{"id":3494,"date":"2020-10-05T17:13:37","date_gmt":"2020-10-05T15:13:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=3494"},"modified":"2020-10-07T18:54:50","modified_gmt":"2020-10-07T16:54:50","slug":"von-der-wahrheit-des-weinstocks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/von-der-wahrheit-des-weinstocks\/","title":{"rendered":"Von der Wahrheit des Weinstocks"},"content":{"rendered":"<p><strong>18. Sonntag nach Trinitatis |Johannes 15,1-11 (d\u00e4nische Perikopenordnung)| von Elof Westergaard |<\/strong><\/p>\n<p><em>Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weing\u00e4rtner. <\/em>So sagt Jesus infolge des Johannesevangeliums.<\/p>\n<p>Mit dem Bild vom Weinstock und dem Weing\u00e4rtner will Jesus sagen, wie er und Gott zusammengeh\u00f6ren. Und wenn er sp\u00e4ter hinzuf\u00fcgt, dass wir Reben an dem Weinstock sind, der er ist, macht er zugleich deutlich, wie er und wir zusammengeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ja, wir sind in der Tat grundlegend abh\u00e4ngig von ihm, so wie die Reben im \u00dcbrigen von dem Weinstock abh\u00e4ngig sind, an dem sie h\u00e4ngen. Und zugleich auch davon abh\u00e4ngig, dass da ein Weing\u00e4rtner ist, der den Weinstock pflegt und nach seinen Reben schaut.<\/p>\n<p>Weing\u00e4rtner, Weinstock mit Reben sind so ein Bild f\u00fcr den gro\u00dfen Zusammenhang, der zischen uns untereinander und zwischen uns und Gott besteht.<\/p>\n<p>Das Bild von dem Weing\u00e4rtner, dem Weinstock und den Reben erz\u00e4hlt von einer Beziehung und einer Abh\u00e4ngigkeit. Es ist das umfassende Bild f\u00fcr die Beziehung und die Verbindung zwischen Gott und Mensch, ein Bild der F\u00fcrsorge Gottes und seiner reinigenden und vers\u00f6hnenden Kraft.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Wenn nun das Bild eigentlich so einfach und klar ist, warum sagt Jesus dann von sich selbst, dass er der wahre Weinstock ist? Das Wort \u201ewahr\u201c, griechisch \u201e<em>aletheia<\/em>\u201c, was hat das in diesem Zusammenhang zu suchen? Ist es notwendig?<\/p>\n<p>Sprachlich gesehen w\u00fcrde ich sagen nein. Es scheint unmittelbar ein \u00fcberfl\u00fcssiges Wort zu sein, das nicht richtig in diesen Zusammenhang passt. Wir reden ja nicht von einem wahren oder falschen Baum. Ein Weinstock ist ein Weinstock, und es macht mehr Sinn von seiner H\u00f6he und seinem Wachstum zu reden, seiner Art und seinem Aussehen, aber nicht davon, inwiefern er wahr ist.<\/p>\n<p>Es besteht aber vielleicht trotzdem ein Grund daf\u00fcr, dass Jesus von sich selbst als dem wahren Weinstock redet, n\u00e4mlich in diesem Sinne: Da die Reben vom Weinstock gen\u00e4hrt werden, ist es nicht gleichg\u00fcltig, um was f\u00fcr einen Weinstock es sich handelt. Das Wort \u201ewahr\u201c kann bedeuten richtig, echt, verl\u00e4sslich, es meint vielleicht in seiner Grundbedeutung, dass etwas wirklich ist und existiert. Dass etwas wahr ist, das bedeutet, dass es nicht einfach verschwindet und unsichtbar wird. Was wahr ist, hat den Charakter von Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Und Gott ist wirklich, auch wenn wir ihn nicht fassen k\u00f6nnen. Jesus ist wirklich, auf Erden geboren, ging umher und verk\u00fcndigte das baldige Kommen des Reiches Gottes. Und wir sind wirklich, so wie die Reben am Weinstock, wie Zweige an einem Baum.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen abgeschnitten und gebrochen werden, auf die Erde fallen und so merkw\u00fcrdig allein liegen zwischen dem Laub des Herbstes, aber wir sind nach den Worten Jesu noch immer Reben an dem Weinstock, der er ist. Und indem er der wahre Weinstock ist, sagt er uns, dass das, was er uns bringt, uns nicht nur auf Erden, sondern auch im Himmel beheimatet. Wir sind Kinder Gottes, weil er der wahre Weinstock ist.<\/p>\n<p>Lebe in dieser Hoffnung.<\/p>\n<p>M\u00f6gen wir leben vom Saft des wahren Weinstocks.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das geschehe \u2013 im Namen Jesu.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bischof Elof Westergaard<\/p>\n<p>DK 6760 Ribe<\/p>\n<p>eve(at)km.dk<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18. 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