{"id":26655,"date":"2026-09-08T14:22:27","date_gmt":"2026-09-08T12:22:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26655"},"modified":"2026-09-08T14:22:51","modified_gmt":"2026-09-08T12:22:51","slug":"genesis-24b-9-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/genesis-24b-9-15\/","title":{"rendered":"Genesis 2,4b\u20139.15"},"content":{"rendered":"<h3>Der Mensch \u2013 \u201eErdling\u201c oder Weltbeherrscher? | 15. So. n. Trinitatis | 13. September 2026 | Genesis 2,4b\u20139.15 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Mensch \u2013 \u201eErdling\u201c oder Weltbeherrscher?<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400; padding-left: 40px;\">(Gen 2,7\u20138.15): \u201eDa bildete Gott den Menschen aus Staub von der Erde, und Er blies in seine Nase den Lebensatem (den Odem des Lebens). So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. Es pflanzte Gott einen Garten in Eden [\u2026], und setzte dorthin den Menschen, den Er gebildet hatte. [\u2026] Es nahm Gott den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bearbeite und besch\u00fctze.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir kommt ein Kind in den Sinn: das durfte im riesigen <em>Schrebergarten<\/em> des Gro\u00dfvaters die Sommerferien ganz und h\u00e4ufig die Wochenenden verbringen. Es bekam ein \u201eGrundst\u00fcck\u201c \u2013 klein, aber sein eigen. Dort entwickelte es Landschaften: Fluss, See, Wasserfall und H\u00fcgel. Die Wasserrechnung f\u00fcr den Gro\u00dfvater stieg mit dem \u00c4lterwerden des Kindes. Aber er nahm ihm das nie \u00fcbel. Im Garten war alles, was an Obst und Gem\u00fcse wachsen und gedeihen kann, und es labte sich daran. Wenn es auf dem Kirschbaum S\u00fc\u00dfkirschen \u201eerntete\u201c, durfte niemand anderes pfl\u00fccken. Eine passende Beschreibung f\u00fcr dieses sch\u00f6ne Dasein in der Kindheit wird uns heute besch\u00e4ftigen: Es war das <em>\u201eParadies\u201c<\/em>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dazu geh\u00f6rte \u00fcbrigens auch die angenehme Atmosph\u00e4re in der Gemeinschaft der Freunde und Bekannten seines Gro\u00dfvaters, die sich teils im Liegestuhl entspannten, teils mit dem Gro\u00dfvater Skat spielten. Noch im Grundschulalter war das Kind mit dabei, wurde mit neun Jahren schon erfolgreich. F\u00fcr das Kind war das ein wertvolles Zeichen der Integration; auch sonst f\u00fchlte es sich von den Erwachsenen ernst genommen. M\u00f6gen doch recht viele Kinder die Chance haben, eine solche quasi <em>paradiesische Kindheit<\/em> zu erleben! Ihnen ist es am ehesten verg\u00f6nnt oder erm\u00f6glicht, selbstbewusst zu leben, Gaben zu entdecken, Mut zu fassen gegen\u00fcber Widerst\u00e4nden und sich als Erwachsene sp\u00e4ter in Krisen zu engagieren. Aber auch ohne phantastische Kindheit bleiben im Laufe des Lebens dank schulischer, beruflicher Ausbildung Wege offen, um gleichsam gegen den Mainstream zu schwimmen und in Theorie und Praxis Widerstand zu leisten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gibt es eine R\u00fcckkehr ins \u201eParadies\u201c? Oder bleibt es uns verschlossen? <em>Paradise<\/em><em> lost<\/em>, betitelte John Milton sein ber\u00fchmtes episches Gedicht (1667).<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Milton kannte nicht nur die Mythologie der hebr\u00e4ischen Bibel (Fall Satans, Verf\u00fchrung Adam und Evas, S\u00fcndenfall, Vertreibung aus dem Garten Eden), er hatte sich auch politisch engagiert, bis er schlie\u00dflich entt\u00e4uscht wurde. Das Wort \u201eParadies\u201c findet sich in der griechischen \u00dcbersetzung der hebr\u00e4ischen Bibel (LXX Gen 2,8: \u03c0\u03b1\u03c1\u03ac\u03b4\u03b5\u03b9\u03c3\u03bf\u03bd \u1f10\u03bd \u0395\u03b4\u03b5\u03bc).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Wort stammt vielleicht aus dem Persischen und meint schlicht \u201eeingez\u00e4unter Bereich\u201c. Heute meint es metaphorisch h\u00e4ufig ein himmlisches Fleckchen Erde, etwa als Urlaubsort; auch ein Gl\u00fccksgef\u00fchl angesichts eines Erfolges, oder wenn man sich in einer Gemeinschaft ganz akzeptiert f\u00fchlt: \u201eEs ist wirklich herrlich bei Euch!