{"id":3714,"date":"2020-11-17T14:26:04","date_gmt":"2020-11-17T13:26:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=3714"},"modified":"2020-11-22T12:22:12","modified_gmt":"2020-11-22T11:22:12","slug":"gottes-geheimnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/gottes-geheimnis\/","title":{"rendered":"Gottes Geheimnis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigt zu Offb. 21, 1-7 | verfasst von Sabine Handrick |<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Manchmal gelingt es Liedern und Gedichten, etwas in uns zum Klingen zu bringen.<\/p>\n<p>Sie ber\u00fchren eine Seite in der Seele, die dann mitschwingt und uns innehalten l\u00e4sst mitten im Tun, beispielsweise bei der Hausarbeit oder irgendeiner anderen T\u00e4tigkeit. Du h\u00f6rst eine Melodie oder Worte, die dich herausreissen aus dem Alltag. Und du h\u00e4ltst inne. F\u00fcr einen Moment bist du wie in einer anderen Welt. Erinnerungen tragen dich fort.<\/p>\n<p>Du siehst sie vor dir: die Menschen, die du geliebt hast und nun so sehr vermisst. Gern w\u00fcrdest du den Augenblick festhalten, doch dann schiebt sich die Realit\u00e4t wieder vor deine Wahrnehmung.<\/p>\n<p>Ach so, ich wollte ja eigentlich noch\u2026 und dann ist es schon wieder vorbei.<\/p>\n<p>Meine Lieben, in den letzten Monaten mag es Ihnen immer mal wieder so gegangen sein, dass Bilder der Vergangenheit Sie einholten. Vielleicht waren aber nicht nur R\u00fcckblicke dabei, sondern auch Ausblicke: Und Sie tr\u00e4umten sich aus, wie es sein wird, dann, irgendwann\u2026<\/p>\n<p>&#8211; wenn die Grenze gefallen ist, die der Tod setzt,<\/p>\n<p>&#8211; wenn die Umarmung mit geliebten Menschen nicht mehr nur ein Wunschtraum bleibt,<\/p>\n<p>&#8211; wenn die Last der Trauer von der Seele abf\u00e4llt,<\/p>\n<p>&#8211; wenn Angst, Druck und Leiden vorbei sein werden und alles himmlisch leicht ist.<\/p>\n<p>Wie sehen Ihre inneren Bilder aus, liebe Gemeinde?<\/p>\n<p>Sie m\u00f6gen schwer zu beschreiben sein, aber wir tragen sie in uns. Wir kennen solche Momente der Verbundenheit, wo Zeit und Raum keine Rolle spielen. Wir hoffen auf das Kommende, und n\u00e4hren diese Hoffnung durch unseren Glauben. Eines Tages werden auch wir sehen und verstehen.<\/p>\n<p>Unter den biblischen Texten, die das Kommende plastisch ausmalen, sticht die Offenbarung des Johannes heraus. Johannes, dem Verfasser dieser Schrift, gelingt etwas sehr Seltenes: Er erhascht einen Blick in die Wirklichkeit Gottes. Er kann das Gesehene anschliessend sogar beschreiben und festhalten! In einem Moment mystischer Klarheit zeigt sich ihm das Geheimnis Gottes. Johannes findet Antworten auf alle seine Fragen. Puzzleteil f\u00fcr Puzzleteil f\u00fcgt sich zusammen und ein umfassendes Verstehen entsteht.<\/p>\n<p>Wie in einem Gem\u00e4lde Alter Meister verschmelzen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ja, mehr noch: Es ist nicht nur wie ein Bild, sondern die Johannesoffenbarung wirkt wie ein ganzer Film. Doch anders als moderne Kinofilme interessiert er sich nicht prim\u00e4r f\u00fcr den Spannungsfaktor eines gewaltigen Weltuntergangsszenarios. Johannes will aufdecken, was Gott ihn sehen liess. Er will die Menschen am Geheimnis Gottes teilhaben lassen. Was er schaute, sollen auch wir erkennen.