{"id":26701,"date":"2026-09-19T16:15:36","date_gmt":"2026-09-19T14:15:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26701"},"modified":"2026-09-19T16:15:36","modified_gmt":"2026-09-19T14:15:36","slug":"2-timotheus-17-10-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-timotheus-17-10-3\/","title":{"rendered":"2. Timotheus 1,7\u201310"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Kasustermin: 20.09.26 | 16. So. n. Trinitatis | 2. Tim 1,7\u201310 | Thomas-M. Robscheit<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">robscheit@kirche-apolda.de<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Friede Gottes sei mit Euch allen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eLazarus, komm heraus\u201c \u2013 ziemlich drastisch schildert Johannes dieses Wunder. Ein Toter, noch dazu einer, der schon anf\u00e4ngt zu stinken, wird zum Leben erweckt. Sie haben, liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Br\u00fcder, diese Geschichte als Evangelium wieder ins Ged\u00e4chtnis zur\u00fcckgerufen bekommen. Sie ist so einpr\u00e4gsam, dass wir (so wie vermutlich auch die Zeitgenossen Lazarus\u00b4) die eigentliche Botschaft Jesu gar nicht wirklich wahrgenommen haben: Ich bin die Auferstehung und das Leben. \u00c4hnlich geht es uns vielleicht auch bei dem heutigen Predigttext, den Sie als Epistellesung bereits geh\u00f6rt hatten: Christus hat dem Tod die Macht genommen und ein unverg\u00e4ngliches Wesen durch das Evangelium ans Licht gebracht. Zugegeben, das pr\u00e4gt sich nicht so geschmeidig ein wie die Erz\u00e4hlung vom stinkenden Lazarus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Durch Jesus ist der Tod \u00fcberwunden, diese einfache und scheinbar realit\u00e4tsfremde Aussage steht \u00fcber dem heutigen Sonntag. Tod \u00fcberwunden? &#8211; Wir sehen die Welt in den t\u00e4glichen Nachrichten, unserem Freundeskreis, in der Familie. Tod \u00fcberwunden? Ja, ich wei\u00df, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am J\u00fcngsten Tage. So weit wir Marta gehen wir in unserem Glauben auch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weiter nicht!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Anders Jesus!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die \u00dcberwindung des Todes geh\u00f6rt schon in diese von Verg\u00e4nglichkeit gezeichnete Welt! Lazarus ist das sichtbare Beispiel. Beispiel, kein unglaubliches Wunder! So wie er von Binden gefesselt, stinkend im Tod gefangen war, sind auch wir gefangen, gel\u00e4hmt oft, wie tot. Verheddern uns in Strukturen, Zust\u00e4ndigkeiten und Prognosen. Sorgen und \u00c4ngste l\u00e4hmen uns, hindern am Leben. Davon will Christus uns befreien: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Leider, liebe Schwestern und Br\u00fcder, vergessen wir das allzu oft. Der Geist der Furcht ist allgegenw\u00e4rtig und greift um sich. Menschen sind \u2013 und ich will diese Sorgen nicht kleinreden, damit Sie mich nicht missverstehen! &#8211; verunsichert, weil politische Konstellationen sich in einer nicht vorstellbaren Weise ver\u00e4ndert haben, in der Welt und hier in Deutschland. Es macht Angst, wie schnell und scheinbar unaufhaltsam sich Technik entwickelt, insbesondere alles, was mit k\u00fcnstlicher Intelligenz zu tun hat. Der Blick in die Zukunft macht nicht hoffnungsvoll, sondern pessimistisch: wie werden die n\u00e4chsten Sommer ausfallen? Wie werden unsere Kinder und Enkel, sofern sie \u00fcberhaupt geboren werden, mit der demoskopischen B\u00fcrde umgehen k\u00f6nnen? Und, werden die n\u00e4chsten Generationen auch die Last tragen wollen, die fr\u00fchere Generationen geschultert haben? \u00dcber viele Jahrzehnte war es Menscheln wichtig, dass ihre Kinder es mal besser haben sollten. Das war eine Vision, die durch viele Unzul\u00e4nglichkeiten getragen hat. Heute wissen wir gar nicht, wie denn dieses \u201eBesser\u201c aussehen k\u00f6nnte? Oder haben Sie eine Idee? \u00c4ngstlich wie das Kaninchen vor der Schlange sind wir wie erstarrt, wie tot. Mitten im Leben!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Laut m\u00fcsste Jesus rufen: Lazarus komm heraus, Hans-Dieter, Inge, Petra und Thomas! Kommt heraus! Gott hat Euch nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht den Geist der Furcht, liebe Gemeinde, sondern Kraft, Liebe und Besonnenheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kraft, Liebe, Besonnenheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe, darunter k\u00f6nnen wir uns gut etwas vorstellen: unser Blick auf die Welt, auf die Menschen mit ihren Schw\u00e4chen, Sorgen und Hoffnungen. Blicken wir liebevoll auf sie, das hei\u00dft auch mit etwas Gro\u00dfmut, mit Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Schw\u00e4chen und Fehleinsch\u00e4tzungen? Vertrauen wir darauf, dass der Mensch eigentlich gut sein will und freundlich?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und was ist mit dem Geist der Kraft? Ein Simson ist wohl keiner von uns. Auch hei\u00dft es in den Spr\u00fcchen: Ein Geduldiger ist besser als ein Starker. Was ist also die Kraft, die Gott uns gegeben hat, damit wir leben und die Welt ver\u00e4ndern? Es ist die Kraft der ungerecht behandelten Witwe, die beharrlich bleibt (Lk. 18, 1-5), Es ist die Kraft und Weisheit der Ameise (Spr\u00fcche 6,6 u.\u00f6.), es ist nicht nur das Wasser, das den Stein wegsp\u00fclt (Hiob 14,19), sondern der stete Tropfen, der den Stein aush\u00f6hlt. Und wenn auch die Witwe in Lukas Gleichnis erfolgreich war, so ist es oft geschickter, klug seine Best\u00e4ndigkeit vorzutragen. Die Besonnenheit ist die dritte Geisteskraft, die uns gegeben wird. Sei beharrlich, klug und blicke liebevoll auf die Welt, dann wirst Du sie ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was fehlt jetzt noch? Warum verharren wir gel\u00e4hmt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorhin, liebe Schwestern und Br\u00fcder, habe ich behauptet, \u00fcber viele Jahrzehnte wollten Eltern, dass ihre Kinder in einer besseren Welt leben. Sie hatten dazu auch klare Vorstellungen (dass diese nicht immer den W\u00fcnschen der Spr\u00f6sslinge entsprachen ist ein anderes Thema); aber es gab diese Vorstellung einer besseren Welt. Und heute? Was w\u00e4re f\u00fcr Sie eine bessere Welt, ein besseres Leben? Mehr Wohlstand wie vor 70 Jahren wird es wohl nicht sein, Reisefreiheit wie vor 40 Jahren auch nicht. Wie s\u00e4he heute eine bessere Zukunft aus?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sobald Sie sich diese Frage beantworten k\u00f6nnen, h\u00f6ren Sie Jesus rufen: Komm heraus aus Deiner Erstarrung, denn Gott hat Dir nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben! Und so wie Lazarus treten Sie heraus, sp\u00fcren diese Kraft und leben!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und der Geist Gottes, der gr\u00f6\u00dfer ist als alle menschliche Vorstellungskraft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lied: Ach bleib mit Deiner Gnade; EG 347; insb. Strophe 7<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kasustermin: 20.09.26 | 16. So. n. Trinitatis | 2. Tim 1,7\u201310 | Thomas-M. 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