{"id":4029,"date":"2020-12-19T13:20:25","date_gmt":"2020-12-19T12:20:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=4029"},"modified":"2020-12-19T13:20:25","modified_gmt":"2020-12-19T12:20:25","slug":"verachtet-mir-den-josef-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/verachtet-mir-den-josef-nicht\/","title":{"rendered":"Verachtet mir den Josef nicht!"},"content":{"rendered":"<h3>Christnacht, den 24. Dezember 2020 |\u00a0Predigt zu Matth\u00e4us 1,18-25 | von Udo Schmitt |<\/h3>\n<ol>\n<li>Ohne Josef geht es nicht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ohne Josef geht es nicht. Wir haben gerade das St\u00fcck gesehen, dass die Kinder gespielt haben. Die Heilige Familie ist bedroht, von Anfang an schwebt sie in Lebensgefahr, sie muss vor staatlicher Verfolgung fliehen, muss ins Ausland ausweichen.<\/p>\n<p>Und nicht nur das \u2013 sie ist nicht nur von au\u00dfen bedroht: Fast w\u00e4re es gar nicht zu einer Familiengr\u00fcndung gekommen. Der Vater \u2013 Josef \u2013 hatte massive Zweifel an seiner Vaterschaft, und spielte mit dem Gedanken, sich still und heimlich aus dem Staub zu machen. Warum Alimente zahlen und Windeln wechseln? Warum die Suppe ausl\u00f6ffeln, die ein anderer mir eingebrockt hat? Fast w\u00e4re Josef abgehauen, h\u00e4tte Maria sitzen lassen. W\u00e4re da nicht der Engel gewesen. Ihm im Traum erschienen.<\/p>\n<p>Jesus \u2013 kann \u00a0man da nur sagen. \u201eJesus, nee \u2013 dat is ja gerade noch mal gut gegangen!\u201c Was w\u00e4re wohl passiert, wenn Josef nicht mitgespielt h\u00e4tte? Maria als alleinerziehende Mutter,\u2026 das w\u00e4r\u2018 wohl kaum gut ausgegangen. Wovon h\u00e4tte sie leben sollen? Man wei\u00df es nicht. Wer wei\u00df? Vielleicht h\u00e4tte ihre eigene Familie sie ja wieder aufgenommen. Aber vielleicht h\u00e4tte die sie auch gar nicht mehr haben wollen, entehrt wie sie war.<\/p>\n<p>Doch so \u2013 so war all das nicht n\u00f6tig. Es war gerade noch mal gut gegangen \u2013 Gott sei Dank! Denn Josef hatte Jesus akzeptiert, adoptiert und angenommen. Jesus war damit ein eheliches Kind, ganz legal: Er wuchs in einer Familie mit Geschwistern auf, ganz normal, er wurde Zimmermann, und erlernte also den Beruf seines Vaters.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Ja, Josef war sein Vater.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja, Josef war sein Vater. Er war nicht sein Erzeuger, nein, aber Josef war sein Vater. Er hat ihn auf dem Arm getragen als er klein war, er hat ihn besch\u00fctzt, sich um ihn gesorgt, f\u00fcr ihn gesorgt, er war f\u00fcr ihn da \u2013 und also war er sein Vater.<\/p>\n<p>Vater sein, hei\u00dft mehr als blo\u00df der Erzeuger sein. Vater sein, ist weitaus mehr als blo\u00df Kinder in die Welt setzen, es hei\u00dft die Vaterschaft auch annehmen, und also die Verantwortung und die Aufgaben, die damit verbunden sind.<\/p>\n<p>Vater ist man nicht automatisch und von Anfang an, man wird zum Vater erst \u2013 und das nur mit der Zeit. Auch die leiblichen V\u00e4ter m\u00fcssen es lernen \u2013 und nach und nach begreifen, was es hei\u00dft und wie das geht: Vater sein. Auch die leiblichen V\u00e4ter m\u00fcssen ihre S\u00f6hne akzeptieren, adoptieren und annehmen.