{"id":4312,"date":"2021-01-27T11:30:36","date_gmt":"2021-01-27T10:30:36","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4312"},"modified":"2021-02-03T10:42:03","modified_gmt":"2021-02-03T09:42:03","slug":"gegen-luegen-mit-licht-und-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/gegen-luegen-mit-licht-und-liebe\/","title":{"rendered":"Gegen L\u00fcgen mit Licht &#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Gegen L\u00fcgen mit Licht und Liebe | Predigt \u00fcber 2. Petr 1, 16-19 | verfasst von D\u00f6rte Gebhard |<\/h3>\n<p><em>Gott gebe Euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn (2. Petr 1,2)\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Amen. <\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde<\/p>\n<p>Heute kam der Kanzelgruss nicht von Paulus wie sonst, sondern aus dem 2. Petrusbrief \u2013 und wir h\u00f6ren auch den Predigttext aus dem ersten Kapitel des 2. Petrusbriefes, die Verse 16-19:<\/p>\n<p><em><sup>16 <\/sup><\/em><em>Denn wir sind nicht ausgekl\u00fcgelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.\u00a0<sup>17 <\/sup>Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der gro\u00dfen Herrlichkeit:<br \/>\nDies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.\u00a0<sup>18 <\/sup>Und diese Stimme haben wir geh\u00f6rt vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.<\/em><\/p>\n<p><em><sup>19 <\/sup><\/em><em>Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort,\u00a0bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde<\/p>\n<p>Der Brief k\u00f6nnte von gestern sein, so aktuell ist er.<\/p>\n<p>Dabei ist es \u2013 streng genommen \u2013 kein gutes Zeichen, dass er nach 1900 Jahren nicht nur lesenswert geblieben ist, sondern sich wie ein neuer Kommentar auf facebook liest nach einem frischen Post, h\u00f6chstens von vorgestern. Lassen wir uns nicht ablenken durch die vornehme Wortwahl, lassen wir uns nicht t\u00e4uschen, bloss weil die Grammatik stimmt und der Satzbau anspruchsvoll ist. Rechtschreibung und guter Stil w\u00e4ren in den heutigen sozialen Medien nicht verboten. Auch wenn man manchmal diesen Eindruck gewinnt, als sei es \u00fcberhaupt nicht gestattet, korrekt zu formulieren.<\/p>\n<p>Die Predigt hat zwei Teile, einen ersten \u00fcber d\u00fcstere L\u00fcgen, die dann aber hoffentlich aufgekl\u00e4rt sind, und einen zweiten \u00fcber Wahrheit, Licht und Liebe, unmittelbar zur pers\u00f6nlichen Fortsetzung gedacht.<\/p>\n<p>I<\/p>\n<p>Die Tinte von der Begr\u00fcssung ist noch nicht trocken, da fliesst es ihnen aus der Feder aufs Briefpapyrus:<\/p>\n<p><em>Wir sind nicht ausgekl\u00fcgelten Fabeln gefolgt. <\/em><\/p>\n<p>\u00abAusgekl\u00fcgelte Fabeln\u00bb gab es also schon damals und gibt es heute immer noch. Wir nennen sie bloss ein wenig anders, meistens reden wir von \u00abVerschw\u00f6rungstheorien\u00bb. Weil man sie im Internet so schnell, so unkontrolliert und so billig verbreiten kann, leiden wir unter einem \u00dcberangebot an <em>ausgekl\u00fcgelten Fabeln<\/em>.<\/p>\n<p>Aber in Krisenzeiten brodelt die Ger\u00fcchtek\u00fcche offenbar immer aus allen T\u00f6pfen, die man nur auftreiben kann. Unsichere Zeiten wecken das Verlangen nach simplen Antworten, sehen die komplexe Welt gern eingeteilt in gut und b\u00f6se.