{"id":4612,"date":"2021-03-08T21:04:10","date_gmt":"2021-03-08T20:04:10","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4612"},"modified":"2021-03-08T21:04:10","modified_gmt":"2021-03-08T20:04:10","slug":"warum-musste-jesus-sterben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/warum-musste-jesus-sterben\/","title":{"rendered":"Warum musste Jesus sterben?"},"content":{"rendered":"<h3>Predigt und Gottesdienstentwurf zu Joh 12, 20-24 | am Sonntag L\u00e4tare, 14. M\u00e4rz 2021 | von Bert Hitzegrad |<\/h3>\n<p><strong>Begr\u00fc\u00dfung<\/strong><\/p>\n<p>Passionszeit \u2013 Leidenszeit. Wir gehen mit Jesus \u201ehinauf nach Jerusalem\u201c.<\/p>\n<p>Die Bilder von Leiden und Sterben begleiten uns, nicht nur die biblischen Bilder, auch die Bilder in den Nachrichten, die Sorge um Menschen, die von dem Virus Covid 19 betroffen sind.<\/p>\n<p>Leidenszeit &#8211; so fremd und fern sie uns ist, sie kommt doch immer wieder nahe, betrifft unseren Alltag.<\/p>\n<p>Am kommenden Sonntag nun ein St\u00fcck Innehalten: \u201eL\u00e4tare\u201c \u2013 \u201eFreuet euch!\u201c\u00a0 \u00a0Freuet euch mit Jerusalem und seid fr\u00f6hlich \u00fcber die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt.\u201c (Je 66, 10)<\/p>\n<p>Mitten in der Passionszeit, in der wir auf jedes laute \u201eHalleluja\u201c, das strahlende \u201eGloria in excelsis, vielleicht auch auf den abendlichen Rotwein oder die Tafel Schokolade verzichten, ein Aufruf zur Freude, ein kurzes Innehalten: Der Blick geht nach vorn, erahnt schon die Osterfreude, die Auferstehung, die Verherrlichung Christi. Die vorsichtige Freude wird sichtbar, in dem Bild vom Weizenkorn, das in die Erde f\u00e4llt, und auch in der liturgischen Farbe des Tages. Wo vorhanden, kann das Altartuch von Violett auf Rosa aufgehellt werden.<\/p>\n<p>Gibt es auch im Kampf gegen die Pandemie Lichtblicke, ein Licht am Ende des Tunnels?<\/p>\n<p>Wir sehnen uns danach! Wenn wir jetzt Gottesdienst feiern, vertrauen wir auf Gottes N\u00e4he. In seinem Namen sind wir versammelt &#8211; im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.<\/p>\n<p><strong>EG 398: In dir ist Freude<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kollektengebet<\/strong> = Text von EG 91<\/p>\n<p>Herr, st\u00e4rke mich, dein Leiden zu bedenken,<\/p>\n<p>mich in das Meer der Liebe zu versenken,<\/p>\n<p>die dich bewog, von aller Schuld des B\u00f6sen<\/p>\n<p>uns zu erl\u00f6sen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden<\/p>\n<p>ein \u00c4rgernis und eine Torheit werden:<\/p>\n<p>so sei&#8217;s doch mir, trotz allen frechen Spottes,<\/p>\n<p>die Weisheit Gottes.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Da du dich selbst f\u00fcr mich dahingegeben,<\/p>\n<p>wie k\u00f6nnt ich noch nach meinem Willen leben?<\/p>\n<p>Und nicht vielmehr, weil ich dir angeh\u00f6re,<\/p>\n<p>zu deiner Ehre.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Unendlich Gl\u00fcck! Du littest uns zugute.<\/p>\n<p>Ich bin vers\u00f6hnt in deinem teuren Blute.<\/p>\n<p>Du hast mein Heil, da du f\u00fcr mich gestorben,<\/p>\n<p>am Kreuz erworben. Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Evangelium + Predigttext f\u00fcr den Sonntag L\u00e4tare <\/strong><\/p>\n<p>Johannes 20, 20-26<\/p>\n<p><em>20 Die Ank\u00fcndigung der Verherrlichung<\/em><\/p>\n<p><em>Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest.<\/em><\/p>\n<p><em>21 Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galil\u00e4a war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen.<\/em><\/p>\n<p><em>22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen&#8217;s Jesus weiter.<\/em><\/p>\n<p><em>23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, das der Menschensohn verherrlicht werde.<\/em><\/p>\n<p><em>24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.<\/em><\/p>\n<p><em>25 Wer sein Leben liebhat, der wird&#8217;s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird&#8217;s erhalten zum ewigen Leben. <\/em><\/p>\n<p><em>26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.<\/em><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>EG 98 Korn das in die Erde<\/strong><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Predigt<\/strong><\/p>\n<p><em>Gnade sei mit uns und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus!<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Was bin ich froh, dass wir diesen Text haben mit seinen fr\u00fchlingshaften Bildern. Was bin ich froh, dass ich mit meinen Fragen, warum dieser Tod sein musste, eine kleine zarte Antwort wie das gr\u00fcnende Keimblatt des Weizenkorns bekomme. Was bin ich froh, dass wir auf dem Leidensweg heute an diesem Sonntag eine kleine Pause einlegen. Schon einmal Fr\u00fchlingsluft, Auferstehungshoffnung atmen. Auch die Pflegekr\u00e4fte auf den Intensivstationen w\u00fcnschen sich diese Atempause und die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie. Die Impfungen wecken Hoffnungen, die Mutationen lassen das Leiden immer wieder pr\u00e4sent werden und nehmen sogar noch an Fahrt auf. Warum m\u00fcssen Menschen leiden, warum m\u00fcssen Menschen sterben?<\/p>\n<p>\u201eWarum musste Jesus sterben?\u201c Auch die leinen im Kindergarten kennen schon diese Frage: \u201eWarum musste Jesus sterben, wenn er die Menschen nur geliebt hat?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum ist Jesus geboren?\u201c Da hat sicherlich gleich jeder gute Gr\u00fcnde, viel Freude und sch\u00f6ne Erinnerungen an Weihnachten.<\/p>\n<p>Aber \u201eWarum musste Jesus sterben?\u201c Das gef\u00e4llt nicht so! Karfreitag? Bitte nicht. Trauer, das brauchen wir nicht. Wir freuen uns lieber gleich am Leben, deshalb die bunten Ostereier gleich aufgeh\u00e4ngt, deshalb gleich hinein in die Osterfreude. \u201eSieben Wochen ohne?\u201c \u201eOhne mich!\u201c<\/p>\n<p>Das ist das moderne \u201eOstern light\u201d, die leichte Variante des Osterfestes. Die Zigaretten \u201elight\u201c mit wenig oder ohne Nikotin. Und Ostern \u201elight\u201c? \u00a0\u201eBitte mit wenig, am besten ohne Tod und Kreuz und so &#8230;\u201c Die Zeiten sind vorbei, zumindest in der gef\u00fchlten Volksfr\u00f6mmigkeit, dass Karfreitag der h\u00f6chste evangelische Feiertag ist.<\/p>\n<p>Und doch: Wir halten durch mit unseren Lesungen zur Passionszeit und den Leidens-Predigten, mit den Bildern vom Sterben und dem Bekenntnis: \u201egelitten unter Potius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Noch gelten die Zeilen im Glaubensbekenntnis, die harten Fakten, die Seite des Leben, die wir gern ausblenden w\u00fcrden &#8211; und erst dann kommt Ostern, dann erst hei\u00dft es \u201eam dritten Tag auferstanden von den Toten\u201c, dann erst der Glaube an den, der f\u00fcr uns und mit uns gestorben und auferstanden ist.<\/p>\n<p>Die Griechen, so berichtet Johannes, waren heraufgekommen, um ihn anzubeten. Wen wollten sie sehen? Wen anbeten? Den leidenden Menschsohn oder den verherrlichten, strahlenden Christus, der dieser Welt enthoben ist.<\/p>\n<p>Warum musste Jesus sterben?