{"id":4362,"date":"2021-02-03T12:45:45","date_gmt":"2021-02-03T11:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4362"},"modified":"2021-02-03T16:52:23","modified_gmt":"2021-02-03T15:52:23","slug":"ueberraschend-fruchtbare-saat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/ueberraschend-fruchtbare-saat\/","title":{"rendered":"\u00dcberraschend fruchtbare Saat"},"content":{"rendered":"<h3>7. Februar 2021 | Lukas 8, 4-18 | verfasst von Benedict Schubert |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>Nachdem der Ewige die Welt erschaffen hatte, rief Er zwei Engel, gab jedem von ihnen einen Sack mit Steinen. Der eine Engel ging und verstreute die Steine auf der ganzen Welt. Der andere hingegen leerte seinen Sack einfach \u00fcber dem Gebiet westlich des Jordans aus, das heute in Israel \/ Pal\u00e4stina liegt.<\/p>\n<p>In jener Region muss besonders hart gearbeitet werden, um dem steinigen Boden Ernte abzutrotzen. Dort werde diese Geschichte bis heute erz\u00e4hlt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Sie spiegelt die Lebenswirklichkeit der Frauen und M\u00e4nner wider, die Jesus zuh\u00f6rten. Sie konnten sich den S\u00e4mann gut vorstellen, von dem das \u00abGleichnis vom vierfachen Acker\u00bb handelt, das uns heute aus Lukas 8 als Predigttext vorgelegt ist.<\/p>\n<p>Am Anfang dieses Kapitels berichtet der Evangelist, dass Jesus mittlerweile mit einer ganzen Schar von Weggef\u00e4hrten und Sympathisantinnen, von J\u00fcngern und ausdr\u00fccklich auch J\u00fcngerinnen unterwegs war. Doch jetzt <em>versammelt sich <\/em>zu diesen hinzu<em> eine grosse Volksmenge<\/em>; wie konzentrische Kreise sollen wir uns Jesus mit denen vorstellen, die ihm zuh\u00f6ren: Er in der Mitte, um ihn her der engere Kreis derer, die mit ihm ziehen, um diese herum <em>str\u00f6mten von \u00fcberall her die Leute zu Jesus.<\/em><\/p>\n<p><em><sup>4<\/sup><\/em><em>&#8230;Da erz\u00e4hlte er ihnen ein Gleichnis:<br \/><sup>5<\/sup>\u00bbEin Bauer ging aufs Feld, um seine Saat auszus\u00e4en.<br \/>W\u00e4hrend er die K\u00f6rner auswarf, fiel ein Teil davon auf den Weg.<br \/>Die K\u00f6rner <\/em><em>wurden<\/em><em> zertreten, und die V\u00f6gel pickten sie auf.<br \/><sup>6<\/sup>Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden.<br \/>Die K\u00f6rner gingen auf und vertrockneten schnell wieder, weil sie keine Feuchtigkeit hatten.<br \/><sup>7<\/sup>Ein weiterer Teil fiel zwischen die Disteln.<br \/>Die Disteln gingen mit auf und erstickten die junge Saat.<br \/><sup>8<\/sup>Aber ein anderer Teil fiel auf guten Boden.<br \/>Die K\u00f6rner gingen auf und brachten hundertfachen Ertrag.\u00ab<\/em><\/p>\n<p><em>Dann rief Jesus noch: \u00bbWer Ohren zum H\u00f6ren hat, soll gut zuh\u00f6ren.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>\u00abEs ist genauso, wie er es beschreibt,\u00bb werden die meisten gedacht haben. \u00abDas ist einer von uns, der kennt uns und weiss, wie wir leben und arbeiten. Wir s\u00e4en die Saat aus, die wir uns vom Mund abgespart haben, aber der Boden ist einfach schlecht. Da w\u00e4chst nicht viel. Wir k\u00f6nnen noch so sorgf\u00e4ltig mit dem Saatgut umgehen \u2013 einen Teil davon s\u00e4en wir vergeblich aus, der bleibt verloren. Trotzdem soll es an einer Ecke so \u00fcberm\u00e4ssig guten Ertrag geben? Das kommt uns etwas arg wunderbar vor. Ob Jesus da nicht \u00fcbertreibt?