\u201c Das \u201eParadies\u201c ist jedoch f\u00fcr viele Menschen unerreichbar, ausgenommen f\u00fcr die Reichen, die es aber mitunter nur oberfl\u00e4chlich durch materiellen \u00dcberfluss erleben, innerlich aber arm und einsam sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Leider ist \u201edas Paradies\u201c zeitlich weit in die Ferne ger\u00fcckt, und auch r\u00e4umlich ist es unter Menschen, in Gesellschaften der Industriel\u00e4nder insbesondere, arg geschrumpft, und man kann froh sein, noch auf ein gewisses Ma\u00df an Herzlichkeit und Menschlichkeit zu sto\u00dfen. Viele Menschen sind abgestumpft, fristen ihr selbst gew\u00e4hltes Dasein in materiell orientierter Langeweile. Der Klimawandel vermag sie nicht wirklich zu (be)treffen. Doch macht uns der materielle Wohlstand wirklich gl\u00fccklich? Verhindert er, dass sich Menschen radikalisieren oder in den Krieg ziehen? Ich glaube, die Antwort lautet: Nein. In manchen Gesellschaften hat eine gro\u00dfe Mehrheit der Menschen mehr Nahrung als sie essen, mehr Kleider als sie tragen k\u00f6nnen und mehr Freizeit als sie jemals mit Konsum f\u00fcllen k\u00f6nnten.<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn wir davon ausgehen, dass der Mensch \u00fcberleben will, ist es h\u00f6chst \u00fcberraschend, dass wir die einzige Spezies auf der Erde sind, die wissentlich ihren Lebensraum zerst\u00f6rt und gleichzeitig diese Tatsache leugnet. Entweder sind wir unverr\u00fcckbar on a<em> Highway to Hell<\/em> (1979),<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> oder wir erkennen nicht, wie wir Menschen funktionieren.<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Das einst von AC\/DC angesprochene Lebensgef\u00fchl hat sich nicht wesentlich ver\u00e4ndert:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400; padding-left: 40px;\">Highway to Hell \/\/ <em>Living easy<\/em>, living free \/ [\u2026] <em>Taking everything in my stride<\/em> \/ Don\u2032t need reason, don&#8217;t need rhyme \/ There ain\u2032t nothin&#8216; I would rather do \/ Going down, party time \/ [&#8230;] \/\/ [\u2026] Nobody&#8217;s gonna mess me \u2032round \/ <em>Hey Satan, paid my dues<\/em> \/ Playing in a rocking band \/ Hey momma, look at me \/ <em>I&#8217;m on my way to the promised land <\/em>\/\/ <em>I<\/em><em>\u2032m on the highway to hell<\/em> \/ Highway to hell \/\/ [&#8230;]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; padding-left: 40px;\">[&#8230;] <em>Ich nehme alles gelassen hin<\/em> \/ Brauch keine Gr\u00fcnde, brauch keine Reime \/ Es gibt nichts, was ich lieber tun w\u00fcrde\/ Los geht\u2019s, Partyzeit \/ Meine Freunde sind auch schon da \/\/ [\u2026] Niemand wird mir in die Quere kommen \/ Hey Satan, ich habe meinen Preis (Lehrgeld, Geb\u00fchr) bezahlt \/ Ich spiele in einer rockigen Band \/<br \/>\nHey Mama, schau mich an \/ <em>Ich bin auf dem Weg ins gelobte Land<\/em> \/\/ <em>I\u2032m<\/em> <em>on the highway to hell<\/em> [\u2026] \/\/ [\u2026]<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf einfacher Ebene bringt der Text in bestechend klaren Worten zur Sprache, was l\u00e4ngst Ausdruck eines Lebensgef\u00fchls geworden und geblieben ist: Gleichg\u00fcltigkeit (der Kontext entlarvt \u201cGelassenheit\u201d hier als negativ gemeint); Spa\u00df haben, Lust auf Party, aber keine sozialen Kontakte; Misstrauen: \u201eNiemand wird sich mit mir anlegen\u201c oder \u201emir in die Quere kommen\u201c; \u201eDa wird mich niemand an der Nase herumf\u00fchren\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wovor verschiedene Wissenschaften seit vielen Jahrzehnten warnen, ist der Klimawandel mit seinen verheerenden Folgen, die schmerzlich mehr und mehr sp\u00fcrbar werden, <em>nun erst<\/em> in aller Munde, in das allgemeine Bewusstsein getreten. Daran \u00e4ndern auch die Leugner wie Donald Trump nichts mehr! Muss man <em>am Menschen zweifeln<\/em> und <em>verzweifeln<\/em>? Eine beinahe rhetorische Frage, deren Antwort vor Augen liegt. Aber wir d\u00fcrfen deshalb nicht das Leben g\u00e4nzlich aufgeben und die Erde vollends zerst\u00f6ren, weiter ausbeuten, herunterwirtschaften. Es mag hilfreich sein, wieder einmal den Sch\u00f6pfungsmythos aus der hebr\u00e4ischen Bibel zu betrachten, und gerade deshalb m\u00f6gen wir unsere <em>Zweifel zulassen<\/em>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es geh\u00f6rt zum Menschsein, was ihn unaufh\u00f6rlich antreibt, \u201eeinmal alles zu hinterfragen, was wir denken, was wir glauben, was wir f\u00fchlen, und was wir denken, f\u00fchlen und glauben <em>m\u00fcssen<\/em>, um so gl\u00fccklich zu sein, wie es die menschliche Natur zul\u00e4sst. Das ist [\u2026], was ich [\u2026] heute zu pr\u00fcfen vorschlage.