{"id":3944,"date":"2014-12-24T19:08:24","date_gmt":"2014-12-24T18:08:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=3944"},"modified":"2020-12-11T19:11:33","modified_gmt":"2020-12-11T18:11:33","slug":"wenn-man-nur-darnach-augen-hat-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wenn-man-nur-darnach-augen-hat-2\/","title":{"rendered":"Wenn man nur darnach Augen hat"},"content":{"rendered":"<h1>Christmette, 24.12.2014 | Predigt zu Matth\u00e4us 1:18-25 | verfasst von Martin Schewe |<\/h1>\n<p>\u201eAm vierundzwanzigsten Dezember durften die Kinder des Medizinalrats Stahlbaum den ganzen Tag \u00fcber durchaus nicht in die Mittelstube hinein, viel weniger in das daran sto\u00dfende Prunkzimmer. In einem Winkel des Hinterst\u00fcbchens zusammengekauert sa\u00dfen Fritz und Marie, die tiefe Abendd\u00e4mmerung war eingebrochen, und es wurde ihnen recht schaurig zumute, als man, wie es gew\u00f6hnlich an dem Tage geschah, kein Licht hereinbrachte. Fritz entdeckte ganz insgeheim wispernd der j\u00fcngeren Schwester (sie war eben erst sieben Jahre alt geworden), wie er schon seit fr\u00fchmorgens es habe in den verschlossenen Stuben rauschen und rasseln und leise pochen h\u00f6ren. Auch sei nicht l\u00e4ngst ein kleiner dunkler Mann mit einem gro\u00dfen Kasten unter dem Arm \u00fcber den Flur geschlichen, er wisse aber wohl, dass es niemand anders gewesen als Pate Drosselmeier. Da schlug Marie die kleinen H\u00e4ndchen vor Freude zusammen und rief: \u201aAch, was wird nur Pate Drosselmeier f\u00fcr uns Sch\u00f6nes gemacht haben.'&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(1) Die Erz\u00e4hlung, die so beginnt, liebe Gemeinde, ist zweihundert Jahre alt. Sie haben es an der Sprache gemerkt. Sonst hat sich in zweihundert Jahren wenig ge\u00e4ndert. Fritz und Marie sitzen an Heiligabend immer noch im dunklen Hinterzimmer und k\u00f6nnen die Bescherung nicht erwarten. Im gro\u00dfb\u00fcrgerlichen Haus des Medizinalrats Stahlbaum verspricht sie, \u00fcppig auszufallen. \u201eAch, was wird nur Pate Drosselmeier f\u00fcr uns Sch\u00f6nes gemacht haben&#8220;, freut sich Marie und klatscht schon in die H\u00e4nde. Der Pate Drosselmeier, ein Freund der Familie, kann n\u00e4mlich Spielzeuge bauen und pflegt den beiden Kindern zu Weihnachten ein besonders kunstvolles Geschenk zu machen. Im Verlauf der Erz\u00e4hlung wird er sich noch von einer anderen Seite zeigen &#8211; ein etwas zwielichtiger, jedenfalls geheimnisvoller Charakter. Zun\u00e4chst aber ist es endlich soweit. Die Eltern holen Fritz und Marie ins Weihnachtszimmer, und der Erz\u00e4hler schildert uns, was es dort zu sehen gibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIch wende mich an dich selbst, sehr geneigter Leser oder Zuh\u00f6rer Fritz &#8211; Theodor &#8211; Ernst &#8211; oder wie du sonst hei\u00dfen magst, und bitte dich, dass du dir deinen letzten, mit sch\u00f6nen bunten Gaben reich geschm\u00fcckten Weihnachtstisch recht lebhaft vor Augen bringen m\u00f6gest, dann wirst du dir wohl auch denken k\u00f6nnen, wie die Kinder mit gl\u00e4nzenden Augen ganz verstummt stehen blieben, wie erst nach einer Weile Marie mit einem tiefen Seufzer rief: \u201aAch, wie sch\u00f6n &#8211; ach, wie