{"id":2713,"date":"2020-05-13T15:30:59","date_gmt":"2020-05-13T13:30:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=2713"},"modified":"2020-05-13T16:10:47","modified_gmt":"2020-05-13T14:10:47","slug":"die-fuerbitte-jesu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/die-fuerbitte-jesu\/","title":{"rendered":"Die F\u00fcrbitte Jesu"},"content":{"rendered":"<h3>Predigt zu Johannes 17,1-11 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst\u00a0von Johannes Kr\u00e6n Christensen | aus dem D\u00e4nischen \u00fcbersetzt von Eberhard Harbsmeier |<\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Bist du froh? So fragt meine Geliebte mich jeden Morgen. Ja, ich bin froh \u2013 nicht lallend froh, sondern froh, neben ihr zu liegen. Ich bin froh und dankbar zugleich \u2013 f\u00fcr einen neuen Tag, f\u00fcr das Leben und die Liebe. Ich bin froh, weil ich in meinem Leben nie allein gelassen werde!<\/p>\n<p>Auch wenn ich den unausweichlichen Trank bitteren Schmerzes schmecken muss, dem niemand entgeht.<\/p>\n<p>Und das liegt also nicht an all den Behandlungsformen, die es gibt und die dem sogenannten modernen D\u00e4nen angeboten werden, wenn wir aus dem schmerzvollen Becher trinken. Wir haben gelernt und sind damit erzogen: Wenn wir nur gesund leben, f\u00fcr Bewegung sorgen, fettarm essen und nicht rauchen, wenn wir nicht vergessen, den Sicherheitsgurt anzulegen, dann kann uns im Gro\u00dfen und Ganzen nichts passieren. Und wenn einem dann etwas passiert, denn das geschieht ja fr\u00fcher oder sp\u00e4ter einmal (denn sonst kommt man ja nie zu etwas), was wir ja gerade nun merken \u2013 dann haben wir gleich ein ganzes Heer von Experten, die uns erkl\u00e4ren, warum etwas schief gelaufen ist. Denn selbstverst\u00e4ndlich gibt es eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, dass da etwas schief ging. So ist es im Gro\u00dfen und Ganzen bei jeder denkbaren Situation. Wenn also irgendetwas schief l\u00e4uft bei uns, die wir daran gew\u00f6hnt sind, unser eigenes Leben zu meistern \u2013 \u00fcber es zu herrschen und es zu beherrschen, in der sicheren \u00dcberzeugung, dass wir unser Leben in der Hand haben, dann haben wir sogleich einen Experten zur Hand, der uns erkl\u00e4rt, warum alles so geschah, wie es geschah. Da sind Psychologen, die die Psyche erkl\u00e4ren, \u00c4rzte erkl\u00e4ren die Physis und den K\u00f6rper, Pastoren haben sich zu Spezialisten f\u00fcr das Geistige entwickelt. Ja, man ist im heutigen D\u00e4nemark gut versorgt. Wir k\u00f6nnen ja vieles, aber allein geht es nicht!<\/p>\n<p>Und damit sind wir bei dem, worum es hier geht, dem Verh\u00e4ltnis zu Gott. Die Stunde ist gekommen. Der Sohn ist verherrlicht, und er sitzt zur Rechten des Vaters, d.h. er hat die Macht, Leben zu schenken \u2013 sogar ewiges Leben. Tja, das ist ja gut, denkt man und sieht auf seine Uhr, w\u00e4hrend man \u00fcberlegt, wie lange das ewige Leben wohl dauert.<\/p>\n<p>Da ist kein Grund f\u00fcr gro\u00dfe Sorgen \u2013 denn er gibt uns alles. So lernen wir Gott kennen \u2013 als den allm\u00e4chtigen, gro\u00dfz\u00fcgigen, liebenden Gott, der im Grabe gewesen ist und zur\u00fcckkehrte \u2013 verherrlicht, um uns in der Taufe und beim Abendmahl im Wort zu begegnen. Was er getan hat, war dies: Er ging zusammen mit seinen Mitmenschen auf den Grund. Er lie\u00df sozusagen den Teufel dabei entdecken, wie er den Satan selbst betrog, lie\u00df ihn holen, was er hatte, rauben, was der B\u00f6se in seiner gl\u00fchenden H\u00f6lle geh\u00e4rtet hatte, und es mit sich nach Hause bringen, nach Hause, wo wir hingeh\u00f6ren, in den himmlischen S\u00e4len und nicht in engen R\u00e4umen und kurzen Ketten.