{"id":4035,"date":"2020-12-19T12:39:44","date_gmt":"2020-12-19T11:39:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=4035"},"modified":"2020-12-19T13:42:42","modified_gmt":"2020-12-19T12:42:42","slug":"heiligabend-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/heiligabend-2020\/","title":{"rendered":"Heiligabend 2020"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"p2\"><span class=\"s1\">Christvesper 2020<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 |<\/span><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0\u00a0<\/span>Predigt \u00fcber Lukas 2 | verfasst von Reinhard Gaede |<\/span><\/h3>\n<p class=\"p2\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p class=\"p3\"><span class=\"s2\">Die Personen der Weihnachtsgeschichte sind uns im ganzen Leben oft begegnet. Zu verschiedenen Zeiten ganz unterschiedlich. Die \u00c4lteren erinnern sich an Zeiten der Ent<\/span><span class=\"s1\">behrung. Alle, die arm sind oder einmal arm gewesen sind, haben sicher ganz unmittel<\/span><span class=\"s2\">bar verstanden, wie arm sie gewesen sind: Maria und Josef, das<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Kind, die Hirten. Oder als Kind konnten wir diese Geschichte so unmittelbar verstehen. Mit Kindern k\u00f6nnen wir <\/span><span class=\"s1\">diese Geschichte so unmittelbar verstehen. Ein kleines Kind macht das ganze Haus leben<\/span><span class=\"s2\">dig, hell und froh. Ein Kind kann man lieben. Leben kehrt ein anstelle dumpfer Gewohnheiten. Wie dieses Kind alle froh machen kann, k\u00f6nnen wir im Blick auf Kinder ganz unmittelbar verstehen. Aber auch dies, wie zart, zerbrechlich, schutzbed\u00fcrftig dies Kind ist. Die gro\u00dfen M\u00e4chte der Welt nehmen wenig R\u00fccksicht auf Kinder. Auch heute noch sehen wir Kinder als Opfer der so genannten Macht- oder Real-Politik: Hungernde oder frierende Kinder. Wir denken nicht gerne daran. Aber der Evangelist Lukas, der uns die <\/span><span class=\"s1\">Geschichte vom Kind in der Krippe beschert, will, dass wir ganz n\u00fcchtern die Welt sehen, wie sie ist. Die stille heilige Nacht steht in dem sehr weltlichen Get\u00fcmmel der kaiser<\/span><span class=\"s2\">lichen Finanzpolitik. Der so genannte r\u00f6mische Friede kostete Geld, viel Geld. Bezahlt musste er werden von besetzten Provinzen: f\u00fcr die Soldaten, f\u00fcr Handel und Wandel. Sich eintragen lassen f\u00fcr die Steuer, bedeutete f\u00fcr Maria und Josef eine Reise von 120 km durch die Berge Galil\u00e4as, das Tal des Flusses Jordan, dann 1.200 H\u00f6henmeter aufw\u00e4rts. <\/span>Ein weiter Weg f\u00fcr eine junge Frau vor der Geburt ihres Kindes. <span class=\"s2\">Viele Weihnachtslieder denken an die heilige Familie als an eine arme Familie: &#8222;Maria durch ein Dornwald ging&#8230;&#8220; ist <\/span>vom Ursprung her ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wallfahrt%22%20%5Co%20%22Wallfahrt\">Wallfahrtslied<\/a>, das sich zun\u00e4chst m\u00fcndlich im 19. Jahrhundert, vom katholischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichsfeld%22%20%5Co%20%22Eichsfeld\">Eichsfeld<\/a> ausgehend, im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bistum_Paderborn%22%20%5Co%20%22Bistum%20Paderborn\">Bistum Paderborn<\/a> verbreitete. Wir brauchen die Vorstellung von einem Dornwald, um etwas auszudr\u00fccken, was wir erleiden. Es mag einen Dornwald der Krankheit geben. Einen Dornwald der \u00c4ngste, des Kummers. Einen Dornwald der Trauer. Einen Dornwald des hilflosen Ausgeliefertseins. Einen Dornwald der Ausweglosigkeit. In der Adventszeit gab es keine Advents- und Weihnachtsm\u00e4rkte, Kirchen und Schulen waren ohne Ch\u00f6re, sogar zum 4. Advent und an Weihnachten fallen in Westfalen und Lippe die evangelischen Gottesdienste aus, stattdessen lasen wir Tag f\u00fcr Tag f\u00fcnfstellige Infektions- und dreistellige Todeszahlen, K\u00e4mpfe auf Intensivstationen, wachsende Einsamkeit in Altersheimen. Vor allem Frauen mit einem harten Schicksal haben ihr eigenes Leid auf Maria<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>projiziert und f\u00fchlten sich bei ihr deshalb aufgehoben und verstanden. Sie hat der Seele einen Echo-Raum geboten. Das ist auch f\u00fcr \u00a0Protestanten nachvollziehbar. Sie ist Mutter des Trostes, weil die Dornen eben doch am Ende Rosen tragen. Maria, eine arme junge Mutter, die ihr<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Kind erwartet, wandert nach Bethlehem, erz\u00e4hlt die Weihnachtsgeschichte: Die junge Frau ist der von Gott erw\u00e4hlte Mensch. Das G\u00f6ttliche und das Weiblich-M\u00fctterliche kommen zusammen. Mit dem Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft beginnt das Kommen Gottes auf die Erde.