{"id":3536,"date":"2020-10-16T12:38:36","date_gmt":"2020-10-16T10:38:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=3536"},"modified":"2020-10-16T12:38:36","modified_gmt":"2020-10-16T10:38:36","slug":"christinnen-sind-keine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/christinnen-sind-keine\/","title":{"rendered":"Christ*innen sind keine &#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Christ*innen sind keine besseren Menschen | Predigt zu Eph 4,22-32 | Verfasst von Christine Hubka |<\/h3>\n<p>Vorbemerkung: Corona bedingt sind in \u00d6sterreich die Gottesdienste auf 30 Minuten beschr\u00e4nkt. Das schl\u00e4gt sich auch in der L\u00e4nge der Predigt nieder.<\/p>\n<p><em>Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem fr\u00fcheren Wandel, der sich durch tr\u00fcgerische Begierden zugrunde richtet. 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. 25 Darum legt die L\u00fcge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem N\u00e4chsten, weil wir untereinander Glieder sind. 26 Z\u00fcrnt ihr, so s\u00fcndigt nicht; lasst die Sonne nicht \u00fcber eurem Zorn untergehen 27 und gebt nicht Raum dem Teufel. 28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen H\u00e4nden das n\u00f6tige Gut, damit er dem Bed\u00fcrftigen abgeben kann. 29 Lasst kein faules Geschw\u00e4tz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es h\u00f6ren. 30 Und betr\u00fcbt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid f\u00fcr den Tag der Erl\u00f6sung. 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und L\u00e4sterung seien fern von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.<\/em><\/p>\n<p>Wer immer das geschrieben hat, hat es an Menschen geschrieben, die sich vor kurzem haben taufen lassen. Die neue Geburt in ein neues Leben haben sie erlebt. Mit wei\u00dfen Kleidern, um auch \u00e4u\u00dferlich zu zeigen, dass sie neue Menschen geworden sind. Denn schlie\u00dflich glauben sie ja nun an Jesus, den Christus. Ihm wollen sie nachfolgen. Was er gelehrt hat, wollen sie tun. \u201e\u2026 und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe \u2026\u201c (Mt 28) Diesen Auftrag von Jesus h\u00f6ren wir bis heute bei jeder Taufe.<\/p>\n<p>Warum nur, warum, muss diesen Menschen, diesen Christinnen und Christen, dann so ein Brief geschrieben werden? Voller Ermahnungen. Nicht stehlen sollen sie. Nicht boshaft sein, sondern freundlich und herzlich. Immer bei der Wahrheit bleiben. Und bereit zu vergeben, bevor die Sonne nach einem Konflikt untergeht.<\/p>\n<p>Wer bis heute immer noch der Meinung war, dass Menschen, die sich zum christlichen Glauben bekennen, bessere Menschen sind, wird beim Lesen dieses Briefabschnitts um eine Illusion \u00e4rmer. Zumindest wir Evangelische sollten es aber seit der Reformationszeit schon wissen, &#8211; ich zitiere aus dem Augsburger Bekenntnis Artikel 8: <em>dass<\/em> <em>in diesem Leben unter den Frommen viele falsche Christen und Heuchler, auch \u00f6ffentliche S\u00fcnder bleiben \u2026<\/em><\/p>\n<p>Dass das keine Erfindung der Reformatoren ist, wissen die Bibelkundigen unter euch. Denn Jesus hat seinen Sch\u00fclern das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen erz\u00e4hlt. Der Sinn dieses Gleichnisses ist unmissverst\u00e4ndlich. Auch die Kirche, auch die Gemeinde wird eine gemischte Gesellschaft sein und bleiben. Bis zuletzt. Und niemand hat das Recht oder den Auftrag, hier und jetzt etwas daran zu \u00e4ndern. Oder zu meinen, das sogenannte Unkraut gleich ausrei\u00dfen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Niemand, der sich zu Jesus, dem Christus bekennt, muss also perfekt sein. Aber, es ist gut, sich zu erinnern, wie wir eben auch gemeint sind: <em>nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.<\/em><\/p>\n<p>So sind und bleiben wir also beides zugleich: S\u00fcnder und Gerechte. Und genau das ist auch der Grund, warum die Kirche immer eine gemischte Gesellschaft bleiben wird. Denn die Mischung findet ja in einer jeden, einem jeden von uns statt.<\/p>\n<p>Und genau deshalb ist es gut, dass es in der Bibel auch solche Abschnitte gibt, die uns erinnern und mahnen, wieder einmal genauer hinzuschauen, ob wir unserer Berufung in die Nachfolge Jesu gerecht werden.<\/p>\n<p>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Als Evangelienlesung empfiehlt sich das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen Mt 13,24-30.<\/p>\n<p>Pfrn.i.R. Dr. Christine Hubka<\/p>\n<p>Aktuell Gef\u00e4ngnisseelsorgerin in Wien. <a href=\"mailto:christine.hubka@gmx.at\">christine.hubka@gmx.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christ*innen sind keine besseren Menschen | Predigt zu Eph 4,22-32 | Verfasst von Christine Hubka | Vorbemerkung: Corona bedingt sind in \u00d6sterreich die Gottesdienste auf 30 Minuten beschr\u00e4nkt. Das schl\u00e4gt sich auch in der L\u00e4nge der Predigt nieder. 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