\u00bb<\/p>\n<p>Ich stelle mir also vor, dass die Menge meinte, ihr werde eigentlich nichts Neues erz\u00e4hlt, bis dann diese wenig realistische Schlusspointe vom hundertfachen Ertrag kommt, auf die dann auch noch der Ruf folgt: <em>Wer Ohren zum H\u00f6ren hat, soll gut zuh\u00f6ren. <\/em>Jetzt werden alle etwas verwirrt dreingeschaut haben.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck stellen die J\u00fcnger die Frage, die wohl alle gerne gestellt h\u00e4tten.<\/p>\n<p><em><sup>9<\/sup><\/em><em>Da fragten ihn seine J\u00fcnger: \u00bbWas bedeutet dieses Gleichnis?\u00ab<br \/><sup>10<\/sup>Er antwortete: \u00bbEuch ist es geschenkt, das Geheimnis vom Reich Gottes zu verstehen.<br \/>Aber die anderen Menschen erfahren davon nur in Gleichnissen.<br \/>Denn sie sollen sehen, ohne etwas zu erkennen, und h\u00f6ren, ohne etwas zu verstehen.<\/em><\/p>\n<p>Das ist noch keine Antwort. Jesus macht eine Einschr\u00e4nkung, die noch mehr Fragen aufwirft. Offenbar ist f\u00fcr ihn klar, dass das, was er sagt, l\u00e4ngst nicht f\u00fcr alle klar ist. Den einen ist es gegeben, etwas zu begreifen. Doch die anderen bleiben ratlos mit Bildern, die ihnen nichts sagen. Sie sehen und h\u00f6ren zwar etwas, aber es ergibt f\u00fcr sie keinen Sinn. Sie k\u00f6nnen daraus nichts Brauchbares entnehmen, das mit ihrem Leben zu tun h\u00e4tte. Oder es gar erleichtern, versch\u00f6nern, verbessern w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>Euch<\/em>, sagt Jesus, ist es geschenkt zu verstehen, wie Gott ist, was Gott tut und vorhat. <em>Die anderen<\/em> erfahren davon nur in Gleichnissen. Wo verl\u00e4uft die Grenzlinie zwischen den einen und den anderen?<\/p>\n<p>Markus und Matth\u00e4us erz\u00e4hlen das Gleichnis ebenfalls. Sie markieren eine klare Grenze zwischen denen, die begreifen, und denen, die verst\u00e4ndnislos bleiben. Bei Markus zieht Jesus sich mit den Seinen zur\u00fcck, bis sie allein sind; erst dann fragen sie nach dem Sinn des Gleichnisses, und er antwortet; die Menge bekommt nicht einmal mit, dass diese Frage gestellt wird. Bei Matth\u00e4us ist der Abstand zwischen den J\u00fcngerinnen, J\u00fcngern und der Menge etwas weniger deutlich betont. Doch auch bei ihm verschwinden alle anderen Zuh\u00f6renden im Hintergrund und damit aus der Geschichte; zu Jesus treten nur die, die zu ihm geh\u00f6ren, sich schon zu ihm z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Lukas hingegen will keinen solchen Abstand anerkennen. Am Anfang des Kapitels hat er schon den Zw\u00f6lferkreis erweitert und drei Frauen mit Namen genannt, die mit <em>vielen anderen <\/em>J\u00fcnger<em>innen<\/em> Jesus nachfolgten. Diese alle werden nicht hierarchisch getrennt vom noch weiteren Kreis der ganzen Menge. In allen, die Jesus h\u00f6ren, schlummert die M\u00f6glichkeit zu begreifen. Alle sind zun\u00e4chst einmal mitgemeint, wenn Jesus verspricht: <em>Euch ist es geschenkt, das Geheimnis vom Reich Gottes zu verstehen.<\/em><\/p>\n<p>Das ist erleichternd f\u00fcr uns, die wir uns in einem Kreis befinden, der noch Jahrhunderte weiter aussen liegt. Auch wir h\u00f6ren zu. Auch wir sind angesprochen. Und auch wir sind inbegriffen in der Zahl derer, die Gott selbst begreifen l\u00e4sst, worum es geht. Ihr k\u00f6nnt also davon ausgehen, dass Euch die Auslegung des Gleichnisses einleuchtet, die Jesus jetzt macht:<\/p>\n<p><em><sup>11<\/sup><\/em><em>Dies ist die Bedeutung des Gleichnisses:<br \/>Die Saat ist das Wort Gottes.