{"id":3280,"date":"2020-08-25T17:38:35","date_gmt":"2020-08-25T15:38:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=3280"},"modified":"2020-08-25T17:38:35","modified_gmt":"2020-08-25T15:38:35","slug":"predigt-ueber-1-kor-39-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-ueber-1-kor-39-17\/","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber 1. Kor 3,9\u201317"},"content":{"rendered":"<h3>Predigt \u00fcber 1. Kor 3,9\u201317 | verfasst von Dr. Hansj\u00f6rg Biener |<\/h3>\n<p><span style=\"font-size: 14px;\"><em>Hinweis: In eckigen Klammern [] sind private Bemerkungen, die der eigenen Erfahrung angepasst werden m\u00fcssten\/weggelassen werden k\u00f6nnen.<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Predigttext aus 1 Kor 3,9-17<\/strong><\/p>\n<p><em>9 Wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 10 Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 11 Einen andern Grund kann niemand legen au\u00dfer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 12 Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, 13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es ans Licht bringen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. 14 Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. 15 Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch. 16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 17 Wenn jemand den Tempel Gottes zerst\u00f6rt, den wird Gott zerst\u00f6ren, denn der Tempel Gottes ist heilig \u2013 der seid ihr.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gemeinde als \u201eGottes Bau\u201c oder gar \u201eheiliger Tempel\u201c. Wir sind dieses Bild nicht mehr gewohnt. Ich w\u00fcsste aktuell nur eine \u00e4hnliche Verwendung, wenn vom \u201eHaus Europa\u201c gesprochen wird. Das ist ein sch\u00f6nes Gesamtbild, &#8211; wenn alle Wohnparteien friedlich zusammen wohnen. Aber wir wissen, dass das nicht immer der Fall ist. Manchmal geht es um Kleinigkeiten, manchmal um \u201eGro\u00dfigkeiten\u201c. Jeder, der schon einmal auf einer Eigent\u00fcmerversammlung war, wird die Herausforderungen an das Haus Europa durchaus nachvollziehen k\u00f6nnen. Man muss im eigenen Interesse zusammenkommen, doch gibt es viele Interessen. Sp\u00e4testens bei Finanzierungsfragen muss Klartext geredet werden. Nicht alles, was gut und w\u00fcnschenswert w\u00e4re, kann oder will sich jeder leisten. Es gibt aber auch Gemeinschaftsaufgaben, denen man nicht entkommen kann. Bauaufgaben wie Dachreparatur, Fahrstuhl oder Tiefgarage. Gl\u00fccklich kann man sich preisen, wenn die Hausverwaltung funktioniert und wenigstens die Alltagsgesch\u00e4fte nicht von jedem ausdiskutiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mit Ihnen zun\u00e4chst noch etwas bei diesem Bild von der Gemeinde als \u201eBau\u201c bleiben. So soll uns klarer werden, was Paulus seiner Gemeinde damals sagen wollte. Dann erst k\u00f6nnen wir fragen, was, in N\u00e4he und Distanz, der Predigttext uns und unseren Gemeinden zu sagen hat.<\/p>\n<p>Also zun\u00e4chst etwas \u00fcber<\/p>\n<p><strong>Die Gemeinde als \u201eBau\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Paulus war ein Stadtkind und auf seinen Reisen herumgekommen. Deshalb hatte er viele Bauten vor Augen: Einfache Lehmh\u00fctten auf dem flachen Land, Wohnh\u00e4user und Repr\u00e4sentationsbauten in den St\u00e4dten. Nicht zuletzt kannte er auch den Tempel in Jerusalem. Das strahlend leuchtende zentrale Heiligtum der Juden, nun ein Bild f\u00fcr die Gemeinde Jesu oder das, was sie sein soll.