<\/p>\n<p>Wo sie es nicht tun, da sind schreckliche Geschichten nicht weit. Wir h\u00f6ren davon in der Bibel, von Morden an Kindern aus Staatsr\u00e4son. Wir h\u00f6ren davon im M\u00e4rchen, wenn Kinder im Wald ausgesetzt werden, weil die Eltern kein Geld haben, um sie zu ern\u00e4hren. Und wir h\u00f6ren davon Jahr um Jahr in den Medien.<\/p>\n<p>Es sind wirkliche Geschichten und es sind wirklich schreckliche Geschichten von Kindern, weil da keiner ist, der sich ihrer annimmt, weil da keiner ist, der die Verantwortung \u00fcbernimmt und die Aufgabe akzeptiert, die ihm zugedacht ist.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Also verachtet mir den Josef nicht!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Also verachtet mir den Josef nicht! Ohne ihn w\u00e4r die Sache bestimmt nicht gut gegangen. Ohne ihn w\u00e4ren wir heute nicht hier \u2013 und Weihnachten w\u00fcrd\u2018 nicht gefeiert \u2013 nirgendwo. Ohne Josef geht es nicht. Verachtet ihn mir nicht \u2013 wir k\u00f6nnen von ihm lernen: Unsere Gesellschaft heute br\u00e4uchte mehr M\u00e4nner wie ihn, die nicht nur den eigenen Vorteil und den eigenen Nutzen suchen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten sie gut brauchen, M\u00e4nner, die Verantwortung \u00fcbernehmen, auch wenn es schwer f\u00e4llt, M\u00e4nner, die nicht weglaufen, wenn sie gebraucht werden. Rechthaber und Talkshowschw\u00e4tzer haben wir genug, Linksblinker und Autobahndr\u00e4ngler haben wir genug, oder die Typen, die aus Bequemlichkeit vor dem Supermarkt mal eben schnell auf dem \u201eMutter und Kind\u201c-Parkplatz stehen. Allesamt verw\u00f6hnte Blagen sind sie. Aber echte M\u00e4nner k\u00f6nnen auch mal zur\u00fcckstecken, nachgeben, k\u00f6nnen ein kleines Kind auf dem Arm tragen und sagen: <em>\u201eIch sorge f\u00fcr dich, bis du es selber kannst\u201c, <\/em>k\u00f6nnen es wagen, Ja zu sagen und: Ich will dein Vater sein.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Auch das ist Weihnachten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Auch das ist Weihnachten. Nicht nur die wundersame Geburt \u2013 und der offene Himmel voller Engel, sondern auch das: Ein kleines Kind wird adoptiert. Klingt schlicht. Doch da ist noch mehr \u2013 in diesem kleine Kind wird, ja!, Gott selbst adoptiert,\u00a0 \u2013 oder meinetwegen, wem das zu seltsam klingt: In diesem kleinen Kind wird Christus angenommen.<\/p>\n<p>Und darum geht es. Nicht nur an Weihnachten. Ein Leben lang. Christus annehmen \u2013 das ist mehr als blo\u00df annehmen, dass es ihn gibt, also: Gott, etwas irgendwo, da oben oder irgendwie in uns.<\/p>\n<p>Christus im Glauben annehmen, hei\u00dft, ihn wie ein kleines schutzbed\u00fcrftiges Kind im Arm halten, warmhalten, sch\u00fctzen. Ihn mit sich tragen wie ein Licht, das man in die dunkle Nacht hinaus tr\u00e4gt. Und es hei\u00dft, mit diesem Kind und diesem Licht seine Botschaft annehmen, in Empfang nehmen, f\u00fcr mein Leben annehmen, gelten lassen. Es soll Weihnachten werden. Es soll Weihnachten werden in uns. Und \u00fcberall auf der Welt: Ehre sei Gott! Und: Friede auf Erden!