{"id":26555,"date":"2026-08-04T18:37:27","date_gmt":"2026-08-04T16:37:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26555"},"modified":"2026-08-04T18:43:04","modified_gmt":"2026-08-04T16:43:04","slug":"roemer-11-25-32","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-11-25-32\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 11, 25-32"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">R\u00f6mer 11 im Interview mit Paulus|10. Sonntag nach Trinitatis|09.08.2026|R\u00f6mer 11, 25-32| Manfred Mielke |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwei Sprecher\/innen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">vorab Lesung des Predigttextes aus der Lutherbibel<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehr geehrter Herr Paulus, ich danke Ihnen f\u00fcr die Gelegenheit zum Interview.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Gerne, ich bin interessiert an ihren Fragen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sind in Kleinasien geboren und sind streng j\u00fcdisch aufgewachsen. Seit ihrer Erwachsenentaufe sind sie Christ und Reisemissionar. Haben sie weitere Pl\u00e4ne?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ja, ich habe den Sprung gewagt von Kleinasien nach Griechenland. Ich muss zwar das Mittelmeer nicht noch umrunden, aber mich reizt, in Spanien Gemeinden zu gr\u00fcnden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Spanien? Das ist ein gewagtes Ziel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Mit meinen Gemeinden habe ich Briefkontakte, die k\u00f6nnen selbst\u00e4ndig weitermachen, aber ich suche Neuland.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie konkret?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Nun, ich treibe Christus von ganzem Herzen; zus\u00e4tzlich ich habe die Sicherheit eines r\u00f6mischen Staatsb\u00fcrgers. Jetzt hoffe ich auf eine sturmfreie Schiffspassage.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Planen Sie auch Zwischenstationen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich m\u00f6chte die kleinen Gemeinden in der Stadt Rom f\u00fcr meine Pl\u00e4ne gewinnen. <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geht es dabei um so etwas wie eine Kollekte?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ein wenig schon. Aber es ist ja Rom, da fallen die politischen Entscheidungen, aber auch die zu mentalen Religionsfragen. Dar\u00fcber habe ich schon lange nachgedacht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie haben enorme Reisekilometer hinter sich und viele noch vor sich. An welchen gedanklichen Schritten k\u00f6nnen sie uns teilhaben lassen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Der j\u00fcdische Glaube lebt in vielen Synagogen. Oft habe ich da zuerst versucht, Geh\u00f6r f\u00fcr die Jesus-Initiative zu finden. Dann breitete sich das Christentum netzwerkartig aus, und seitdem gibt es starke Reibungskonflikte.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Meinen Sie, Herr Paulus, dass Jesus Christus der Zankapfel ist? Und \u2013 um im Bild zu bleiben \u2013 Rom daf\u00fcr der Obstkorb?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ja, das Bild gef\u00e4llt mir. Christus ist ja f\u00fcr die Heiden so etwas wie eine ganz neue Obstsorte, doch f\u00fcr die Juden ist die neue Jesus-Community eher ein falscher Ast am Paradiesbaum.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gibt es da &#8211; bildlich gemeint &#8211; irgendein Zusammenwachsen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich denke, Israel darf dieser Baum bleiben, und der neue Jesus-Ast wird daran anwachsen, als w\u00e4re er eingepfropft. <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist das Ihre Wunschvorstellung: Ein Baum mit einer doppelten Krone?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Wir sind umgeben von vielen Religionen, wir stehen vor gleichen Herausforderungen. Und wir haben einen guten Wurzelgrund in Gottes Erw\u00e4hlung.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als Ziel eine gemeinsame Krone, und f\u00fcr die Standfestigkeit eine gemeinsame Wurzel?