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> So stellt sich Jean-Jacques Rousseau seinen Zweifeln, eines Geistes mit Ren\u00e9 Descartes, der r\u00fcckblickend erkennt, wie viel Falsches und Zweifelhaftes er in der Jugend akzeptiert hatte, so dass er \u201edaher einmal im Leben (<em>semel in vita<\/em>) alles von Grund auf umsto\u00dfen und von den ersten Grundlagen an neu beginnen m\u00fcsse, wenn ich jemals f\u00fcr etwas Unersch\u00fctterliches und Bleibendes in den Wissenschaften <em>festen Halt<\/em> schaffen wollte.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr Descartes f\u00fchrt der alles erfassende Zweifel unmittelbar zur Selbstvergewisserung der Seele als einer denkenden Substanz (<em>res cogitans<\/em>). Doch gibt sich Rousseau damit nicht zufrieden und meint mit John Locke (1632\u20131704):<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>das Wesen der Seele best\u00fcnde gar nicht im Denken. Rousseau ist davon \u00fcberzeugt, dass \u201esowohl die Sinne als auch das begriffliche Denken immerzu t\u00e4uschen; er bleibt daher skeptisch und schreibt im Dritten seiner <em>Lettres morales<\/em>:<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>\u201eWir wissen nichts, wir sehen nichts, wir sind eine Truppe Blinder, geworfen ins Abenteuer in das weite Universum.\u201c Auch das entspricht teilweise dem Lebensgef\u00fchl der Menschen heute, die nachdenken, beobachten, die Krisen wahrnehmen, aber kaum Auswege sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Inzwischen haben moderne Wissenschaftstheorie und Naturwissenschaften selbst erkannt, dass es keinen \u201efesten Halt\u201c geben kann, haben aber best\u00e4tigt, dass ein gesunder Zweifel Forschungen vorantreibt und fruchtbare Diskurse nicht abbrechen d\u00fcrfen. Kontr\u00e4re Auffassungen sto\u00dfen aufeinander, reiben sich und setzen dadurch h\u00e4ufig neue Energien frei. Die Jugend nimmt die Forschungsergebnisse zum Klimawandel sehr ernst; schlie\u00dflich haben sie die Folgen zu tragen, und das nicht in ferner Zukunft! Die Geschichte vom Kindheitserlebnis im Schrebergarten ist keine Augenwischerei, die ein Paradies etwa vorgaukeln und die Motivation zu einer Ver\u00e4nderung als illusorisch vertuschen will. Kinder brauchen ein Fundament, nicht nur durch Geschichten, die man ihnen erz\u00e4hlt; seit langem gibt es die erlebnisorientierte P\u00e4dagogik, die den Kindern die Augen \u00f6ffnen und sie sensibilisieren kann f\u00fcr die Natur und ihre Lebewesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir haben ein zweifaches Problem mit der gegenseitigen Wahrnehmung: Die Jugend muss verstehen, dass sich Verhaltensweisen, Strukturen und Ideologien nicht so schnell \u00e4ndern, Reformen auch nicht erzwingen lassen. Politiker und Wirtschaftler m\u00fcssen verstehen lernen, dass die Uhren der Jugendlichen und Kinder nicht langsamer gehen und sie keine Geduld mehr haben. Man muss Gespr\u00e4che auf Augenh\u00f6he mit ihnen f\u00fchren, aber auch Einrichtungen mit ihnen aufsuchen, wo Ver\u00e4nderungen sichtbar werden: Institute, die wahrnehmbare Forschungsarbeit betreiben; \u00f6kologische Landwirtschaftsbetriebe; Produktionsst\u00e4tten aus der Chemie- oder Stahlindustrie, oder auch aus der Automobilbranche. Man muss dort jeweils offen sein f\u00fcr die oft kritischen Fragen der Jugend. Doch je weniger sich die Jugend ernst genommen f\u00fchlt, desto gr\u00f6\u00dfer werden Zweifel oder gar Verzweiflung, bis hin zu Suizidgedanken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie werden Menschen vor Descartes und Rousseau mit Zweifeln fertig? Wie denken sie, welche leitenden sprachlichen Konventionen stehen ihnen zur