<\/p>\n<p>Frohe Weihnachten!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dies f\u00fcr diejenigen, die eine komplette Predigt halten m\u00f6chten. Wer in der Christmette lieber mehrere Lesende zu Wort kommen lassen m\u00f6chte, mit Musik und Gesang dazwischen, dem empfehle ich diese Gestaltung:<\/p>\n<p><strong>Text 1<\/strong><\/p>\n<p>Im Evangelium des Lukas, im 1. Kapitel steht geschrieben:<\/p>\n<p>Und im sechsten Monat wurde<br \/>\nder Engel Gabriel von Gott gesandt<br \/>\nin eine Stadt in Galil\u00e4a, die hei\u00dft Nazareth,<br \/>\nzu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann<br \/>\nmit Namen Josef vom Hause David;<br \/>\nund die Jungfrau hie\u00df Maria.<\/p>\n<p>Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach:<\/p>\n<p>Sei gegr\u00fc\u00dft, du Begnadete!<br \/>\nDer Herr ist mit dir!<\/p>\n<p>Sie aber erschrak \u00fcber die Rede und dachte:<\/p>\n<p>Welch ein Gru\u00df ist das?<\/p>\n<p>Und der Engel sprach zu ihr:<\/p>\n<p>F\u00fcrchte dich nicht, Maria,<br \/>\ndu hast Gnade bei Gott gefunden.<br \/>\nSiehe, du wirst schwanger werden<br \/>\nund einen Sohn geb\u00e4ren,<br \/>\nund du sollst ihm den Namen Jesus geben.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Text 2 <\/strong><\/p>\n<p>Josef, der Mann im Schatten.<br \/>\nEin Licht geht auf. F\u00fcr alle Menschen.<br \/>\nEngel sind unterwegs.<br \/>\nSprechen von Gnade, sprechen von Frieden<br \/>\nund gro\u00dfer Freude. Ihre Augen leuchten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gottes Boten, die den Menschen Geschichte<br \/>\nerkl\u00e4ren \u2013 verkl\u00e4ren<br \/>\nLichtgestalten,<br \/>\ndie das Licht gestalten.<\/p>\n<p>Aber er, der einfache Mann,<br \/>\nder gar nichts daf\u00fcr kann,<br \/>\nsteht daneben,<br \/>\nihn fragt keiner.<\/p>\n<p>Er steht im Schatten<br \/>\ngro\u00dfer Ereignisse.<\/p>\n<p>Immer dabei, dicht dran,<br \/>\nund doch immer irgendwie daneben.<\/p>\n<p>Voll daneben! Muss er doch denken,<br \/>\nwenn sie von Gnade reden\u2026<br \/>\nGnade! Gnade!<br \/>\nMuss es ihm nicht Schande sein??<\/p>\n<p>Schande.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Text 3<\/strong><\/p>\n<p>Im Evangelium des Matth\u00e4us, im 1. Kapitel steht geschrieben:<\/p>\n<p>Als Maria,<br \/>\nseine Mutter, dem Josef vertraut war,<br \/>\nfand es sich,<br \/>\nehe er sie heimholte,<br \/>\ndass sie schwanger war von dem Heiligen Geist.<\/p>\n<p>Josef aber,<br \/>\nihr Mann, war fromm<br \/>\nund wollte sie nicht in Schande bringen,<br \/>\ngedachte aber,<br \/>\nsie heimlich zu verlassen.<\/p>\n<p>Als er das noch bedachte,<br \/>\nsiehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach:<\/p>\n<p>Josef, du Sohn Davids, f\u00fcrchte dich nicht,<br \/>\nMaria, deine Frau, zu dir zu nehmen;<br \/>\ndenn was sie empfangen hat,<br \/>\ndas ist von dem Heiligen Geist.<br \/>\nUnd sie wird einen Sohn geb\u00e4ren,<br \/>\ndem sollst du den Namen Jesus geben,<br \/>\ndenn er wird sein Volk retten von ihren S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Als nun Josef<br \/>\nvom Schlaf erwachte,<br \/>\ntat er,<br \/>\nwie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte,<br \/>\nund nahm seine Frau zu sich.