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Die Weihnachtsgeschichte spricht schlicht und karg dar\u00fcber in Bildern, die in hartem Kontrast wechseln:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s2\">zuerst die Namen der M\u00e4chtigsten der Welt, dann die Geburt des kleinen Kindes. Der harte Stein des Stalles ist<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s2\">hart wie die Wirklichkeit, in die das Christkind kommt. Das arme Kind, f\u00fcr das kein Bett da war. &#8222;Sie hatten sonst<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\">keinen Platz in der Herberge. &#8222;Dieses Wort steht nicht nur \u00fcber der Geburtsgeschichte, sondern<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p4\">\u00fcber den<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span><span class=\"s2\">Erfahrungen des Mannes Jesu.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>&#8222;Aber sie nahmen ihn <\/span><span class=\"s1\">nicht auf &#8222;<sub>;<\/sub> hei\u00dft es einmal bei Lukas<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>( 9)<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u00fcber<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s1\">den wandernden Jesus. Bei den Samaritanern wird er nicht aufgenommen, weil er ein Jude ist, und bei den Juden<\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s1\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>wird<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>er nicht aufge<\/span><span class=\"s2\">nommen, weil er ihnen das Vorbild des barmherzigen Samariters vorh\u00e4lt. Das arme Kind<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s2\">wird<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>sp\u00e4ter der Mann, der von den Armen erz\u00e4hlt: Von den M\u00e4nnern, die auf Arbeit im Weinanbau warten,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s2\">von der<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Witwe, die ihr letztes Scherflein opfert, von Lazarus vor der T\u00fcr des Reichen, vom Opfer eines<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s2\">Raub\u00fcberfalles auf der Stra\u00dfe nach Jericho. Das arme Kind wird sp\u00e4ter der Mann, der sich den Armen und<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s2\">Elenden zuwendet: den Lepra-Kranken, den Lahmen, den Blinden, verzweifelten Prostituierten, den<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s2\">Hungernden. Das Leben Jesu hat der Pfarrer und Dichter Kurt Marti<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>(1921-2017) so<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>poetisch in wenigen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s2\">Worten wiedergegeben:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><b>jesus<\/b><br \/>\nmit einer schar von freunden (freundinnen auch)<br \/>\ndurch galil\u00e4as d\u00f6rfer und st\u00e4dte ziehend<br \/>\nhat er kranke geheilt und geschichten erz\u00e4hlt<br \/>\nvon der weltleidenschaft des ewigen gottes<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">privilegien der klasse der bildung galten ihm nichts<br \/>\nzu seinem umgang z\u00e4hlten tagel\u00f6hner und z\u00f6llner<br \/>\nwo mangel sich zeigte an nahrung oder getr\u00e4nk<br \/>\nteilte er fische brot und wein aus f\u00fcr viele<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">die gewalt von gewalthabern verachtete er<br \/>\ngewaltlosen hat er die erde versprochen<br \/>\nsein thema: die zukunft gottes auf erden<br \/>\ndas ende von menschenmacht \u00fcber menschen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">in einer patriarchalischen welt blieb er<br \/>\nder sohn und ein anwalt unm\u00fcndiger frauen und kinder<br \/>\nwollten galil\u00e4er ihn gar zum k\u00f6nig erheben? er aber<br \/>\nging hinauf nach jerusalem: direkt seinen gegnern ins garn<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">auf einem jungesel kam er geritten \u2013 kleinleute-messias:<br \/>\ndie finger einer halbweltdame vollzogen die salbung an ihm &#8230;<br \/>\nbald verwirrt bald euphorisch folgten ihm die freunde die j\u00fcnger<br \/>\num bei seiner verhaftung ratlos unterzutauchen ins dunkel<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">\u00fcber sein schweigen hin rollte der schnelle prozess<br \/>\nein afrikaner schleppte f\u00fcr ihn den balken zum richtplatz hinaus<br \/>\nstundenlang hing er am kreuz: folter mit t\u00f6dlichem ausgang \u2013<br \/>\ndrei tage sp\u00e4ter die nicht zu erwartende wendung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">anstatt sich verstummt zu verziehen ins bessere jenseits<br \/>\nbrach er von neuem auf in das grausame diesseits<br \/>\nzum langen marsch durch die viellabyrinthe<br \/>\nder v\u00f6lker der kirchen und unserer unheilsgeschichte<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">oft wandelt uns jetzt die furcht an er k\u00f6nnte<br \/>\nsich lang schon verirrt und verlaufen haben<br \/>\nentmutigt verschollen f\u00fcr immer vielleicht \u2013 oder bricht er<br \/>\nnoch einmal (wie einst an ostern) den bann?