{"id":26739,"date":"2026-10-01T12:45:17","date_gmt":"2026-10-01T10:45:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=26739"},"modified":"2026-10-01T12:45:17","modified_gmt":"2026-10-01T10:45:17","slug":"markus-81-9-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-81-9-3\/","title":{"rendered":"Markus 8,1-9"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Beim Rabbi Jesus in die Schule gehen | Erntedankfest| 04.10.2026 | Predigt zu Mk.8,1-9 | verfasst von Sabine Handrick |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kennen Sie dieses Gef\u00fchl? Es geht durch den ganzen K\u00f6rper.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du sp\u00fcrst, wie sich die Fasern deines Inneren zusammenziehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es geht dir durch und durch, durch \u00abMark und Bein\u00bb, wie man so sagt. Dich \u00fcberschwemmt eine Welle von deiner K\u00f6rpermitte ausgehend bis in die Fingerspitzen: Mitgef\u00fchl.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir geht es manchmal so, wenn ich h\u00f6re, dass sich jemand verletzt hat oder etwas passiert ist, was mich zutiefst ber\u00fchrt&#8230; dann f\u00fchle ich mit. Es geschieht unmittelbar, nahezu instinktiv. Dich erfasst Mitgef\u00fchl \u2013 du kannst gar nichts dagegen machen und es kann sich bis zu k\u00f6rperlichem Mit-Leiden steigern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sicher gehen Ihnen solche Momente durch den Sinn, wo Sie \u00e4hnliches erlebt haben. &#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir Menschen sind zur Empathie f\u00e4hig, wir k\u00f6nnen uns in die Lage anderer hineinversetzen und dies macht etwas mit uns. Bis ins Innere hinein werden wir von einem Erbarmen ergriffen, das uns motiviert zu helfen, zu handeln, da zu sein f\u00fcr den\/die andere\/n.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch Jesus liess sich anr\u00fchren von der Not der Menschen, denen er begegnete. Er sah ihre Krankheiten, ihre Verzweiflung, ihre erbarmungsw\u00fcrdige Lage und er heilte, tr\u00f6stete, richtete sie auf, erbarmte sich ihrer. Was er sah, liess er buchst\u00e4blich an sich heran.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus, der Menschensohn war ein Lehrer der Menschlichkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Davon will ich heute reden: &#8230; was wir bei ihm lernen k\u00f6nnen und was es mit Erntedank zu tun hat, wenn wir bei Jesus sozusagen in die Schule gehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind mittlerweile oft darauf aus, m\u00f6glichst wenig an uns heranzulassen. Die meisten sind fixiert auf das kleine Ger\u00e4t in der Hand (Smartphone). Was ringsherum geschieht, versucht man vielfach auszublenden (Kopfh\u00f6rer auf). Im beruflichen Bereich wird es zum Standard, sich gut abgrenzen zu k\u00f6nnen. \u00ab<em>Wenn jeder auf sich schaut, dann ist f\u00fcr alle gesorgt<\/em>.\u00bb wird zur Maxime.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Normalfall des Alltags scheint dies zu funktionieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch was, wenn die gut ge\u00f6lte Maschinerie des Welthandels aus dem Takt kommt, wenn die Lieferketten der Rohstoffe mit ein paar gezielten, milit\u00e4rischen Vorst\u00f6ssen lahmgelegt werden?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was, wenn der Anblick der verdorrenden \u00c4cker, der ausgetrockneten B\u00e4che und Fl\u00fcsse, der B\u00e4ume im Hitzestress uns bis ins Mark trifft? Was, wenn die Trockenheit keine vor\u00fcbergehende, sondern Dauerzustand wird? Was, wenn die Hitzerekorde eines Sommers nicht mehr ignoriert werden k\u00f6nnen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was, wenn die Not der Bauernfamilien, die ihre Tiere vorzeitig zum Schlachten bringen mussten, unser Bewusstsein erreichte? Wenn wir die Sorgen derer an uns heranliessen, die f\u00fcr unsere Nahrung sorgen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">K\u00f6nnen wir dann unser Mitgef\u00fchl noch immer ausschalten?