{"id":3401,"date":"2020-09-23T13:59:00","date_gmt":"2020-09-23T11:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=3401"},"modified":"2020-09-23T14:07:51","modified_gmt":"2020-09-23T12:07:51","slug":"gottes-kaempferische-seite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/gottes-kaempferische-seite\/","title":{"rendered":"Gottes k\u00e4mpferische Seite"},"content":{"rendered":"<h4>Predigt zu Offenbarung 12,7-12 | verfasst von Malte Cramer |<\/h4>\n<p><em>Kanzelgru\u00df<\/em><\/p>\n<p>\u201eGnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt.\u201c (Offb 1,4)<\/p>\n<p><em>Verlesung des Predigttextes<\/em><\/p>\n<p>Offb 12,7-12<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Engel haben Hochkonjunktur<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>zu den wenigen positiven Auswirkungen des Corona-Lockdowns im Fr\u00fchjahr dieses Jahrs geh\u00f6rte, dass viele Menschen mehr spazieren gegangen sind. Auch meine Frau und ich haben in der Zeit des Lockdowns t\u00e4glich einen kleinen Spaziergang durch die Nachbarschaft unternommen. Unser Weg f\u00fchrte dabei zumeist durch den Park, an den Schreberg\u00e4rten vorbei und \u00fcber den Friedhof hinweg wieder zur\u00fcck nach Hause. Insbesondere der Friedhof, mit seinen alten B\u00e4umen, den zahlreichen, \u00fcppig bl\u00fchenden Str\u00e4uchern und Blumen auf den liebevoll bepflanzten Gr\u00e4bern, bot im Fr\u00fchjahr einen farbenfrohen und idyllischen Anblick. Bei unseren Spazierg\u00e4ngen \u00fcber den Friedhof begegnete uns jedoch nicht nur die Sch\u00f6nheit der Natur, sondern t\u00e4glich begegneten uns auch zahlreiche Engel. Ja, Engel! \u00dcberall auf dem Friedhof lie\u00dfen und lassen sie sich entdecken: als gro\u00dfe Statur aus Marmor, Bronze oder Sandstein; als kleine Skulptur aus Holz oder Stein; als eingraviertes Relief; sitzend, liegend, stehend oder schlafend. Zahlreiche der Engel finden sich nicht isoliert, sondern auf manchen Gr\u00e4bern tummeln sich gar ganze Heerscharen von Engelsfiguren und -skulpturen.<\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>Engel haben in unserer Gesellschaft Hochkonjunktur. Dies l\u00e4sst sich nicht nur beispielhaft anhand der Grabgestaltung auf unserem Friedhof feststellen. Dieses Ph\u00e4nomen l\u00e4sst sich auch an weiteren Stellen in unserem Alltag beobachten: Engel begegnen uns als Schl\u00fcsselanh\u00e4nger, Autoaufkleber, Zimmerdekoration oder sogar als T\u00e4towierung; h\u00e4ufig klein und etwas pummelig, mit kindlichem Gesicht; hin und wieder gro\u00df und schlank, mit langen blonden Haaren und weit ausgespreizten Fl\u00fcgeln. Engel sind ein fester Bestandteil der Popul\u00e4rkultur. Engel sind voll im Trend.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Engel als Erscheinungsweisen Gottes<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Dem ein oder anderen mag vielleicht schon aufgefallen sein, dass im heutigen Gottesdienst wei\u00dfe Paramente den Altar und die Kanzel schm\u00fccken. Nein, die K\u00fcsterin hat sich nicht vergriffen. Wei\u00df, das ist zwar traditionell die liturgische Farbe der Christusfeste im Weihnachts- und Osterfestkreis. Doch es ist auch die liturgische Farbe all der Feste, die in besonderer Weise auf Christus hinweisen, auf Gottes Offenbarung, auf Gottes Wesen. Zu diesen Festtagen geh\u00f6ren Trinitatis, der Johannistag, der Ewigkeitssonntag und eben der heutige Michaelistag. Der Michaelistag ist nicht nur speziell der Gedenktag des Erzengels Michael, sondern zugleich der Gedenktag aller Engel. Denn Engel k\u00f6nnen als Boten Gottes verstanden werden; als Boten Gottes, die uns in besonderer Art und Weise Gottes Wesen offenbaren. Engel weisen uns darauf hin, wie und wer Gott ist. Engel, das sind Erscheinungsweisen Gottes. Deswegen schm\u00fccken heute wei\u00dfe Paramente unsere Kirche. Nicht so sehr wegen der Engel selbst und ihrer Bedeutsamkeit <em>per se<\/em>, sondern wegen dem, worauf sie verweisen, weil durch sie Gott in Erscheinung tritt.