{"id":4398,"date":"2021-02-10T17:47:54","date_gmt":"2021-02-10T16:47:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4398"},"modified":"2025-04-09T10:10:42","modified_gmt":"2025-04-09T08:10:42","slug":"ein-fasten-das-mir-gefaellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/ein-fasten-das-mir-gefaellt\/","title":{"rendered":"Jesaja, 58,1\u20139a"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Ein Fasten, das mir gef\u00e4llt | Estomihi | 14.02.2021 | Jesaja 58,1-9a | Manfred Gerke |<\/strong><\/h4>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>\u201eBogot\u00e1. Eine Tagung von Gl\u00e4ubigen in der nordkolumbianischen Stadt Cartagena ist in eine handfeste Schl\u00e4gerei ausgeartet. Wie die Organisatoren am Wochenende mitteilten, gerieten die Vertreter zweier christlicher Vereinigungen am Eingang des Fu\u00dfballstadions aneinander, wo die Tagung stattfinden sollte.<\/p>\n<p>Statt sich mit dem Thema N\u00e4chstenliebe zu befassen, gingen sie mit F\u00e4usten aufeinander los. Einer erlitt dabei eine Stichverletzung. Entz\u00fcndet hatte sich der Streit an dem puertoricanischen Pfarrer Jorge Raschke, den seine Gegner als korrupt beschimpften.\u201c So stand es vor einigen Jahren in der Zeitung.<\/p>\n<p>Ungeheuerlich diese Notiz. Deshalb habe ich sie auch ausgeschnitten und aufbewahrt. Ein kirchlicher Kongress zum Thema N\u00e4chstenliebe \u2013 und die Teilnehmer gehen mit F\u00e4usten und Messer aufeinander los. Das passt nicht zusammen. Hier stimmt was nicht.<\/p>\n<p>Genau das ist der Hintergrund unseres Predigttextes aus Jesaja 58. Hier stimmt was nicht! Das Volk Israel durfte aus der Gefangenschaft heimkehren. Was f\u00fcr ein Jubel! Was f\u00fcr eine Freude! Die Menschen f\u00fchlten sich ganz und gar auf der Gewinnerseite. Gott ging mit ihnen. Jetzt m\u00fcsste doch alles besser werden.<\/p>\n<p>Doch es kam ganz anders. In der Gefangenschaft hatten sie zusammengehalten. Sie ertrugen alle das gleiche Leid. Sie waren eine Schicksalsgemeinschaft. \u201eSie sa\u00dfen an den Wassern Babylons und weinten.\u201c Doch kaum war die Bedrohung vorbei, zerbrach diese Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Kaum waren sie zur\u00fcck in Jerusalem, dachte jeder nur an sich, gab es wieder Arme und Reiche, ging die Schere immer mehr auseinander. Pl\u00f6tzlich gab es die Erfolgreichen, die ihre H\u00e4user schon wieder aufgebaut hatten, mit Gewinn ihre Gesch\u00e4fte betrieben \u2013 und Bettler, die nicht wussten, wie sie den Tag \u00fcberleben konnten.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit wurde der Tempel immer pr\u00e4chtiger ausgestaltet, die Gottesdienste immer festlicher. Eigentlich ging es steil bergauf. Aber die Menschen sp\u00fcrten: Hier stimmt was nicht. Hier ist etwas nicht in Ordnung.<\/p>\n<p>Und in der Tat: Hier stimmt was nicht! Deshalb bekommt der Prophet einen unmissverst\u00e4ndlichen Auftrag. H\u00f6ren wir abschnittsweise <strong>Jesaja 58, Vers 1 bis 9<\/strong>:<\/p>\n<p>Rufe getrost, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verk\u00fcndige meinem Volk seine Abtr\u00fcnnigkeit und dem Hause Jakob seine S\u00fcnden!