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">und also erz\u00e4hlen wir weiter von ihm<br \/>\ndie geschichten seiner rebellischen liebe<br \/>\ndie uns aufwecken vom t\u00e4glichen tod \u2013<br \/>\nund vor uns bleibt: was m\u00f6glich w\u00e4r&#8216; noch.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Liebe Gemeinde ,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>ein kurzer Blick eines Pfarrers und Dichters<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>auf ein Leben, das<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>den Drohungen t\u00f6dlicher Gewalt trotzte,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>die Liebe Gottes zu den Armen, Traurigen, Kranken und Hilflosen verk\u00f6rperte. \u201eEr ist auf Erden kommen arm, dass er unser sich erbarm\u201c, sang Martin Luther. (EG 23,6).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Armut, dazu geh\u00f6rt nicht nur Entbehrung, Mangel an G\u00fctern, sondern auch Abweisung, Einsamkeit. Arm f\u00fcr die Armen ist Jesus gewesen. Das sollte ein Trost sein. Er kannte unsere Lage. Wer war einmal arm und elend. Er wurde noch \u00e4rmer und elender.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Um bei uns <\/span>zu sein.<span class=\"s2\"> Zugleich will er uns, die wir von ihm h\u00f6ren, teilnehmen lassen an seinem Werk, in diesem Festzug zum Reiche Gottes hin.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Davon spricht das Weihnachtsgedicht von Armin Juhre (1925-2015)<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">&#8222;Man sagt, der Ort hie\u00df Bethlehem,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">man sagt, es sei schon lange her,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">dass er zur Welt gekommen ist,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">am Rand der Stadt, im Notquartier:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">als<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Sohn von einem Zimmermann,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">als<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Sohn der Jungfrau Miriam.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Die Angst vergeht, die Nacht ist um,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">die Bosheit bringt sich <\/span>selber um.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Das Gottesreich will kommen.<\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s5\">Man sagt, sein Name hei\u00dft &#8218;Gott hilft&#8216;,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s5\">man sagt, er hat ihn wahr gemacht;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s5\">trotz Priester <\/span><span class=\"s1\">und trotz Gouverneur,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s1\">trotz Schauprozess und Kreuzverh\u00f6r<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s1\">an allen, die verzweifelt sind,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s2\">an allen, die im Elend sind.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s2\">Die Angst vergeht,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s2\">die Nacht ist um,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p7\"><span class=\"s2\">die Bosheit bringt <\/span>sich selber um,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p7\">das Gottesreich will kommen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Das arme Kind wird sp\u00e4ter der Mann, der die Barmherzigen, nach Gerechtigkeit Hungernden und D\u00fcrstenden, die Friedenstifter selig preist. Der sagt: &#8222;Was ihr einem von diesen meinen geringsten Br\u00fcdern getan habt, das habt ihr mir getan&#8220; (Mt. 25,40). Die Liebe Gottes zu leben, das Angesicht der Menschen zu \u00e4ndern durch Liebe zum N\u00e4chsten, alle <\/span><span class=\"s1\">Menschen einzubeziehen in diesen Festzug der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens \u2013<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span><\/span>damit begann die Herrschaft Gottes.