Verf\u00fcgung? Wie nehmen sie sich selbst wahr? Im Alten Orient wie auch im Alten Israel denkt man nat\u00fcrlich schon \u00fcber den Ursprung der Welt und \u00fcber die Anf\u00e4nge des Menschen nach. Die eigene Reflexion wie ebenso die Kommunikation mit anderen in einer Gemeinschaft gestaltet sich in Form von Geschichten, die man sich erz\u00e4hlt. Narrative Elemente und Inhalte sind wichtiger als Fragen nach logischer Stimmigkeit oder abstrakter Wahrheit. Das Leben des <em>Homo religiosus<\/em> gr\u00fcndet sich auf Mythen, die keiner rationalen Begr\u00fcndung bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Gottesbezug ist selbstverst\u00e4ndlich, \u201eGott\u201c als Voraussetzung allen Seins: Himmel und Erde, Pflanzen, Tiere und der Mensch, der die Erde, pars pro toto: einen Garten in Eden, <em>bearbeiten<\/em> und <em>besch\u00fctzen<\/em> soll.<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> \u00a0Es f\u00e4llt auf, dass der Mensch zun\u00e4chst wie eine Figur, ganz passiv erscheint \u2013 von der Gottheit in den Garten Eden (ins \u201eParadies\u201c)<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><em>gesetzt<\/em> (2,8.15). Psalm 8,5\u20137ff regt zur Frage an: Wer oder was ist der Mensch?<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400; padding-left: 40px;\">\u201eWenn ich deinen Himmel sehe, das Werk deiner Finger, \/ den Mond und die Sterne, die du hingesetzt hast: \/ Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, \/ und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? \/ Du hast ihn <em>wenig geringer gemacht als Gott<\/em>, \/ mit Ehre und Hoheit hast du ihn gekr\u00f6nt. \/ Du hast ihn zum Herrscher gesetzt \u00fcber die Werke deiner H\u00e4nde, \/ <em>alles hast du ihm unter die F\u00fc\u00dfe gelegt<\/em> [\u2026].\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; padding-left: 40px;\">(Gute Nachricht\u2013Bibel paraphrasiert, 5\u20136): \u201eWie klein ist da der Mensch, wie gering und unbedeutend! Und doch gibst du dich mit ihm ab und k\u00fcmmerst dich um ihn! Ja, du hast ihm Macht und W\u00fcrde verliehen; es fehlt nicht viel und er w\u00e4re wie du.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Mensch als h\u00f6chstes Gesch\u00f6pf,<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> mit Hoheit \u2013 in der Philosophie sp\u00e4ter weiter gefasst: <em>Erhabenheit<\/em> \u2013 gekr\u00f6nt, mit dem Auftrag, die Werke Gottes verantwortungsvoll zu verwalten (cf. Gen 2,15), wo der Aspekt des <em>Bearbeitens<\/em>hervorgehoben wird. Dem Menschen werden Status und Eigenschaft eines <em>artifex divinus<\/em> zuerkannt, wie ihn sp\u00e4ter der r\u00f6mische Dichter Ovid in seinen <em>Metamorphosen<\/em> mit \u00e4hnlichen Ausdr\u00fccken beschreibt, bis schlie\u00dflich der <em>artifex divinus<\/em> in der Renaissance genialen K\u00fcnstlern wie Michelangelo und Leonardo da Vinci zugeschrieben wird. Doch Kreativit\u00e4t und k\u00fcnstlerisches Schaffen sind leider nur <em>eine<\/em> Seite des Menschen. Wir m\u00fcssen heute schmerzlich erkennen, dass die Spezies Mensch sich eher zum <em>Zerst\u00f6rer<\/em> der Erde und zum <em>Vernichter<\/em> ihrer lebendigen Bewohner entwickelt hat!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Theorie vom Homo oeconomicus und die Entwicklung eines entsprechenden Lebensstils haben dazu beigetragen.<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> In Europa und in den USA bleibt man Erkenntnissen zum Thema immer noch weitgehend ignorant und gleichg\u00fcltig.<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Die Ideologie vom Homo oeconomicus ist \u00fcberall wirksam, wo sich Menschen wirtschaftlichem Wachstum, technischem Fortschritt und einem \u201eangemessenen\u201c <em>Wohlstand<\/em> <em>um jeden<\/em> <em>Preis<\/em> verschrieben haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Theorie ist es eine Modellvorstellung der Wirtschaftstheorie eines idealen, <em>ausschlie\u00dflich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten denkenden und handelnden Menschen<\/em>. Der Homo oeconomicus kennt nur \u00f6konomische Ziele, ist durch Eigenschaften wie rationales Verhalten, das Streben nach Nutzenmaximierung, die vollst\u00e4ndige Kenntnis seiner wirtschaftlichen Entscheidungsm\u00f6glichkeiten und deren Folgen informiert \u2013 offensichtlich aber nicht genug \u00fcber Ursachen und Folgen des Klimawandels!