{"id":3447,"date":"2020-09-23T11:58:45","date_gmt":"2020-09-23T09:58:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=3447"},"modified":"2020-09-23T11:58:45","modified_gmt":"2020-09-23T09:58:45","slug":"ein-funken-unter-der-asche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/ein-funken-unter-der-asche\/","title":{"rendered":"Ein Funken unter der Asche"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigt zu 2.Timotheusbrief 1, 6 + 7 | verfasst von Ulrich Kappes |\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>2. Timotheusbrief 1, 6+7<\/em><\/p>\n<p><em>6 Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner H\u00e4nde.<\/em><\/p>\n<p><em>7 Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Paulus schreibt an seinen Sch\u00fcler Timotheus. <strong>[1]<\/strong> Aus dem Gef\u00e4ngnis heraus sind die Worte verfasst. (2. Tim. 2,9) \u00a0Es ist, als f\u00fchlte sich der Apostel gedr\u00e4ngt, in kurzen und knappen S\u00e4tzen eine Art \u201eSumme\u201c des christlichen Glaubens zu verfassen.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit der Feststellung \u201eGott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht einen Geist der Verzagtheit.\u201c \u00a0Was ist Paulus \u00fcber Timotheus und die Gemeinden zu Ohren gekommen? Gibt es einen historischen Hintergrund f\u00fcr diese Worte? Wi kennen ihn nicht.<\/p>\n<p>Vermuten d\u00fcrfen wir wohl, dass die vor allem im Hebr\u00e4erbrief und der Offenbarung ger\u00fcgte Lauheit und Resignation der Anlass gewesen sein k\u00f6nnten. Offenkundig brannte im Herzen des Timotheus und den Seinen nicht mehr das Feuer fr\u00fcherer Zeiten. Man zog sich zur\u00fcck. Die Gottesdienste und Versammlungen waren nur schlecht besucht. Das gipfelte schlie\u00dflich darin, dass sich Christinnen und Christen nicht mehr beauftragt sahen, von Christus \u201ein der Welt\u201c zu reden. Familien spalteten sich. Die Eltern schwiegen angesichts des Unglaubens ihrer Kinder. \u201eMan\u201c blieb in der Gemeinde, aber das war es dann auch. Die Gemeinden und offenbar ihr \u201eEvangelist\u201c Timotheus boten ein Bild der Verzagtheit. (Hebr. 5, 11; Hebr. 6, 6-8, Offbg. 3,16)<\/p>\n<p>Damals wie auch heute galt und gilt, dass mit der Verzagtheit gern eine Lebensphilosophie verbunden wird, nach der \u201ees ja ohnehin keinen Zweck hat\u201c, sich gegen die bestimmende Mehrheit als ein einzelner zu Wort zu melden. Es gibt auch die Flucht in einen Habitus des feinen und vornehmen Menschen, der sich \u201enicht herum streitet\u201c. \u201eReden ist Silber, Schweigen ist Gold\u201c, weil es kl\u00fcger ist, \u201eerstmal den Dingen ihren Lauf zu lassen\u201c.<\/p>\n<p>Die Folge von Verzagtheit und Feigheit, wonach Probleme nicht offen angesprochen und Kritik unterlassen wird, ist die schleichende Zerst\u00f6rung einer Gemeinschaft. Unter dem Deckmantel von Harmonie und H\u00f6flichkeit geht eine offene Gesellschaft, wie gro\u00df oder klein sie auch sein mag, zugrunde.<\/p>\n<p>Und Paulus? Wir h\u00f6rten: \u201eDeshalb erinnere ich dich, das Geschenk Gottes wieder anzufachen, das in dir ist durch die Auflegung meiner H\u00e4nde.\u201c<\/p>\n<p>Mit der Metapher \u201eGeschenk Gottes\u201c verbindet Paulus etwas, das im Menschen brennt und darauf wartet, wieder entflammt zu werden. Das ist das Spezifikum des \u201eGeschenkes\u201c, von dem Paulus hier spricht. \u201eDeshalb erinnere ich dich, das Geschenk Gottes wieder anzufachen.\u201c [2]<\/p>\n<p>Was angesichts offenkundiger Verzagtheit wie \u201eAsche\u201c aussieht, enth\u00e4lt unter der trostlosen Oberfl\u00e4che in Wahrheit einen unzerst\u00f6rbaren Funken, den es zu entfachen gilt. \u201eBlase in die Asche! Ein Funken ist darunter verborgen!\u201c Das ist die Botschaft.