<br \/><sup>12<\/sup>Was auf den Weg f\u00e4llt, steht f\u00fcr die Menschen, die das Wort h\u00f6ren.<br \/>Aber dann kommt der Teufel.<br \/>Er nimmt es wieder weg aus ihren Herzen, damit sie nicht glauben und gerettet werden.<br \/><sup>13<\/sup>Ein anderer Teil f\u00e4llt auf felsigen Boden.<br \/>Er steht f\u00fcr die Menschen, die das Wort h\u00f6ren und gleich mit Freude in sich aufnehmen.<br \/>Aber es schl\u00e4gt keine Wurzeln.<br \/>Eine Zeit lang glauben sie.<br \/>Doch sobald sie auf die Probe gestellt werden, wenden sie sich wieder ab.<br \/><sup>14<\/sup>Noch ein anderer Teil f\u00e4llt zwischen die Disteln.<br \/>Er steht f\u00fcr die Menschen, die das Wort zun\u00e4chst h\u00f6ren.<br \/>Doch dann gehen sie fort.<br \/>Sie ersticken in Sorgen, in Reichtum und den Freuden, die das Leben bietet.<br \/>Daher bringen sie keinen Ertrag.<br \/><sup>15<\/sup>Aber ein Teil f\u00e4llt auch auf guten Boden.<br \/>Er steht f\u00fcr die Menschen, die das Wort mit offenem und bereitwilligem Herzen h\u00f6ren.<br \/>Sie bewahren es und halten durch \u2013 und so bringen sie viel Ertrag.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Alles klar? Ist das Gleichnis eine schlichte \u00abAllegorie\u00bb, eine bildhafte Geschichte, in denen jedes Element im Bild genau eine sachliche Entsprechung hat? Sind die einzelnen Begriffe eine Art Codes, und wenn wir sie entschl\u00fcsseln, liegt der Sinn des Ganzen vor uns als etwas flache Moral von der Geschichte?<\/p>\n<p>Das Gleichnis vom vierfachen Acker ist oft genug als Allegorie gedeutet worden \u2013 und hat den entsprechenden Druck ausgel\u00f6st: Der Same ist Gottes Wort, welche Art von Boden mag wohl Dein Herz sein? Schau, dass Du viel Frucht bringst, der Heiland erwartet es von Dir!<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck ist mir schon vor Jahren eingebl\u00e4ut worden: Gleichnisse sind keine Allegorien! Das mag etwas absolut formuliert sein, l\u00e4sst mich aber jeweils genauer hinschauen, wenn mir ein Gleichnis eine allzu gradlinige, einfache Deutung nahezulegen scheint.<\/p>\n<p>Also schaue ich auch hier genauer hin und sehe: Die allegorische Deutung geht tats\u00e4chlich nicht auf. Schon die <em>Saat<\/em> ist nicht einfach das <em>Wort Gottes<\/em>, obwohl Jesus genau das als erstes sagt. Denn schon im n\u00e4chsten Satz ist die Saat nicht das Wort, sondern<em> steht f\u00fcr die Menschen, die das Wort h\u00f6ren. <\/em>Die Menschen empfangen das Wort und sind es gleichzeitig? Meine Gedanken wandern weiter und lassen mich fragen, ob Jesus wom\u00f6glich vom inkarnierten Wort redet, von sich selbst. Oder sollen die J\u00fcnger sich als Samenk\u00f6rner verstehen, die gegebenenfalls auch auf Wegen zertreten werden oder in Disteln, unter Dornenkronen ersticken? Oder sollten wir uns ohnehin nicht so sehr auf die unfruchtbaren B\u00f6den konzentrieren, auf denen wir <em>unter Tr\u00e4nen s\u00e4en<\/em>, weil wir am Ende <em>unter Jubel ernten \u2013 <\/em>und zwar viel mehr, als wir uns je ertr\u00e4umt hatten (Ps 126,5)? Oder sollen wir gar nicht auf die Saat und die Ernte schauen, sondern auf den S\u00e4mann, der verschwenderisch den Samen auswirft und dabei nicht auf die Grenze seines Ackers achtet, sondern \u00fcber den Gottesacker Israel hinaus in die Welt Saatgut fallen l\u00e4sst \u2013 und dort w\u00e4chst wunderbare Frucht?