<\/p>\n<p>Gott hat uns durchschaut. Er nimmt uns heraus aus unserer eigenen selbstgemachten Welt \u2013 er nimmt uns heraus aus unserem eigenen kleinen Verlies und sagt, dass wir nach oben schauen sollen. Er ist verherrlicht, damit wir \u2013 du und ich \u2013 nicht mehr in dem Gespinst bleiben, das wir f\u00fcr einander spinnen und in dem wir uns einwickeln. Er will uns befreien von dem Wurm, der in unseren Taschen nagt \u2013 uns befreien von dem Druck und der Pression, die konstant auf uns liegen, vielleicht weil uns das zu angesehenen B\u00fcrgern, reichen B\u00fcrgern, sch\u00f6nen B\u00fcrgern macht, uns zu Leuten macht, mit denen man gerne zusammen ist. Aber die Vornehmheit verl\u00e4sst uns, sobald es darum geht, zuerst an die Regale heranzukommen und an sich zu raffen. Das hat der unser Herr durchschaut, und deshalb betet er f\u00fcr uns. Deshalb wurde er Mensch, starb und stand auf von den Toten.<\/p>\n<p>Er w\u00e4hlte das Schwere, er w\u00e4hlte nicht den bequemsten Weg. Er war dort im Leben, wo es am schw\u00e4rzesten aussah \u2013 da wo die Menschen nichts tun konnten. So ist ja die Perspektive f\u00fcr die meisten von uns \u2013 fr\u00fcher oder sp\u00e4ter!<\/p>\n<p>Ob er gl\u00fccklich, froh und zufrieden war, dar\u00fcber brauchen wir uns keine Gedanken zu machen, die Hauptsache ist, dass er nicht gleichg\u00fcltig war, nicht gleichg\u00fcltig <em>ist<\/em>!<\/p>\n<p>Das eigene und \u00fcbrigens letzte Gebet Jesu wendet sich an den Vater. Ein Gebet f\u00fcr uns \u2013 dass unser Herr in dieser Weise f\u00fcr uns betet, ist ein Werk der Liebe. Und es unterscheidet sich ja nicht sehr von dem Gebet, das wir f\u00fcr andere beten. So wie unser Herr unser Leben in die H\u00e4nde Gottes legt, tun wir dasselbe, wenn wir f\u00fcr andere bitten Das ist \u00fcbrigens dasselbe, was unsere K\u00f6nigin mit dem ganzen Volk tut, wenn sie ihre Neujahrsansprache damit schlie\u00dft, f\u00fcr uns zu beten: Gott bewahre D\u00e4nemark!<\/p>\n<p>Von dem Augenblick an, wo wir getauft werden, erfahren wir, dass Gott etwas mit uns zu tun haben will. Er kommt dem Menschen entgegen, der die M\u00fchen und Beschwernisse des Menschseins kennt. F\u00fcr den Menschen, wo das Leben nicht ein Tanz auf Rosen ist, sondern ein H\u00fcpfen auf den Dornen der Rose, bittet er, dass er das Leben bewahren m\u00f6ge, im Namen Jesu bewahren m\u00f6ge! Die Verherrlichung geschieht f\u00fcr uns!<\/p>\n<p>Das Christentum ist im buchst\u00e4blichsten Sinne voller Liebe und Menschlichkeit, eine Menschlichkeit, die uns geschenkt wird, weil der Verherrlichte f\u00fcr uns betet, die in der Welt sind. Bei uns ist!<\/p>\n<p>Und deshalb k\u00f6nnen wir damit beginnen, froh zu sein \u2026<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zu Johannes 17,1-11 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst\u00a0von Johannes Kr\u00e6n Christensen | aus dem D\u00e4nischen \u00fcbersetzt von Eberhard Harbsmeier | \u00a0 Bist du froh? So fragt meine Geliebte mich jeden Morgen. Ja, ich bin froh \u2013 nicht lallend froh, sondern froh, neben ihr zu liegen. 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