{"id":4322,"date":"2021-01-26T11:36:05","date_gmt":"2021-01-26T10:36:05","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4322"},"modified":"2021-02-03T10:40:53","modified_gmt":"2021-02-03T09:40:53","slug":"neid-eine-der-sieben-todsuenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/neid-eine-der-sieben-todsuenden\/","title":{"rendered":"Neid \u2013 eine der sieben &#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Neid \u2013 eine der sieben Tods\u00fcnden | Matth\u00e4us 20,1-6 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst von Preben Kr\u00e6n Christensen |<\/h3>\n<p>Neid \u2013 das ist eine der sieben Tods\u00fcnden. Neid! Das kennt Ihr wohl sehr gut. Der kann einem in dem Ma\u00dfe in die Glieder fahren und das Denken bestimmen. Dann ist man neidisch auf das neue Auto des Nachbarn, dann beneidet man seine Freunde, die eine Reise vorhaben, dann ist man vielleicht neidisch auf den Freund, weil seine Freundin h\u00fcbscher ist als die eigene. Ja, wann warst du zuletzt neidisch auf wen? Und f\u00fcr was?<\/p>\n<p>Neid ist eine H\u00f6lle des Vergleichens, wo man sich selbst in den Mittelpunkt stellt.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen, es w\u00e4re ungleich sch\u00f6ner, wenn man sich \u00fcber das Leben anderer freuen k\u00f6nnte anstatt neidisch zu sein.<\/p>\n<p>Im Grunde wollen wir alle mit dabei sein, dazugeh\u00f6ren &#8211; im Weinberg sein. Lieber mit dabei sein als au\u00dfen vor.<\/p>\n<p>In der Erz\u00e4hlung von den Arbeitern im Weinberg geht es um Gerechtigkeit, um Liebe, anderen auch Raum zu geben, mit dem zufrieden sein, was man hat und nicht immer nach der anderen Seite der Hecke zu schielen und zu glauben, dass da alles gr\u00fcner ist. Das ist es nicht. Ich bin da gewesen, ich komme da oft hin, auch wenn ich versuche, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe. Wenn ich auch nicht immer glaube, dass es quid pro quo ist, also gleich verteilt.<\/p>\n<p>Ich will zuerst von den Querulanten reden, die zuerst Arbeit bekamen und sicher froh und dankbar waren, dass gerade sie an diesem Tag Arbeit bekommen haben. Sie waren mit anderen Worten die Erw\u00e4hlten! Sie hatten Gl\u00fcck, und nicht so viel Gl\u00fcck hatten die, die zur\u00fcckblieben ohne Arbeit und mit der Aussicht auf noch einen Tag ohne Einkommen. Was sollte aus ihnen werden? Das war vor der Zeit der sozialen Absicherung und F\u00fcrsorge f\u00fcr die Obdachlosen. Tja, allein sind wir nicht viel wert. Da ist nicht viel Zusammenhalt und Solidarit\u00e4t, da bringt man nicht einander ins Spiel, wie man das beim Handball tut. Wenn ich darin Recht habe, dass wir alle gerne zur Mannschaft geh\u00f6ren wollen, die auserw\u00e4hlte Mannschaft, dann ist es angebracht mit einer kleinen Ermahnung in unserer Zeit, wo es meist darum geht, sich um sich selbst zu k\u00fcmmern und sich selbst in Szene zu setzen und mehr oder weniger zweifelhaften Talenten zu zeigen, was hier eigentlich gespielt wird. Alle die, die gearbeitet haben \u2013 selbst die, die nur eine Stunde im Weinberg gewesen sind, bekamen einen Denar, also dasselbe wie die, die zw\u00f6lf Stunden geschuftet haben. Gerecht? Ja, niemand bekommt etwas anderes als das, was ab gemacht war. Dennoch beklagen sich die ersten, der Neid steht ihnen ins Gesicht geschrieben, und wir kennen das, ich kenne das. Und dann fragt der Herr ganz trocken: Siehst du darum scheel, weil ich so g\u00fctig bin? Und ja, mein Auge sieht scheel! Ich denke zuweilen oder vielleicht meistens an mich selbst, auch wenn ich versuche, das zu vermeiden.<\/p>\n<p>Also du spielst mit in der Mannschaft oder du bist reichlich mit dir selbst besch\u00e4ftigt &#8211; sorge daf\u00fcr, dass du dein Sch\u00e4fchen im Trockenen hast, zu den Auserw\u00e4hlten geh\u00f6rst.