<\/p>\n<p>Den antiken Handwerkern und Baumeistern stand ein gro\u00dfes Lager an Baumaterial zur Verf\u00fcgung. Die einfachste Variante: Flechtwerk, an das man Lehm klatschte, wie es noch heute Dorfgemeinschaften in Entwicklungsl\u00e4ndern beim Bau von H\u00fctten tun. Anspruchsvoller: H\u00e4user mit einem Steinsockel und Stockwerken aus Fachwerk mit Holz, das mit Flechtwerk und Lehm aufgef\u00fcllt wurde. Weitere Baumaterialien: getrocknete oder gebrannte Ziegel, Verbundstoffe, die wir Beton nennen w\u00fcrden, aber auch Marmor und andere Buntsteine. S\u00e4ulen waren das preisliche Non-plus-Ultra, aber auch farbige Fliesen zeigten, dass ein Besitzer oder eine Stadt sich etwas leisten konnte. Allerdings: Nicht jeder Bau gelang oder hielt. Ein Problem nat\u00fcrlich die Statik. Aber auch der Baustoff Lehm zum Beispiel hatte seine T\u00fccken, und Holz war nat\u00fcrlich brandanf\u00e4llig. Auch das geh\u00f6rte zur antiken Lebenserfahrung: Dass H\u00e4user zusammenst\u00fcrzten oder bis auf die Grundmauern niederbrannten, so dass man auf dem neu anfangen musste, was \u00fcbrig geblieben war. Pfusch am Bau &#8211; das wirft Paulus seinen Gegner zwischen den Zeilen vor, und das Feuer des g\u00f6ttlichen Gerichts werde das erweisen, wenn alles bis auf die Grundmauern niederbrennt.<\/p>\n<p>Aber gehen wir, bevor alles niederbrennt, noch einmal zum Fundament, weil Paulus das ausdr\u00fccklich anspricht. Gerade bei anspruchsvollen Bauten wurde so tief ausgeschachtet, dass man auf Fels als Fundament bauen konnte. Wenn das nicht m\u00f6glich war oder nicht gemacht wurde, hatte man wom\u00f6glich Pech und sprichw\u00f6rtlich auf Sand gebaut. Vielleicht kennen Sie ja den Schluss der Bergpredigt Jesu:<\/p>\n<p><em>24\u00a0 wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. 25\u00a0Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stie\u00dfen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegr\u00fcndet. 26\u00a0Und wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie nicht, der gleicht einem t\u00f6richten Mann, der sein Haus auf Sand baute. 27\u00a0Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stie\u00dfen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war gro\u00df. (Mt. 7,24-27)<\/em><\/p>\n<p>Da sind wir wieder bei der Frage nach dem Fundament, hier eines einzelnen Lebens. Aber auch die Evangelisten wissen wie Paulus, dass es nicht nur um die Worte Jesu geht. Das Fundament des Christentums ist, jedenfalls nach jahrhundertelanger \u00dcberzeugung der Christenheit, das ganze Leben und Werk Jesu, inklusive Kreuzestod und Auferstehung. Und Glaube entsteht nicht einfach aus dem gelegentlichen H\u00f6ren, sondern dem Hinh\u00f6ren und der ernsthaften Frage \u201eWer ist Jesus f\u00fcr mich?\u201c.<\/p>\n<p>Hoffentlich ist das Bild von der Gemeinde als Bau und dem Fundament Jesus jetzt besser zu verstehen, wenn ich zu<\/p>\n<p><strong>Paulus als Architekt seiner Gemeinden<\/strong><\/p>\n<p>\u00fcbergehe.<\/p>\n<p>Dazu m\u00fcssen wir uns anschauen, wie Paulus gearbeitet hat und wie die Gemeinden des Paulus aussahen. Uns heutigen steht Paulus als V\u00f6lkermissionar vor Augen. Dieses Bild ist nicht grunds\u00e4tzlich falsch, muss aber ins richtige Licht ger\u00fcckt werden. Paulus war in der Tat Missionar und Gemeindegr\u00fcnder, nicht \u00fcberall erfolgreich, aber verschiedentlich doch. Es gab damals viele Wanderprediger, Wanderphilosophen und Wundert\u00e4ter, die man sich zur Unterhaltung anschaute und anh\u00f6rte. Manche dieser antiken Influencer hatten etwas zu sagen, mit anderen lie\u00df sich trefflich herumdiskutieren. Den einen oder anderen Gedanken fand man vielleicht sogar gut. Es war so, wie man sich heute f\u00fcr Yoga interessiert, aber doch nicht hinduistischer Asket wird. Oder f\u00fcr den Buddhismus, aber nicht so weit geht, dass man die Gel\u00fcbde als M\u00f6nch oder Nonne ablegt. Manchmal funkt es aber doch.