<\/p>\n<p>Wir kennen die Antworten der Bibel: \u201eEr trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen \u2026 Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden h\u00e4tten!\u201c, so hei\u00dft es bei Jesaja (Jes 55, 4f) Jahrhunderte vor dem Kreuzestod. \u201eWir haben einen Hohenpriester der mit uns gelitten hat, aber ohne S\u00fcnde &#8230;\u201c (vgl. Hebr 4,15), so deutet der Schreiber des Hebr\u00e4erbriefes das Unfassbare. Antworten, die sperrig sind f\u00fcr unser modernes Denken. \u201eWarum musste Jesus leiden, wenn er die Menschen doch lieb hatte?\u201c<\/p>\n<p>Ich denke, wie wir heute fragen, haben Jesu J\u00fcnger damals auch gefragt: \u201eWarum, Jesus, warum?\u201c Vielleicht hat er dann zu ihnen gesagt: \u201eDenkt an die sch\u00f6nen Felder, die wir im Norden von Israel, in Galil\u00e4a gesehen haben. Was w\u00e4re, wenn dort kein Weizenkorn ges\u00e4t worden w\u00e4re? Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und erstirbt, bleibt es allein. Aber zum Gl\u00fcck haben die Bauern es ausges\u00e4t, und das ist ja wie Sterben f\u00fcr das kleine Korn, in kalter, dunkler Erde. Denn: nur wenn das Weizenkorn erstirbt, bringt es viel Frucht. Nur dann werden die Felder so sch\u00f6n gr\u00fcn im Fr\u00fchjahr, nur dann k\u00f6nnen die Halme wachsen und \u00c4hren tragen, nur dann entstehen neue K\u00f6rner, f\u00fcr Mehl und Brot damit ihr leben k\u00f6nnt &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Wir brauchen solche Bilder, um das Unbegreifbare ein St\u00fcck zu verstehen, zu erahnen.<\/p>\n<p>Machen wir uns deutlich, was passiert, wenn ein Weizenkorn ausges\u00e4t wird: Es wird in die tote kalte Erde gelegt. Und selbst das Korn ist tot und kalt, leblos. Wenn wir nicht w\u00fcssten, dass dort ein unendliches Potential drinnensteckt, dann w\u00fcrden wir wahrscheinlich meinen, dass so wenig Leben wie in einem Stein oder Felsen darin steckt.<\/p>\n<p>Das Korn in der Finsternis der Erde. Diese Finsternis erinnert an die letzten Tage Jesus auf der Erde als Mensch, Gottes Sohn, der wegen Gottesl\u00e4sterung, wegen Gottesanma\u00dfung verurteilt wird.<\/p>\n<p>Im Bericht \u00fcber den Karfreitag hei\u00dft es: \u201eUnd von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis \u00fcber das ganze Land bis zur neunten Stunde.\u201c (Mt 27, 45) \u201eUnd die Erde erbebte und die Felsen zerrrissen &#8230;\u201c (Mt 27, 51b).<\/p>\n<p>Nicht nur die kleine Schar der Anh\u00e4nger Jesu, die abseits vom Kreuz steht, l\u00e4sst die K\u00f6pfe h\u00e4ngen, sondern der ganze Himmel tr\u00e4gt Trauer und h\u00fcllt sich in tiefe Finsternis. Und vielleicht kann der Himmel diese Szene auch nur in Dunkelheit ertragen. Und einen Moment hat es ja den Anschien, als tr\u00fcge die Finsternis den Sieg davon, weil das Licht der Welt am Kreuz verlischt. Alles zur\u00fcck auf Anfang, zur\u00fcck zum Anfang der Sch\u00f6pfung, w\u00fcst und leer, die Dunkelheit \u00fcber dem Chaos.<\/p>\n<p>Die Erde tr\u00e4gt Trauer, sie erbebt und Felsen zerspringen, so wie Menschen am offenen am Grabe, voller Trauer erbeben, um Fassung ringend, am ganzen K\u00f6rper zitternd.\u00a0 Ein hartgesottener r\u00f6mischer Hauptmann, der in seinem Leben sicherlich die eine oder andere grausame Tat begangen hat, hat solch ein Sterben noch nicht gesehen und bekennt: \u201eWahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!\u201c (Mt 27, 54b)<\/p>\n<p>Nur dieser Tod macht Sinn.