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Engelsvorstellungen in der Bibel<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Aus den Erz\u00e4hlungen der Bibel kennen wir sicherlich einige bekannte Engelsgestalten. Zumeist werden wir wohl an die Engel aus den Weihnachts- und den Ostergeschichten denken, die z. B. den Hirten auf dem Felde die Geburt des Heilands verk\u00fcnden oder den Frauen am leeren Grab von der Auferstehung Jesu berichten. Vielleicht denkt der ein oder andere auch an klassische Tauf- und Konfirmationsverse, in denen Engel eine Rolle spielen, wie Psalm 91,11: \u201eDenn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich beh\u00fcten auf allen deinen Wegen.\u201c<\/p>\n<p>In unserem heutigen Predigttext aus der Offenbarung des Johannes treffen wir auf eine Engelsvorstellung, die uns vermutlich nicht so vertraut ist. Dort begegnen uns Engel als k\u00e4mpferische und kriegerische Wesen, die \u2013 angef\u00fchrt durch den Erzengel Michael \u2013 in eine himmlische Schlacht gegen den Satansdrachen und sein Gefolge ziehen.<\/p>\n<p>Diese Darstellung von Engeln als K\u00e4mpfer und als Krieger mag uns etwas fremd erscheinen und nicht so recht zusammenpassen mit den uns gel\u00e4ufigen, zugegebenerma\u00dfen recht niedlichen, teils kitschigen, in jedem Fall jedoch friedlichen Vorstellungen, die wir von Engeln haben. Doch auch wenn sie nicht so popul\u00e4r sind, so spielen in den biblischen Traditionen Engel in ihrer Funktion als k\u00e4mpferische und kriegerische Himmelswesen eine wichtige Rolle: Der Engel des Herrn erhebt sich gegen die \u00c4gypter, w\u00e4hrend das Volk Israels in die W\u00fcste hinauszieht (Ex 14), der Engel des Herrn stellt sich Bileam und seiner Eselin mit einem Schwert in den Weg (Num 22,22ff.), das Danielbuch berichtet von k\u00e4mpferischen Auseinandersetzungen zwischen Engeln (Dan 10-12), Jesus wird w\u00e4hrend seiner 40-t\u00e4gigen Versuchung in der W\u00fcste durch Engel unterst\u00fctzt, um dem B\u00f6sen zu widerstehen (Mk 1,13; vgl. hierzu TestNaph 8,4), die apokryphen Makkab\u00e4erb\u00fccher (insb. 2Makk), die Qumran- (1QM 9,14-15; 17,6-8a) und die Henochliteratur (a\u0308thHen 9,1; 20,5; 24,6; 60,4) wissen von k\u00e4mpfenden Engeln zu berichten und insbesondere unser heutiger Predigttext aus der Offenbarung des Johannes spricht in eindr\u00fccklicher Weise und in mythologisch-bildreichen Beschreibungen von k\u00e4mpfenden Engeln (Apk 12).<\/p>\n<p>Wie lassen sich nun die Einsichten, dass Engel Erscheinungsweisen Gottes sind und in besonderer Art und Weise Gottes Wesen offenbaren und die biblische Tradition von Engeln als Krieger und K\u00e4mpfer zusammenbringen? Denn wenn Engel in der biblischen Tradition als K\u00e4mpfer in Erscheinung treten, so weisen uns diese Erz\u00e4hlungen <em>theo<\/em>-logisch darauf hin, dass auch Gott eine k\u00e4mpferische Seite besitzt, dass auch Gott einen k\u00e4mpferischen Wesenszug hat.