<\/p>\n<p>Der Seher versteht sich als Prophet (Offb1,3), wie seine Vorg\u00e4nger Jesaja, Ezechiel und die vielen anderen. Er malt Bilder seiner Visionen. Und beim Lesenden stellen sich Assoziationen ein und biblische Bez\u00fcge.<\/p>\n<p>Diese Welt \u2013 so wie wir sie erleben \u2013 wird vergehen.<\/p>\n<p>Der Schrecken, der uns bei diesen Worten bef\u00e4llt, ist aber nur ein Teil der Wahrheit: Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde ins Dasein rufen. Trost und Hoffnung liegen in dieser Botschaft. Und darum geht es heute, meine Lieben!<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig haben wir alle Trost und St\u00e4rkung n\u00f6tig. Das Jahr 2020 stellt uns vor gro\u00dfe Herausforderungen. Wir tragen Trauer um unsere Liebsten. Wir erleben Krankheit, Unsicherheit, Einschr\u00e4nkungen, Angst. Immer wieder fragen wir uns in dieser Pandemie: Wie lange noch \u2013 wie lange soll das so weitergehen? Wie schlimm wird es noch werden? Wenn die eigene Gesundheit und die der Familie bedroht ist, wenn die wirtschaftliche Existenz wegbricht, wenn die Zukunftsaussichten d\u00fcster sind, dann wird die Zeit lang, das durchzustehen. Manche halten es kaum noch aus.<\/p>\n<p>Jede\/r von uns hat in den letzten Monaten Formen entwickelt, um durch die Corona-Zeit zu kommen &#8211; vom Brotbacken \u00fcber Yoga bis zu Zoomkonferenzen. So vielf\u00e4ltig wie die Menschen ist auch ihre Art und Weise mit der Situation umzugehen.<\/p>\n<p>Es wird Sie aber nicht verwundern, wenn ich als Pfarrerin Ihnen empfehle, mal wieder die Bibel in die Hand zu nehmen! Die biblischen Texte haben eine Kraft, die \u00fcber weit das hinausreicht, was wir tagt\u00e4glich h\u00f6ren oder uns selber sagen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Johannes sucht und findet Hilfe in den Schriften. \u201e<em>Selig, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.<\/em>&#8220; sagte Jesus (Mt.5,8). Genau das geschieht ihm. Wir k\u00f6nnen es uns vielleicht so vorstellen, dass Johannes buchst\u00e4blich sieht, was er liest. Ihm wird transparent, was die Menschen seines Volkes jahrhundertlang am Leben erhielt \u2013 durch alle W\u00fcstenzeiten hindurch. Die Verhei\u00dfungen Gottes waren ihnen die Quelle der Hoffnung. Und nun sieht er eine sprudelnde Quelle (Jes.43,19f.), die f\u00fcr die Durstigen nie versiegt. Und ihm steht die strahlend sch\u00f6ne Stadt vor Augen, wo reinste Freude herrscht und kein Klagen und kein Weinen mehr zu h\u00f6ren sind (Jes.65,19). Ja, die Durststrecken haben endlich ein Ende. Vorbei \u2013 die m\u00f6rderischen M\u00e4rsche der Vertriebenen, vorbei \u2013 die Kriegswirren und das Blut, das zum Himmel schreit, vorbei \u2013 der qu\u00e4lende Hunger, f\u00fcr den es keine Worte gibt.<\/p>\n<p>Die Generation, zu der Johannes geh\u00f6rte, musste so etwas am eigenen Leib erfahren. Er lebte im 1. Jahrhundert. Nachdem die r\u00f6mische Weltmacht einen j\u00fcdischen Aufstand brutal niedergeschlagen und im Jahre 70 n.Chr. den Jerusalemer Tempel zerst\u00f6rt hatte, war Johannes unter den Judenchristen, die nach Kleinasien gingen oder gehen mussten. Auch dort gerieten sie wieder in Konflikt mit dem Imperium. Sie wurden verfolgt, weil sie sich weigerten, den r\u00f6mischen Kaiser als Gott zu verehren. Die Details kennen wir nicht genau, aber wir wissen, dass Johannes auf der Insel Patmos verbannt war.