<\/p>\n<p>Das klingt noch viel zu harmlos. Rufe aus vollem Hals! So laut wie du kannst. Und ohne Hemmungen! Sollen die Leute doch gucken, die Augen verdrehen. Laut wie eine Posaune, damals das Widderhorn, das bei Gefahr geblasen wurde, aber auch am gro\u00dfen Vers\u00f6hnungstag, um die Barmherzigkeit Gottes zu preisen. Rufe! Und verk\u00fcnde meinem Volk seine Abtr\u00fcnnigkeit.<\/p>\n<p>\u201e<em>Meinem<\/em> Volk\u201c, soll er sagen, trotz allem sagen. Ja, auch in der Verzerrung ist es immer noch \u201esein\u201c Volk. Sprache der Liebe, der Liebe Gottes, die nicht von uns Menschen lassen kann, der nichts sehnlicher w\u00fcnscht als unser Gl\u00fcck, unsere Freude, Leben mit uns.<\/p>\n<p>Was ist das Problem, m\u00f6chte ich ihn fragen. Warum schreist du so laut, so unaufh\u00f6rlich, so penetrant wie ein tropfender Wasserhahn? Dann w\u00fcrde er wohl antworten:<\/p>\n<p><strong>Sie suchen mich t\u00e4glich und begehren, meine Wege zu wissen, als w\u00e4ren sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen h\u00e4tte. Sie fordern von mir Recht, sie begehren, dass Gott sich nahe. \u201eWarum fasten wir, und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib, und du willst\u2018s nicht wissen?\u201c <\/strong><\/p>\n<p>\u201e&#8230;als w\u00e4ren sie\u201c \u2013 genau das ist das Problem. Ein kleines Wort zu Anfang des Satzes macht es deutlich. Luther hat es gar nicht \u00fcbersetzt: \u201ewohl\u201c. \u201eWohl suchen sie mich&#8230;\u201c \u00c4u\u00dferlich wohl. Und doch, es ist alles nur Schein, eine Fr\u00f6mmigkeit \u201eals ob\u201c. Sie feiern Gottesdienst. Sie tun so, als w\u00e4ren sie sein Volk, das Gerechtigkeit \u00fcbt. Sie fragen nach gerechtem Gericht. Sie w\u00fcnschen, Gott nahe zu sein. Doch das alles ist nur Fassade, nur Schein.<\/p>\n<p>Im Herzen sieht es anders aus. \u201eWarum fasten wir \u2013 und du siehst es nicht?\u201c Man leugnet Gott nicht, aber man zweifelt an seiner N\u00e4he und G\u00fcte. Man zweifelt, ob er einen beachtet und sieht. Gott wird nicht grunds\u00e4tzlich in Frage gestellt. Aber an seiner N\u00e4he, an seiner Liebe \u2013 da hat man doch Zweifel.<\/p>\n<p>Mehr als Zweifel. So denken sie und leben sie. Als w\u00e4re Gott eben nicht nah, sondern fern. So denken und leben sie \u2013 ohne Gott, gottlos. So denken und leben sie \u2013 ohne Gott, an Gott vorbei. Und das hat Folgen!<\/p>\n<p><strong>Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Gesch\u00e4ften nach und bedr\u00fcckt alle eure Arbeiter. Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der H\u00f6he geh\u00f6rt werden soll. Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf h\u00e4ngen l\u00e4sst wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat?<\/strong><\/p>\n<p>Fasten ist nicht nur heute ein wichtiges Thema. Im Internet verhilft Ihnen die Suchmaschine Google zu mehr als 46 Millionen Adressen! Meistens dreht es sich um Heilfasten, Di\u00e4t, Abnehmen, Wellness.<\/p>\n<p>Fasten war auch damals in Jerusalem wichtig, weil es ein Glaubensthema war, ein Zeichen ernsthafter Fr\u00f6mmigkeit. Mein Glauben an Gott ist mir wichtig, hat Folgen auch f\u00fcr meinen Alltag, f\u00fcr meinen Lebensstil. F\u00fcr Gott nehme ich etwas auf mich, verzichte ich ganz bewusst auf Annehmlichkeiten. Fasten \u2013 sichtbares Zeichen eines ernstgemeinten Glaubens.