{"id":2837,"date":"2020-06-02T21:59:15","date_gmt":"2020-06-02T19:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=2837"},"modified":"2020-06-02T22:09:30","modified_gmt":"2020-06-02T20:09:30","slug":"2837-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2837-2\/","title":{"rendered":"An Gottes Segen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>An Gottes Segen ist alles gelegen | Predigt zu 4. Mose 6,22-27 |verfasst von Paul Wellauer |<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext 4. Mose 6,22-27 [Die Z\u00fcrcher Bibel, Ausgabe 2007]<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Der Priestersegen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>22 Und der HERR sprach zu Mose: <\/em><\/p>\n<p><em>23 Rede zu Aaron und seinen S\u00f6hnen: So sollt ihr die Israeliten segnen, sprecht zu ihnen: <\/em><\/p>\n<p><em>24 Der HERR segne dich und beh\u00fcte dich. <\/em><\/p>\n<p><em>25 Der HERR lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir und sei dir gn\u00e4dig. <\/em><\/p>\n<p><em>26 Der HERR erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden. <\/em><\/p>\n<p><em>27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde sie segnen. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Selig ist jeder Mensch, der Gottes Wort h\u00f6rt, in seinem Herzen bewahrt und danach lebt. Amen<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Br\u00fcder, versammelt unter Gottes segnenden H\u00e4nden<\/p>\n<p><strong>\u00abHeile Welt\u00bb<\/strong>, so hat der K\u00fcnstler Peter K\u00fcbele sein Fensterbild benannt, das in der Kirche B\u00fcrglen (Thurgau, Schweiz) zu bewundern ist. Es zeigt Gott den Sch\u00f6pfer inmitten seiner farbenfrohen und vielf\u00e4ltigen Sch\u00f6pfung mit ausgestreckten, segnenden Armen. Das Gesicht des segnenden Gottes ist der Sch\u00f6pfung zugeneigt. [Auf einen Exkurs zum Bilderverbot in den 10 Geboten verzichte ich hier und geniesse das paradiesische Bild des nahen Gottes, der mitten in seiner Sch\u00f6pfung wandelt, vgl. 1. Mose 3,8]<br \/>Im Rahmen unseres allj\u00e4hrlichen Kanzeltausches in unserer Region durfte ich Anfang Jahr einen Gottesdienst in dieser Kirche gestalten. Mich hat das Kirchenfenster begeistert, umso mehr, als es ein heller Morgen war und von draussen die Sonne durch die bunten Glasscheiben leuchtete, als wollte sie die Wirkung des Fensters best\u00e4tigen und verst\u00e4rken. \u00abHeile Welt\u00bb: Gemeint ist wohl die Sch\u00f6pfung noch vor dem S\u00fcndenfall, als Gott alles betrachtete und sah, \u00abdass alles gut war.\u00bb <strong><em>\u00abUnd Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut.\u00bb<\/em><\/strong> [1. Mose 1,31]<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"235\" height=\"710\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/W1-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2841\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/W1-2.png 235w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/W1-2-99x300.png 99w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Drei Mal lesen wir im Sch\u00f6pfungsbericht, dass Gott das Geschaffene segnet<\/strong>: Am f\u00fcnften Sch\u00f6pfungstag alle Tiere, am sechsten die Menschen [1. Mose 1,22.28] und am siebten Tag legt er seinen Segen auch auf diesen besonderen Tag, den Ruhetag, an dem auch Gott selbst von seinem Werk ruht. [1. Mose 2,2-3]<\/p>\n\n\n\n<p>Gottes Segen, sein sch\u00fctzender, bewahrender Zuspruch gilt demnach Tier und Mensch und auch der besonderen Zeit, die am Sabbat in Ruhe und Besinnung Gott geweiht sein soll. Wir sind Gesegnete, wenn wir hier und heute Gottesdienst feiern oder uns ganz pers\u00f6nlich Zeit nehmen f\u00fcr Stille, Besinnung und die Ausrichtung auf Gott. Wir sind gesegnet, weil Gott sich uns zuneigt, sein Gesicht uns zuwendet, sein Antlitz \u00fcber uns leuchten l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch der Aaronitische oder Priestersegen ist ein dreifacher Segen, ein Dreischritt, in welchem uns Schutz, Gnade und Frieden zugesprochen werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>I)<em> Der HERR segne dich und beh\u00fcte dich.