<\/p>\n<p>Als der 2. Petrusbrief, wahrscheinlich Anfang des 2. Jahrhunderts, in die Welt hinaus geschickt wurde, hatten die wenigen Christen, die sich jedoch vermehrten, schon reichlich Erfahrung mit Verfolgung, mit Hohn und Spott, mit Verleumdung und \u00fcbler Nachrede, auch mit Mord und Totschlag. Sie mussten sich verstecken, konnten Gottesdienste nur im Verborgenen feiern und eher nur im engsten Familienkreis. Sie mussten sich gut \u00fcberlegen, wem sie von ihrem Glauben erz\u00e4hlen und wem auf keinen Fall. H\u00e4tte man eine Umfrage gemacht, h\u00e4tten sie sicher angekreuzt, dass ihre Zeit eine Krisenzeit sei.<\/p>\n<p>Jetzt ist wieder Krisenzeit, daf\u00fcr brauchen wir auch gar keine Umfragen mehr. Jetzt versteckt sich etwas ganz anderes, ein Virus \u2013 vor unseren blossen Augen. Es vermehrt sich im Verborgenen, noch l\u00e4ngst ist den Wissenschaftlern nicht alles klar.<\/p>\n<p>Wir haben unterdessen jedoch reichlich Erfahrung mit Ansteckung und Ausbreitung, mit Symptomen aller Art oder ihrem Fehlen. Und wir bestatten inzwischen genau deshalb unsere Lieben nur im engsten Familienkreis. Dass anl\u00e4sslich einer Pandemie nach Jahrhunderten solche <em>ausgekl\u00fcgelten Fabeln <\/em>zuhauf hervorkommen w\u00fcrden, vor denen wieder wie im 2. Petrusbrief gewarnt werden muss, ist schon schlimm. Aber furchtbar und bizarr ist, dass man damals und heute unter anderem dieselben Ger\u00fcchte und Geschichten auftischte und serviert. Sie sind kaum mutiert! Das hat mich erschreckt.<\/p>\n<p>H\u00f6rt das folgende Schauerm\u00e4rchen; ich zitiere:<\/p>\n<p>\u00abUnd was man sich gar \u00fcber die Einweihung neuer Mitglieder erz\u00e4hlt, so ist dies ebenso abscheulich wie nur zu bekannt. Um die ahnungslosen Neuen zu t\u00e4uschen, bedeckt man ein Kind mit Teig und setzt es dem vor, der in die Geheimnisse eingeweiht wird. Durch die Teigh\u00fclle get\u00e4uscht, l\u00e4\u00dft sich der Neuling zu Messerstichen verleiten, bei denen er nichts Arges vermutet und die doch, dem Auge v\u00f6llig entzogen, dem Kind t\u00f6dliche Wunden beibringen. Dann \u2013 welcher Greuel! \u2013 schl\u00fcrfen sie das Blut des Kindes gierig auf und rei\u00dfen sich gar noch um die zerhackten Glieder. Das ist also ihr Opfer, mit dem sie sich verb\u00fcnden, und durch die Mitwisserschaft an diesem Verbrechen verb\u00fcrgen sie sich gegenseitig Stillschweigen &#8230;\u00bb.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ende des Zitats.<\/p>\n<p>Scheint von gestern zu sein, ist aber viel \u00e4lter.<\/p>\n<p>Klingt furchtbar nach QAnon, ist es aber nicht.<\/p>\n<p>Ich bin ziemlich sicher, dass Sie schon von QAnon geh\u00f6rt haben. Ganz gewiss haben Sie schon Bilder gesehen, u.a. von dem halbnackten Geh\u00f6rnten, der das Capitol erst\u00fcrmte. Wahrscheinlich kennen Sie auch Demobilder von selbsternannten Querdenkern, die ihre Begeisterung f\u00fcr die irren und wirren Verlautbarungen von \u00abQ\u00bb mit T-Shirts oder Plakaten zur Schau stellen.<\/p>\n<p>QAnon ist eine anonyme Internetquelle, aus der sich in Amerika seit 2017 ein ekelerregendes, grauenhaftes Verschw\u00f6rungsgeschwurbel \u00fcber die Welt ergiesst. Zentral ist die absolut unbewiesene Behauptung, eine einflussreiche, weltweit agierende, satanistische Elite entf\u00fchre Kinder, halte sie gefangen, foltere und ermorde sie, um aus ihrem Blut eine Verj\u00fcngungsdroge zu gewinnen.