<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Um flache Deutungen zu vermeiden, stelle ich mir biblische Texte gerne als R\u00e4ume vor, in die ich eintrete. Ich gehe darin umher, schaue mich um, entdecke immer wieder neue Gegenst\u00e4nde, und staune dar\u00fcber, was aufleuchtet, weil das Licht je nach Tageszeit und Wetter unterschiedlich einf\u00e4llt, oder weil pl\u00f6tzlich eine Lampe angeknipst wird.<\/p>\n<p>Unser Gleichnis ist ein reich ausgestatteter Raum. Stellt Euch vor, ich h\u00e4tte als Prediger nicht einen Monolog zu halten. Stellt Euch vor, \u2013 nach Corona darf das ja hoffentlich wieder einmal sein \u2013 wir setzten uns zu siebt oder zu dreizehnt zu Tisch zu einem gem\u00fctlichen Abendessen und wir beschl\u00f6ssen, diesen Text als Ausgangspunkt f\u00fcr unser Tischgespr\u00e4ch zu nehmen. Wir h\u00e4tten Stoff f\u00fcr einen langen und farbigen Austausch!<\/p>\n<p>Ihr habt den Text auf dem Gottesdienstblatt vor Euch und k\u00f6nnt wenigstens mit Euch selbst so ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren, wenn Ihr nicht jemanden, vielleicht sogar einen Lieblingsmenschen bei Euch habt und zu zweit dar\u00fcber staunen k\u00f6nnt, was sich da alles findet. Jetzt haben wir immerhin noch etwas Zeit, deshalb nutze ich mein Privileg, um mit noch drei Punkten anzudeuten, wor\u00fcber ich in einem solchen Tischgespr\u00e4ch gerne redete.<\/p>\n<p>a) Ich w\u00fcrde sicher den Satz zitieren, der mir aus einem Vortrag von Fulbert Steffensky h\u00e4ngenblieb, den er uns Basler Pfarrerinnen und Pfarrern hielt: \u00abWir k\u00f6nnen uns die Gesellschaft nicht aussuchen, in der wir leben.\u00bb Ich stelle mir vor, dass eine B\u00e4uerin in einem kargen B\u00fcndner Bergtal nicht ungl\u00fccklich w\u00e4re, wenn ihr Garten so viel herg\u00e4be wie derjenigen ihrer Kollegin aus dem Seeland<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Ich f\u00e4nde es bequemer, wenn wir als Kirchen nicht die Resonanzprobleme h\u00e4tten, die wir in Europa definitiv haben. Aber eben: Aussuchen k\u00f6nnen wir uns unsere Gesellschaft nicht.<\/p>\n<p>b) Bei Abdankungen mache ich immer wieder diese Erfahrung: Ich habe es mit Angeh\u00f6rigen zu tun, deren letzter direkter Kontakt mit der Kirche ziemlich lange zur\u00fcckliegt. Beim Abschiednehmen erleben sie dann, wie tr\u00f6stlich das Evangelium sein kann. Sie erfahren Zuwendung, sind best\u00e4rkt in ihrer Hoffnung, ihr Schmerz wird etwas gelindert. Manche sagen dann: \u00abDanke, Herr Pfarrer, das hat mir gutgetan. Ich merke, dass mir etwas gefehlt hat; ich will unbedingt wieder einmal zum Gottesdienst kommen.\u00bb Solche \u00c4usserungen nehme ich gerne als Zeichen von Wertsch\u00e4tzung; sie sind im Moment auch sicher ernst gemeint. In den meisten F\u00e4llen jedoch erweist sich der Schritt \u00fcber die Schwelle der Kirchent\u00fcr als zu ungewohnt. Das mag ich nicht so dramatisch wie Jesus dem Teufel zuschreiben, der den Glauben mit spitzen Krallen aus dem Herz klaubt \u2013 doch ein interessantes Gespr\u00e4chsthema g\u00e4be das jedenfalls ab.