<\/em><\/strong><em> (V24)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In unserer Region findet man da und dort Anschriften an H\u00e4usern, vor allem an alten Bauernh\u00e4usern: <strong><em>\u00abAn Gottes Segen ist alles gelegen\u00bb<\/em><\/strong>. Haus und Stall bieten Schutz und Heimat f\u00fcr Mensch und Tier, und doch ist den Bewohnern klar: Wir sind und bleiben angewiesen auf einen anderen Schutz als den, welchen uns Mauern und ein Dach \u00fcber dem Kopf bieten k\u00f6nnen. Landwirte erleben tagt\u00e4glich, dass all ihr Arbeiten, S\u00e4en und Ernten von Wind und Wetter abh\u00e4ngig sind. Und wenn etwas an der Corona-Krise heilsam sein k\u00f6nnte f\u00fcr unsere Gesellschaft, w\u00e4re es genau diese Einsicht: Wir haben nicht alles im Griff! Die Wesentlichen Dinge des Lebens stehen letztlich nicht in unserer Verf\u00fcgungsmacht: Unsere Geburt, unsere Gesundheit, unser Tod und das Leben in Ewigkeit liegen in den H\u00e4nden des Sch\u00f6pfers, der diese Welt geschaffen und gesegnet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Bauernsohn sind mir die Strophen des Matthias Claudius-Liedes <strong><em>\u00abWir pfl\u00fcgen und wir streuen\u00bb<\/em><\/strong> (1783) sehr vertraut: Sie dr\u00fccken auf poetisch-tiefsinnige Weise aus, welche wunderbare Kraft in Gottes Segen schlummert.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><em>Wir pfl\u00fcgen und wir streuen den Samen auf das Land.<br>Doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.<br>Der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und tr\u00e4uft,<br>wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.<\/em><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><em>Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn:<br>Drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn.<\/em><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"2\"><li><em>Er sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein,<br>er wickelt seinen Segen gar zart und k\u00fcnstlich ein<br>und bringt ihn dann beh\u00e4nde in unser Feld und Brot;<br>es geht durch unsre H\u00e4nde, kommt aber her von Gott.<\/em><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><em>Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn:<br>Drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Liedversen ber\u00fchrt und bewegt mich immer neu: <strong>Gottes Segen hat seinen Ursprung bei Gott, ER ist der Spender, der Geber, der \u00abSegner\u00bb.<\/strong> <strong>Und doch sind auch unsere H\u00e4nde und unser Herz mit im Spiel:<\/strong> <em>\u00ab\u2026unser Feld und Brot, es geht durch unsre H\u00e4nde, kommt aber her von Gott.\u00bb <\/em>Wir d\u00fcrfen, wir sollen Gottes Segen empfangen, mit ihm arbeiten, ihn dankbar geniessen und teilen. Gottes Segen kommt nur zur vollen Entfaltung, wenn wir sein Begleiten und Leiten auch zulassen, seinen Schutz suchen und geniessen.<br>Selbstverst\u00e4ndlich kann und wird Gottes Segen auch an, in und durch Menschen wirken, die ihn nicht bewusst kennen, ehren oder auf ihn h\u00f6ren, aber er wird sich bei jenen vermehren und gedeihen, die mit ihm rechnen und auf ihn bauen. So wie der Bauer mit gn\u00e4digem und fruchtbarem Wetter rechnet, wenn er seine Saat ausgebracht hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u00abDer HERR segne dich und beh\u00fcte dich.