<\/p>\n<p>Doch genau das stellt der Prophet in Frage! Fasten ist doch viel mehr als eine \u00c4u\u00dferlichkeit. Fasten ist viel mehr als in Sack und Asche gehen, seinen Kopf h\u00e4ngen lassen wie die Binse. Ein starkes Bild. Die Pflanze ist biegsam. Bei starkem Wind beugt sie sich, um nicht zu zerbrechen. L\u00e4sst der Wind nach, richtet sie sich wieder auf.<\/p>\n<p>Genau das macht ihr Einwohner Judas, sagt der Prophet. An einem Fastentag beugt ihr euch und dem\u00fctigt euch vor Gott \u2013 jedenfalls \u00e4u\u00dferlich. Ihr betet, sprecht Worte der Reue. Und doch, alles nur vor\u00fcbergehend. Kaum habt ihr \u201eAmen\u201c gesagt, streckt ihr den Kopf in die H\u00f6he und denkt an ganz anderes: an euren Vorteil, an euer Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Sogar den Fastentag im Tempel missbraucht ihr, sagt der Prophet. Ihr benutzt ihn, um euren Gesch\u00e4ften nachzugehen. Dort trefft ihr Menschen, die euch Geld schulden. Und selbst im Tempel, im Gottesdienst h\u00f6rt ihr nicht auf, sie zu bedr\u00e4ngen, von ihnen Geld und Leben zu erpressen. Und wenn es nicht mehr geht, sorgt ihr daf\u00fcr, dass sie ins Gef\u00e4ngnis geworfen oder als Sklaven verkauft werden. \u201eSieh, zu Streit und Hader fastet ihr, schlagt drein mit der Faust der Bosheit&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Was ganz fromm begonnen hat, mit den Worten \u201eUnser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn\u201c, endet mit Gewalt, mit der Faust der Bosheit \u2013 wie auf dem christlichen Kongress in Kolumbien und schlimmer.<\/p>\n<p>Ungeheuerlich, wie Glauben und Leben auseinanderbrechen. Schizophren. Und doch, es geschieht immer wieder. Ein extremes Beispiel ereignete sich w\u00e4hrend des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt\/Main. Da sa\u00df auf der Anklagebank auch der Sanit\u00e4ter Josef Klehr, der H\u00e4ftlinge mit Phenolinjektionen ins Herz get\u00f6tet hatte. Zwischen dem Gerichtspr\u00e4sidenten und dem Angeklagten entspann sich folgender Dialog: \u201eAngeklagter, wie viele Injektionen haben Sie t\u00e4glich im Durchschnitt gemacht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSchwer zu sagen. Dreihundert, vierhundert &#8230; Ich erinnere mich, dass es einmal nur zweihundert waren.\u201c \u201eUnd das war wenig?\u201c \u201eJa. Ich hatte es eilig.\u201c \u201eWarum?\u201c \u201eIch wollte mich rasieren, baden, die Uniform wechseln &#8230;\u201c \u201eWozu?\u201c \u201eNun, ich wollte &#8230;\u201c \u201eWas wollten Sie, Angeklagter?\u201c \u201eIch wollte Heiligabend feiern, Hohes Gericht.\u201c \u00b9<\/p>\n<p>Genauso schizophren. Gespalten in zwei Teile. Hier der M\u00f6rder, da der fromme Familienvater. Das passt nicht zusammen: 200 Menschen t\u00f6ten und andachtsvoll Heiligabend feiern. Das passt nicht zusammen: Gott singen, zu ihm beten \u2013 und gleichzeitig die Schuldner bedr\u00e4ngen, Geld eintreiben, Menschen ins Gef\u00e4ngnis werden lassen. Glauben und Leben brechen auseinander, sprechen unterschiedliche Sprachen. Der Prophet fordert ein anderes Fasten:<\/p>\n<p><strong>Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedr\u00fcckst, rei\u00df jedes Joch weg!\u00a0 Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, f\u00fchre ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!