<\/p>\n<p>c) Wir sind derzeit in unserer Basler Kirche aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden fixiert darauf, unsere Saat m\u00f6glichst zielgenau und sparsam auf unserem Acker auszustreuen; schliesslich fehlen uns die Ressourcen. Jesus aber erz\u00e4hlt von einem verschwenderischen S\u00e4mann \u2013 und mich hat die Auslegung fasziniert, die meint, es gehe beim vierfachen Boden um das, was neben dem eigentlich bewirtschafteten Feld liegt. Die unerwartet reiche Ernte ergebe sich ausserhalb des abgegrenzten Terrains. Ob das f\u00fcr unsere Arbeit und Strategie als Gemeinde etwas zu bedeuten hat?<\/p>\n<p>Ihr seht, der Gespr\u00e4chsstoff w\u00fcrde uns nicht ausgehen. Der Evangelist Lukas schliesst den ganzen Abschnitt und ich mit ihm meine Predigt mit einem Nachwort von Jesus ab:<\/p>\n<p><em><sup>16<\/sup><\/em><em>Weiter sagte Jesus:<br \/>\u00bbNiemand z\u00fcndet eine \u00d6llampe an und deckt sie mit einem Gef\u00e4\u00df zu oder stellt sie unter ein Bett.<br \/>Vielmehr stellt man sie auf einen St\u00e4nder. So k\u00f6nnen alle, die hereinkommen, das Licht sehen.<\/em><\/p>\n<p>Lasst Euch nicht entmutigen. Es geht nicht um Erfolg. H\u00f6rt das Wort, lebt daraus, strahlt aus, was Gott in Euch aufleuchten l\u00e4sst, und es werden andere angez\u00fcndet.<\/p>\n<p><em><sup>17<\/sup><\/em><em>Es gibt nichts Verborgenes, das nicht zutage kommen wird.<br \/>Und es gibt nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und ans Licht kommt.<\/em><\/p>\n<p>Lasst Euch nicht entmutigen, wenn Euch etwas dunkel und unverst\u00e4ndlich vorkommt. Verbeisst Euch nicht, sondern habt Geduld. Wenn Ihr etwas jetzt nicht versteht, wird es Euch wom\u00f6glich einleuchten, wenn Ihr sp\u00e4ter darauf zur\u00fcckkommt. Und ganz am Ende, das ist Euch versprochen, werdet Ihr keine Fragen mehr haben, sondern in Gottes Licht geborgen sein.<\/p>\n<p><em><sup>18<\/sup><\/em><em>Achtet darauf, dass ihr gut zuh\u00f6rt.<br \/>Denn wer etwas hat, dem wird noch mehr gegeben.<br \/>Wer nichts hat, dem wird auch das noch weggenommen, was er meint zu haben.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Lasst Euch nicht entmutigen. Ihr werdet erfahren, wie der Reichtum dessen stetig zunimmt, was Euch geschenkt wird im Evangelium, im Wort, das Gott selbst Euch sagt. Ihr gewinnt immer mehr Einsicht, Verst\u00e4ndnis, Weisheit, Vertrauen und Hoffnung. Und die Liebe wird Euch immer leichter fallen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Der Gottesdienst findet unter den Einschr\u00e4nkungen statt, die Corona uns auferlegt. Dazu geh\u00f6rt schmerzlich, dass wir auf den Gemeindegesang verzichten m\u00fcssen. Lieder kommen dennoch vor \u2013 bew\u00e4hrt hat sich die Form, dass die Orgel ein ausf\u00fchrliches Vorspiel macht, dann die Melodie leise spielt bzw. \u00fcber sie improvisiert \u2013 dazu wird der Liedtext rezitiert. Das hat den Vorteil, das wir auch Lieder w\u00e4hlen k\u00f6nnen, die die Gemeinde nicht so gut kennt oder singen kann. F\u00fcr diesen Gottesdienst sehe ich als Lieder vor:<\/p>\n<p>Tut mir auf die sch\u00f6ne Pforte \u2013 RG 160 \/ EG 166<br \/>Es ist ein Wort ergangen \u2013 RG 256 (Text: Arno P\u00f6tzsch, Melodie: Albert Moeschinger \u2013 nicht im EG)<br \/>Herr, lass deine Wahrheit \u2013 RG 824 (Text: Liselotte Corbach, Melodie: Samuel Rothenberg \u2013 nicht im EG)<\/p>\n<p>Den Gottesdienst er\u00f6ffnen wir mit diesem Dialog:<\/p>\n<p>E\u00a0\u00a0 Du kommst, ewiger Gott, und schweigst nicht.