\u00bb, <\/em><\/strong>kann in anderen Worten heissen: <strong>Was du in deinem Leben im Vertrauen auf Gott s\u00e4st, hegst und pflegst, wird er gerne wachsen und gedeihen lassen und dir eine gute Ernte schenken.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>II)<em> 25 Der HERR lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir und sei dir gn\u00e4dig. <\/em><\/strong><em>(V25)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In j\u00fcdischen Familien geh\u00f6rt es zur Einstimmung in den Sabbat, dass der Vater jedem seiner Kinder pers\u00f6nlich und auf Augenh\u00f6he den priesterlichen Segen zuspricht. Auch wenn er drei, f\u00fcnf oder sieben Kinder hat, wird er jedem einzelnen in die Augen blicken und mit den Worten des Aaronitischen Segens Gottes N\u00e4he, F\u00fcrsorge und Hilfe zusagen. Jedes der Kinder erf\u00e4hrt die Zuwendung des irdischen Vaters und kann dahinter den Schutz und die Obhut Gottes erahnen. Ich stelle mir vor, die Worte des Vaters und die ungeteilte Aufmerksamkeit brennen sich tief in die Herzen und den Geist der Kinder ein, ihr Vertrauen wird gen\u00e4hrt und gest\u00e4rkt. Zu den Aufgaben der Mutter geh\u00f6rt es, die Sabbatkerzen noch vor dem Anbruch der Dunkelheit zu entz\u00fcnden, weil danach Feuer machen nicht mehr erlaubt w\u00e4re. Die Mutter bringt Licht ins Dunkle und verdeutlicht und vertieft diesen Segenszuspruch: <strong><em>\u00abDer HERR lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir und sei dir gn\u00e4dig.\u00bb <\/em><\/strong>Die Blicke der Eltern und das Leuchten der Kerzen entz\u00fcnden wohl auch im Innern der Kinder immer neu Lichter der Hoffnung und des Glaubens: <strong><em>\u00abDa ist ein Gott, der mich freundlich und gn\u00e4dig betrachtet, mich ermutigend anspricht, Licht in die dunklen Momente meines Lebens bringt!\u00bb<br><\/em><\/strong>Ich habe mir sagen lassen, dass es selbstverst\u00e4ndlich auch in j\u00fcdischen Familien Spannungen und Streit gibt, gerade auch, wenn es um die Feier des Sabbats und die Einhaltung der Sabbatregeln geht, doch von diesem Moment des Segenszuspruchs wird mit grosser Ehrfurcht und Achtung berichtet: Es sind heilige und heilsame Minuten, in denen etwas von der Heiligkeit Gottes in den irdischen Alltag hineinleuchtet. Und es sind gnadenvolle Momente, weil Meinungsunterschiede und Feindseligkeiten pl\u00f6tzlich in den Hintergrund treten und viel von ihrem Gewicht verlieren. Alle Beteiligten erleben, was es heissen kann <em>\u00abDer Herr\u2026 sei dir gn\u00e4dig.\u00bb<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>So taucht dieser Segensvers unser bisheriges Leben, unsere Unzul\u00e4nglichkeiten und S\u00fcnden in Gottes gn\u00e4diges Licht: Busse, Vergebung und Neuanfang sind unter dem Segen Gottes nicht bedrohlich oder eine Last, sondern entlastend und befreiend, hell und hoffnungsvoll. So, wie sich die Kinder auf das besondere Sabbat-Abendessen freuen, d\u00fcrfen wir uns an den Tisch Gottes setzen, wo uns nicht Vorw\u00fcrfe und Anklagen aufgetischt werden, sondern Gnade und Erl\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Pfarrer erlebe ich es als etwas vom Sch\u00f6nsten und Kraftvollsten, wenn ich beim Abendmahl den GottesdienstbesucherInnen das Brot als Vergegenw\u00e4rtigung des Leibes Christi geben darf: Gottes Heilstat verdichtet in einem St\u00fcck Brot, sinnlich, besinnlich, sp\u00fcrbar, belebend. Und ich hoffe und bete jeweils, dass die Empfangenden in diesem Moment Gottes gn\u00e4dige N\u00e4he erfahren und in sich aufnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Tipp: Rufen sie sich einen solch befreiend-belebenden Moment beim Feiern des Abendmahls in Erinnerung, wenn Ihnen der Priestersegen zugesprochen wird und versetzen sie sich in die Lage der Kinder beim Sabbat-Segen!