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er strebt nach vollkommener Information \u00fcber alle M\u00e4rkte und Eigenschaften s\u00e4mtlicher G\u00fcter (vollst\u00e4ndige Markttransparenz). Das Ideal des Homo oeconomicus soll elementare wirtschaftliche Zusammenh\u00e4nge in der Theorie durchsichtig und ohne praktische Unzul\u00e4nglichkeiten beschreiben k\u00f6nnen.<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Eduard Spranger bezeichnete 1914 in <em>P<\/em><em>sychologie der Typenlehre<\/em> den <em>Homo oeconomicus<\/em> als Lebensform des <em>Homo <\/em><em>sapiens<\/em>:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eDer \u00f6konomische Mensch im allgemeinsten Sinne ist also derjenige, der in allen Lebensbeziehungen den <em>N\u00fctzlichkeitswert<\/em> voranstellt. Alles wird f\u00fcr ihn zu Mitteln der <em>Lebenserhaltung<\/em>, des naturhaften Kampfes ums Dasein und der <em>angenehmen<\/em> <em>Lebensgestaltung<\/em>.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Dazu k\u00e4me noch die notwendige Analyse und Abw\u00e4gung von Nutzen und Kosten sowie eine profitable Gewinnmaximierung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der Wirtschaft gibt es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur eine zentrale Kennzahl: das Wachstum des BIP (Bruttoinlandsprodukts). Nicht, weil dies ein Naturgesetz ist, sondern weil das Modell, das zur Erkl\u00e4rung des Gl\u00fccksstrebens verwendet wird, besagt, dass Menschen gl\u00fccklicher sind, wenn sie <em>mehr haben<\/em> als weniger. Dieses Modell bezieht sich nur auf <em>materielles<\/em> <em>Wachstum<\/em>. Demzufolge h\u00e4ngt das Gl\u00fcck einer Gesellschaft nur von einer wachsenden Wirtschaft ab!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieser Wettlauf um den gr\u00f6\u00dften BIP-Wachstums-Prozentsatz hat dazu gef\u00fchrt, dass wir nicht nur die wichtigsten Ressourcen ausgebeutet, riesige bewaldete Fl\u00e4chen abgeholzt und niedergebrannt haben, sondern die <em>Aufrechterhaltung unseres Wohlstandes gegen alle Vernunft<\/em> weiter trieben \u2013 auf Gedeih und Verderb, um jeden Preis, nach uns die Sintflut! l\u2019Abb\u00e9 Mably, Philosoph und Politiker zur Zeit der Aufkl\u00e4rung, \u00a0schrieb in <em>Rechte und Pflichten des B\u00fcrgers <\/em>(1789) vom Parlament in Frankreich: \u201eDie Zukunft beunruhigt sie wenig: nach ihnen die Sintflut!\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Folgen sind lange Zeiten extremer Hitze und D\u00fcrre einerseits und sintflutartige (!) \u00dcberschwemmungen andererseits. Rasantes Abschmelzen der Gletscher, haupts\u00e4chlich in den Alpen und in S\u00fcdostasien bewirken den Meeresspiegelanstieg mit erheblichen Verlusten an S\u00fc\u00dfwasserressourcen als massive Folgen.<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die gesamte Erde heizt sich auf bzw. wird aufgeheizt: auch in Europa steigen die Temperaturen im Sommer extrem, besonders sp\u00fcrbar in den v\u00f6llig verbauten Gro\u00dfst\u00e4dten. Dort lechzen Menschen (und Tiere) nach Wasser und Schatten. An den Polen werden Eis und Schnee immer weniger. Der Lebensraum der Pinguine und der Eisb\u00e4ren ist eingeschr\u00e4nkt und gef\u00e4hrdet. Unter all diesen sowie weiteren Folgen des Klimawandels leidet nat\u00fcrlich auch die Wirtschaft; es ist wie ein Bumerangeffekt: Man wollte sich \u2013 freilich nur f\u00fcr die Industriel\u00e4nder \u2013 etwas optimal Gutes tun und erreichte das Gegenteil! Ist es ein Melodrama, steckt etwa Panikmache hinter der Aufkl\u00e4rungsarbeit der Wissenschaften und der Medien? Ich glaube nicht, denn die Fakten sprechen f\u00fcr sich und m\u00f6gen nur von Dummk\u00f6pfen uminterpretiert werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">K\u00f6nnte der Sch\u00f6pfungsmythos in Genesis 2 ein Korrektiv gegen\u00fcber Gleichg\u00fcltigkeit oder Eigennutz des herrschenden Lebensstils darstellen? Zumindest stellt der Erz\u00e4hler den Menschen