\u00a0Das Ganze soll im Keller einer Pizzeria in Washington begonnen haben. Ortskundige berichten dagegen, dass die fragliche Pizzeria gar nicht unterkellert ist und es auch noch nie war.<\/p>\n<p>Die beiden Schauerm\u00e4rchen, das erste, das ich zitiert habe und das zweite, das wie neu in die Welt gesetzte aus Amerika, \u00e4hneln sich auf grauenhafte Weise.<\/p>\n<p>Das erste Schauerm\u00e4rchen ist ungef\u00e4hr so alt wie der 2. Petrusbrief. Die genaue Quelle liegt im Dunkeln des Nicht\u00fcberlieferten, aber der Zweck ist klar. Man hatte keine Ahnung, wie Christen Gottesdienst und Abendmahl feiern und setzte eine Horrorstory in die Welt, um sie zu verleumden, um in Krisenzeiten einen einfachen Grund f\u00fcr alles, um einen S\u00fcndenbock zu haben. Was Kirchenvater Tertullian um 200 nach Christus schreibt, k\u00f6nnen wir uns leider nur allzu gut vorstellen:<\/p>\n<p>\u00abWenn der Tiber bis in die Stadtmauern steigt, wenn der Nil nicht bis \u00fcber die Feldfluren steigt, wenn die Witterung nicht umschlagen will, wenn die Erde bebt, wenn es eine Hungersnot, wenn es eine Seuche gibt, sogleich wird das Geschrei geh\u00f6rt: Die Christen vor den L\u00f6wen!\u00bb<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die genaue Quelle des damaligen Schauerm\u00e4rchens bleibt wahrscheinlich f\u00fcr immer verborgen. Vielleicht war es ein gewisser Marcus Cornelius Fronto aus Cirta in Numidien, eigentlich eine echte Kapazit\u00e4t, Lehrer des sp\u00e4teren Kaisers Marc Aurel und rhetorisch offenbar herausragend.<\/p>\n<p>Ihm wird wohl die zweifelhafte Ehre zuteil, als erster heidnischer Literat gegen das Christentum geschrieben zu haben. \u00dcbelste, erlogene Verschw\u00f6rungstheorien \u00fcber die Christen gab es von Anfang an und sie verbreiteten sich auch ohne Internet erstaunlich schnell.<\/p>\n<p>Am Anfang waren viele Frauen und Sklaven Christinnen und Christen geworden; das Christentum war zun\u00e4chst \u00fcberwiegend in Unterschichten verbreitet und sah von aussen wie eine Absonderung innerhalb des Judentums aus. Gegen das junge Christentum wurde wie gegen eine Sekte von Verschw\u00f6rern gehetzt:<\/p>\n<p>\u00abAus der untersten Hefe des Volkes sammeln sie da die Ungebildeten und leichtgl\u00e4ubigen Weiber, die &#8230; ohnehin auf alles hereinfallen, bieten ein gemeines Verschw\u00f6rerpack auf, das sich in n\u00e4chtlichen Zusammenk\u00fcnften, bei feierlichem Fasten und menschenunw\u00fcrdiger Speise nicht etwas durch einen Kult, sondern durch ein Verbrechen verbr\u00fcdert: eine obskure, lichtscheue Gesellschaft, stumm in der \u00d6ffentlichkeit, daf\u00fcr aber geschw\u00e4tzig in den Winkeln &#8230;\u00bb.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Wir erkennen, wie erlogene Verschw\u00f6rungen funktionieren. Christen mussten sich verstecken. Ihnen blieb gar nichts anderes \u00fcbrig. Von der gebildeten Oberschicht wurden sie ohnehin abgelehnt und verachtet.