<br><strong><em>\u00abDer HERR lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir und sei dir gn\u00e4dig.\u00bb, <\/em><\/strong>kann dann heissen: <strong>Ich blicke Gott in die Augen, wie das Kind am Sabbat seine Eltern anschaut und ich empfange aus Gottes Hand Gnade wie das St\u00fcck Abendmahlsbrot.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"708\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/W2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2843\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/W2.png 300w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/W2-127x300.png 127w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>III) <em>Der HERR erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden. <\/em><\/strong><em>(V26)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Beim dritten Teil des Segens ist es erneut ein Kirchenfenster, das in meinem Innern aufleuchte: \u00abDer segnende Christus\u00bb, wie er in vielen Kirchen als Bild oder Kirchenfenster zu finden ist. Dieses spezifische Kirchenfenster erschien mir allerdings in einem Traum und der darauf dargestellte Christus sprach mir zu: <strong>\u00ab<em>Zieht ihr nur weiter; ich schaue hier schon zum Rechten; das mache ich seit Jahrhunderten und auch f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrhunderte!\u00bb<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte eine Berufung aus einer Kirchgemeinde erhalten, bei ihnen das Pfarramt zu \u00fcbernehmen. An sich eine sehr sch\u00f6ne und verlockende Anfrage, aber mit einer grossen Familie \u00fcberlegt man sich mehr als nur zwei Mal, ob man aus einer lebendigen und verheissungsvollen Gemeindesituation weggehen m\u00f6chte, wenn doch so viele Beziehungen und Teams tragend und ermutigend sind. Meine Familie und liebe Freunde beteten f\u00fcr eine gute Entscheidung und wogen auch etliche F\u00fcr und Wider ab. Bisher hatte ich kaum je Tr\u00e4ume, in denen ich einen \u00abWink von Gott\u00bb erhielt, aber dieser Traum war ein wesentlicher Mosaikstein f\u00fcr das Gesamtbild, in die neue Gemeinde zu wechseln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u00abDer HERR erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden.\u00bb <\/em><\/strong>bedeutete in dieser Situation f\u00fcr meine Familie und mich: Jesus Christus hat den \u00dcberblick \u00fcber meine Situation, Familie und Gemeinde und weit dar\u00fcber hinaus \u00fcber die weltweite Kirche und Menschheit. Er sieht nicht bloss meine momentane Situation und meine Bed\u00fcrfnisse, er weiss auch schon um n\u00e4chste Schritte und Entscheidungen. Er schenkt mir innere Ruhe, Gelassenheit und Vertrauen, mich auf seine guten Pl\u00e4ne einzulassen. Ich finde innerlich Frieden, eine Entscheidung zu treffen und einen Schritt zu gehen, von dem ich erwarte, dass Christus an meiner Seite ist, mir vorausgeht und mich ans Ziel f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht erinnern sie sich an eine \u00e4hnliche Situation, in der nach langem Ringen und Beten \u00abeine T\u00fcr aufging\u00bb, Fragen wie von selbst beantwortet wurden und eine grosse und schwierige Entscheidung pl\u00f6tzlich leicht fiel. Gut m\u00f6glich, dass dies ihr ganz pers\u00f6nlicher <strong><em>\u00abDer HERR erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden.\u00bb-<\/em><\/strong>Moment war, den ihnen niemand nehmen kann und von dem es sich lohnt, ihn tief im Herzen festzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht immer sind es solch grosse und lebensver\u00e4ndernde Schritte, die uns Gottes Segen und Frieden erfahren lassen: Auch im \u00abganz normalen\u00bb Alltag ist Gott uns mit seinem Segen nahe. Ein Vers aus dem Psalm 32 (V8) bringt dies in meinen Augen sehr sch\u00f6n auf den Punkt: <strong><em>\u00abIch will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.