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Dennoch denke ich, dass die Kreuzigung Jesu leider wie ein Ausbruch aussieht, und die Christen meinen, sie w\u00fcrden den Ursprungsbaum \u00fcberwuchern und ersetzen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann ist es ein heftiger Streit mit tiefen \u00dcberzeugungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Jesus erz\u00e4hlte dazu ja von den zwei Hoferben, die sich gegenseitig ihr Erbteil nicht g\u00f6nnen. Aber letztlich haben sie gemeinsam den Hof weiterbewirtschaftet.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist das auch eine L\u00f6sung f\u00fcr Juden und Christen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ja, und ich hoffe, dass weitere Beispiele aufgeschrieben werden, mir liegen ja Poesie und Kurzgeschichten nicht so.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber dieses Beispiel k\u00f6nnen Sie doch in ihre Predigten in Rom aufnehmen. Haben Sie f\u00fcr ihre \u00dcberzeugungen schon eine Vorgehensweise parat?<br \/>\n<strong>Ich habe schon einiges aufgeschrieben, das werde ich den Christen in Rom vorab als Sendschreiben schicken.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das w\u00e4re aber ein Brief auf Hoffnung. Sie waren noch nie in Rom, haben dort keine Gemeinde gegr\u00fcndet und kennen keine der Gruppen dort.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ja und nein. Ich wage dennoch, auch Grunds\u00e4tzliches zu schreiben, weil die Gemeinde in Rom ja ein Schmelztiegel ist, eine Mixtur aus zugewanderten Christen, ehemaligen Heiden und sympathisierenden Mose-gl\u00e4ubigen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann haben wir die Bitte, dass sie uns aus ihrem Entwurf einen Absatz vorlesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Mein erster Satz lautet: Ich will euch, liebe Br\u00fcder, ein Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst f\u00fcr klug haltet.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie meinen ein gemeinsames Mysterium, wobei sich eine Fraktion f\u00fcr eingeweiht h\u00e4lt, also kl\u00fcger d\u00fcnkt als die anderen? K\u00f6nnen Sie, Herr Paulus, denn das Mysterium einkreisen, ohne es f\u00fcr uns dem Sinn nach zu entr\u00e4tseln?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Nun, bisher habe ich mir dazu notiert: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die F\u00fclle der Heiden zum Heil gelangt ist.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das klingt plakativ und es erkl\u00e4rt ihren Reisemut, m\u00f6glichst alle Heiden zu taufen. Aber das Problem und die L\u00f6sung \u2013 passen die zueinander? Und die Fraktion der Juden, die Jesu Tod herbeigef\u00fchrt hat, wird die ihnen in Rom zuh\u00f6ren?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich hoffe, deren Ohren zu \u00f6ffnen mit einem Zitat, das ihnen vertraut ist. Denn ich glaube, dass unser gemeinsamer Gott ganz Israel erretten will und wird.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das wird ja wohl ein Zitat aus der j\u00fcdischen Bibel sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Der gro\u00dfe Prophet Jesaja schrieb: \u00bbEs wird kommen aus Zion der Erl\u00f6ser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre S\u00fcnden wegnehmen werde.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das w\u00e4re doch eine elegante L\u00f6sung des Konflikts f\u00fcr die, die bisher an Mose geglaubt haben. K\u00f6nnen sie das auch f\u00fcr die getauften Heiden und die neu eingewanderten Christen erweitern?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Im Endeffekt schon, aber da ist noch eine H\u00fcrde, die \u00fcberwunden werden muss. Die H\u00fcrde ist der arrogante Stolz der Christen, den ich neuerdings sp\u00fcre und auch in Rom vermute.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich werde schreiben: Im Blick auf das Evangelium sind die Juden zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erw\u00e4hlung sind sie Geliebte um ihrer V\u00e4ter willen. <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Damit sprechen sie ein Feindbild der Christen gegen die Juden an. Und diesmal stellen sie gleich alle Juden hinter die besagte H\u00fcrde. Wird ihre Schelte helfen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich hoffe ja, denn ich argumentiere auf zwei Ebenen. Die Verunglimpfung der Juden passiert auf der menschlichen Ebene, aber auf dem Plateau Gottes herrscht Bewunderung.