<\/p>\n<p>Was r\u00e4t Paulus dem Timotheus, um diesen Funken neu zu entflammen? Die Antwort hei\u00dft: Blick zur\u00fcck! \u00a0Blicke in aller Intensit\u00e4t zur\u00fcck! Denke an deinen gro\u00dfen Tag, als ich dir die H\u00e4nde auflegte und dich als Prediger des Evangeliums einsetzte.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft das nun auf uns gewandt?<\/p>\n<p>Der Predigttext dieses Sonntages will, dass ich mich \u2013 sozusagen in Analogie von Timotheus \u2013 frage, ob es\u00a0 auch in meinem Leben einen Menschen gab, der mir \u201edie H\u00e4nde auflegte\u201c.\u00a0 Er \u00a0legte \u201edie H\u00e4nde auf\u201c, indem er mir vorlebte, was ein Leben in der Bindung an Christus bedeutet und das hat sich mir eingepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Kann die Erinnerung an ihn ein Funken in meinem Leben sein, der meinen Glauben neu entfacht? War er ein Geschenk Gottes, das in mein Leben eingef\u00fcgt wurde und von dem Energie ausgeht? Das gilt es zu erkunden.<\/p>\n<p>Eines der prominentesten Beispiele f\u00fcr solche \u201eErinnerung\u201c verbindet sich mit dem Namen Blaise Pascal. <strong>[3]<\/strong> Blaise Pascal (1623-1662) war neben allen seinen mathematischen Forschungen tief in seinem Inneren gespalten. \u201aKann ich von der Existenz eines pers\u00f6nlichen Gottes ausgehen oder gibt es nur den \u201eGott\u201c meines Freundes Ren\u00e9 Descartes (1596-1650)?\u2018 Um den Sturm in seinem Inneren zu bes\u00e4nftigen, mietete er sich in einem Kloster (Port Royal) ein, wo seine Schwester bereits Nonne war und zog sich zur\u00fcck von allen seinen naturwissenschaftlichen Arbeiten.<\/p>\n<p>Hier in einem karg eingerichteten Zimmer, mehr Zelle als Zimmer (und heute Museumsort), hatte er in der Nacht vom 23. zum 24. November 1654 ein einzigartiges Erlebnis. Er f\u00fchlte Wind, er sp\u00fcrte Feuer und es stand f\u00fcr ihn au\u00dfer Zweifel, dass Gottes Geist ihm nahe war. Er ergriff in diesem Augenblick ein St\u00fcck Pergamentpapier und schrieb Worte auf, die sich wie hingeworfen lesen. \u201eGott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht Philosophen und Gelehrten. Gewissheit, Gewissheit, Empfinden: Freude, Friede. Der Gott Jesu Christi &#8230;<\/p>\n<p>Er ist allein auf den Wegen zu finden, die das Evangelium lehrt \u2026 <strong>[4] <\/strong>Pascal hat diesen Zettel in seine Jacke eingen\u00e4ht und ihn immer wieder angef\u00fchlt und betastet. Wechselte er die Jacke, trennte er den Zettel heraus und n\u00e4hte ihn von neuem ein.<\/p>\n<p>Ob der bibelkundige Pascal den zweiten Timotheusbrief gelesen hat oder nicht, so hat er unabh\u00e4ngig davon genau immer wieder das getan, was Paulus von uns Christen fordert:<\/p>\n<p>\u201eDeshalb erinnere ich dich, das Geschenk Gottes wieder anzufachen, das in dir ist \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eGott hat uns nicht gegeben einen Geist der Feigheit, sondern der Kraft.\u201c<\/p>\n<p>Die \u201eKraft\u201c \u2026 ist das Gegenst\u00fcck zu Furcht, Resignation und Feigheit. In der \u201eKraft\u201c stehen und handeln, hei\u00dft, aufzustehen, Schluss zu machen mit der Lethargie. In der Kraft des Glaubens zu leben,\u00a0 hei\u00dft, einen langen Atem haben und auch dann nicht aufzugeben, wenn alles zu misslingen scheint.<\/p>\n<p>\u201eGott hat uns nicht gegeben den Geist der Feigheit, sondern der Kraft und der Liebe.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr<strong> Jesus<\/strong> ist ein Leben in der Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen das H\u00f6chste im Gesetz. \u201eIn diesen zwei Geboten h\u00e4ngt das ganze Gesetz und die Propheten.\u201c (Matth. 