<\/strong><\/p>\n<p>\u201e&#8230;an dem ich Gefallen habe\u201c. Darum geht es zuallererst: dass wir auf Gott sehen, auf das sehen, woran er Gefallen hat, uns an ihm, ihm allein orientieren. \u2013 Fasten hei\u00dft zuallererst: \u201eausmisten\u201c.<\/p>\n<p>Herr R erz\u00e4hlt: \u201eEin alter Arbeitskollege von mir musste aus seiner gro\u00dfen Wohnung umziehen in eine kleine; er sortierte vieles aus, was nicht unterzubringen war, und beschr\u00e4nkte sich auf das Sch\u00f6nste und N\u00fctzlichste. Kurze Zeit sp\u00e4ter war es ihm m\u00f6glich zur\u00fcck zu ziehen. Niemals mehr habe ich eine geschmackvollere Einrichtung gesehen. Seitdem halte ich \u00f6fter Umzug.\u201c\u00b2<\/p>\n<p>Fasten hei\u00dft ausmisten, mich trennen von allem, was \u00fcberfl\u00fcssig ist. Mehr noch, mich trennen von allem, was mich belastet, was im Wege ist zwischen Gott und mir, klar Schiff machen.<\/p>\n<p>Fasten hei\u00dft als n\u00e4chstes: In mir w\u00e4chst eine gro\u00dfe Sehnsucht nach Leben. Eine junge Frau war sehr verzweifelt und wollte ihrem Leben ein Ende machen. So ging sie zu einem weisen Mann und erz\u00e4hlte ihm von ihrer Absicht, nichts mehr zu essen, bis sie sterben w\u00fcrde. Der alte Mann nickte zustimmend und meinte nur: \u201eDas wird ein sch\u00f6ner Tod werden!\u201c<\/p>\n<p>Die Frau war ganz entt\u00e4uscht, denn insgeheim hatte sie gehofft, der weise Mann w\u00fcrde sie von ihrem Vorhaben abbringen. So begann sie denn zu fasten. Und im Laufe der Tage sp\u00fcrte sie in ihrem K\u00f6rper wunderbare Ver\u00e4nderungen. Ihr Leib und ihre Seele wurden gereinigt, und sie f\u00fchlte sich mit jedem Tag besser und wohler.<\/p>\n<p>Gelegentlich hatte sie ein Gef\u00fchl von Traurigkeit, und sie lernte auch seelischen Schmerz kennen, der sich aber immer mehr in eine tiefe Freude am Leben verwandelte. In ihr wuchs mit jedem Tag mehr eine Sehnsucht nach Leben. Sie fastete nun schon \u00fcber zwei Wochen, und es ging ihr immer besser.<\/p>\n<p>Nach drei Wochen war aller Schmerz vorbei, sie f\u00fchlte ihr Herz \u00fcberstr\u00f6men von Gl\u00fcck und Lebenshunger. Es war eine unb\u00e4ndige Sehnsucht nach Leben. Und so beschloss sie denn, wieder zu leben, doch ab jetzt wirklich zu leben.\u00b3<\/p>\n<p>Eine Sehnsucht nach Leben. Ich erg\u00e4nze: ein Leben, das sich an Gott orientiert. Eine Sehnsucht, die gerade bei ihm Erf\u00fcllung findet, das Leben findet. Eine Sehnsucht, die gerade bei Gott offene Augen bekommt: Nicht nur f\u00fcr das, was mich niederdr\u00fcckt, sondern auch f\u00fcr das, was mein Leben reich macht, wie Gott mein Leben reich macht.<\/p>\n<p>Zu einem Pfarrer kam ein \u00e4lteres Ehepaar, beide so um die 60, beide sehr leidend und depressiv. Man musste nicht lange mit ihnen reden, um ihre Krankheitsgeschichte zu erfahren, dass sie nicht schlafen konnten, wie schlimm ihnen ihre Kinder mitgespielt hatten. Die w\u00fcrden sich gar nicht um sie k\u00fcmmern \u2026<\/p>\n<p>Nachdem er lange zugeh\u00f6rt hatte, sagte der Seelsorger den beiden nur: Sie br\u00e4uchten eine Aufgabe. Sie sollten von sich wegsehen und f\u00fcr andere da sein. Sie sollten verbindlich Menschen suchen, denen sie Gutes t\u00e4ten. \u2013 Die beiden waren entt\u00e4uscht, f\u00fchlten sich \u00fcberhaupt nicht verstanden. Sie wollten Mitleid, ein Segensgebet w\u00e4re sch\u00f6n gewesen. Sie wollten, dass ihnen mal wieder jemand Recht gibt und das Unrecht Unrecht nennt. <em>Sie<\/em> brauchten doch Hilfe. Und jetzt sagte der Seelsorger, sie sollten f\u00fcr andere da sein?