und m\u00fcndliche Gattungen, 484\u2013487.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>Schart: Berufung \/ Berufungsbericht (AT) (2010): (4.) Die Gattung \u201eBerufungsbericht\u201c, S. 8 (pdf).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>Metaphorisch: selbstgef\u00e4llig, naiv-selbstbewusst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>Gerhard von Rad: Theologie des Alten Testaments II. Die Theologie der prophetischen \u00dcberlieferungen Israels (1980): I. Hauptteil (D.) Berufung und Offenbarungsempfang, 58\u201378: 60\u201361.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>von Rad: Theologie des Alten Testaments II (1980): Berufung und Offenbarungsempfang, 61.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>von Rad: Theologie des Alten Testaments II (1980): Berufung und Offenbarungsempfang, 62.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>von Rad: Theologie des Alten Testaments II (1980): Berufung und Offenbarungsempfang, 63; Kultus beurteilt der Prophet kritisch; <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/kultkritik-at\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/kultkritik-at<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>Stipp: Jeremia \/ Jeremiabuch (4.) Textbeispiele (4.4.) Die Konfessionen, S. 14: Jer 11,18\u201320; 12,1\u20136; 15,10\u201321; 17,14\u201318; 18,18\u201323; 20,7\u201313.14\u201318.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>Kornelis Heiko Miskotte: Wenn die G\u00f6tter schweigen. Vom Sinn des Alten Testaments (<sup>3<\/sup>1966): (II. Teil) Zeugnis und Interpretation (3.) Der \u00dcberschuss (V.) Prophetismus, 290\u2013297: 293 (kursiv dort).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a><a href=\"https:\/\/de.dalailama.com\/the-dalai-lama\/biography-and-daily-life\/birth-to-exile\">https:\/\/de.dalailama.com\/the-dalai-lama\/biography-and-daily-life\/birth-to-exile<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a><a href=\"https:\/\/www.nobelprize.org\/prizes\/peace\/1989\/lama\/acceptance-speech\/\">https:\/\/www.nobelprize.org\/prizes\/peace\/1989\/lama\/acceptance-speech\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tenzin_Gyatso\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tenzin_Gyatso<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a><a href=\"https:\/\/kinginstitute.stanford.edu\/nobel-peace-prize\">https:\/\/kinginstitute.stanford.edu\/nobel-peace-prize<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Luther_King\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Luther_King<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Attentat_auf_Martin_Luther_King\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Attentat_auf_Martin_Luther_King<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mohandas_Karamchand_Gandhi\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mohandas_Karamchand_Gandhi<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nelson_Mandela\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nelson_Mandela<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a>von Rad: Theologie des Alten Testaments II (1980): (I.) (E.) Die Freiheit des Propheten, 79\u201388: 84; cf. TRE 27 (1997), Art. <em>Propheten\/ Prophetie<\/em> (II.) <em>In Israel und seiner Umwelt<\/em> (Koch): (7.) Gesellschaftskritik, 487\u2013490.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a>Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 2 (1987): Jeremias Berufung, 233 (kursiv; Th.B.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a>TRE 27 (1997), Art. <em>Propheten\/ Prophetie<\/em> (VI.) <em>Prophetie, praktisch-theologisch<\/em> (Folker Albrecht\/ Ingo Balder-mann): (3.) Probleme der Rezeption prophetischer Worte, 514\u2013515: 514.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Befreiungstheologie\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Befreiungstheologie<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minjung\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minjung<\/a>; Minjung bezeichnet eine in den sp\u00e4ten 1970er Jahren entstandene politisch und kulturell orientierte Volksbewegung in S\u00fcdkorea und meint Klassen und Gruppen, die im Laufe der Geschichte Ausbeutung, Unterdr\u00fcckung und Entfremdung erfahren haben, aber gleichzeitig als treibende Kraft des historischen Wandels angesehen werden.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a>J\u00fcrgen Habermas: Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft (Habil\u2019schrift, 1961; <sup>6<\/sup>1974). Mit Vorwort zur Neuauflage (1990; 1991, <sup>4<\/sup>1995).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deliberative_Demokratie\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deliberative_Demokratie<\/a>; deliberatio \u2013 Erw\u00e4gung, \u00dcberlegung. Auf seine Schrift von 1961 (ff) aufbauend, J\u00fcrgen Habermas: Ein neuer Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit und die deliberative Politik (<sup>3<\/sup>2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a>Cf. Habermas: Ein neuer Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit (<sup>3<\/sup>2022): \u00dcberlegungen und Hypothesen zu einem erneuten Strukturwandel der politischen \u00d6ffentlichkeit, S. 9\u201367: 53\u201367 (Abschnitt 6), bes. S. 53\u201355.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_Wilhelm_Leibniz\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_Wilhelm_Leibniz<\/a>; Zitat ohne Quellenangabe, bzw. in der <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1999\/404\/de#preamble\">Pr\u00e4ambel der Schweizerischen Bundesverfassung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ruf und Berufung \u2013 die Verantwortung des Propheten \u2013 Gibt es sie noch? | 9. So. n. Trinitatis | 02.08.2026 | Jeremia 1,4\u201310 | Thomas Bautz | &nbsp; Ruf und Berufung \u2013 die Verantwortung des Propheten \u2013 Gibt es sie noch? Liebe Gemeinde! 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