sch\u00f6n&#8216;, und Fritz einige Luftspr\u00fcnge versuchte, die ihm \u00fcberaus wohl gerieten. [&#8230;] Der gro\u00dfe Tannenbaum in der Mitte trug viele goldne und silberne \u00c4pfel, und wie Knospen und Bl\u00fcten keimten Zuckermandeln und bunte Bonbons und was es sonst noch f\u00fcr sch\u00f6nes Naschwerk gibt, aus allen \u00c4sten. [&#8230;] Um den Baum umher gl\u00e4nzte alles sehr bunt und herrlich &#8211; was es da alles f\u00fcr sch\u00f6ne Sachen gab &#8211; ja, wer das zu beschreiben verm\u00f6chte!&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Aufz\u00e4hlung der zahlreichen Geschenke, die auf die Kinder warten, wollen wir dem Schriftsteller E.T.A. Hoffmann \u00fcberlassen, von dem die Erz\u00e4hlung stammt, und ein paar Seiten darin \u00fcberspringen, bis wir zu den seltsamen Ereignissen kommen, die Marie in der Weihnachtsnacht erlebt. Nur ein Geschenk muss ich erw\u00e4hnen, denn es spielt bei diesen Ereignissen eine wichtige Rolle: einen h\u00f6lzernen Nussknacker in Husarenuniform. Marie findet, dass er dem Paten Drosselmeier \u00e4hnlich sieht. Allerdings ist der Nussknacker j\u00fcnger und viel h\u00fcbscher. Marie schlie\u00dft ihn ins Herz und legt den Nussknacker, bevor sie selber schlafen gehen will, in ihr Puppenbett. Inzwischen ist es beinahe Mitternacht geworden, Marie allein im Zimmer zur\u00fcckgeblieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eSie verschloss den Schrank und wollte ins Schlafzimmer, da &#8211; horcht auf, Kinder! &#8211; da fing es an leise &#8211; leise zu wispern und zu fl\u00fcstern und zu rascheln ringsherum, hinter dem Ofen, hinter den St\u00fchlen, hinter den Schr\u00e4nken. &#8211; Die Wanduhr schnurrte dazwischen lauter und lauter, aber sie konnte nicht schlagen. Marie blickte hin, da hatte die gro\u00dfe vergoldete Eule, die darauf sa\u00df, ihre Fl\u00fcgel herabgesenkt, so dass sie die ganze Uhr \u00fcberdeckten, und den h\u00e4sslichen Katzenkopf mit krummem Schnabel weit vorgestreckt. [&#8230;] Marien fing an sehr zu grauen, und entsetzt w\u00e4r&#8216; sie beinahe davongelaufen, als sie Pate Drosselmeier erblickte, der statt der Eule auf der Wanduhr sa\u00df und seine gelben Rocksch\u00f6\u00dfe zu beiden Seiten wie Fl\u00fcgel herabgeh\u00e4ngt hatte [&#8230;].&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Geisterstunde kriechen aus allen Winkeln des Weihnachtszimmers M\u00e4use hervor, ein ganzes Heer, an seiner Spitze der Mausek\u00f6nig mit sieben K\u00f6pfen, auf denen sieben Kronen sitzen. In dem Schrank, wo die Kinder ihr Spielzeug aufbewahren, erwachen die Zinnsoldaten und Puppen und r\u00fcsten sich zum Kampf gegen die M\u00e4use. Unter F\u00fchrung von Maries Nussknacker auf der einen Seite und auf der anderen des Mausek\u00f6nigs mit den sieben K\u00f6pfen und sieben Kronen treffen die beiden Truppen aufeinander. Auf dem H\u00f6hepunkt der Schlacht ist der Nussknacker von seinen Feinden umzingelt und droht, \u00fcberw\u00e4ltigt und gefangen zu werden. Schon sprengt \u201eim Triumph aus sieben Kehlen aufquiekend [&#8230;] Mausek\u00f6nig heran. Marie wusste sich nicht mehr zu fassen, \u201ao mein armer Nussknacker &#8211; mein armer Nussknacker!