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der diesj\u00e4hrige Sommer k\u00f6nnte ein Weckruf gewesen sein, denke ich. Lernen wir die Zeichen unserer Zeit zu erkennen und entsprechend zu handeln! Nehmen wir das Leiden der bedrohten Sch\u00f6pfung wahr und sch\u00fctzen wir, was uns anvertraut wurde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Entwickeln wir Mitgef\u00fchl f\u00fcr alle, die vom Klimawandel besonders betroffen sind, deren wirtschaftliche Existenz vom Ertrag der Felder abh\u00e4ngt und die ihre letzten Reserven mobilisieren m\u00fcssen, um die Teuerung abzufedern.\u00a0 Es ist offensichtlich, dass viele landwirtschaftliche Betriebe gegenw\u00e4rtig mit grossen Sorgen k\u00e4mpfen. Zwar konnte die Natur nach mehr als zwei Monaten ohne Regen und mit Rekordhitze dann Ende August ein wenig aufatmen, aber die Niederschl\u00e4ge waren kaum mehr als der ber\u00fchmte Tropfen auf den heissen Stein&#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noch sind hierzulande die Lebensmittel-L\u00e4den gef\u00fcllt. Wir leiden keinen Mangel an Nahrungsmitteln. Doch wie viele schlechte Ernten k\u00f6nnten wir verkraften?\u00a0 K\u00f6nnen wir uns \u00fcberhaupt vorstellen, dass die Selbstverst\u00e4ndlichkeit unseres Wohlstands angesichts der Klimakrise ins Wanken kommen k\u00f6nnte?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde, das Erntedankfest richtet unser Augenmerk auf den Zusammenhang des Segen Gottes mit dem Wachsen und Gedeihen unserer Nahrung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00dcber weite Strecken der menschlichen Geschichte waren Sorgen um das t\u00e4gliche Brot allt\u00e4glich. Auch die Bibel berichtet immer wieder von Missernten und Hungersn\u00f6ten, die ganze Landstriche in ein \u00abTodesschattenland\u00bb (Mt.4,15f.) verwandelten. Die Speisungsgeschichte, die wir heute bedenken, spielte in einer Zeit, als viele Menschen in Galil\u00e4a kaum das N\u00f6tigste zum Essen hatten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Basler Theologie-Professorin f\u00fcr Neues Testament Luzia Sutter Rehmann beschrieb eindr\u00fccklich (\u00abWut im Bauch\u00bb), wie sehr die Erfahrung des Hungers die Lebensrealit\u00e4t der allermeisten Menschen zur Zeit Jesu pr\u00e4gte. Und sie zeigte, dass es kein Zufall ist, wenn Jesus all jene Menschen gl\u00fccklich nennt, die hungern und d\u00fcrsten nach Gerechtigkeit! (Mt.5,6).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bevor ich zu unserem heutigen Text komme, m\u00f6chte ich zun\u00e4chst auf die sogenannte Speisung der 5000 eingehen. Nur zwei Kapitel vorher erz\u00e4hlt das Markus-Evangelium: <em>Als Jesus &#8230; die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgef\u00fchl, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Er nahm sich darum viel Zeit, sie zu lehren<\/em>. &#8230; (Mk. 6,34) &#8211; Da haben wir auch jenes Gef\u00fchl, das ich eingangs beschrieb, das dringende, aus Leib und Seele kommende Erbarmen angesichts der Not der Menschen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie angedeutet, beim Anblick der wenigen K\u00fche auf der trockenen Weide, die kaum noch etwas zu fressen fanden, ging es mir in diesem Sommer \u00e4hnlich. Auf Jesus wirkt die Menschenmenge wie eine rastlose Schafherde, die ohne Hirten erfolglos und verzweifelt auf der Suche nach etwas Essbarem ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im MkEv. wird mit wenigen Worten sehr viel erz\u00e4hlt. Es lohnt sich, den sp\u00e4rlichen Hinweisen nachzugehen. Dass die Menschen mit einer hirtenlosen Herde verglichen werden, ist brisant, wenn wir es im Zusammenhang sehen. Denn erst kurz vorher berichtet das MkEv., wie w\u00e4hrend eines Festmahles am Hof des Herodes dem Johannes der Kopf abgeschlagen wird (Mk.6,27).