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Text 4 <\/strong><\/p>\n<p>Josef<br \/>\nwollte sie verlassen,<br \/>\nheimlich,<br \/>\nohne viel Aufhebens zu machen,<br \/>\ner hob nicht die Hand,<br \/>\ner erhob nicht Anklage,<br \/>\ner hob keine Steine, sie zu strafen gesetzesgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p>Aber der Geh\u00f6rnte sein,<br \/>\nwollte er auch nicht.<\/p>\n<p>\u201eSchwanger &#8211; und wei\u00df nicht von wem?<br \/>\nWem will sie das denn erz\u00e4hlen!\u201c<\/p>\n<p>Nein. Nicht mit mir.<br \/>\nAlso heimlich gehen und wieder allein,<br \/>\nwieder allein.<\/p>\n<p>Doch dann hat er einen Traum.<br \/>\nJosef,<br \/>\nnicht der Tr\u00e4umer, aber<br \/>\nein Mann, der Tr\u00e4umen traut,<br \/>\nder sein Leben tr\u00e4umt<br \/>\nund seine Tr\u00e4ume lebt.<\/p>\n<p>Er bleibt.<br \/>\nL\u00e4uft nicht davon.<\/p>\n<p>Stellt sich.<br \/>\nZu ihr<br \/>\nund dem Kind,<br \/>\ndas nicht von ihm.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Text 5 <\/strong><\/p>\n<p>Im Evangelium des Lukas, im 2. Kapitel steht geschrieben:<\/p>\n<p>Es begab sich aber zu der Zeit,<br \/>\ndass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging,<br \/>\ndass alle Welt gesch\u00e4tzt w\u00fcrde.<br \/>\nUnd diese Sch\u00e4tzung war die allererste<br \/>\nund geschah zur Zeit,<br \/>\nda Quirinius Statthalter in Syrien war.<br \/>\nUnd jedermann ging, dass er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe,<br \/>\nein jeder in seine Stadt.<\/p>\n<p>Da machte sich auf auch Josef<br \/>\naus Galil\u00e4a,<br \/>\naus der Stadt Nazareth,<br \/>\nin das j\u00fcdische Land zur Stadt Davids,<br \/>\ndie da hei\u00dft Bethlehem,<br \/>\nweil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,<br \/>\ndamit er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe<br \/>\nmit Maria, seinem vertrauten Weibe;<br \/>\ndie war schwanger.<\/p>\n<p>Und als sie dort waren,<br \/>\nkam die Zeit, dass sie geb\u00e4ren sollte.<br \/>\nUnd sie gebar ihren ersten Sohn<br \/>\nund wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe;<br \/>\ndenn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Text 6<\/strong><\/p>\n<p>Josef \u2013 nimmt und gibt,<br \/>\nnimmt diese junge Frau mit sich,<br \/>\nund gibt ihr einen guten Ruf,<br \/>\ngibt ihrem Kind einen guten Namen.<\/p>\n<p>Einen k\u00f6niglichen Stammbaum.<\/p>\n<p>Einen \u00e4rmlichen Geburtsraum,<br \/>\naber immerhin in Bethlehem,<br \/>\nder Stadt, aus der der K\u00f6nig stammt.<\/p>\n<p>Josef, \u2013 stand daneben, als das Kind da in der Krippe lag.<br \/>\nAls Hirten kamen und komische Dinge erz\u00e4hlten,<br \/>\nwar er dabei. Stumm. Ungefragt.<\/p>\n<p>Der Mann im Schatten.<\/p>\n<p>Was er wohl gedacht hat, als sie wieder fort waren.<br \/>\nWas er wohl dachte, als Mutter und Kind schliefen,<br \/>\nund er wachte,<br \/>\nin dieser heiligen Nacht.<\/p>\n<p>Wusste er, ahnte er<br \/>\nwie heilig diese Nacht war?<\/p>\n<p>Oder war er zu besch\u00e4ftigt?