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gottes k\u00e4mpferische Seite<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>diese <em>theo<\/em>-logische Dimension von Engeln als Repr\u00e4sentanten der k\u00e4mpferischen Seite Gottes, von Gott als einem K\u00e4mpfenden, ist uns vermutlich weitaus fremder als viele andere Gottesbilder, wie zum Beispiel die Rede von Gott als liebevollem Vater. Und sie mag uns nicht so gel\u00e4ufig sein wie g\u00e4ngige Beschreibungen des Wesens Gottes als barmherzig, g\u00fctig und gerecht. Die Vorstellung einer k\u00e4mpferischen Seite Gottes begegnet uns in Predigten, Andachten oder in christlicher Literatur vermutlich nur selten. Und dies hat sicherlich gute Gr\u00fcnde, denn sie ist unbequem und fordert uns heraus. Will ich wirklich an einen Gott glauben, der ein K\u00e4mpfer ist? Doch, liebe Schwestern und Br\u00fcder, wir sollten dieses Gottesbild nicht allzu leichtfertig abtun und in das Sammelsurium ungeliebter Theologumena abstellen oder es g\u00e4nzlich aus unserer Fr\u00f6mmigkeit verbannen. Denn trotz der Schwierigkeiten, die diese Seite Gottes zweifelsohne impliziert, hat sie dennoch das Potential unseren Glauben zu bereichern. Nur wie? Der Schl\u00fcssel hierzu liegt darin, die doppelte Situationsgebundenheit etwaiger Aussagen zum Wesen Gottes zu ber\u00fccksichtigen:<\/p>\n<p>Zum einen gilt es, die historische Situation der biblischen Texte, ihrer Autoren und ihrer Adressaten zu betrachten. So richtet sich z. B. unser Predigttext aus der Offenbarung des Johannes in erster Linie an Christinnen und Christen, die gegen Ende des 1. Jhd. n. Chr. in einer Situation des Kampfes leben. Sie leben ihren Glauben unter der Bedr\u00e4ngnis und der Verfolgung durch das Imperium Romanum. Der Seher Johannes selbst ist Opfer dieser Verfolgungen und dieser Notsituation geworden und schreibt aus seiner eigenen Erfahrung heraus diesen Text. Mit der mythologisch-apokalyptischen Schilderung, dass Gott und seine Engelsheere bereits einmal den Teufel bezwungen und ihn aus dem Himmel verbannt haben, will Johannes seinen Adressaten Mut zusprechen, dass Gottes Macht gr\u00f6\u00dfer ist als die der r\u00f6mischen Unterdr\u00fccker. Er will zum Ausdruck bringen, dass Gott imstande ist, die r\u00f6mischen Herrscher zu \u00fcberw\u00e4ltigen und in die Schranken zu weisen. Ja, dass er dies sogar schon auf mysteri\u00f6se Art und Weise durch den Kampf am Kreuz getan hat, und \u201edass die so unwiderstehlich und unbesiegbar erscheinende Macht Roms schlechterdings keine Perspektive hat, weil sie eine schon gefallene ist.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Zum anderen gilt es, etwaige Aussagen \u00fcber das k\u00e4mpferische Wesen Gottes auch auf unsere gegenw\u00e4rtige Lebenssituation hin zu betrachten. Denn, liebe Schwestern und Br\u00fcder, manchmal ist auch unser Leben ein Kampf. Hin und wieder erleben wir Situationen, die wir vielleicht als Kampf gegen etwas empfinden. Sei es der politische Kampf gegen zunehmend extremer werdende Positionen; der pers\u00f6nliche Kampf gegen eine schwere Krankheit wie Krebs oder Depressionen; der soziale Kampf gegen Armut und gesellschaftliche Missst\u00e4nde; der Kampf gegen Kriminalit\u00e4t; allzu oft vielleicht der innere Kampf gegen die eigenen \u00c4ngste und Sorgen; der Kampf gegen den Klimawandel oder der weltweite Kampf gegen Corona. Es gibt Situationen, die nehmen wir individuell oder auch gesamtgesellschaftlich als Kampf wahr. Diese Situationen haben h\u00e4ufig einen bedr\u00e4ngenden Charakter, eine besorgniserregende oder gar gewaltt\u00e4tige Dimensionen, die sich kaum in Abrede stellen lassen.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; K\u00e4mpfe des Lebens<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Mit biblischer Sprache lassen sich diese Momente oder Phasen des Lebens als solche bezeichnen, in denen wir uns b\u00f6sen, d\u00e4monischen oder \u2013 um mit unserem Predigttext zu reden \u2013 teuflischen M\u00e4chten gegen\u00fcbergestellt sehen, uns mit diesen im Kampf befinden. Die biblische Rede von dem k\u00e4mpferischen Wesenszug Gottes hat exakt in diesen Situationen ihren theologisch legitimen Ort. Denn sie bezeugt: Den real-existierenden Ausdrucksweisen des B\u00f6sen in unserem Leben steht Gott k\u00e4mpferisch und \u00fcberlegen entgegen.