{"id":4495,"date":"2021-02-18T16:49:13","date_gmt":"2021-02-18T15:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4495"},"modified":"2021-02-19T16:54:12","modified_gmt":"2021-02-19T15:54:12","slug":"du-bist-mehr-als-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/du-bist-mehr-als-das\/","title":{"rendered":"Du bist mehr als das &#8230;"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Du bist mehr als das, was du von dir selbst denkst | <\/strong>Matth\u00e4us 4,1-11 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst von Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen |<\/h3>\n<p>W\u00fcsten sind ohne alle die Kultur, die uns von uns selbst wegruft hinein in eine von Menschen geschaffene Welt. W\u00fcsten sie \u00f6de und leer, so wie sie Gott geschaffen hat. Deshalb sind sie dazu geeignet, das aufzusuchen, was uns geschaffen hat. Jesus findet aber nicht Gott in der W\u00fcste nach vierzig Tagen, stattdessen begegnet ihm der Teufel, der ihn in Versuchung f\u00fchrt. Er f\u00fchrt ihn in die Versuchung, seine g\u00f6ttliche Natur zum eigenen Nutzen zu verwenden.<\/p>\n<p>Der Teufel sagt: <em>Wenn du Gottes Sohn bist, dann mache den Stein zu Brot, und alle wir anderen werden schreien, wenn du das dann nicht tust.<\/em> Jesus tut das nicht, und er muss sich deshalb mit denselben menschlichen Bedingungen begn\u00fcgen wie wir anderen. H\u00e4tte Jesus es getan, w\u00e4re er der gewesen, der der Versuchung erlang, und nicht Gottes Sohn.<\/p>\n<p>Hast du dich dort befunden, wo du anfingst nachzugeben, jedenfalls nur ein wenig. Da wo die Gedanken darum kreisen, es zu tun. Da, wo du der Versuchung fast erliegst. Die Versuchung ist da, sie verschwindet nur, wenn man ihr verf\u00e4llt. Wenn die Steine zu Brot werden, ist die Versuchung verschwunden \u2013 aber die Moral auch. Denn wer ist man eigentlich, wenn man der Versuchung erlegen ist? Wenn man genau das tut, was man nicht tun wollte?<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde dich in Versuchung bringen nach vierzig Tagen in einer W\u00fcste \u2013 Wasser, Brot oder irgendetwas anderes. Vierzig Tage ist eine lange Zeit, auf Gott zu warten. Ich glaube, ich w\u00fcrde schreien: Wenn du Gottes Sohn bist, dann komm zu mir, zeige mir deine Liebe. Ein Gedanke, der zu dem n\u00e4chsten Gedanken f\u00fchrt: Wenn er nicht zu mir kommt, dann ist Jesus nicht der Sohn Gottes. Auf diese Weise schaffe ich mir Jesus nach meinem eigenen Bilde. Und vielleicht ist es dies, was ich ihn heute sagen h\u00f6re, dass er mir schon selbst zeigen werde, wer er ist.<\/p>\n<p>In meinem Mund werden die Worte des Teufels zu einem Verlangen nach Beweis, auf das sich Jesus meiner Meinung nach nicht einl\u00e4sst. Lasse ich aber die Worte: <em>Wenn du der Sohn Gottes bist<\/em> an mich gerichtet sein, dann h\u00f6re ich die Worte als ein Gericht \u00fcber das Leben, das ich lebe. Wenn ich ein Kind Gottes w\u00e4re, w\u00fcrde ich der Versuchung erliegen? W\u00fcrde ich mich an dem Brot satt essen, w\u00e4hrend ich wei\u00df, dass andere Hunger leiden? Wenn ich ein Kind Gottes w\u00e4re, w\u00fcrde ich dann nur zum Spa\u00df an das andere Ende der Welt reisen, w\u00e4hrend die Welt einen Hitzschlag erleidet? Wenn ich ein Kind Gottes w\u00e4re, w\u00fcrde ich dann noch immer all den Versuchungen erliegen, so dass ich nie aus der W\u00fcste zu Gott k\u00e4me?<\/p>\n<p>Die Antwort, die mir die Kirche gibt, ist die, dass ich nicht ein Kind Gottes bin wegen meines Tuns, sondern kraft dessen, was Jesus getan hat. Denn von uns Menschen ist zum Gl\u00fcck mehr zu sagen als unser Tun. Wir sind in der Tat mehr als das, wor\u00fcber wir fallen und stolpern. Du bist mehr als das, wozu dich deine eigenen guten und schlechten Entscheidungen gemacht haben. Mehr als die Statussymbole, mit denen wir danach streben, dass die Welt uns zu F\u00fc\u00dfen liegt. Du bist selbst mehr als deine Gedanken \u00fcber dich selbst und das Leben, das Versuchungen erliegt statt nach dem Himmel zu streben.<\/p>\n<p>Du bist n\u00e4mlich nicht ein Kind Gottes durch deine Entscheidungen, sondern weil Jesus dich erw\u00e4hlt hat. Jesus verzichtete auf all das, was die Welt ihm h\u00e4tte geben k\u00f6nnen. Und er w\u00e4hlte dich und alle euch anderen, Kinder Gottes zu werden.&nbsp; Jesus, der mich mit seinen Worten nicht einen Satan nennt wegen dem, was ich tue, sondern dem B\u00f6sen befiehlt zu verschwinden. Jesus, der mit uns ist nicht nur bis zum Ende des Glaubens oder bis wir ihn verwerfen, sondern der mit uns ist alle Tage bis an das Ende der Welt. Auch an den Tagen, wo wir der Versuchung erliegen zu glauben, dass wir kein Kind Gottes sind. Oder an dem Tag, wo du versuchen w\u00fcrdest, ihn auf diese Weise dazu zu bringen, in dein Leben zu kommen. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pastor Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen<\/p>\n<p>DK-5000 Odense<\/p>\n<p>E-Mail: lrl(at)km.dk<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Du bist mehr als das, was du von dir selbst denkst | Matth\u00e4us 4,1-11 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst von Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen | W\u00fcsten sind ohne alle die Kultur, die uns von uns selbst wegruft hinein in eine von Menschen geschaffene Welt. W\u00fcsten sie \u00f6de und leer, so wie sie Gott geschaffen hat. 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