wieder auf die F\u00fc\u00dfe, erinnert ihn an seine wahre Existenz und Herkunft: \u201eDa bildete JHWH Elohim den Menschen <em>aus Staub von der Erde<\/em> [\u2026]: \u201ead\u00e1m af\u00e1r min ha\u2019adam\u00e1\u201c, der Mensch wird \u201eerdgebunden\u201c gebildet \u2013 ein \u201eErdling\u201c. <a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Der \u201eAdam\u201c bleibt der adam\u00e1, der Erde, lebenslang \u201eeng verbunden\u201c. Sie ist sein Geburtsort, \u201eseine Heimat, sein Grab\u201c. Er soll die Erde bearbeiten und sch\u00fctzen \u2013 seine Aufgabe bis heute. \u201eDer Akzent liegt auf dem Dienen, nicht auf dem Herrschen\u201c, das allzu oft missbraucht wird. \u201eUnsere Erde kann ein &#8218;Garten in Eden&#8216; sein, ein Paradies, in dem w\u00e4chst, wessen wir bed\u00fcrfen\u201c, wenn wir \u201eihre Rohstoffe mit Ma\u00df und Bedacht gebrauchen\u201c. Es ist noch \u201enicht zu sp\u00e4t\u201c: \u201eUnser gro\u00dfer &#8218;Lebensgarten&#8216; kann gerettet werden\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Unterschied zur Einsch\u00e4tzung des Menschen in der zweiten Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung \u2013 ad\u00e1m als Erdling, als lebenslang der Erde verbunden \u2013, der den Auftrag erh\u00e4lt, sie zu bearbeiten und zu beh\u00fcten, stellt die erste Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung den Menschen \u201eals Bild Gottes\u201c vor, herrschend \u00fcber die Erde, sich alle Lebewesen \u201euntertan machend\u201c (Gen 1,26\u201328). Lange Zeit dominiert vermutlich die Vorstellung vom Menschen als Herrschenden, der Natur \u00dcberlegenen, f\u00fcr den Pflanzen und Tiere ohne R\u00fccksicht auf Verluste verf\u00fcgbar sind. Er kann sie nach Belieben ausbeuten, f\u00fcr seine Zwecke entfremden und gebrauchen \u2013 keineswegs vorwiegend zur Ern\u00e4hrung! Wer ist der Mensch: erdgebundener \u201eG\u00e4rtner\u201c oder Beherrscher der Erde?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWas ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst (dich um ihn sorgst)? Du hast ihn wenig geringer gemacht als Gott, mit Ehre und Hoheit hast du ihn gekr\u00f6nt. Du hast ihn zum Herrscher gesetzt \u00fcber die Werke deiner H\u00e4nde, alles hast du ihm unter die F\u00fc\u00dfe gelegt.\u201c Hier wird ein weiteres Bild vom Menschen gezeichnet. Der Psalmdichter sieht sich in inniger Abh\u00e4ngigkeit von Gott, wei\u00df sich geborgen im Ged\u00e4chtnis seines Sch\u00f6pfers. Nur darauf beruht des Menschen Position, Rang und sein Auftrag. Die Metapher vom Menschen als \u201eKrone der Sch\u00f6pfung\u201c kommt so in der hebr\u00e4ischen Bibel nicht vor und wird heute eher ironisch gebraucht. Im \u00dcbrigen differenziert die hebr\u00e4ische Bibel bei Vorstellungen vom Menschen. Es gibt nicht nur die Bilder der beiden Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlungen oder aus Psalm 8; man lese Psalm 90 (in Auswahl, Verse 1\u20133.5\u20136.8\u20139.12.14.17):<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eEin Gebet des Mose, des Gottesmanns. Herr, ein Hort warst du uns von Generation zu Generation. Noch ehe Berge geboren wurden und Erde und Erdkreis in Wehen lagen, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du l\u00e4sst den Menschen zum Staub zur\u00fcckkehren und sprichst: Kehrt zur\u00fcck, ihr Menschen. Du raffst sie dahin, ein Schlaf am Morgen sind sie und wie das Gras, das vergeht. Am Morgen bl\u00fcht es, doch es vergeht, am Abend welkt es und verdorrt. Du hast unsere S\u00fcnden vor dich gestellt, unsere verborgene Schuld ins Licht deines Angesichts. All unsere Tage gehen dahin unter deinem Zorn, unsere Jahre beenden wir wie einen Seufzer. Unsere Tage zu z\u00e4hlen, lehre uns, damit wir ein weises Herz gewinnen. S\u00e4ttige uns am Morgen mit deiner Gnade, so werden wir jubeln und uns freuen alle unsere Tage. Und die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei \u00fcber uns, gib dem Werk unserer H\u00e4nde Bestand, ja, gib dem Werk unserer H\u00e4nde Bestand.