<br \/>\nMit Wasser und Essen, Feuer und Stroh,<br \/>\nmit Kochen und so \u2013 und was so zu tun ist.<\/p>\n<p>Fand auch er Frieden in jener Nacht<br \/>\noder konnte er nicht ruhen?<\/p>\n<p>Weil es immer so ist, auch in dieser Nacht,<br \/>\ndass einige arbeiten und wachen,<br \/>\ndamit die anderen sicher schlafen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Text 7<\/strong><\/p>\n<p>Im Evangelium des Matth\u00e4us, im 2. Kapitel steht geschrieben:<\/p>\n<p>Der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten,<br \/>\nging vor ihnen her, bis er \u00fcber dem Ort stand,<br \/>\nwo das Kindlein war.<br \/>\nAls sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut<br \/>\nund gingen in das Haus<br \/>\nund fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter,<br \/>\nund fielen nieder und beteten es an<br \/>\nund taten ihre Sch\u00e4tze auf<br \/>\nund schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.<\/p>\n<p>Als sie aber hinweggezogen waren, siehe,<br \/>\nda erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach:<\/p>\n<p>Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir<br \/>\nund flieh nach \u00c4gypten<br \/>\nund bleib dort, bis ich dir&#8217;s sage;<br \/>\ndenn Herodes hat vor,<br \/>\ndas Kindlein zu suchen,<br \/>\num es umzubringen.<\/p>\n<p>Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich<br \/>\nnach \u00c4gypten<br \/>\nund blieb dort bis nach dem Tod des Herodes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Text 8 <\/strong><\/p>\n<p>Eine Patch-Work Familie,<br \/>\neine ungekl\u00e4rte Schwangerschaft<br \/>\nbei einer minderj\u00e4hrigen Mutter,<br \/>\nmit einem Vater, der nicht der Vater ist,<br \/>\neine Geburt unterwegs,<br \/>\nunter prek\u00e4ren sozialen Bedingungen,<\/p>\n<p>Geschenke von gutmeinenden Reisenden<br \/>\nhelfen auch nicht weiter.<\/p>\n<p>Eine Flucht ins Ausland,<br \/>\nein Asylantrag im reichen \u00c4gypten, ist zu erw\u00e4gen.<\/p>\n<p>Es muss eine Entscheidung getroffen werden,<br \/>\nwas aus der kleinen Familie werden soll.<\/p>\n<p>Gott sei Dank, ist Josef da,<br \/>\nder Mann, der nicht der Vater ist<br \/>\nund der doch Verantwortung \u00fcbernimmt,<\/p>\n<p>der Mann, der im Schatten bleibt, stumm bleibt,<br \/>\nschweigt, wo andere viele Worte machen.<\/p>\n<p>Der Mann, der wacht und doch tr\u00e4umt<br \/>\nund der dann seinen Tr\u00e4umen traut,<br \/>\nTr\u00e4ume, die Leben retten.<\/p>\n<p>Der Mann, der sein Leben tr\u00e4umt<br \/>\nund seine Tr\u00e4ume lebt.<\/p>\n<p>Gott sei Dank.<\/p>\n<p>W\u00e4re er nicht gewesen,<br \/>\nw\u00e4ren wir nicht hier.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong>:<\/p>\n<p>Au\u00dfer den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen:<\/p>\n<p>\u201eJosef, lieber Josef mein\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p>Udo Schmitt, geb. 1968, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland, von 2005-2017 am Niederrhein, seit 2017 im Bergischen Land.<\/p>\n<p>Dorfstr. 19 \u2013 42489 W\u00fclfrath (D\u00fcssel)<\/p>\n<p>udo.schmitt@ekir.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christnacht, den 24. 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