\u2074<\/p>\n<p>Ja, genau darum geht\u2019s. \u201eDas aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe&#8230;\u201c Ich schaue auf Gott. Und je n\u00e4her ich an das Licht heranr\u00fcckte, desto gr\u00f6\u00dfer wird der Schatten, den ich werfe. Das k\u00f6nnen Sie zu Hause mal ausprobieren. Je n\u00e4her ich an Gott heranr\u00fccke, versuche zu begreifen, woran er Gefallen hat, desto gr\u00f6\u00dfer werden die Schatten, die ich sehe: in meinem Leben und im Leben anderer.<\/p>\n<p>Und ich entdecke: Hier will Gott mich gebrauchen. Hier ist der Ort meines Fastens. Hier will er mich bei der Arbeit sehen. Hier geh\u00f6ren Glauben und Leben zusammen: Brich mit den Hungrigen dein Brot&#8230;<\/p>\n<p>Ich faste, indem ich verschenke: mit den Hungrigen mein Brot breche, mit den Traurigen singe, den Heimatlosen Geborgenheit schenke. Deshalb hei\u00dft die diesj\u00e4hrige Fastenaktion auch: \u201eSPIELRAUM! Sieben Wochen ohne Blockaden.\u201c Ein gro\u00dfartiges Motto.<\/p>\n<p>\u201eDarf ich Sie mal kurz sprechen? Ich hab\u2018 ein Herz f\u00fcr Sie!\u201c Mit diesen Worten wollte Thomas H\u00f6lscher in der vergangenen Fastenzeit jeden Tag auf einen fremden Menschen zugehen und ihm ein Herz schenken. Daf\u00fcr hat er einen Fundus ganz unterschiedlicher Herzen zusammengestellt \u2013 einfarbige und bunte, aus Holz, Glas oder Metall.\u201c\u2075 Und spannende Begegnungen erlebt.<\/p>\n<p>Fasten. Sieben Wochen ohne Blockaden. Ein gro\u00dfer Spielraum, in dem wir auf andere zugehen, ein Herz f\u00fcr sie haben. Warum eigentlich nur 7 Wochen? Denn dieses Fasten ist mehr als nur eine Fr\u00f6mmigkeits\u00fcbung. Dieses Fasten gewinnt Gestalt in unserem Leben, pr\u00e4gt unser Leben, so dass Glauben und Leben nicht mehr auseinanderbrechen. Nein, keine Faust mehr \u2013 wie beim Kongress f\u00fcr N\u00e4chstenliebe.<\/p>\n<p>Und dieses Fasten steht unter einer gro\u00dfen Verhei\u00dfung:<\/p>\n<p><strong>Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenr\u00f6te, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschlie\u00dfen. Dann wirst du rufen, und der HERR wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. <\/strong><\/p>\n<p>Ein St\u00fcck vom Himmel. Das ist Heil, die neue Welt Gottes \u2013 heute schon erfahrbar. Auch zu Corona-Zeiten. Ich rufe und der Herr antwortet. Ich flehe und er sagt: \u201eSiehe, hier bin ich.\u201c Amen.<\/p>\n<p>\u00b9\u00a0 Willi Hoffs\u00fcmmer, Kurzgeschichten IV, Nr. 8 (allerdings wird dort der Name des Sanit\u00e4ters nicht korrekt geschrieben)<br \/>\n\u00b2 Siegried Macht, zitiert nach Willi Hoffs\u00fcmmer, Kurzgeschichten V, Nr. 35<br \/>\n\u00b3 nach Willi Hoffs\u00fcmmer, Kurzgeschichten V, Nr. 36<br \/>\n\u2074 Quelle unbekannt<br \/>\n\u2075 aus \u201eAndere Zeiten\u201c, 1.2021, S.6f<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Begr\u00fc\u00dfung<\/strong><\/p>\n<p>Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat, der Wort und Treue h\u00e4lt ewiglich und nicht preisgibt die Werke seiner H\u00e4nde. Amen.