22,40)<\/p>\n<p>Es gibt nichts Gr\u00f6\u00dferes als die Liebe, hei\u00dft es bei <strong>Paulus<\/strong> in seinem Hohenlied der Liebe. (1. Kor. 13) \u201eNun aber bleiben Glauben, Hoffnung, Liebe, diese drei, die Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte unter ihnen.\u201c<\/p>\n<p>Was ist ein Leben in der Liebe? Ich will und kann dazu nur eine kleine Anmerkung machen.<\/p>\n<p>Was ist Liebe nach dem Zeugnis der Schrift? \u00a0Ich lehne mich bei Paulus an. Er gibt verschiedene Antworten. Eine greife ich heraus.<\/p>\n<p>Paulus sagt: \u201eDie Liebe ist langm\u00fctig.\u201c<strong>[5]<\/strong> \u00a0Ich interpretiere: Wer liebt, hat ein weites, gro\u00dfes Herz. Liebe geschieht, wenn ein Mensch \u201eweitherzig\u201c ist.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft das praktisch? Etwa:<\/p>\n<p>Ich stehe hier und du stehst da. Ich habe meine Wertvorstellungen. Du hast deine. Ich stelle fest, dass sich unsere Werte unterscheiden, teilweise krass unterscheiden. Es wird keine Ann\u00e4herung geben.<\/p>\n<p>Was ist die Konsequenz? Wir stehen am Scheidewege. Entweder gehen wir uns aus dem Weg, verneinen uns, \u2026 hassen uns schlie\u00dflich oder wir finden einen anderen Weg.<\/p>\n<p>Dieser andere Weg wird gegangen, wenn ich (nach wie vor) sage: \u201eIch stehe hier und du stehst da. Ich habe meine Werte. Du hast deine\u201c, \u00a0f\u00fcge nun aber hinzu: \u201eGott hat es so gewollt. Er gab uns die Freiheit, zu denken, zu reden und zu tun, was wir wollen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGott hat es so gewollt\u201c, hat die Konsequenz, dass ich unsere Meinungsverschiedenheiten akzeptiere und mit ihnen auch dich.<\/p>\n<p>Ich akzeptiere nach wie vor nicht, was du da sagst. Wenn ich \u201eunter dem Himmel Gottes\u201c ein weites Herz haben will, geht es nicht um Inhalte. Es geht aber um dein Recht, so und nicht anders zu denken. Darum akzeptiere ich dich, wie du eben denkst und redest und lebst.<\/p>\n<p>Ist es das? \u00a0Leider nein.<\/p>\n<p>Als Jesus die H\u00e4ndler im Tempel sah und h\u00f6rte, wie um die Preise der Opfertiere gestritten und gefeilscht wurde, M\u00fcnzen klimperten und alles ein einziger Jahrmarkt des Geldes war, machte er sich eine Peitsche (Johannes 2,15) und trieb die H\u00e4ndler und Wechsler hinaus.<\/p>\n<p>Auf unser Thema bezogen hei\u00dft dies, dass es ein Ende der Weitherzigkeit gibt. Ein Mensch kann sich in seinen Worten und Taten so weit von den Werten der Schrift entfernt haben, dass er die von Gott gegebene Freiheit der Meinung pervertiert.<\/p>\n<p>Dann gilt das weite Herz nicht mehr. Dann muss ich, gerade weil ich mein Gegen\u00fcber liebe, was hei\u00dft: nicht abschreibe, mit allen mir zu Gebote stehenden Argumenten streiten und jeder Fraternisation aus dem Wege gehen.<\/p>\n<p>Es gibt auch f\u00fcr die \u201eTeiltugend\u201c der Weitherzigkeit das Prinzip des Abbruchs. <strong>[6]<\/strong> Das ist nicht zu vergessen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das \u201enormale\u201c Leben, den Alltag, den wir haben, gilt aber nach wie vor, dass ein Mensch dort die Liebe lebt, wenn er weitherzig ist.<\/p>\n<p>Gott will von uns nicht eine Gesinnung der Feigheit, sondern ein Leben in der Kraft und der Liebe und der angemessenen Selbsteinsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>\u201eAngemessene Selbsteinsch\u00e4tzung\u201c\u00a0 wird von Luther mit \u201eBesonnenheit\u201c \u00fcbersetzt. Aus dem neuesten Kommentar zum 2. Timotheusbrief \u00a0\u00fcbernehme ich \u201eangemessene Selbsteinsch\u00e4tzung\u201c <strong>[7]<\/strong><\/p>\n<p>Der angemessenen Selbsteinsch\u00e4tzung steht die \u00fcbertriebene Selbsteinsch\u00e4tzung gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>In der angemessen Selbsteinsch\u00e4tzung reagieret der n\u00fcchterne Blick auf meine M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<p>Was kann ich hier bewirken? Was kann ich nicht? Womit habe ich es zu tun? Womit nicht? Habe ich die Zeit und Kraft eine Aufgabe durchzustehen oder nicht? Ich kann nicht an allen Brennpunkten stehen und k\u00e4mpfen. Was ist mir m\u00f6glich? So sprechen wir, wenn wir uns um eine angemessene Selbsteinsch\u00e4tzung bem\u00fchen.