<\/p>\n<p>Wenn somit die biblischen Erz\u00e4hlungen von Engeln als K\u00e4mpfer und Krieger \u2013 wie z. B. in unserem Predigttext \u2013 offenbaren, dass Gott eine k\u00e4mpferische Seite hat, ist dies eine Rede von Gott und eine Ausdrucksweise einer Gotteserfahrung, die ihren legitimen Ort in ganz bestimmten Situationen des Lebens und Glaubens hat. Sie f\u00fchrt uns vor Augen: Die K\u00e4mpfe und die Machtverh\u00e4ltnisse in unserem Leben, wie wir sie subjektiv wahrnehmen \u2013 so bedr\u00e4ngend sie auch sein m\u00f6gen \u2013, sind keine bleibende Wirklichkeit. Vor Gott haben sie keinen Bestand, keine Zukunft, sind im Kampf Unterlegene.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Der Glaube daran, dass Gott auch eine k\u00e4mpferische Seite hat, besitzt das Potential, uns in genau den Situationen, in denen wir das Leben oder unseren Glauben als einen Kampf wahrnehmen, in denen wir uns bedr\u00e4ngt, verfolgt oder machtlos f\u00fchlen, zu tr\u00f6sten, zu st\u00e4rken und neue Kraft zu geben. Einerseits durch die Gewissheit, dass Gott st\u00e4rker und m\u00e4chtiger ist als die b\u00f6sen M\u00e4chte in meinem Leben. Und andererseits durch den Blick darauf, dass Gott sich diesen Situationen des pers\u00f6nlichen Kampfes nicht entzieht, sondern mit mir k\u00e4mpft, f\u00fcr mich k\u00e4mpft, manchmal auch um mich k\u00e4mpft, ja, vor allem darauf, dass er bereits den Kampf gegen S\u00fcnde, Tod und Teufel gek\u00e4mpft hat und siegreich daraus hervorgegangen ist. Der Fokus auf diesen Wesenszug Gottes, auf dieses Gottesbild, kann mir in bestimmten Situationen eine hoffnungsvolle Perspektive schenken und mir dabei helfen, Momente und Phasen des Lebens, die ich als Kampf empfinde, als Notsituation oder als Bedr\u00e4ngnis durchzustehen und zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Und wenngleich wir \u2013 mitunter zu Recht \u2013 wohl oder \u00fcbel unsere M\u00fche haben mit mythologischen Ausdrucksweisen, wie dem in unserem Predigttext beschriebenen, vom Erzengel Michael angef\u00fchrten, himmlischen Engelskampf, der auf die k\u00e4mpferische Seite Gottes hinweist, so kann diese Mythologisierung auch eine Verobjektivierung der eigenen Gegebenheiten bewirken. Sie kann Abstand schaffen zu der eigenen, konkreten, bedr\u00e4ngenden Situation, zum eigenen Lebenskampf, der manchmal buchst\u00e4blich den Atem zu rauben droht. Sie k\u00f6nnen uns helfen, einen neuen Blickwinkel einzunehmen und einen neuen \u2013 langen \u2013 Atem zum Durchhalten und Aushalten der gegenw\u00e4rtigen Situation schenken.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gott ist mit uns in den K\u00e4mpfen unseres Lebens<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>mittlerweile machen meine Frau und ich zwar nicht mehr t\u00e4glich unseren Spaziergang \u00fcber den Friedhof, aber dennoch recht regelm\u00e4\u00dfig. Und nach wie vor beeindruckt mich die schiere Anzahl an Engeln jeglicher Gr\u00f6\u00dfe und Gestalt, die sich dort entdecken l\u00e4sst. Es ist gut und erbaulich, dass uns diese Engel auf dem Friedhof, einem Ort der Trauer und des Gedenkens, immer wieder an Gott, den barmherzigen und zugewandten Tr\u00f6ster und Beistand erinnern, der gerade in Situationen der Trauer und des Verlusts ein gro\u00dfer Halt sein kann. Doch dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen uns Engel als Erscheinungsweisen und Repr\u00e4sentanten Gottes auch in anderer Manier zeigen, wie Gott ist. Sie begegnen uns eben nicht nur als Boten der guten Nachricht und als Tr\u00f6ster, sondern auch als wachende Schutzengel und K\u00e4mpfer. Auf diese Weise k\u00f6nnen