<\/p>\n<p class=\"p8\">Vikarin Carolin Luck, erz\u00e4hlt, von einer evangelischen Gemeinde in Manila\/Philippinen. Die Gemeindeglieder haben gesehen: Am Rande eines gro\u00dfen M\u00fcllbergs holen Kinder mit Metallhaken Rohstoffe heraus und packen sie in S\u00e4cke zum Verkauf. Der Erl\u00f6s reicht f\u00fcr zwei Mahlzeiten. F\u00fcr den Schulbesuch oder den Gang zum Arzt bleibt kaum etwas \u00fcbrig. Da haben die versammelten Filipinos eine Vision: Sie wollen den Weihnachtsgottesdienst nicht f\u00fcr sich feiern, sie wollen f\u00fcr die armen Kinder etwas tun. Sie gr\u00fcnden eine Vorschule f\u00fcr die Kinder vom rauchenden M\u00fcllberg, veranstalten ein Fest mit diesen armen Familien und verschenken Nahrung und Kleidung. Der Pastor fragt in seiner Ansprache: Ist Jesus nicht auch arm gewesen und in einem Stall geboren? Dann singen die Kinder Weihnachtslieder und sp\u00fcren: Selbst auf einer M\u00fcllkippe kann es Weihnachten werden<span class=\"s6\">.<\/span><span class=\"s7\"> \u201eIst Jesus nicht auch in Armut, in einem zugigen Stall geboren<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 \u00a0 <\/span><\/span><span class=\"s2\">Die Weihnachtsgeschichte enth\u00e4lt eine Nachricht. Den Ruf der Freude aus dem Mund der <\/span><span class=\"s1\">Engel: &#8220; Euch ist heute der Heiland geboren.&#8220; Heiland hei\u00dft: Er bringt Heil. Er ist der <\/span><span class=\"s2\">Retter, bedeutet das griechische Wort<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span><\/span><span class=\"s8\">\u03c3\u03c9\u03c4<\/span>\u1f74<span class=\"s8\">\u03c1<\/span><span class=\"s9\">(<\/span><span class=\"s2\">Sot\u00e9r )eigentlich. Das ist das Geheimnis der Weihnacht. Nicht alle verstehen es. Nur die, die die Botschaft der Engel annehmen. Die ihr Herz \u00f6ffnen f\u00fcr die Zeichen der Liebe Gottes. Die nicht durch die Gier nach Geld verblendet sind, und nicht durch Ehrgeiz ruhelos geworden sind. Die glauben der Bot<\/span><span class=\"s10\">schaft der Hirten, wie die Hirten sie von den Engeln geh\u00f6rt haben. Die Weihnachts<\/span><span class=\"s2\">botschaft will als Geheimnis der Freude entdeckt werden:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><i>Rudolf Otto Wiemer<\/i><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">Gott geht durch die Zeiten<br \/>\nGottes F\u00fc\u00dfe schreiten<br \/>\nleiser als der Stundenschlag<br \/>\nGott kommt jeden Tag.<\/p>\n<p class=\"p3\">Gott geht durch die Zeiten<br \/>\nalle Dunkelheiten<br \/>\nalle Tr\u00e4nen bleiben nicht<br \/>\nGott ist lauter Licht.<\/p>\n<p class=\"p3\">Gott geht durch die Zeiten<br \/>\nwill auch uns geleiten<br \/>\nhat die Krippe aufgestellt<br \/>\nmitten in der Welt.<\/p>\n<p class=\"p3\"><span class=\"s2\">Mit dem kleinen Kind w\u00e4chst der Retter<b> <\/b>der Welt heran: &#8222;Welt ging verloren \u2013 Christ ist geboren.&#8220; Verloren ging die Welt: Voller Bosheit war sie. Aber das Christkind bringt die Liebe. Wer die Liebe Gottes sehen will, soll auf das Christkind sehen. In ihm lebt die Liebe Gottes. \u2013 Verloren ging die Welt. Voller Grausamkeit, Hass und Kriegsgeschrei war sie. Aber das Christkind bringt den Frieden. Wer den Frieden Gottes sucht, soll auf das Christkind sehen. In ihm lebt der Friede Gottes. \u2013 Verloren ging die Welt. Voller Angst war sie. Aber das Christkind bringt die Hilfe. Wer die Hilfe Gottes sehen will, soll auf das Christkind sehen. Sein Name Jesus bedeutet Gott hilft. Das Christkind bringt die Liebe, das Christkind bringt den Frieden. Das Christkind bringt Gottes Hilfe. Deshalb wird <\/span>es <span class=\"s8\">\u03c3\u03c9\u03c4<\/span>\u1f74<span class=\"s8\">\u03c1<\/span><span class=\"s9\">(<\/span><span class=\"s2\">Sot\u00e9r )<\/span> &#8222;Retter&#8220; (Heiland) genannt.<\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">Die Hirten, arme, vielerorts verachtete Leute, werden dieser Nachricht gew\u00fcrdigt. Gibt es heute noch solche wie sie?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">Dietmar Schr\u00f6der: Die Hirten<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Die Hirten sind noch unterwegs und ohne Dach,<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">wenn andre l\u00e4ngst in festen H\u00e4usern schlafen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">Doch wachen sie nicht mehr wie einst bei Schafen<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">Und denken \u00fcber Schuld und Gott und Elend nach.<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">Als Taxifahrer halten sie sich m\u00fchsam wach,<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">sie zittern im Gef\u00e4ngnis vor den Strafen,<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">sind ausgesto\u00dfen von den ewig Braven,<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">und unter Schmerzen liegen sie, verst\u00f6rt und schwach.