<\/p>\n<p>Aber Vorsicht! Die angemessene Selbsteinsch\u00e4tzung ist nie ein Freibrief f\u00fcr eine Feigheit, die durch die Hintert\u00fcr kommt. Angemessen und n\u00fcchtern sollen wir handeln und reden, was aber nicht hei\u00dft, einem Handeln in der Kraft und in der Liebe aus dem Wege zu gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Predigtliedvorschlag<\/strong>: 414, 1-3 Lass mich, o Herr, in allen Dingen (gesungen oder gesprochen)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1] Dass es sich bei dem 2. Timotheusbrief um ein Pseudepigraph handelt, erw\u00e4hne ich in der Predigt nicht. Ich \u00fcbernehme damit die Ausdrucksweise vieler Kommentare, die an Stelle von \u201ePaulus\u201c und \u201eTimotheus\u201c oder der \u201eVerfasser\u201c \u00a0die einfache Namensnennung verwenden.<\/p>\n<p>[2] \u201eDie Metapher zeigt, dass der Apostel unter einem <strong>Geschenk Gottes <\/strong>etwas versteht, dass im Menschen brennt\u00a0 und lebt, dass ihn also besch\u00e4ftigt und bewegt, mit Energie und Motivation versorgt.\u201c Heinz-Werner Neudorfer, Der zweite Brief an Timotheus, Historisch Theologische Auslegung, Witten 2017, S. 80.<\/p>\n<p>[3] Vgl. dazu u.a. Hartmut Rosenau, Blaise Pascal, in: RGG 4, 6. Band, T\u00fcbingen 2003, Sp. 966-969.<\/p>\n<p>[4] Der Wortlaut des Textes wird wiedergegeben unter de.wikepedia\u00a0 org&gt;wiki&gt;M\u00e9morial_(Blaise_Pascal).<\/p>\n<p>[5] Mit makrosun\u03b7 \u00a0beginnt Paulus seine Beschreibung von Liebe in 1. Kor. 13,4. \u00a0In Gal. 5,22 ist sie das erste, was nach der Trias \u201eLiebe, Freude, Friede\u201c als herausragende \u201eFrucht\u201c des Geistes genannt wird. Das Wort hatte f\u00fcr ihn offenbar eine sehr gro\u00dfe Bedeutung.<\/p>\n<p>[6] Der Begriff ist \u00fcbernommen von Heinz-Horst Schrey, TRE, Artikel \u201eGeduld\u201c, 139-144, S. 143, der in Blick auf die \u201eGeduld\u201c feststellt: \u201e[Es] wird richtig gesehen, dass Geduld in der Tat nur eine \u201aTeiltugend\u2018 ist und nicht das Ganze der menschlichen Weltverh\u00e4ltnisse umgreift.\u201c<\/p>\n<p>[7] Neudorfer, a. a. O., S. 83.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pfr. em. Dr. Ulrich Kappes<\/p>\n<p>D 14943 Luckenwalde<\/p>\n<p>Brahmbuschstra\u00dfe 05<\/p>\n<p>ulrich.kappes@gmx.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h3><strong>Dazu passende Gebete:<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VORBEREITUNGSGEBET<\/strong><\/p>\n<p>Der heutige 16. Sonntag nach Trinitatis hat das Thema: vom Tod zum Leben.<\/p>\n<p>Die Epistel dieses Sonntages, gleichzeitig Predigttext, handelt von Angst und Kraft, Furcht und Besonnenheit. \u2013 Wie wechseln wir vom Schatten in das Licht?<\/p>\n<p>Lasst uns beten!<\/p>\n<p>Herr, unser Gott, eine Woche liegt hinter uns. Wir haben weder Liebe noch W\u00e4rme verbreitet, wurden herunter gezogen an Statt das Leben zu bejahen.<\/p>\n<p>Vergib uns das und lass uns unter Deiner Gnade und in der Kraft der Umkehr diesen Gottesdienst feiern und die neue Woche beginnen.<\/p>\n<p>So hei\u00dft es im Buch Hiob, 36,16:\u00a0 Gott rei\u00dft dich aus dem Rachen der Angst und (stellt deine F\u00fc\u00dfe) in einen weiten Raum, wo keine Bedr\u00e4ngnis mehr ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>TAGESGEBET\u00a0 [1]<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Herr, unser Gott,<\/p>\n<p>wir feiern heute den Sonntag, morgen wird eine neue Woche beginnen. Dann kommt wieder ein Sonntag und wieder eine neue Woche \u2026 So geht unser Leben dahin.