<\/p>\n<p>Jesus fordert uns zun\u00e4chst alle auf: Geht auch ihr in meinen Weinberg. Das bedeutet; Komm herein, tue, was du kannst, habe teil an der Gemeinschaft. Willst du aber herumh\u00e4ngen \u2013 deine Kunst ausstellen, ohne dein Ohr abzuschneiden &#8211; willst du mit deiner pubertierenden Tochter leben, auch wenn sie das Badezimmer enteignet \u2013 willst du mit der Schuld leben und dem Gewissen, die nun einmal zu Leben geh\u00f6ren, und willst du die Welt in einer gr\u00f6\u00dferen Perspektive sehen als den ewigen Konflikten zwischen Christentum und Naturwissenschaft.<\/p>\n<p>Alle sind in den Weinberg eingeladen \u2013 und jeder mit seinen F\u00e4higkeiten. Ob fr\u00fch oder sp\u00e4t \u2013 trete ein in das Leben und lass es sich dir \u00f6ffnen statt dich in dir selbst zu verkriechen.<\/p>\n<p>Als Kind bekam ich ein Mannakorn, es hat mich seitdem begleitet \u2013 ein kleiner Satz aus dem Johannesevangelium, den ich als eine Grundlage f\u00fcr mein Leben betrachte. Jesus sagt: Ich bin gekommen, damit ihr das Leben habt und es habt im \u00dcberfluss, so dass es \u00fcberflie\u00dft und auf alle andere versch\u00fcttet wird.<\/p>\n<p>\u00dcberall in unserer Welt gibt es Leute, die \u201eauf dem Markt stehen und warten\u201c. Junge Menschen, die ihr Leben zerst\u00f6ren, Rocker, die ihren Opfer Finger abschneiden, Menschen, die einen Ehepartner durch einen Verkehrsunfall verlieren und sich deswegen schuldig f\u00fchlen. Da sind Menschen, die mit Verwundungen in der Seele gelebt haben, da sind junge Menschen, die aufwachsen ohne einen Glauben an die Zukunft. Und da sind \u00e4ltere Menschen, die in einem reifen Alter das Leben ganz aufgegeben haben.\u00a0 F\u00fcr das heutige Evangelium gibt es da eine L\u00f6sung. Nimm das Leben an \u2013 nimm das Deine, siehe nach au\u00dfen und nicht auf dich selbst. Es ist nie zu sp\u00e4t, denn wenn man sein Leben annimmt und andere ins Spiel bringt \u2013 hat man Vergebung empfangen, Liebe, Vers\u00f6hnung \u2013 einen Denar. Und so einen Denar empfangen wir beim Abendmahl, zu dem wir alle eingeladen sind.<\/p>\n<p>Wenn wir von hier fortgehen, dann ist es dies, was Jesus sagt, der gekommen ist, damit wir Leben haben im \u00dcberfluss, so dass es an andere \u00fcberlie\u00dfen kann. Dass wir uns dar\u00fcber freuen k\u00f6nnen, dass wir alle denselben Lohn erhalten f\u00fcr unterschiedliche Arbeit. Denn es gibt Diebe genug, Zerst\u00f6rer, Rocker, die nur an sich selbst denken, wenn sie stehlen, zerst\u00f6ren und t\u00f6ten. So verliert man das Leben, das wir im \u00dcberfluss haben sollen. Komm also herein, nimm den einen Denar entgegen und bringe damit andere ins Spiel und tue Gutes. Amen.<\/p>\n<p>Propst Preben Kr\u00e6n Christensen<br \/>\nDK-6710 Esbjerg V<\/p>\n<p>E-Mail: pkch(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neid \u2013 eine der sieben Tods\u00fcnden | Matth\u00e4us 20,1-6 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst von Preben Kr\u00e6n Christensen | Neid \u2013 das ist eine der sieben Tods\u00fcnden. Neid! Das kennt Ihr wohl sehr gut. Der kann einem in dem Ma\u00dfe in die Glieder fahren und das Denken bestimmen. Dann ist man neidisch auf das neue Auto [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4319,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,1,185,157,114,139,349,669,3,249,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-4322","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-matthaeus","category-aktuelle","category-aus-dem-daenischen","category-beitragende","category-deut","category-kapitel-20-chapter-20","category-kasus","category-letzter-so-n-epiphanias","category-nt","category-preben-kraen-christensen","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4322"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4322\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4346,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4322\/revisions\/4346"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4319"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4322"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=4322"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=4322"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=4322"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=4322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}