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was f\u00fcr ein Kontrast: Auf der einen Seite hungern die Menschen und auf der anderen Seite tafeln die M\u00e4chtigen auf dekadente Weise. Sie verh\u00f6hnen das Volk, indem sie dessen Leitfigur enthaupten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Nein) Johannes, dem T\u00e4ufer wird nicht nur das Maul gestopft, weil er mit seiner Umkehrpredigt zu viel Aufmerksamkeit im Volk erregt, er wird ganz zum Schweigen gebracht. &#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und so werden die Menschen kopflos, f\u00fchrungslos gemacht. Voller Angst irren sie umher, sind ohne Orientierung der Gewalt, der Unsicherheit, dem Hunger ausgesetzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und inmitten dieser Menschenmenge finden wir Jesus, der sieht und h\u00f6rt und sp\u00fcrt, was die Leute umtreibt. Es erbarmt ihn. Er kann sich nicht abschotten und nimmt sich ihrer an.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sechsmal erz\u00e4hlen die Evangelien, wie es Jesus gelingt, dass Tausende von Menschen satt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich denke, dass es nicht sechs Varianten einer Geschichte sind, sondern, dass sich solche Ereignisse mehrmals wiederholten. In Mk.8,1 lesen wir, dass \u00ab<em>wieder einmal eine gro\u00dfe Menschenmenge bei Jesus<\/em>\u00bb war. Also, erneut waren Tausende beisammen. Wie viele genau, wer will das heute sagen? Ob es nun 4000 oder 5000 oder 10&#8217;000 waren, wenn auch Frauen und Kinder mitgez\u00e4hlt werden. Gleichwie&#8230; es geht um eine sehr grosse Menge an Menschen, die bei Jesus Hilfe und Orientierung suchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er geht in die L\u00fccke, die der Tod von Johannes hinterlassen hat und \u00fcbernimmt die Rolle des Hirten und Lehrers. Die Menschen wiederum erweisen sich als aufmerksame und gelehrige Zuh\u00f6rerschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Mk.6) Als Jesus zu ihnen sagt, sie sollen sich ins gr\u00fcne Gras setzen und kleinere Gruppen bilden &#8211; was tun die Leute? Sie formieren sich zu \u00ab<em>Lauchbeeten<\/em>\u00bb, d.h. setzen sich in Reihen, wie Beete im Gem\u00fcsegarten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit einem Wort schafft es der Evangelist, dass man gewissermassen sieht, wie den Menschen die Geschichte von der entbehrungsreichen W\u00fcstenwanderung nach dem Auszug aus \u00c4gypten durch den Kopf geht. Da war das ersch\u00f6pfte Volk so hungrig und mutlos, dass es sich zur\u00fcck an die Fleischt\u00f6pfe der Vergangenheit tr\u00e4umte und von den Beeten voller frischer Gem\u00fcse phantasierte. \u00abLauchbeete\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In der kargen Gegend des Todesschattenlandes Galil\u00e4a erleben sich die Menschen wieder wie in der W\u00fcste: Einst waren ihre Vorfahren darauf angewiesen, dass Gott f\u00fcr sie sorgt und das Manna sicherte ihr \u00dcberleben, Brot f\u00fcr den kommenden Tag. Und so hoffen sie abermals auf das Lebensnotwendige und erhalten es auch. &#8211; Was f\u00fcr eine erstaunliche Interpretationsleistung, die die Menschen da zeigen. Die Leute verstehen Jesu Worte und setzen sie sofort praktisch um.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Wenn Lehrpersonen heute solche kreativen L\u00f6sungen bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern erleben, freuen sie sich wirklich!)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bald darauf kommt wieder die n\u00e4chste Gelegenheit: Mk.8 &#8211; Tausende lauschen gebannt den Worten Jesu. Erneut wird er von tiefstem Mitgef\u00fchl \u00fcberw\u00e4ltigt. Jesus sieht den prek\u00e4ren Zustand, in dem sich die Hungrigen befinden, wie sich unter ihnen qu\u00e4lende Unruhe breitmacht und die Gereiztheit steigt. Die Menschen sind kurz vor dem Zusammenbrechen.\u00a0 Unm\u00f6glich, dass sie in diesem entkr\u00e4fteten Zustand den Heimweg antreten. Hier handelt Jesus direkt, muss nicht erst durch die J\u00fcnger aufmerksam gemacht werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwar wirken die J\u00fcnger noch ein wenig begriffsstutzig, als sie fragen, wo in der ansonsten menschleeren Gegend Brot zu beschaffen sei&#8230; Doch dieses Motiv der nur m\u00fchsam und langsam verstehenden J\u00fcnger ist ein Stilmittel des Evangelisten, das sich durch das ganze Markus-Evangelium zieht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus nimmt die sieben vorhandenen Brote, dankt Gott und bricht das Brot. Sie verteilen das Brot unter den Menschen und es reicht f\u00fcr alle.