<\/p>\n<p>Weil sie sich aber dadurch aus dem politisch-\u00f6ffentlichen Leben zwangsl\u00e4ufig heraushielten, war es leicht, daraus ein Ger\u00fccht zusammenzubrauen, das leicht f\u00fcr wahr gehalten wurde:<\/p>\n<p>\u00abWarum bem\u00fchen sie sich denn so sehr, den Gegenstand ihrer Verehrung, was es auch immer mit ihm auf sich haben mag, zu verheimlichen? Was anst\u00e4ndig ist, l\u00e4\u00dft sich immer gern sehen; nur Laster h\u00e4lt man geheim &#8230; Warum reden sie nie \u00f6ffentlich, kommen nie frei zusammen, wenn nicht deshalb, weil eben das, was sie da heimlich treiben, strafbar oder sch\u00e4ndlich ist?\u00bb<\/p>\n<p>Wie konnte die junge Christenheit dennoch \u00fcberstehen? Mit ihrem Glauben, ihrer Hoffnung und ihrer Liebe in der Welt bleiben?<\/p>\n<p>II<\/p>\n<p>Mit diesen Fragen beginnt der zweite Teil der Predigt, auf dass wir die Verschw\u00f6rungsideologien endg\u00fcltig hinter uns lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie konnte die fr\u00fche Christenheit solch brutale Verfolgung in Worten und Werken \u00fcberleben?<\/p>\n<p>Weil die ersten Christen eben nicht den ausgekl\u00fcgelten Fabeln gefolgt sind, weil sie gerade nicht auf solche Schauerm\u00e4rchen hereingefallen sind, sondern u.a. auf die Geschichte von Jesu Begegnung mit seinem Vater auf dem Berge geh\u00f6rt haben, genau wie wir in diesem Gottesdienst.<\/p>\n<p>So erinnert der 2. Petrusbrief an die Verkl\u00e4rung Jesu auf dem Berg:<\/p>\n<p><em>Wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.\u00a0<sup>17 <\/sup>Denn er (Jesus) empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der gro\u00dfen Herrlichkeit:<br \/>\nDies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.\u00a0<sup>18 <\/sup>Und diese Stimme haben wir geh\u00f6rt vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.<\/em><\/p>\n<p>Der Kontrast k\u00f6nnte krasser nicht sein. Aus der Welt d\u00fcsterer L\u00fcgen treten wir in die Weite, ins Licht, das Gott geschaffen hat. Weil wir nun mit ihnen auf dem Berge stehen, bekommen wir Weitsicht und frische Luft obendrein. Wir h\u00f6ren von Licht und Liebe, von Wohlgefallen, von einer klaren, lauten Stimme und von einer solch grossen Herrlichkeit, f\u00fcr die die richtigen Worte eigentlich fehlen, schon auf griechisch im urspr\u00fcnglichen Brief. Es liegt jedenfalls nicht an der \u00dcbersetzung oder an der vornehmen Wortwahl.<\/p>\n<p>Gottes G\u00fcte offenbart sich an Jesus Christus am helllichten Tage, mit klarer Ansage und wir k\u00f6nnen sie auch bei Lichte besehen. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr nicht verschwinden in dunkle Hinterwelten, nicht st\u00e4ndig das Gebr\u00e4u aus finsteren Ger\u00fcchtek\u00fcchen kosten, nicht dunklen Geheimnissen nachgehen, nicht den Tag zur Nacht machen, nicht im Darknet untertauchen &#8230; nichts davon.<\/p>\n<p>An dieser \u00fcberw\u00e4ltigend guten Erfahrung kann sich jeder Mensch seither orientieren. Es heisst:<\/p>\n<p><em><sup>19 <\/sup><\/em><em>Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort,\u00a0bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Gottes Licht scheint am dunklen Ort hell, f\u00fchrt gerade nicht vom D\u00e4mmerschein der Welt fort in die noch gr\u00f6ssere Dunkelheit aus Gewalt und Verbrechen, sondern bezeugt Liebe und Wohlgefallen, stiftet Vertrauen.<\/p>\n<p>Heute ist der letzte Sonntag der Nachweihnachtszeit, daher schauen wir noch einmal zur\u00fcck auf die Nacht von Jesu Geburt. Weise haben zur Weihnacht einen hellen Stern gesehen, sind ihm gefolgt und haben sich nicht einmal blenden lassen von der protzigen Pracht des Palastes des Herodes.