&#8220;, so rief sie schluchzend, fasste [&#8230;] nach ihrem linken Schuh und warf ihn mit Gewalt in den dicksten Haufen der M\u00e4use hinein auf ihren K\u00f6nig. In dem Augenblick schien alles verstoben und verflogen, aber Marie [&#8230;] sank ohnm\u00e4chtig zur Erde nieder.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(2) Was es mit dem scheu\u00dflichen Mausek\u00f6nig auf sich hat und wie es kommt, dass er gegen Maries Nussknacker Krieg f\u00fchrt, das \u00fcberspringen wir wieder, liebe Gemeinde, damit Ihnen noch etwas zum Nachlesen \u00fcbrig bleibt. So viel will ich jedoch verraten: Die Antwort steckt in einem M\u00e4rchen, das der Pate Drosselmeier den Kindern erz\u00e4hlt &#8211; eine Geschichte in der Geschichte also, und zwar eine, die gut ausgeht. Mit Maries Hilfe besiegt der Nussknacker seinen Widersacher und \u00fcberreicht ihr zum Dank die sieben Kronen von den sieben K\u00f6pfen des Mausek\u00f6nigs. Dann nimmt der Nussknacker, der sich als Neffe des Paten Drosselmeier herausstellt, Marie mit in das Puppenreich, wo er als K\u00f6nig herrscht. Dort sind die H\u00e4user aus Zucker, und aus den Brunnen sprudelt Limonade. Schlie\u00dflich erwacht Marie. Neben ihr steht die Mutter und sagt: \u201e\u201aAber wie kann man auch so lange schlafen, l\u00e4ngst ist das Fr\u00fchst\u00fcck da!&#8216; [&#8230;] \u201aO Mutter, liebe Mutter, wo hat mich der junge Herr Drosselmeier diese Nacht \u00fcberall hingef\u00fchrt, was habe ich alles Sch\u00f6nes gesehen!&#8216; Nun erz\u00e4hlte [Marie] alles beinahe so genau, wie ich es soeben erz\u00e4hlt habe, und die Mutter sah sie ganz verwundert an. Als Marie geendet, sagte die Mutter: \u201aDu hast einen langen, sehr sch\u00f6nen Traum gehabt, liebe Marie, aber schlag dir das alles nur aus dem Sinn.&#8216; Marie bestand hartn\u00e4ckig darauf, dass sie nicht getr\u00e4umt, sondern alles wirklich gesehen habe [&#8230;]. [Sie lief] ins andere Zimmer, holte schnell aus ihrem kleinen K\u00e4stchen die sieben Kronen des Mausek\u00f6nigs herbei und \u00fcberreichte sie der Mutter mit den Worten: \u201aDa sieh nur, liebe Mutter, das sind die sieben Kronen des Mausek\u00f6nigs, die mir in voriger Nacht der junge Herr Drosselmeier zum Zeichen seines Sieges \u00fcberreichte.'&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>M\u00e4rchenwelt und Wirklichkeit, liebe Gemeinde, gehen in der Erz\u00e4hlung von Nussknacker und Mausek\u00f6nig eine unaufl\u00f6sliche Verbindung ein. Im Wohnzimmer der Familie Stahlberg tobt der Krieg zwischen M\u00e4usen und Puppen. Der Pate Drosselmeier, bei Tage Obergerichtsrat, sitzt um Mitternacht als Eule auf der Wanduhr. Sein Neffe ist ein h\u00f6lzerner Nussknacker und herrscht \u00fcber ein Reich aus Spielzeug und Konfekt. \u201eDu hast einen sch\u00f6nen Traum gehabt, liebe Marie&#8220;, sagt die Mutter. Doch wo kommen dann die sieben Kronen her, die Marie der Mutter zeigt? Auch f\u00fcr den Erz\u00e4hler steht nicht fest, was Phantasie ist und was Realit\u00e4t. Am Ende macht er die siebenj\u00e4hrige Marie zur Braut des Nussknackers. \u201eNach Jahresfrist hat er sie, wie man sagt, auf einem goldnen, von silbernen Pferden gezogenen Wagen abgeholt. Auf der Hochzeit tanzten zweiundzwanzigtausend der gl\u00e4nzendsten, mit Perlen und Diamanten geschm\u00fcckten Figuren, und Marie soll noch zur Stunde K\u00f6nigin eines Landes sein, in dem man \u00fcberall funkelnde Weihnachtsw\u00e4lder, durchsichtige Marzipanschl\u00f6sser, kurz, die allerherrlichsten, wunderbarsten Dinge erblicken kann, wenn man nur darnach Augen hat.