{"id":4095,"date":"2020-12-20T16:15:43","date_gmt":"2020-12-20T15:15:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=4095"},"modified":"2020-12-26T09:01:28","modified_gmt":"2020-12-26T08:01:28","slug":"tulpenzwiebel-der-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/tulpenzwiebel-der-hoffnung\/","title":{"rendered":"Tulpenzwiebel der Hoffnung"},"content":{"rendered":"<h3>Predigt zum Ersten Weihnachtstag | verfasst von Thomas-M. Robscheit |<\/h3>\n<p><em><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Hinweis:&nbsp;<\/b><\/span>Ich werde die Predigt als Zeichenpredigt halten: jede &amp; jeder bekommt beim Eingang eine Tulpenzwiebel, eine halte ich in der Hand. \u00dcbertragen l\u00e4sst sich der Predigtgedanke aber auch auf ein Weihnachtsgeschenk, bei dem man selber aktiv werden muss, z.B. einen Modellbausatz.<\/span><\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #000000;\">Der Predigttext wird entweder bereits zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt im Gottesdienst gelesen oder unmittelbar vor der Predigt.<\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Friede sei mit Euch!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">am Eingang haben Sie alle eine Tulpenzwiebel bekommen. Vielleicht haben Sie schon spekuliert, was es damit auf sich hat: vielleicht dient das zum Z\u00e4hlen der Anwesenden? In diesen Tagen wei\u00df man ja nie. Nein, es ist ein Weihnachtsgeschenk f\u00fcr Sie &amp; die Kirchengemeinde w\u00fcnscht Ihnen damit in dieser d\u00fcsteren Zeit ein gesegnetes Christfest!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich sehe die Frage in ihren Gesichtern: \u201eMit einer Zwiebel?\u201c. W\u00e4re nicht ein kleiner Stern oder ein Engel angemessener gewesen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Stern und Engel haben Sie heute hierher gef\u00fchrt. Nach all den Diskussionen, dem Abw\u00e4gen, F\u00fcr und Wider: soll man Weihnachten zum Gottesdienst gehen? In der Familie gibt es unterschiedliche Ansichten, wankelm\u00fctige und unsichere Lokalpolitiker versuchen sich gegenseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben und verbreiten damit vor allem Verunsicherung und irrationale \u00c4ngste, was zu eine gef\u00e4hrlichen Risikofehlbewertung f\u00fchren kann.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Ihnen ist es wichtig im Gottesdienst zu sein und jetzt sind Sie hier; Sie wollen die Frohe Botschaft h\u00f6ren: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr!\u201c, so ruft der Engel zu den Hirten in der K\u00e4lte der Nacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Oder wie 500 Jahre fr\u00fcher, als Jesaja seinem Volk verk\u00fcndet:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">\u201eWie lieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe des Freudenboten, der da Frieden verk\u00fcndigt, Gutes predigt, Heil verk\u00fcndigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist K\u00f6nig! Deine W\u00e4chter rufen mit lauter Stimme und jubeln miteinander; denn sie werden&#8217;s mit ihren Augen sehen, wenn der HERR nach Zion zur\u00fcckkehrt. Seid fr\u00f6hlich und jubelt miteinander!\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Danach sehen wir uns auch heute: fr\u00f6hlich sein &amp; jubeln! Wir sehnen uns nach der Frohen Botschaft, der Hoffnung und dem strahlende Licht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201eAber nicht nach einer Zwiebel!\u201c meint nun der eine oder die andere.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Doch, denn genau darin verbirgt sich die Weihnachtsbotschaft.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Es ist eine Botschaft der Hoffnung. Eine Verhei\u00dfung in die Zukunft. Licht in der Finsternis. Das Dunkle ist nicht pl\u00f6tzlich weg. F\u00fcr die Hirten und ihre Zeitgenossen waren Ungerechtigkeit, K\u00e4lte und Tod nicht verschwunden (sie wurden sogar noch deutlicher, wenn man an Herodes denkt). Und trotzdem hat sich alles ver\u00e4ndert: Mit der Friedensbotschaft der Engel gab es Licht f\u00fcr die Hirten. Hoffnung. Eine Vision, die in Welt zum Besseren ver\u00e4ndert hat!<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Die Tulpenzwiebel ist auch so ein Versprechen, eine Vision: jetzt noch unscheinbar, aber nach dem kalten Winter wird aus ihr neues, strahlend bl\u00fchendes Leben hervorgehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wenn, ja wenn, &#8211; &amp; das ist mit Gottes Weihnachtsgeschenk an uns nicht anders &#8211; , wenn wir dieses Geschenk auch annehmen. Ich meine damit nicht, es sich in die Hand dr\u00fccken lassen, Danke murmeln und es in die Ecke legen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Wir m\u00fcssen uns auf dieses Geschenk einstellen. Die Tulpe wird nicht als buntes Leben im Fr\u00fchling erbl\u00fchen, wenn Sie sie nicht wieder aus der Hand geben und eingraben. Das Friedenslicht aus Bethlehem, kann keine Hoffnung geben, wenn Sie es nicht teilen. Und der Weihnachtsfriede ist eine leere Floskel, wenn Sie ihn nicht leben, trotz aller Dunkelheit und Unsicherheit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich habe Ihnen die Tulpenzwiebeln geschenkt, weil sie \u00fcber das Offensichtliche hinaus zeigen. Wenn Sie das Geschenk annehmen, wird dadurch die Welt ein wenig hoffnungsvoller. Vielleicht nutzen Sie morgen einen Gang in den Garten oder auf eine Wiese und pflanzen Ihre Zwiebeln dort ein. Und im Fr\u00fchjahr, das bitte ich Sie, machen sie ein Foto und schicken es uns, aus unscheinbaren Blumenzwiebeln in dunkler Zeit, wird dann ein Bild mit hunderten bl\u00fchenden Freudenboten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Friede sei mit Euch!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zum Ersten Weihnachtstag | verfasst von Thomas-M. 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