<\/p>\n<p>Mag sein, wir m\u00fcssen noch lange zugeben, dass es eine Krisenzeit ist, in der wir leben.<\/p>\n<p>Mag sein, dass die f\u00fcrchterlichen <em>ausgekl\u00fcgelten Fabeln<\/em> noch lange nicht aus der Welt sind.<\/p>\n<p>Mag sein, dass die Nacht lang ist und wir ungeduldig auf das Hellerwerden warten.<\/p>\n<p>Aber wir achten auf das Licht, das schon scheint und haben <em>einen Morgenstern, der in unseren Herzen aufgeht<\/em>. Das ist eine wunderbare Metapher. Wir haben einen aufgehenden Morgenstern im Herzen, anbrechendes Licht in der Seele, ganz gleich, wie finster es noch um uns her ist.<\/p>\n<p>\u00dcber diesen <em>aufgehenden<\/em> <em>Morgenstern im Herzen<\/em> aber kann ich nicht weiter predigen, denn da kann ich bei Euch und bei Ihnen nicht hineinsehen. Das ist gut so, sonst w\u00fcrde eine Predigt niemals enden, denn wie viele Sterne und Menschenherzen gab es und gibt es!<\/p>\n<p>Aber jede und jeder, ich bin gewiss, <em>achtet auf das Licht, das da scheint an einem dunklen Ort. <\/em>Ich schliesse wie der 2. Petrusbrief:<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Wachst aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. Ihm sei Ehre jetzt und f\u00fcr ewigen Zeiten (2. Petr 3, 18).\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amen. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Lesungen:<\/p>\n<p>2. Kor 4, 6-10<\/p>\n<p>Mt 17, 1-9<\/p>\n<p>Lieder zum H\u00f6ren, Lesen und Meditieren und Singen daheim:<\/p>\n<p>RG 573, 1.5-9 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wann sich die Sonn erhebet<\/p>\n<p>RG 169 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 J\u00e9sus le Christ<\/p>\n<p>RG 259, 1.3-4 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Licht, das in die Welt gekommen<\/p>\n<p>RG 349, 1-3 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Segne und beh\u00fcte<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Mail: doerte.gebhard@web.de<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen. Ein Arbeitsbuch, hg. v. Heiko A. Oberman \u2020, Adolf Martin Ritter, Hans-Walter Krumwiede \u2020 und Volker Leppin, Bd. 1: Alte Kirche, 12. Aufl., G\u00f6ttingen 2019, S. 38-40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Tertullian, Apologetikum oder Verteidigung der christlichen Religion und ihrer Anh\u00e4nger, 198 n. Chr., <em>Kap. 40<\/em>: \u201cSi Tiberis ascendit in moenia, si Nilus non ascendit in arva, si coelum stetit, si terra movit, si fames, si lues, statim CHRISTIANOS AD LEONEM. Tantos ad unum?\u201d\u00a0Tertullian fragt also noch extra sarkastisch nach: \u00abSo viele vor <em>einen<\/em> (L\u00f6wen)?\u00bb Quelle: <a href=\"http:\/\/www.tertullian.org\">www.tertullian.org<\/a>, abgerufen am 25. 1. 2021.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Quellen, S. 38-40, alle folgenden Zitate ebd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen L\u00fcgen mit Licht und Liebe | Predigt \u00fcber 2. Petr 1, 16-19 | verfasst von D\u00f6rte Gebhard | Gott gebe Euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn (2. 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