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlung rechnet mit einer Welt hinter der Welt, oder besser: mit einer Welt, die die gew\u00f6hnliche Welt durchdringt; einer Welt, die sich mitten in den allt\u00e4glichen Dingen und Ereignissen zeigt und sie in einem neuen Licht erscheinen l\u00e4sst. So wird ein Obergerichtsrat zur Eule, und eine Holzfigur entpuppt sich als M\u00e4rchenprinz. \u201eWenn man nur darnach Augen hat.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00f6ren wir noch eine solche Erz\u00e4hlung, wieder eine, die zu Weihnachten spielt, diesmal aus dem Matth\u00e4usevangelium. \u201eDie Geburt Jesu Christi geschah aber so&#8220;, hei\u00dft es da: \u201eAls Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, f\u00fcrchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn geb\u00e4ren, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren S\u00fcnden. Das ist aber alles geschehen, damit erf\u00fcllt w\u00fcrde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: \u201aSiehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn geb\u00e4ren, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben&#8216;, das hei\u00dft \u00fcbersetzt: Gott mit uns. Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Und er ber\u00fchrte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(3) Wieder ein Traum, liebe Gemeinde. Oder doch keiner? Josef plant, seine Verlobte zu verlassen. Ganz klar ist nicht, ob aus Eifersucht oder aus Ehrfurcht &#8211; weil der fromme Josef schon ahnt, was es mit Marias Schwangerschaft auf sich hat. Dann tr\u00e4umt er. Aber was Josef tr\u00e4umt, ist nicht weniger wirklich als die Wirklichkeit und gilt auch noch am n\u00e4chsten Morgen: dass ihm der Engel erschienen ist, wom\u00f6glich derselbe, der in der anderen Weihnachtsgeschichte, aus dem Lukasevangelium, den Hirten erscheint und sie zu einer Krippe schickt. Als Josef erwacht, wei\u00df er, was er zu tun hat. Wie E.T.A. Hoffmanns Marie ist Josef ein B\u00fcrger zweier Welten, und wie bei Marie durchdringt die Traumwelt die gew\u00f6hnliche Welt. Die allt\u00e4glichen Dinge und Ereignisse bleiben, was sie waren, aber der Traum l\u00e4sst sie in einem neuen Licht erscheinen. Dadurch wird alles anders. \u201eWenn man nur darnach Augen hat.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht nicht um Wunschtr\u00e4ume und Illusionen. Dieser Verdacht liegt zwar nahe. Schon die Mutter vermutet, dass sich Marie die andere Welt blo\u00df einbildet, in der sie schlie\u00dflich Prinzessin wird. Und auch wenn Marie in der Erz\u00e4hlung recht beh\u00e4lt und es die andere Welt dort tats\u00e4chlich gibt &#8211; die Erz\u00e4hlung wird dadurch noch nicht zum Tatsachenbericht. Den lebendigen Nussknacker und sein Puppenreich hat sich der Schriftsteller E.T.A. Hoffmann ausgedacht. Trotzdem hat seine Erz\u00e4hlung, mit all den unm\u00f6glichen Dingen, die darin vorkommen, etwas