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie k\u00f6nnen wir selbstzerst\u00f6rerisches Verhalten des Menschen stoppen? Kann die Ideologie unendlichen Wachstums \u00fcberf\u00fchrt werden in Fortschrittsglauben im Einvernehmen mit dem Willen zur Erhaltung und Bewahrung des Bestehenden? Wird der Mensch begreifen lernen, dass er <em>Teil der Natur<\/em>, nicht Herrscher \u00fcber sie ist bzw. sein darf? Er wird dann erst gl\u00fccklich sein, wenn er seinen urspr\u00fcnglichen Auftrag gerade heute erkennt und anerkennt. Das br\u00e4chte uns dazu, uns zu ver\u00e4ndern. Mit anderen Worten: Wir brauchen ein neues Modell des Homo sapiens, keine Fortsetzung des Homo oeconomicus!<a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> M\u00f6ge ein aktuelles, neues Studium der Sch\u00f6pfungsmythen der Genesis dabei helfen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Pfarrer Thomas Bautz<\/strong><br \/>\n<strong>im Unruhestand<\/strong><br \/>\n<strong><a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Fussnoten:<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paradise_Lost\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paradise_Lost<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a><a href=\"https:\/\/www.hs-fresenius.de\/blog\/menschen\/homo-ignorance-im-angesicht-der-selbstzerstoerung\/\">https:\/\/www.hs-fresenius.de\/blog\/menschen\/homo-ignorance-im-angesicht-der-selbstzerstoerung\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>AC\/DC (1979); <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/AC\/DC\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/AC\/DC<\/a>#.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a><a href=\"https:\/\/www.hs-fresenius.de\/blog\/menschen\/homo-ignorance-im-angesicht-der-selbstzerstoerung\/\">https:\/\/www.hs-fresenius.de\/blog\/menschen\/homo-ignorance-im-angesicht-der-selbstzerstoerung\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>Raymund Wilhelm: Die Sprache der Affekte. Jean-Jacques Rousseau (2001): (IV.) (2.2.) Vom <em>cogito ergo sum <\/em>zum <em>sentiment de l\u2019existence<\/em>, 129 (dort franz\u00f6sisch mit Quellenangabe). Rousseau (1712\u20131778) war Schriftsteller, Philosoph, P\u00e4dagoge, Naturforscher und Komponist.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>Descartes. Meditationes de prima philosophia. Meditationen \u00fcber die Grundlagen der Philosophie. Latein\u2013Deutsch, neu hg. v. L\u00fcder G\u00e4be (1959): 1. Med. Woran man zweifeln kann, 17\u201318. Kontext des <em>semel in vita<\/em> und Einfluss Descartes\u2019 auf Rousseau: Wilhelm: Die Sprache der Affekte (2001), 128\u2013129 (Zitate franz\u00f6s. mit Quellenangaben). Descartes (1596\u20131650) war Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u201e[&#8230;] que l\u2018essence de l\u2019\u00e2me ne consiste point dans la pens\u00e9e\u201c; John Locke vertritt eine Erkenntnistheorie, die den Empfindungen grundlegende Bedeutung zumisst.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">8]<\/a>Jean-Jacques Rousseau. Lettres morales. Vorwort u. Anmerkungen v. Cyril Morana (2002): Lettre 3, S. 26\u201338: 26: \u201eNous ne savons rien [\u2026], nous ne voyons rien; nous sommes une troupe d\u2019aveugles, jet\u00e9s \u00e0 l\u2019aventure dans ce vaste univers.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>(LXX Gen 2,15): \u039a\u03b1\u1f76 \u1f14\u03bb\u03b1\u03b2\u03b5\u03bd \u03ba\u03cd\u03c1\u03b9\u03bf\u03c2 \u1f41 \u03b8\u03b5\u1f78\u03c2 \u03c4\u1f78\u03bd \u1f04\u03bd\u03b8\u03c1\u03c9\u03c0\u03bf\u03bd, \u1f43\u03bd \u1f14\u03c0\u03bb\u03b1\u03c3\u03b5\u03bd, \u03ba\u03b1\u1f76 \u1f14\u03b8\u03b5\u03c4\u03bf \u03b1\u1f50\u03c4\u1f78\u03bd \u1f10\u03bd \u03c4\u1ff7 \u03c0\u03b1\u03c1\u03b1\u03b4\u03b5\u03af\u03c3\u1ff3 \u1f10\u03c1\u03b3\u03ac\u03b6\u03b5\u03c3\u03b8\u03b1\u03b9 \u03b1\u1f50\u03c4\u1f78\u03bd \u03ba\u03b1\u1f76\u03c6\u03c5\u03bb\u03ac\u03c3\u03c3\u03b5\u03b9\u03bd.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>Das Wort \u201eParadies\u201c hat inzwischen ambivalente Konnotationen angenommen.