\u00bb<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Gott sein Angesicht \u00fcber uns leuchten l\u00e4sst, uns sein Angesicht zuwendet, was heisst das anderes, als dass er mit seinen Augen den Weg betrachtet und \u00fcberblickt, der vor uns liegt? An uns ist es wiederum, seinem guten Blick f\u00fcr den richtigen Weg zu vertrauen und uns leiten zu lassen.<br>Am letzten Sonntag haben wir Pfingsten gefeiert: Gott sendet uns seinen Geist als \u00abanderen Beistand\u00bb, als F\u00fcrsprecher, Tr\u00f6ster und \u00abLeiter in alle Wahrheit\u00bb. [Johannes 14,16-17.26; 16,7.13] <strong>Auch wenn wir Jesus nicht mehr sichtbar unter uns haben, Gottes Heiliger Geist \u00fcbernimmt gerne und verl\u00e4sslich die Aufgabe, uns wie ein guter Hirte ans frische Wasser und durch dunkle T\u00e4ler zu f\u00fchren, bis wir im Haus des Herrn ewige Heimat finden.<\/strong> [Nach Psalm 23]<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u00abDer HERR segne dich und beh\u00fcte dich.\u00bb<\/em><\/strong><em> &#8211; <\/em>Gottes \u00abHeile Welt\u00bb gewinnt Gestalt, wo ich mein Saatgut mutig und grossz\u00fcgig auss\u00e4e und erwarte, dass Gott Segen, Wachstum und Gedeihen schenkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u00abDer HERR lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir und sei dir gn\u00e4dig.\u00bb<\/em><\/strong><em> &#8211; <\/em>Gott blickt mich an wie liebevolle Eltern ihr Kind, er z\u00fcndet mir ein Licht der Hoffnung an und verschenkt sich mir in Jesus Christus als das Brot des Lebens. Aus seiner Gnade darf ich leben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u00abDer HERR erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden.\u00bb<\/em><\/strong><em> &#8211; <\/em>In grossen und kleinen Entscheidungen: Gott \u00fcberblickt den Weg, Jesus Christus geht an meiner Seite und der Heilige Geist f\u00fchrt mich ans Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>ERG 540 Wir pfl\u00fcgen und wir streuen [Matthias Claudius]<\/p>\n\n\n\n<p>[RG = Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, 1998]<\/p>\n\n\n\n<p>RW 110 Gott segne dich [Jennifer &amp; Martin Pepper]<\/p>\n\n\n\n<p>[R\u00fcckenwind, Lieder f\u00fcr den Gottesdienst, Hrsg. Evang Landeskirche des Kantons Thurgau, TVZ 2017]<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tipp f\u00fcr KollegInnen, die keinen Beamer zur Verf\u00fcgung haben, um die Bilder zu projizieren: Die Bilder in Postkartengr\u00f6sse ausdrucken und verteilen oder grossformatig ausdrucken und beim Kircheneingang oder im Chor der Kirche aufstellen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Pfr. Paul Wellauer<\/p>\n\n\n\n<p>Bischofszell, Schweiz<\/p>\n\n\n\n<p>E-Mail: paul.wellauer@internetkirche.ch<\/p>\n\n\n\n<p>Paul Wellauer, geb. 1967, Pfarrer der evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, Schweiz. Seit 2009 in Bischofszell-Hauptwil, 1996-2009 in Z\u00fcrich-Altstetten, davor 1993-1996 Seelsorger und Projektleiter in der Stiftung Sozialwerke Pfr. Ernst Sieber, Z\u00fcrich<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fotos<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abHeile Welt\u00bb \/ Peter K\u00fcbele, Evang. Kirche B\u00fcrglen, Thurgau, Paul Wellauer<\/p>\n\n\n\n<p>\u00abSegnender Christus\u00bb \/ Alte Evang. Kirche Z\u00fcrich-Altstetten, Paul Wellauer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An Gottes Segen ist alles gelegen | Predigt zu 4. Mose 6,22-27 |verfasst von Paul Wellauer | \u00a0 Predigttext 4. 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