zu sagen, was genauso wahr ist wie ein Tatsachenbericht und mindestens genauso wichtig. Die Erz\u00e4hlung zeigt uns n\u00e4mlich, dass es nicht nur auf die Tatsachen selbst ankommt, sondern auch darauf, wie wir sie wahrnehmen und was wir mit den Tatsachen anfangen &#8211; was sie f\u00fcr uns bedeuten. Wenn wir uns mit dem ersten Eindruck zufrieden geben, drohen wir, das Beste zu verpassen. Marie sieht genauer hin und entdeckt, dass der Alltag voll erstaunlicher Abenteuer steckt. F\u00fcr uns gibt es keine Limonadenbrunnen und Marzipanschl\u00f6sser zu entdecken, daf\u00fcr Hoffnung und Hilfe, wo wir sie nicht vermutet haben. \u201eWenn man nur darnach Augen hat.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dass die Geschichte von Nussknacker und Mausek\u00f6nig zu Weihnachten spielt, ist kein Zufall, liebe Gemeinde. Denn auch f\u00fcr Weihnachten braucht man Augen. Auch zu Weihnachten verpassen wir das Beste, wenn wir uns mit dem ersten Eindruck zufrieden geben. Das Beste an Weihnachten sind ja nicht die Buden und die Musik auf dem Weihnachtsmarkt, auch nicht die Dekorationen in den Gesch\u00e4ften und die Lichter in den Vorg\u00e4rten; nicht der Tannenbaum, noch nicht einmal die Geschenke, die darunter liegen. Um herauszufinden, worauf es zu Weihnachten wirklich ankommt, m\u00fcssen wir es machen wie Marie und genauer hinsehen. Wenn wir das tun, entdecken wir Marias Kind. Und wenn wir das Kind gefunden haben, sehen wir am besten noch einmal und noch genauer hin. Wie Josef. Denn dann entdecken wir in dem Kind Gott selbst. Erst dann haben wir die Tatsachen ernst genommen und verstanden, was Weihnachten f\u00fcr uns bedeutet: wenn wir inmitten der Buden, Dekorationen und Geschenke auf die zweite Welt gesto\u00dfen sind, die die gew\u00f6hnliche Welt durchdringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Kind, wahrhaftig ein Kind. Aber auch wahrhaftig der Sch\u00f6pfer der Welt. Die allt\u00e4glichen Dinge und Ereignisse bleiben nach Weihnachten, was sie vorher waren. Trotzdem wird alles anders. Das verbindet uns mit E.T.A. Hoffmanns Marie und mit Josef im Matth\u00e4usevangelium. Zu Weihnachten werden auch wir zu B\u00fcrgern zweier Welten. Im Licht der Gegenwart Gottes zeigen sich Hoffnung und Hilfe, wo wir sie nicht vermutet haben. In dem Kind sehen wir den Himmel offen. \u201eWenn man nur darnach Augen hat.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\u201eNussknacker und Mausek\u00f6nig&#8220; zitiere ich, in modernisierter Rechtschreibung, nach: E.T.A. Hoffmann, Werke, Zweiter Band: Nachtst\u00fccke und andere Erz\u00e4hlungen, Frankfurt a.M. 1984, S. 296-351.]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"fuss\">\nPfarrer Dr. Martin Schewe<br \/>\nG\u00fctersloh<br \/>\nE-Mail:&nbsp;<a href=\"mailto:marschewe@yahoo.de\">marschewe@yahoo.de<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christmette, 24.12.2014 | Predigt zu Matth\u00e4us 1:18-25 | verfasst von Martin Schewe | \u201eAm vierundzwanzigsten Dezember durften die Kinder des Medizinalrats Stahlbaum den ganzen Tag \u00fcber durchaus nicht in die Mittelstube hinein, viel weniger in das daran sto\u00dfende Prunkzimmer. 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