<\/p>\n<p>So war es auch in Korinth. Paulus findet Menschen, bei denen er das Fundament des Christentums legen konnte. Die Gemeinde in Korinth war, allein schon aus Platzgr\u00fcnden, in Hausgemeinden organisiert. Das war nicht ungew\u00f6hnlich, weil auch sonst die Verehrung der G\u00f6tter Aufgabe der Hausgemeinschaft war bzw. Religion in der Familie einge\u00fcbt wurde. Was die neue Gemeinde nicht hatte, war ein zentraler Versammlungsort. Was die neue Gemeinde auch nicht hatte, war Sicherheit in der christlichen Lehre und Lebenspraxis. Paulus war vielleicht anderthalb Jahre in Korinth, und wie wir in den Korintherbriefen lesen k\u00f6nnen, hat Paulus insbesondere auch in Sachen christlicher Lebensf\u00fchrung nacharbeiten m\u00fcssen. Da ist es kein Wunder, wenn die Hausgemeinden in Korinth nicht nur Paulus als Lehrer h\u00f6rten, sondern auch andere. Nehmen wir an, dass die Korinther Gemeinde vielleicht um die 100 Leute umfasste. Da sp\u00fcrt man dann schon, wenn pl\u00f6tzlich eine der Hausgemeinden ausschert, anderes denkt oder neuen Leitfiguren anh\u00e4ngt. Auch heute bedeutet das in freikirchlichen Gemeinden den Anfang von Spaltungen, die man sich eigentlich nicht leisten kann, ohne das Ganze und das christliche Zeugnis zu gef\u00e4hrden. [Meines Erachtens sollte man als Nachbargemeinde keinen Anlass zur H\u00e4me finden, selbst wenn die dortige Verk\u00fcndigung auch auf Kosten der Volkskirche geht. Am Ende macht die \u00d6ffentlichkeit zwischen evangelisch und evangelisch-freikirchlich so wenig Unterschied wie zwischen evangelisch und katholisch.]<\/p>\n<p>Die Bitterkeit solcher Auseinandersetzungen erkl\u00e4rt mir auch den Ton des Predigttextes: Das \u201ewir &#8211; ihr &#8211; die\u201c oder eigentlich \u201eich weiser Baumeister\u201c, \u201eihr Gemeindeglieder\u201c, und \u201edie anderen\u201c, die erkennbar nicht so richtig liegen wie ich, ja sogar dem Gericht Gottes verfallen werden. Paulus hat in seiner Perspektive mit der Gemeindegr\u00fcndung das Fundament gelegt. Vielleicht hat er in den anderthalb Jahren Korinth auch Steine des Erdgeschosses vorbereitet, doch der erste, zweite oder dritte Stock. Das waren andere. Er selber sieht sich als erster Architekt und Baumeister, der seinen Job erledigt hat, gut erledigt hat. Wie andere weitergearbeitet haben, kann und will er nicht beurteilen. Sagt er. Das zu beurteilen, kann er getrost Gott \u00fcberlassen. Doch Paulus ist erkennbar skeptisch und droht mit dem Gericht Gottes. Woher diese Sch\u00e4rfe? Ich glaube, das hat auch etwas mit Sorge und Verletzung zu tun. Das Sendungs- und Selbstbewusstsein des Paulus in allen Ehren, ich will ihm entschuldigend zugutehalten, dass er sich um seine Gr\u00fcndung sorgt und verletzt ist, wenn sie einem anderen Evangelium folgt als seinem.