<\/p>\n<p>Die Insel \u2013 ein einziges Gef\u00e4ngnis. Seine Tage \u2013 eint\u00f6nig und ersch\u00f6pfend; trostlos die Steinw\u00fcste, die ihn umgibt. T\u00e4glich schaut er auf das un\u00fcberwindliche Meer, keine Chance zu entrinnen\u2026<\/p>\n<p>Und als sich dem Verzweifelten das Fenster zu einer mystischen Schau \u00f6ffnet, ist er \u00fcberw\u00e4ltigt von dieser v\u00f6llig anderen Wirklichkeit. Im neuen Himmel und auf der neuen Erde, werden Not und Leid vergangen sein. Die Herrscher dieser Welt werden ihre Macht verloren haben. Trauer und Schmerz jedes Einzelnen werden vorbei sein.<\/p>\n<p>Eines ist wichtig, meine Lieben. Missverstehen wir die Bilder der Offenbarung nicht allein als Jenseits-Visionen, die auf eine \u201en\u00e4chste Welt\u201c vertr\u00f6sten w\u00fcrden. Viel zu lange wurde so einseitig gepredigt. Das kostete die Kirche viel Glaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<p>Johannes aber beschreibt den Ausblick auf das Kommende, das Hoffnungsbild, das ihm vor Augen gestellt wurde: Er sah, wie die Kraft Gottes diese, unsere Welt ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen sein Zeugnis lesen und durch seine Augen mit-schauen. Wir k\u00f6nnen uns in diesen Visionen bewegen. Wir erkennen, dass Gottes Macht, die den Anfang und das Ende setzt und von Anbeginn der Sch\u00f6pfung durch Jahre und Zeiten hindurch auf einen neuen Himmel und eine neue Erde hinzielt.<\/p>\n<p>Meine Lieben: Das ist der Traum Gottes f\u00fcr uns. Kommt und seht, wie freundlich unser Gott ist.<\/p>\n<p>Das Erste, was Johannes sieht: Das Meer ist nicht mehr.<\/p>\n<p>Wenn wir es auf der Symbolebene anschauen, steht das Meer f\u00fcr die Unendlichkeit und die Wassermassen f\u00fcr Chaos, das Bedrohliche, das Unvorhersehbare, die unbez\u00e4hmbare Gef\u00e4hrdung des Lebens. (Keine Infektionswelle \u00fcberrollt uns mehr. &#8230; Es ist vorbei.)<\/p>\n<p>Was siehst du stattdessen? Eine sch\u00f6ne junge Frau, eine strahlende Braut, festlich gekleidet und geschm\u00fcckt, gl\u00fccklich und bereit f\u00fcr das Kommende. Neues beginnt.<\/p>\n<p>Und die himmlische Stadt empf\u00e4ngt dich. In biblischer Tradition ist Zion das neue Jerusalem, die Stadt des Friedens, ohne Mauern, die ein Innen und Au\u00dfen begrenzen, ein Ort der ungeteilten Freude mit Platz f\u00fcr alle Menschen. Und die Stimme Gottes, das lebendige Wort wird geh\u00f6rt dort. Tats\u00e4chlich!<\/p>\n<p>Und jemand ruft dir zu: Schau dort! Siehst du die H\u00fctte Gottes bei den Menschen? \u2013 Es ist keine prachtvolle Kathedrale, sondern eine einfache Behausung. Gott wohnt bei dir, ganz nah, nebenan, und du kannst Gott begegnen, jederzeit.