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bewundert Gott das, was Sie, Herr Paulus, als Verstockung brandmarken?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die Bewunderung gilt der Herkunft. Gott bleibt parteiisch in seinen Geboten, in der Prophetie und in seiner Rettungstat durch Christus. Aber dass auch jetzt, 20 Jahre danach, die Synagogengemeinden immer noch nicht den Christus als ihren Messias akzeptieren, dass bezeichne ich als Verstockung. Da w\u00fcnsche ich mir eine andere Zukunft.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sind ein Meister des zugespitzten Arguments. Haben Sie selbst auch eine zweite Ebene? Etwas, was die Gem\u00fctslage erleichtert und frohstimmt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich war im ersten Anlauf ja Mose-korrekt, jetzt bin ich Christus-ermutigt. Ich wei\u00df, dass mein Erl\u00f6ser lebt, und das bewirkt in mir eine Zuversicht, eine Klarheit und eine Vorfreude.\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach dieser Glaubenskraft sehnen sich viele Menschen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Wir d\u00fcrfen gewiss sein, dass weder Hohes noch Tiefes, weder Engel noch D\u00e4monen, weder der Eros noch der Tod uns wegrei\u00dfen k\u00f6nnen von der Liebe und der Lust Gottes, was uns Christus verb\u00fcrgt. Das macht mir die Wege frei. <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist das auch eine Spur f\u00fcr die zerstrittenen Gruppen, um aus der Sturheit rauszukommen und zusammenfinden zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ja, weil Gottes Barmherzigkeit ins Spiel kommt gegen alle Kaltherzigkeit. Ich argumentiere: Denn so wie ihr einst Gott den Gehorsam verweigert, jetzt aber aufgrund ihres Ungehorsams Gottes Erbarmen erfahren habt, so verweigern auch sie jetzt den Gehorsam, weil sich Gott eurer erbarmt hat, damit auch sie Gottes Erbarmen erfahren. <\/strong>(*)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So bringen Sie Ungehorsam und Barmherzigkeit miteinander in Beziehung, und zwar \u00fcberkreuz. Zudem heizen sie eine \u201eheilsame Eifersucht\u201c an. Das scheint in der Tat ein Mysterium zu sein, oder modern gesagt: eine Matrix. Aber halten wir fest: Gottes Barmherzigkeit schlie\u00dft letztlich alle ein. Wie lautet der Schlusssatz ihres Grundsatzreferates, dass sie in Rom halten wollen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Er lautet: Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme. <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber das klingt, als ob Gott f\u00fcr sein Erbarmen sich den menschlichen Ungehorsam selbst vorher installiert hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Vermutlich sind wir da getrennter Ansicht, aber vielleicht finden wir im Sinn des Jesaja-Zitats zusammen: Der Erl\u00f6ser hat alle Gottlosigkeit abgewandt und ist mit uns einen Bund des Segens eingegangen. Das ist Gottes Option f\u00fcr eine gemeinsame Zukunft aller Fraktionen. F\u00fcr Juden, Christen und Heiden. <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielen Dank, sehr geehrter Herr Paulus. Wir w\u00fcnschen Ihnen in Rom viele K\u00f6rbe voller Glaubensfr\u00fcchte und in Spanien einen Erfolg, wie ihn der Prophet Jona in Ninive hatte. Werden wir in weiteren Interviews besprechen k\u00f6nnen, wie ihre Briefe in den Jahrhunderten danach weitergewirkt haben?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Herzlich gerne.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann w\u00fcrden wir von den begl\u00fcckenden Erfahrungen unserer Reformatoren im 16. Jahrhundert berichten. Die haben das besagte Mysterium entfaltet in ihrem Motto \u201eAllein Christus, allein die Gnade, allein die Schrift!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Oh, soviel Klarheit haben meine umst\u00e4ndlichen Brieftexte bewirkt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, und wir sind auch Engagierte in unserer Lebenswelt, zwei Jahrtausende entfernt von Ihrer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Welche Probleme m\u00fc\u00dft ihr denn entschl\u00fcsseln?