<\/p>\n<p>Es begleiten uns abwechselnd Mut und St\u00e4rke, aber auch Angst und Feigheit.<\/p>\n<p>Wir sind mal so und mal so.<\/p>\n<p>Heute bitten wir Dich, dass der Mut und die Zuversicht, das kraftvolle Handeln und die Lebensfreude die Oberhand gewinnen.<\/p>\n<p>Stifte uns an diesem Tag der Gemeinschaft an, dass wir uns unserer Wurzeln im Glauben bewusst werden und daraus neue Kraft sch\u00f6pfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das bitten wir Dich, unseren Gott, der Du mit Deinem Sohn und dem Heiligen Geist uns Menschen nahe bist und uns aufrichtest von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr von Ewigkeit zu Ewigkeit . Amen<\/p>\n<p>[1]Einen Impuls zu dem Tagesgebet verdanke ich Eberhard Christof Gr\u00f6tzinger Predigtmeditation zu 2. Tim. 1, 7 \u2013 10, in: Calwer Predigthilfen, Neue Folge, Reihe II, Stuttgart 1998, 153 \u2013 160, 157.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>F\u00fcrbittgebet<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir jetzt gemeinsam beten, bitte ich, dass wir nach den Worten \u201eGemeinsam rufen wir zu Dir\u201c die Worte sprechen: Herr, erh\u00f6re uns.<\/p>\n<p>Herr, unser Gott,<\/p>\n<p>in der Stadt Moria auf der Insel Lesbos herrscht eine unbeschreibliche Not. Noch campieren Menschen auf der Stra\u00dfe oder irgendwo. Es gibt kein Wasser, keine Nahrung, keine Toiletten.<\/p>\n<p>Menschen fl\u00fcchteten aus ihrer Heimat und landeten im Elend.<\/p>\n<p>Nun bitten wir DICH, dass Du das Mitleid und die Barmherzigkeit wachsen l\u00e4sst. Es geht nicht darum, wie man politisch denkt, sondern allein darum, Leben zu retten und eine Katastrophe zu verhindern.<\/p>\n<p>Wir beten f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten auf Lesbos. Gib ihnen Mut in ihrer Verzweiflung. Lass internationale Hilfe das Schlimmste verhindern.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsam rufen wir zu DIR: Herr, erh\u00f6re uns!<\/strong><\/p>\n<p>Herr, unser Gott,<\/p>\n<p>wenn wir uns selbst betrachten, so erkennen wir manche F\u00e4higkeit, manches Talent, manche Begabung an uns. Du hast uns vieles geschenkt. Wir haben Grund zu Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.<\/p>\n<p>Ungeachtet dessen erfasst uns aber wider Willen oft eine Feigheit, die den Lebensmut zerst\u00f6rt. Wir reden nicht, wo wir reden sollten. Wir handeln nicht, weil wir nicht auffallen wollen.<\/p>\n<p>Wir bitten dich um Hilfe. Befreie uns durch deinen Geist von L\u00e4hmung, von ungekl\u00e4rter Angst, von Unfreiheit.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsam rufen wir zu DIR: Herr, erh\u00f6re uns!<\/strong><\/p>\n<p>Herr, unser Gott,<\/p>\n<p>nichts ist wichtiger in unserem Leben als die Liebe, die Liebe zum Mitmenschen.<\/p>\n<p>Wir danken Dir f\u00fcr alle Liebe, die wir in unserem Leben erfahren haben.<\/p>\n<p>Nichts wird aber ebenso missbraucht wie das Wort der Liebe.<\/p>\n<p>Heute bitten wir Dich, dass wir uns immer von neuem daf\u00fcr entscheiden, mit einem weiten Horizont zu leben.<\/p>\n<p>Du l\u00e4sst Deine Sonne scheinen, \u00fcber Gute und B\u00f6se. Weit erstreckt sich der Himmel deiner Liebe \u00fcber unsere Erde. Lass uns mit dem Blick nach oben, dem immer neuen Blick nach oben, ein g\u00fctiges Herz erwerben<\/p>\n<p><strong>Gemeinsam rufen wir zu DIR: Herr, erh\u00f6re uns!<\/strong><\/p>\n<p>In der Stille beten wir nun zu DIR<\/p>\n<p><strong>Gemeinsam rufen wir zu DIR: Herr, erbarme dich \u2013 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Amen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zu 2.Timotheusbrief 1, 6 + 7 | verfasst von Ulrich Kappes |\u00a0 &nbsp; 2. 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