sie uns zum Fingerzeig f\u00fcr die unterschiedlichen Wesensz\u00fcge Gottes werden. Und so k\u00f6nnen wir durch den Blick auf die Engelstradition in unserem Predigttext entdecken, dass Gott auch eine k\u00e4mpferische Seite hat. Gott ist mit uns \u2013 gerade in den K\u00e4mpfen und den st\u00fcrmischen Zeiten unseres Lebens. Ganz gleich welchen b\u00f6sen M\u00e4chten wir in unseren ganz pers\u00f6nlichen K\u00e4mpfen begegnen, sie haben keine Perspektive, keine Zukunft gegen\u00fcber der Wirklichkeit Gottes. Gott hat sie bereits niedergerungen, er hat sie bereits \u00fcberwunden. Der Blick auf die k\u00e4mpferische Seite Gottes \u2013 der wir in der mythologischen Vorstellung k\u00e4mpfender Engel begegnen k\u00f6nnen \u2013 kann uns in ganz bestimmten Situationen unseres Lebens Trost, Kraft, Zuversicht und neuen Mut schenken. Amen.<\/p>\n<p><em>Kanzelsegen<\/em><\/p>\n<p>\u201eDer Friede Gottes, welcher h\u00f6her ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.\u201c (Phil 4,7)<\/p>\n<hr>\n<p>Malte Cramer, Herne<\/p>\n<p><a href=\"mailto:malte.cramer5@rub.de\">malte.cramer5@rub.de<\/a><\/p>\n<p>Malte Cramer, geb. 1992, Doktorand am Lehrstuhl f\u00fcr Exegese und Theologie des Neuen Testaments und Geschichte des Urchristentums der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, Lehrbeauftragter der Evangelisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes; zuvor Studium der Evangelischen Theologie (Mag. Theol.) in Bochum, Heidelberg, M\u00fcnster und Wuppertal, sowie Studium der Katholischen Theologie (B.A.) in Bochum und der J\u00fcdischen Studien (B.A.) in D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. <a href=\"https:\/\/www.kirchenjahr-evangelisch.de\/article.php#895\">https:\/\/www.kirchenjahr-evangelisch.de\/article.php#895<\/a>, zuletzt abgerufen am 05.09.2020.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Klaus Wengst, \u201eWie lange noch?\u201c Schreien nach Recht und Gerechtigkeit \u2013 eine Deutung der Apokalypse des Johannes, Stuttgart 2010, 160.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Wengst, \u201eWie lange noch?\u201c, 155.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. zu diesem Absatz Wengst, \u201eWie lange noch?\u201c, 158.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zu Offenbarung 12,7-12 | verfasst von Malte Cramer | Kanzelgru\u00df \u201eGnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt.\u201c (Offb 1,4) Verlesung des Predigttextes Offb 12,7-12 Engel haben Hochkonjunktur Liebe Schwestern und Br\u00fcder, zu den wenigen positiven Auswirkungen des Corona-Lockdowns im Fr\u00fchjahr dieses Jahrs [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3402,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[62,1,157,114,534,349,532,533,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-3401","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-offenbarung","category-aktuelle","category-beitragende","category-deut","category-kapitel-12-chapter-12-offenbarung","category-kasus","category-malte-cramer","category-michaelistag","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3401","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3401"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3401\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3410,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3401\/revisions\/3410"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3401"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=3401"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=3401"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=3401"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=3401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}