<\/p>\n<p>[Dennoch sollte ein Gemeindeleiter sich diesen Ton des Paulus nicht f\u00fcr den Alltag zum Vorbild nehmen. Ich habe in meiner Gemeindet\u00e4tigkeit nie Weisungsbefugnis gehabt, sondern immer mit ehrenamtlich Mitarbeitenden gearbeitet. Eines ist sicher: \u201eMeine\u201c Ehrenamtlichen h\u00e4tten sich ein \u201eich weiser Baumeister &#8211; ihr nur Bausteine\u201c nicht bieten lassen und w\u00e4ren bei solcher \u201ePfarrherrlichkeit\u201c einfach gegangen. Tats\u00e4chlich haben sich auch die Korinther von Paulus nicht alles sagen lassen, wie wir ebenfalls den Korintherbriefen entnehmen k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich hat er nicht alle seiner Gemeinde bei sich halten k\u00f6nnen, gerade auch nicht die Galater, die \u201eeinem anderen Evangelium\u201c folgten, wie er ihnen vorhielt.]<\/p>\n<p>Nicht erst daran merken wir, dass<\/p>\n<p><strong>Gemeindeaufbau heute<\/strong><\/p>\n<p>in volkskirchlichen Gemeinden anders laufen wird als zu einer Zeit, wo Paulus mindestens die Autorit\u00e4t als Gr\u00fcnder der Gemeinde beanspruchen konnte.<\/p>\n<p>Die Gemeinde als Bau Gottes, diese Stelle hat uns die Rede vom Gemeindeaufbau gestiftet, auch wenn wir Christentum in Mitteleuropa kaum von der einzelnen Gemeinde her denken k\u00f6nnen, sondern immer \u201edie Kirche\u201c mitwissen m\u00fcssen. [Ich kenne Christen, die von der Schlichtheit des neutestamentlichen Anfangs tr\u00e4umen. Und tats\u00e4chlich kann man ja auch nach der Gr\u00fcndung einer freien Gemeinde jeden feiern, der neu dazukommt, und sich freuen, wenn man einen weiteren Hauskreis gr\u00fcnden kann. Aber:] Unsere teils schon jahrhundertealten Kirchen zeigen, dass wir nicht in einer Anfangssituation wie Paulus stehen. Schon lange geht es nicht mehr um Hausgemeinden und Gemeindeleitung in der zweiten oder dritten Generation. Wir m\u00fcssen Kirchen und Kirchengeschichte mitbedenken. Nicht nur, weil wir vielleicht Teil dieser Geschichte sind, sondern auch, weil die anderen bei \u201eKirche\u201c an die Geb\u00e4ude denken, die sie sehen, an die Gottesdienste, die sie vielleicht miterlebt haben, an die Institution, von der sie eine Meinung haben, und nur vielleicht an die Geborgenheit in christlicher Gemeinschaft oder gar an die ecclesia triumphans, die die Wechself\u00e4lle des Lebens und Glaubens \u00fcberstanden hat und Gott im Himmel lobt.<\/p>\n<p>Jedes Gemeindeaufbaukonzept muss das Vorhandene ber\u00fccksichtigen, es sei denn man will alles bis zum Fundament abrei\u00dfen und alles neu machen. Manchmal erscheint das wie die einzige Chance, sich von den Fehlern der Vorg\u00e4nger und den Entscheidungen von Jahrhunderten freizumachen. [Ich bin solchen Missionaren begegnet, die mir geraten haben, die Kirche zuzusperren und komplett neu anzufangen. Ich glaube aber nicht, dass Feuer- und Schwefelpredigten oder die Drohung mit der H\u00f6lle mehr oder bessere Christen macht als die treue Arbeit von Kirchenleuten, Haupt- und Ehrenamtlichen.]<\/p>\n<p>Abrei\u00dfen &#8211; neu bauen. Gerade wenn man die Geb\u00e4ude unserer Gemeinden denkt, erscheint das manchmal als die einzige M\u00f6glichkeit. Mancher Pfusch am Bau offenbart sich bald. Anderer erst Jahrzehnte oder Jahrhunderte sp\u00e4ter, wenn Renovierungen anstehen und Statiker die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammenschlagen. Vielleicht kennen auch Sie Beispiele, wo in mittelalterlichen Kirchen die Statik nachtr\u00e4glich und fahrl\u00e4ssig ge\u00e4ndert wurde. Oder was macht man mit einer j\u00fcngeren Kirche, die als architektonisch wertvoll gilt, aber beim Bau so verpfuscht wurde, dass man heute kein Kirchendach mehr setzen kann, ohne das Au\u00dfenbild ver\u00e4ndern zu m\u00fcssen. Wer als Kirchenvorstand mit solchen Kirchen umzugehen hat, hat auf Jahre nicht mehr viel Kraft f\u00fcr anderes. An dieser Stelle bew\u00e4hrt sich auch der Zusammenhalt einer Gemeinde, die geduldig die Baulasten ertr\u00e4gt und durch den Bausteinkauf und andere Spendenaktionen die Renovierung mittr\u00e4gt. Und was f\u00fcr die Bauten gilt, gilt noch mehr f\u00fcr Lehre und Praxis der Kirchen. Sie wissen, dass da viel gestritten wird. Wo die Konservativen \u201ekein anderes Evangelium\u201c fordern, wollen Liberale eine \u201eFrohbotschaft ohne Drohbotschaft\u201c und manchmal tats\u00e4chlich ein anderes Evangelium, ohne das Blut am Kreuz und ohne Blut an den H\u00e4nden.