<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kurz nach Ihnen haben die R\u00f6mer die Stadt Jerusalem zerst\u00f6rt. Erst nach vielen Jahrhunderten entstand wieder ein j\u00fcdischer Nationalstaat. Der geb\u00e4rdet sich aber aktuell gegen die eigenen Propheten, gegen die mosaischen Gebote und gegen die Barmherzigkeit der Bergpredigt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Dann sollte die Knesset gesagt bekommen, was Christus f\u00fcr uns bewirkte: Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme. Aber nun haben Sie in mir, dem Apostel Paulus, Neugier und Lust auf Zukunft geweckt. Daf\u00fcr ein herzliches Shalom!<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*Siehe R\u00f6merbrief-Kommentar von Walter Klaiber<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorschl\u00e4ge Lieder:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manchmal kennen wir Gottes Willen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Str\u00f6me lebendigen Wassers<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du bist der Atem der Ewigkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich nehm das Herz aus Stein aus eurer Brust<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit dir, o Herr, die Grenzen \u00fcberschreiten<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir glauben: Gott ist in der Welt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorschlag F\u00fcrbitte:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, du Sch\u00f6pferin des Lebens! So viel Zerst\u00f6rung, so viel Tod, so viel Schmerz! Gedenke mit uns der Opfer des 7. Oktober. Klagend bringen wir vor dich die Toten und die Misshandelten, die Verletzten und die Verzweifelten, das Leid und die Traumata. Wir bitten dich\u00ad: Tr\u00f6ste, stehe bei und halte deine sch\u00fctzende Hand \u00fcber sie. Mach ein Ende der Gewalt. Steh auf Gott, streite deinen Streit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, du Anwalt und Richterin des Lebens! Soviel Unrecht, soviel Ignoranz! Klagend bringen wir vor dir das Elend und die Not, den Hunger und die Gewalt, die Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit aller Unschuldigen, die im Gazastreifen und der West Bank unter den Folgen des Angriffs der Hamas leiden. Wir bitten dich: Stille den Hunger, schenke Schutz und n\u00e4hre die Hoffnung auf Frieden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott Israels, Vater Jesu Christi, du unsere Mutter! So viel Hass, so viel Feindschaft gegen J\u00fcdinnen und Juden! Voll Sorge sehen wir Israels Bedrohung von au\u00dfen und innen. Wir bitten dich: Halte Israel die Treue. Mach uns zu treuen Bundesgenoss*innen deines Volkes. Nimm uns unsere Scheu vor Widerspruch und Streit, wo immer Antisemitismus aufflammt. Wir bitten dich: Mach ein Ende der Gewalt. Steh auf Gott, streite deinen Streit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, du Liebhaberin des Lebens! Bewahre uns vor Selbstgerechtigkeit und Hochmut. Finde dich nicht ab mit unserer Unf\u00e4higkeit zum Mitf\u00fchlen. Mach uns f\u00e4hig zur Solidarit\u00e4t mit Menschen, deren Leben als minderwertig betrachtet, ver\u00e4chtlich gemacht, bedroht wird. Wir bitten dich: Mach uns zu Menschen, die dir \u00e4hneln: zu freien du fr\u00f6hlichen Liebhaber*innen des Lebens. Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(von: Dr. Marie Hecke, Berlin; in: Predigthilfe der asf 2026, S.19f)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manfred Mielke, Pfarrer der EKiR im Ruhestand, geboren 1953, verheiratet, 2 S\u00f6hne. Sozialisation im Ruhrgebiet und in Freikirchen. Studium in Wuppertal und Bonn (auch Soziologie). Mitarbeit beim Christival und Deutschen Kirchentagen. Partnerschaftsprojekte in Ungarn (1988-2011) und Ruanda (2001-2019). Musiker und Arrangeur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00f6mer 11 im Interview mit Paulus|10. Sonntag nach Trinitatis|09.08.2026|R\u00f6mer 11, 25-32| Manfred Mielke | Zwei Sprecher\/innen vorab Lesung des Predigttextes aus der Lutherbibel Sehr geehrter Herr Paulus, ich danke Ihnen f\u00fcr die Gelegenheit zum Interview. Gerne, ich bin interessiert an ihren Fragen. Sie sind in Kleinasien geboren und sind streng j\u00fcdisch aufgewachsen. 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