<\/p>\n<p>Ps 31,3b.4b:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sei mir ein starker Fels und eine Burg,<br \/>\ndass du mir helfest. Um deines Namens willen<br \/>\nwollest du mich leiten und f\u00fchren.<\/p>\n<p>Dieser Sonntag tr\u00e4gt den lateinischen Namen \u201eEstomihi\u201c, die ersten Worte unseres Eingangsspruchs: \u201eSei mir&#8230;\u201c Wir schauen auf zu dem Gott, der uns hilft \u2013 wenn wir ihn bitten: \u201eSei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest.\u201c<\/p>\n<p><strong>Gebet:<\/strong><\/p>\n<p>Vater im Himmel, danke f\u00fcr Dein Wort. Das sagst Du uns.<br \/>\nVergib uns unsere Schuld. Vergib uns, wo wir nur uns sehen.<br \/>\nVergib, wo Glauben und Leben auseinanderbricht, wir Christen sind \u201eals ob\u201c.<br \/>\nVergib uns, wo wir nur unseren Vorteil sehen. Vergib uns, wo wir andere verletzt haben.<br \/>\nVergib uns, wo wir Anlass gaben zu Streit und Kummer.<br \/>\nHilf uns, auf Dich zu schauen, auf das, woran Du Gefallen hast.<br \/>\nHilf uns zu einem Fasten, das Dir und uns gef\u00e4llt,<br \/>\nein Fasten, das verschenkt, aus Liebe zu Dir und zu unserem N\u00e4chsten,<br \/>\ndass wir dem Hungrigen Brot geben, dem Fl\u00fcchtling ein Zuhause, dem Traurigen unser Ohr und dem Verzagten unsere H\u00e4nde.<br \/>\nDu, Herr, wei\u00dft um die Macht der Pandemie,<br \/>\nwie sie uns einengt, Pl\u00e4ne vernichtet, Hoffnungen zerst\u00f6rt.<br \/>\nDu wei\u00dft um alle Not dieser Erde, um die Dunkelheiten und Ausweglosigkeiten.<br \/>\nWir befehlen Dir alle an, die gefesselt sind: Fesseln der Angst, der Krankheit, des Todes, der Gewalt.<br \/>\nHilf uns und vielen Menschen, dass wir uns stark machen f\u00fcr Deine Sache und glaubw\u00fcrdig als Deine Kinder leben.<br \/>\nLass Dein Licht aufgehen und uns bescheinen, dass wir rufen und Du antwortest,<br \/>\ndass wir flehen und Du sagst: Hier bin ich. Lass uns Dein Heil erfahren \u2013 heute schon und f\u00fcr alle Zeit. Amen.<\/p>\n<p><strong>Lieder:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>302;401;420<\/p>\n<p>Pastor i.R. Manfred Gerke,<br \/>\nImmanuel-Kant-Stra\u00dfe 5,<br \/>\n26789 Leer<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:manfred.gerke@ewe.net\">manfred.gerke@ewe.net<\/a><\/p>\n<p>Seit Juni 2017 bin ich Pastor i. R. und wohne in Leer. Von 1977 bis 2017 war ich aktiv in der Ev.-ref. Kirchengemeinde Stapelmoor, zun\u00e4chst als Vikar, dann als Pfarrer. Verschiedene Schwerpunkte kennzeichneten meinen Dienst: Zun\u00e4chst war ich im Synodalverband ehrenamtlich Jugendpfarrer, dann zehn Jahre verantwortlich f\u00fcr die Ausbildung und Begleitung von Lektoren und \u00c4ltestenpredigern in der Ev.-ref. Kirche und achtzehn Jahre Pr\u00e4ses in unserem Synodalverband. Im Auftrag der EKD habe ich in den Jahren 2017 bis 2020 fast zwanzig Monate in der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde auf den Balearen mitgearbeitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Fasten, das mir gef\u00e4llt | Estomihi | 14.02.2021 | Jesaja 58,1-9a | Manfred Gerke | Liebe Gemeinde! \u201eBogot\u00e1. Eine Tagung von Gl\u00e4ubigen in der nordkolumbianischen Stadt Cartagena ist in eine handfeste Schl\u00e4gerei ausgeartet. 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