<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">Doch siehe, Gottes Engel tritt heran<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">zu allen, die er wachend<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>findet,<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">weil Pflicht, weil Schicksal sie jetzt bindet,<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">und sagt ihnen, wo sie sind, die Freude an:<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">das Heil wohnt unter uns im engen Stall,<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">und Bethlehem ist heute \u00fcberall.<\/span><\/p>\n<p class=\"p9\"><span class=\"s2\">Sie, die Armen verstehen, dass vom Heil geredet wird. Sie h\u00f6ren das Zeugnis der Engel und lassen sich als Zeugen berufen: &#8222;Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens&#8220;. Die Hirten h\u00f6rten und lie\u00dfen sich als<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Zeugen f\u00fcr <\/span>diese Wahrheit rufen.<\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">Oder was h\u00e4ttest Du ihnen geraten? W\u00fcsstest Du einen besseren Rat, den Sinn deines Lebens zu erf\u00fcllen, dem Lauf der Welt ihr Ziel zu nennen, als den, den Hirten es gleichzutun, die Freude, den Frieden der Weihnacht anzunehmen und auszubreiten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">Es begab sich aber, dass die Menschen,<\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>hinter sich die Vernichtungslager der Vergangenheit,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">vor sich Feuer\u00f6fen des Fortschritts,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">t\u00e4glich gesch\u00e4tzt und gewogen wurden,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">ob das atomare Gleichgewicht noch stimme.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">Und sie hatten Furcht vor selbst gemachten Katastrophen:<\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">Vor Giften und Gasen, radioaktiven Wolken,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">vor Kriegen und atomaren Waffen im Weltraum,<\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">vor Pandemien, die sich weltweit verbreiten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">Da \u2013 h\u00f6rte man wieder dies Wort:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">&#8222;Lasst uns nun nach Bethlehem gehen<\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><span class=\"s10\">und sehen was geschehen ist,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s10\">wie es uns der Herr kundgetan hat.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s10\">\u201eEhre sei Gott in<\/span> <span class=\"s2\">der H\u00f6he<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">und Friede auf Erden<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p11\"><span class=\"s2\">bei den Menschen seines Wohlgefallens.&#8220; .<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Amen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pfarrer i.R. Dr. Reinhard Gaede<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christvesper 2020\u00a0 |\u00a0\u00a0Predigt \u00fcber Lukas 2 | verfasst von Reinhard Gaede | Liebe Gemeinde! Die Personen der Weihnachtsgeschichte sind uns im ganzen Leben oft begegnet. Zu verschiedenen Zeiten ganz unterschiedlich. Die \u00c4lteren erinnern sich an Zeiten der Entbehrung. Alle, die arm sind oder einmal arm gewesen sind, haben sicher ganz unmittelbar verstanden, wie arm sie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4036,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38,122,1,157,120,545,114,121,636,349,3,109,570],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-4035","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lukas","category-adv_weihn_neujahr","category-aktuelle","category-beitragende","category-bes_gelegenheiten","category-christvesper","category-deut","category-festtage","category-kapitel-02-chapter-02-lukas","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-reinhard-gaede"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4035"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4037,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4035\/revisions\/4037"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4036"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4035"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=4035"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=4035"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=4035"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=4035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}