<\/p>\n<p>Manchmal reicht es, Debatten der Zeit zu \u00fcberlassen und zu schauen, was sich im Leben der Menschen bew\u00e4hrt. Aber noch lieber m\u00f6chte ich es dem Urteil Gottes \u00fcberlassen und hoffen, dass alle Streith\u00e4hne auch vor Gott wissen, was sie tun. Am Ende m\u00f6chte ich bei allem Einsatz, der von mir gefordert und geleistet wird, doch f\u00fcr die Zukunft meiner Gemeinde und Kirche mehr Gott vertrauen als Gemeindeaufbau- oder Kirchenumbauprogrammen.<\/p>\n<p>Am Ende kommt es ohnehin auf<\/p>\n<p><strong>Das neue Jerusalem<\/strong><\/p>\n<p>an.<\/p>\n<p>Der Vision\u00e4r Johannes schaut es gegen Ende der Johannes-Apokalypse so:<\/p>\n<p><em>2\u00a0Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p><em>11\u00a0die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Leuchten war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall; 12\u00a0sie hatte eine gro\u00dfe und hohe Mauer und hatte zw\u00f6lf Tore und auf den Toren zw\u00f6lf Engel und Namen darauf geschrieben, n\u00e4mlich die Namen der zw\u00f6lf St\u00e4mme der Israeliten: 13\u00a0von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von S\u00fcden drei Tore, von Westen drei Tore. 14\u00a0Und die Mauer der Stadt hatte zw\u00f6lf Grundsteine und auf ihnen die zw\u00f6lf Namen der zw\u00f6lf Apostel des Lammes. 15\u00a0Und der mit mir redete, hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, um die Stadt zu messen und ihre Tore und ihre Mauer. 16\u00a0Und die Stadt ist viereckig angelegt und ihre L\u00e4nge ist so gro\u00df wie die Breite. Und er ma\u00df die Stadt mit dem Rohr: zw\u00f6lftausend Stadien. Die L\u00e4nge und die Breite und die H\u00f6he der Stadt sind gleich. 17\u00a0Und er ma\u00df ihre Mauer: hundertvierundvierzig Ellen nach Menschenma\u00df, das der Engel gebrauchte. 18\u00a0Und der Kern der Mauer war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Gold, gleich reinem Glas. 19\u00a0Die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschm\u00fcckt mit allerlei Edelsteinen. Der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, 20\u00a0der f\u00fcnfte ein Sardonyx, der sechste ein Sarder, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zw\u00f6lfte ein Amethyst. 21\u00a0Und die zw\u00f6lf Tore waren zw\u00f6lf Perlen, ein jedes Tor war aus einer einzigen Perle, und die Stra\u00dfe der Stadt war aus reinem Gold wie durchscheinendes Glas. 22\u00a0Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allm\u00e4chtige Gott, ist ihr Tempel.\u201c (Offenbarung 21,2.11-22)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Dr. Hansj\u00f6rg Biener (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und derzeit als Religionslehrer am Melanchthon-Gymnasium N\u00fcrnberg t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber 1. Kor 3,9\u201317 | verfasst von Dr. Hansj\u00f6rg Biener | Hinweis: In eckigen Klammern [] sind private Bemerkungen, die der eigenen Erfahrung angepasst werden m\u00fcssten\/weggelassen werden k\u00f6nnen. 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