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>Zur Vorstellung vom Menschen als \u201eimago Dei\u201c (Gen 1,27): \u201eGottebenbildlichkeit\u201c ist aus atl. Sicht problematisch; der Wortteil \u201eeben\u201c entstammt der LXX-\u00dcbersetzung, w\u00e4hrend der hebr\u00e4ische Text von der \u201eGottbildlichkeit\u201c bzw. dem \u201eBild-Gottes-Sein\u201c des Menschen spricht; Ute Neumann-Gorsolke: Gottesebenbildlichkeit (AT), WiBiLex (2017), pdf, S. 2. \u201eDie Diskussion, was mit der &#8218;Gottesebenbildlichkeit&#8216; n\u00e4her gemeint sei, ist uferlos\u201c: TRE 22 (1992), Art. <em>Mensch<\/em> II. Altes Testament, 464\u2013474 (Rainer Albertz): 469. Die hebr\u00e4ischen Begriffe f\u00fcr \u201eEbenbild\u201c (\u05e6\u05b6\u05dc\u05b6\u05dd) und \u201eGestalt\u201c (\u05d3\u05bc\u05b0\u05de\u05d5\u05bc\u05ea) sind \u201enahezu Synonyme\u201c, ebenso die dazugeh\u00f6rigen Pr\u00e4positionen (Gen 1,26a.27a.b; cf. 5,1b; 9,6b); cf. J. Alberto Soggin: Das Buch Genesis. Kommentar (1997), 43 (f); Roland Gradwohl: Bibelausle-gungen aus j\u00fcdischen Quellen 3 (1988), 22\u201342: 26.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homo_oeconomicus#Kritik\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homo_oeconomicus#Kritik<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a><a href=\"https:\/\/www.hs-fresenius.de\/blog\/menschen\/homo-ignorance-im-angesicht-der-selbstzerstoerung\/\">https:\/\/www.hs-fresenius.de\/blog\/menschen\/Homo-ignorance-im-angesicht-der-selbstzerstoerung\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/lexikon-der-wirtschaft\/19635\/homo-oeconomicus\/\">https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/lexikon-der-wirtschaft\/19635\/Homo-oeconomicus\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>Eduard Spranger (1882\u20131963) war Philosoph, Psychologe, P\u00e4dagoge. Er sorgte f\u00fcr die Etablierung der P\u00e4dagogik als eigenst\u00e4ndige Disziplin. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eduard_Spranger\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eduard_Spranger<\/a>; zum Begriff des Homo oeconomicus: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homo_oeconomicus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homo_oeconomicus<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nach_uns_die_Sintflut\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nach_uns_die_Sintflut<\/a>. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gabriel_Bonnot_de_Mably\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gabriel_Bonnot_de_Mably<\/a>; Abb\u00e9 Gabriel Bonnot de Mably (1709\u20131785): \u201el\u2019avenir les inqui\u00e8te peu: apr\u00e8s eux le d\u00e9luge\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a><a href=\"https:\/\/www.fau.de\/2025\/02\/pressemeldungen\/klimawandel-die-gletscher-schmelzen-rasant\/\">https:\/\/www.fau.de\/2025\/02\/pressemeldungen\/klimawandel-die-gletscher-schmelzen-rasant\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>Vereinfachte Transkription; Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 4 (1989), S. 24\u201339: 32f.; cf. Gen 2,5d.7: \u201e[\u2026] und kein Mensch (ad\u00e1m) war da, den Erdboden (adam\u00e1h) zu bebauen.\u201c Soggin: Das Buch Genesis. Kommentar (1997), S. 59\u201361; mit einer anderen Erkl\u00e4rung zu 2,7.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 4 (1989): Wegweisung f\u00fcr unsere Zeit, S. 38\u201339.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>Psalmen 51\u2013100. \u00dcbers. u. ausgel. v. Frank-Lothar Hossfeld\/ Erich Zenger, HThK.AT (2000): Ps 90, S. 601\u2013615.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/99298567-5F4A-4EA7-ADBB-46B46E21FDEC#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a><a href=\"https:\/\/www.hs-fresenius.de\/blog\/menschen\/homo-ignorance-im-angesicht-der-selbstzerstoerung\/\">https:\/\/www.hs-fresenius.de\/blog\/menschen\/homo-ignorance-im-angesicht-der-selbstzerstoerung\/<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mensch \u2013 \u201eErdling\u201c oder Weltbeherrscher? | 15. So. n. Trinitatis | 13. September 2026 | Genesis 2,4b\u20139.15 | Thomas Bautz | &nbsp; Der Mensch \u2013 \u201eErdling\u201c oder Weltbeherrscher? Liebe Gemeinde! (Gen 2,7\u20138.15): \u201eDa bildete Gott den Menschen aus Staub von der Erde, und Er blies in seine Nase den Lebensatem (den Odem des Lebens). 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