<\/p>\n<p>Meine Lieben, w\u00e4hrend ich mich in dieser Vision bewege, geht mir eine Liedstrophe durch den Sinn. Sie gibt diese Bilder mit einfachen Worten wieder. (RG: 279,3) <em>Gott liebt diese Welt, Feuerschein und Wolke und das heil\u2018ge Zelt sagen seinem Volke: Gott ist <u>in<\/u> der Welt<\/em>. \u2013<\/p>\n<p>Ja: die Welt, in der Geld, Gier und Gewalt regieren, wird vergehen. Und die Welt, in der Gott wohnt, wird erscheinen. \u2013 Einst trug das Volk Israel ein besonderes Zelt durch die W\u00fcste. Jahrzehntelang hatten sie nichts als die Stimme Gottes, die zu ihnen sprach, und sie lernten, darauf zu vertrauen. Die Gegenwart Gottes machten sie sich sichtbar mit dem \u201eZelt der Begegnung\u201c und sie glaubten: Wohin dich dein Leben auch f\u00fchrt, Gott geht mit \u2013 ist f\u00fcr dich da.<\/p>\n<p>Und beim Lesen und beim Nachschauen dieses Textes erkenne ich auch die Weite, die in einem Wort aufleuchtet \u201eund sie werden seine V\u00f6lker sein\u201c \u2013 H\u00f6rt Ihr den Plural? Gott hat die V\u00f6lker im Blick, nicht mehr allein sein Volk Israel \u2013 alle geh\u00f6ren zu Gott, auch wir und die anderen ebenso. Die Konkurrenz der Religionen wird keine Rolle mehr spielen und die eifers\u00fcchtigen Kriege zwischen Gl\u00e4ubigen und Ungl\u00e4ubigen enden. Schwerter werden zu Pflugscharen und Waffen zu Winzermessern.<\/p>\n<p>Sp\u00fcren wir die Sehnsucht Gottes nach einer Welt, die anders ist als die, in der wir jetzt leben? Eine Welt, in der kein Kind mehr vor seiner Zeit sterben muss, weil der Fluss vergiftet ist? Hoffen wir auch, dass auf Gottes Erde keine Bulldozer mehr den Regenwald fressen und den Reichtum der \u00d6kosysteme zerst\u00f6ren?<\/p>\n<p>F\u00fcr den Seher Johannes auf Patmos war sonnenklar, dass Gottes neue Welt im Kommen ist. Die alten Mechanismen von Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung der Armen und Schwachen werden an ihr Ende kommen. \u201eSiehe ich mache alles neu!\u201c sagt der, der auf dem Thron sitzt und der den Namen \u00fcber alle Namen tr\u00e4gt. Jesus Christus ist daf\u00fcr gestorben, dass Menschlichkeit und Gerechtigkeit, Frieden und Leben auf dieser Welt bestehen und nicht vergehen.<\/p>\n<p>Liebe Christinnen und Christen, liebe Br\u00fcder und Schwestern \u2013 wir glauben, dass Christus den Tod \u00fcberwunden hat. Und die Aussichten in der Offenbarung des Johannes illustrieren uns das. Die Bedeutung dieser Bilder k\u00f6nnen wir entschl\u00fcsseln, so wie man versucht, einen Traum zu verstehen. \u2026 Der Tod wird nicht mehr sein, von ihm bleibt h\u00f6chstens noch ein Schatten. Die letzten Tr\u00e4nen werden z\u00e4rtlich von den Wangen gewischt. Was jetzt noch schmerzt, wird heilen. Die Liebe f\u00fcgt Getrennte wieder zusammen. Das Leben bleibt. Die Quelle des lebendigen Wassers sprudelt.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, ich hoffe f\u00fcr uns alle, dass auch unser Leben transparent wird f\u00fcr Gottes Gegenwart und wir sehen k\u00f6nnen, was Gott f\u00fcr uns will.<\/p>\n<p>Und sollten Ihnen heute die vision\u00e4ren Bilder der Johannesoffenbarung ein wenig zu viel geworden sein, dann habe ich die etwas n\u00fcchternere Variante des Berner Dichterpfarrers Kurt Marti f\u00fcr Sie. Er hat \u2013 typisch reformiert \u2013 alles Bildgewaltige gestrichen und die Vision des Johannes auf 5 S\u00e4tze komprimiert:<\/p>\n<p>\u00bb<em>Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt, <\/em><\/p>\n<p><em>wenn einst Himmel und Erde vergehen. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Himmel, der kommt, das ist der kommende Herr, <\/em><\/p>\n<p><em>wenn die Herren der Erde gegangen. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Himmel, der kommt, das ist die Welt ohne Leid, <\/em><\/p>\n<p><em>wo Gewalttat und Elend besiegt sind. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Himmel der kommt, das ist die fr\u00f6hliche Stadt <\/em><\/p>\n<p><em>und der Gott mit dem Antlitz des Menschen. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Himmel der kommt, gr\u00fc\u00dft schon die Erde, die ist, <\/em><\/p>\n<p><em>wenn die Liebe das Leben ver\u00e4ndert<\/em>.\u00ab<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Pfarrerin Sabine Handrick<\/p>\n<p>Reformierte Kirchgemeinde D\u00fcdingen<\/p>\n<p><a href=\"mailto:pfarramt@refdue.ch\">pfarramt@refdue.ch<\/a><\/p>\n<p><strong>Lieder: <\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn im Gottesdienst nicht gesungen werden sollte, gibt es andere M\u00f6glichkeiten, Lieder erklingen zu lassen.<\/p>\n<ul>\n<li>Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt (K.Marti), Ref. Gesangbuch, 867<\/li>\n<li>Kanon: Ausgang und Eingang, Gesangbuch, 345<\/li>\n<li>Ich bin ein Gast auf Erden, Ref. Gesangbuch, 753,1,8,9<\/li>\n<li>Ihr M\u00e4chtigen, ich will nicht singen, (Trad.) \u2013 Der K\u00f6lner Jugendchor probte im September 2020 in einem Parkhaus: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qCczjpe0Nus\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qCczjpe0Nus<\/a><\/li>\n<li>Jenseits der Zeit gibt es kein Leid (Clemens Bittlinger) <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sawWkzQEaLA\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sawWkzQEaLA<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kontexte: Hanns Dieter H\u00fcsch: Ich seh\u2019 ein Land<\/strong><\/p>\n<p>Ich seh ein Land mit neuen B\u00e4umen.<br \/>\nIch seh ein Haus mit gr\u00fcnem Strauch.<br \/>\nUnd einen Fluss mit flinken Fischen.<br \/>\nUnd einen Himmel aus Hortensien seh ich auch.<\/p>\n<p>Ich seh ein Licht von Unschuld wei\u00df.<br \/>\nUnd einen Berg, der unber\u00fchrt.<br \/>\nIm Tal des Friedens geht ein junger Sch\u00e4fer,<br \/>\nDer alle Tiere in die Freiheit f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6r ein Herz, das tapfer schl\u00e4gt,<br \/>\nIn einem Menschen, den es noch nicht gibt,<br \/>\nDoch dessen Ankunft mich schon jetzt bewegt.<br \/>\nWeil er erscheint und seine Feinde liebt.<\/p>\n<p>Das ist die Zeit, die ich nicht mehr erlebe,<br \/>\nDas ist die Welt, die nicht von unsrer Welt.<br \/>\nSie ist von fein gesponnenen Gewebe,<br \/>\nUnd Freunde, glaubt und seht: sie h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Das ist das Land, nach dem ich mich so sehne,<br \/>\nDas mir durch Kopf und K\u00f6rper schwimmt,<br \/>\nMein Sterbenswort und meine Lebenskantilene,<br \/>\nDass jeder jeden in die Arme nimmt.<\/p>\n<p>aus: Hanns Dieter H\u00fcsch\/Uwe Seidel, Ich stehe unter Gottes Schutz, Seite 81, 2011\/12 \u00a9 tvd-Verlag D\u00fcsseldorf, 1996<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Martin Gutl: Wenn Gott uns heimf\u00fchrt<\/strong> (Psalm 126)<\/p>\n<p>Wenn Gott uns heimf\u00fchrt aus den Tagen der Wanderschaft,<br \/>\nuns heimbringt aus der D\u00e4mmerung in sein begl\u00fcckendes Licht, das wird ein Fest sein!