<\/p>\n<p><strong>A\u00a0 Wir sind gekommen, um Dich zu h\u00f6ren.<\/strong><\/p>\n<p>E\u00a0\u00a0 Du siehst uns, gn\u00e4diger Gott,<br \/>und erbarmst Dich \u00fcber uns.<\/p>\n<p><strong>A\u00a0 Wir schauen auf zu Dir,<br \/>stellen uns in das Licht,<br \/>das Du \u00fcber uns aufgehen l\u00e4sst.<\/strong><\/p>\n<p>E\u00a0\u00a0 Ehre sei dem Vater und dem Sohn<br \/>und dem Heiligen Geist<\/p>\n<p><strong>A\u00a0 Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit<br \/>und in Ewigkeit. Amen.<\/strong><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Anstatt des von der Leseordnung vorgeschlagenen Psalms 18, 21-51 beten wir Psalm 126, weil ich ihn in der Predigt zitiere.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Pfr. Dr. Benedict Schubert, geb. 1957, reformierter Pfarrer an der Peterskirche in Basel nach mehreren Jahren im Dienst der evangelisch-reformierten Kirche in Angola und bei mission 21 \u2013 evangelisches missionswerk basel, sowie Lehrauftrag im Fach aussereurop\u00e4isches Christentum an der Universit\u00e4t Basel; mit seiner Frau zusammen leitet er das \u00abTheologische Alumneum\u00bb, ein Wohnheim f\u00fcr Studierende aller Fakult\u00e4ten, sie sind beide seit ihrer Gr\u00fcndung Mitglieder der Communit\u00e4t Don Camillo.<\/p>\n<p>Basel<\/p>\n<p><a href=\"about:blank\">benedict.schubert@erk-bs.ch<\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> So Sharon H. Rince in ihrem Lukas-Kommentar (Luke, Louisville e.a. 1995, 113)<\/p>\n<p>Zum vergn\u00fcglichen Kontrast: In Georgien wird erz\u00e4hlt, der Ewige habe, nachdem Er alles geschaffen hatte, f\u00fcr sich selbst Essen zubereitet. Auf einem Tablett habe er es an einen schattigen Ort tragen wollen. Dabei sei Er gestolpert, und das g\u00f6ttliche Essen sei auf die Erde gefallen. In Georgien nat\u00fcrlich, nicht in Israel&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Darin sehen die beiden belgischen Jesuiten Philippe Bossuyt und Jean Radermakers die Pointe des Gleichnisses: \u00abPourquoi cet accent sur la semence? Sans doute, Luc pense-t-il au lecteur qui n\u2019est pas n\u00e9 dans le juda\u00efsme et ne peut avoir qu\u2019une vague id\u00e9e de la \u2018Parole de Dieu\u2019 dans l\u2019\u00c9criture\u00a0; mas tout homme sait ce qu\u2019est une semence\u00a0: une force de croissance, une puissance de vie. Lc pr\u00e9sente aini la Parole\u00a0: comme une semence porteuse de vie, grosse de l\u2019expression qu\u2019elle porte en germe.<br \/>Dans la parabole, Lc caract\u00e9rise curieusement les diff\u00e9rentes situations de la semence\u2026 Apparemment, ces diff\u00e9rentes semences tombent sur le chemin, sur le roc, dans les \u00e9pines, et dans la bonne terre, mais en petite quantit\u00e9, et donc en dehors du champ\u2026 la parabole de Luc ferait allusion \u00e0 ceux qui, en dehors du champ d\u2019Isra\u00ebl, captent diversement la semence de la Parole et peuvent porter du fruit au centuple.\u00a0\u00bb (J\u00e9sus. Parole de la Gr\u00e2ce selon saint Luc, 2. Lecture continue, Bruxelles 1981, 219f).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Das \u00abSeeland\u00bb zwischen Bern, Biel und Neuch\u00e2tel ist eine der fruchtbarsten Gegenden der Schweiz.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7. 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