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir k\u00f6nnen die Zahl Sieben als eine symbolische Anspielung sehen. Die Sieben steht f\u00fcr das Vollkommene. Und die schlichte Abfolge der Handlung:\u00a0 <em>Er nahm die sieben Brote, dankte Gott daf\u00fcr und brach sie in St\u00fccke. Dann gab er sie seinen J\u00fcngern zum Verteilen<\/em>&#8230; l\u00e4sst bei den Leserinnen und Lesern des MkEv. die Assoziation an Jesu letzte Mahlzeit entstehen, als <em>Jesus das Brot nahm, dankte und brach und es seinen J\u00fcngern gab und sprach<\/em>&#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir bekommen bereits hier am Beginn des Wirkens Jesu einen Vorgeschmack auf das Abendmahl, einen Vorgeschmack auf das Brot des Lebens, einen Vorgeschmack darauf, wenn niemand mehr hungert und d\u00fcrstet nach Gerechtigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In ihrer Zeit des Mangels und des Hungers geschieht f\u00fcr die Menschen in jener \u00abgottverlassenen\u00bb Gegend des Hungers nichts weniger, als dass sich ihr Traum von einer s\u00e4ttigenden Mahlzeit erf\u00fcllt. Und die Reste, die von den wenigen Fischen und den Broten \u00fcbrigbleiben, als alle satt sind, f\u00fcllen wiederum sieben K\u00f6rbe. Was f\u00fcr ein deutliches Zeichen setzt Jesus da.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir ist diese Bedeutung der Speisungsgeschichten erst richtig klar geworden, als ich begann, sie sie auf dem Hintergrund des Hungers wahrzunehmen. Viele Hungernde werden satt! Die 4000 sind nicht einfach nur viele Leute, die eben mal die Zeit vergessen haben und vers\u00e4umten vorzusorgen, d.h. Proviant mitzunehmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das MkEv. erz\u00e4hlt dies so, dass wir mit den betroffenen Menschen mitlernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, wir fragen und staunen: wie ist so etwas nur m\u00f6glich? Und langsam begreifen wir, dass diese wunderbaren Mahlzeiten, die Jesus mit den Vielen teilte, ein Sinnbild sind f\u00fcr uns zu lernen, worauf es ankommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott h\u00f6rt und sieht die himmelschreiende Not derer, die sich um Jesus versammeln. Jesus erbarmt sich ihrer. Er ist ein Mensch, der sich die Not anderer nahe gehen l\u00e4sst. Und wie jene Menschen einst, Vertrauen in Gottes Wort fassten, so lernen wir wieder, auf Gott zu h\u00f6ren, dankbar zu werden, uns dem N\u00e4chsten zuzuwenden, und <em>die Not um uns zu sehen<\/em>. (vgl. das Lied: Gib uns Weisheit, gib uns Mut RG 835,2)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus wurde zu seiner Zeit meist als Rabbi angesprochen, d.h. \u00abmein Lehrer\u00bb, also als einer, der die Weisheit der Heiligen Schriften kennt und lebendig werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Loblied, das Mose einst sang (Dtn. 32,1ff.) wird durch die Speisungsgeschichten der Evangelien aufs sch\u00f6nste illustriert: \u00a0<em>H\u00f6re, Himmel, was ich sage, h\u00f6re, Erde, meine Worte. Was ich lehre, soll wie Regen Leben spenden, meine Rede soll erfrischen wie der Tau \u00b4und Wachstum bringen` wie ein Schauer, der auf Gras und Kr\u00e4uter f\u00e4llt. Ich rufe aus den Namen des HERRN! Erweist unserem Gott<\/em> die <em>Ehre<\/em> &#8230; Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Rabbi Jesus in die Schule gehen | Erntedankfest| 04.10.2026 | Predigt zu Mk.8,1-9 | verfasst von Sabine Handrick | Liebe Gemeinde! Kennen Sie dieses Gef\u00fchl? Es geht durch den ganzen K\u00f6rper. Du sp\u00fcrst, wie sich die Fasern deines Inneren zusammenziehen. Es geht dir durch und durch, durch \u00abMark und Bein\u00bb, wie man so sagt. 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