<br \/>\nDa wird unser Staunen von neuem beginnen.<br \/>\nWir werden Lieder singen, Lieder, die Welt und Geschichte umfassen.<\/p>\n<p>Wir werden singen, tanzen und fr\u00f6hlich sein:<\/p>\n<p>denn Er f\u00fchrt uns heim: aus dem Hasten in den Frieden, aus der Armut in die F\u00fclle.<\/p>\n<p>Wenn Gott uns heimbringt aus den engen R\u00e4umen, das wird ein Fest sein.<\/p>\n<p>Und die Zweifler werden bekennen: Wahrhaftig, ihr Gott tut Wunder!<br \/>\nEr macht die Nacht zum hellen Tag; Er l\u00e4sst die W\u00fcste bl\u00fchen!<\/p>\n<p>Wenn Gott uns heimbringt aus den schlaflosen N\u00e4chten,<\/p>\n<p>aus dem fruchtlosen Reden, aus den verlorenen Stunden, aus der Jagd nach dem Geld,<br \/>\naus der Angst vor dem Tod, aus Kampf und aus Gier,<br \/>\nwenn Gott uns heimbringt, das wird ein Fest sein!<\/p>\n<p>Dann wird er l\u00f6sen die Finger der Faust,<br \/>\ndie Fesseln, mit denen wir uns die Freiheit beraubten.<br \/>\nDen Raum unseres Lebens wird er weiten in alle H\u00f6hen und Tiefen,<\/p>\n<p>in alle L\u00e4ngen und Breiten seines unermesslichen Hauses.<br \/>\nKeine Grenze zieht Er uns mehr.<br \/>\nWer liebt, wird ewig lieben!<\/p>\n<p>Wenn Gott uns heimbringt, das wird ein Fest sein.<br \/>\nWir werden einander umarmen und z\u00e4rtlich sein.<br \/>\nEs werden lachen nach langen Jahren der Armut, die Hunger gelitten.<br \/>\nEs werden singen nach langen, unfreien N\u00e4chten die von M\u00e4chten Gequ\u00e4lten.<br \/>\nEs werden tanzen die Gerechten, die auf Erden k\u00e4mpften und litten f\u00fcr eine bessere Welt!<\/p>\n<p>Wenn Gott uns heimf\u00fchrt, das wird ein Fest sein!<br \/>\nDen Verirrten werden die Binden von den Augen genommen. Sie werden sehen.<br \/>\nDie Suchenden finden endlich ein Du.<br \/>\nNiemand qu\u00e4lt sich mehr mit der Frage \u201eWarum\u201c.<br \/>\nEs werden verstummen, die Gott Vorw\u00fcrfe machten.<br \/>\nWir werden schauen, ohne je an ein Ende zu kommen.<br \/>\nWenn Gott uns heimf\u00fchrt, das wird ein Fest sein!<\/p>\n<p>Der Mensch s\u00e4t in Betr\u00fcbnis, er leidet und reift!<br \/>\nEs bleibt sein Ende ein Anfang!<br \/>\nWer s\u00e4t in Betr\u00fcbnis, wird ernten in Freude.<br \/>\nDenn Gott, unser Gott, ist ein Gott der ewigen Sch\u00f6pfung.<br \/>\nEin Gott, der mit uns die neue Erde, den neuen Himmel gestaltet.<\/p>\n<p>Er l\u00e4sst uns kommen und gehen, l\u00e4sst uns sterben und auferstehen.<\/p>\n<p>Der Sand unserer irdischen M\u00fchsal wird leuchten.<\/p>\n<p>Die Steine, die wir zusammentrugen zum Bau unserer Welt,<\/p>\n<p>sie werden wie Kristalle gl\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Wir werden uns freuen wie Schnitter beim Ernten.<br \/>\nWenn Gott uns heimbringt aus den Tagen der Wanderschaft,<br \/>\ndas wird ein Fest sein<\/p>\n<p>Ein Fest ohne Ende!<\/p>\n<p>Gefunden auf: <a href=\"https:\/\/krankenseelsorge.dsp.at\/sites\/www.dsp.at\/files\/u1640\/psalm_126_nach_martin_gutl.pdf\">https:\/\/krankenseelsorge.dsp.at\/sites\/www.dsp.at\/files\/u1640\/psalm_126_nach_martin_gutl.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zu Offb. 21, 1-7 | verfasst von Sabine Handrick | Liebe Gemeinde! 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