<\/p>\n<p>So manche Todesnachricht auf dieser Welt l\u00e4sst uns f\u00fcr kurze Zeit den Atem anhalten. Die Ermordungen von John F. Kennedy und Martin Luther King, der Unfalltod von Lady Di, die Apollo-Astronauten, die im All vergl\u00fchten, die Opfer eines Amoklaufes, die gewaltige Summe von mehr als 70.000 CORONA-Toten allein in Deutschland.<\/p>\n<p>Wir sind geschockt, ersch\u00fcttert, f\u00fcr einen Augenblick.<\/p>\n<p>Doch hier sind am Kreuz sind die Grundfesten des Lebens ber\u00fchrt. Gott stirbt &#8211; muss mit ihm nicht alles zu Ende sein?<\/p>\n<p>Das Weizenkorn in die Erde gelegt &#8211; ist damit nicht alles aus?<\/p>\n<p>Nein! Gott sei Dank nicht. Denn wir wissen: Das Weizenkorn muss durch diese Dunkelheit gehen, damit es Kraft sammelt, um ans Licht zu kommen.<\/p>\n<p>Wir, die wir schon oftmals den Wechsel von Herbst und Winter und Fr\u00fchling und Sommer erlebt haben, wir wissen das. Manchmal wird das Lebensalter ja auch nach Lenzen gez\u00e4hlt. Wie viele Lenze haben Sie schon erlebt, wie oft haben Sie schon dar\u00fcber gestaunt, dass das Leben neu und wunderbar aufgebrochen ist? Wir wissen das &#8211; und wenn wir so ein Weizenkorn in die Hand nehmen, dann erahnen wir, welches Potential, welche M\u00f6glichkeiten in ihm stecken.<\/p>\n<p>Und als der Himmel sich verdunkelte, als Jesus am Kreuz starb ahnten die Menschen, welche M\u00f6glichkeiten sich durch ihn noch er\u00f6ffnen w\u00fcrden?<\/p>\n<p>Nein, Jesus hatte man abgeschrieben. \u201eBist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!\u201c (Lk 23, 39)<\/p>\n<p>Aus Ende Tod,<\/p>\n<p>Himmel und Erde vergehen. Nein, sie vergehen nicht, aber sie sind nicht mehr wie vorher. \u201eEs ist voll- bracht!\u201c (Joh 19,30) \u00a0sagt Jesus am Kreuz und damit vollendet Gott durch Jesus Christus, durch seinen Tod das Erl\u00f6sungswerk.<\/p>\n<p>Und doch, bei dem der glaubt und vertraut, k\u00fcndigt sich das Neue schon an. \u201eWahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!\u201c! (Lk 23, 43). So sagt Jesus zu einem Mitgekreuzigten. Und immer wieder deutet er an, dass er diesen Weg gehen muss, damit wir Leben haben, damit wir frei werden, damit durch das Kreuz Himmel und Erde verbunden werden.<\/p>\n<p>Auch im Weizenkorn, das in die Erde gelegt wird, ist schon das Leben zu erahnen, das es in sich tr\u00e4gt und das es mit dem Sonnenlicht und der W\u00e4rme im Fr\u00fchjahr entfaltet.<\/p>\n<p>\u201eWarum musste Jesus sterben?\u201c Damit Neues entsteht, damit das Alte vergangen ist. Und damit wir im Alten schon die Farben und das Licht des Neuen sehen.<\/p>\n<p>\u201eWarum musste er sterben?\u201c Damit wir nicht resignieren m\u00fcssen in den Sterbezimmern und Intensivstationen, weil\u00a0 Finsternis und Tod und Leiden wieder gewonnen haben. Damit wir Menschen einen Schutzraum anbieten k\u00f6nnen, Freude in allem Leide, Hoffnung auch am Ende, Ruhe und Geborgenheit und den St\u00fcrmen des Lebens. Das Kreuz.<\/p>\n<p>Das Weizenkorn in der Finsternis und K\u00e4lte der Erde bringt neues Leben hervor. Wir kennen das. Wir staunen dar\u00fcber. Wir erleben die Freude. Und wenn die Zeit der Pandemie einmal \u00fcberstanden ist? Wird dann auch ein Keim der Hoffnung gereift sein, der in dieser tr\u00fcbe Zeit herangewachsen ist?<\/p>\n<p>\u201eDie Welt nach Corona wird eine andere sein\u201c, sagte Bundespr\u00e4sident Frank Walter Steinmeier. Corona hat uns schon ver\u00e4ndert und wir werden uns noch weiter ver\u00e4ndern m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele war und ist dies eine Zeit der gro\u00dfen Spannungen: Viele Wochen in einer kleinen Wohnung mit mehreren Kindern, homeoffice, homeschooling \u2026 sind nicht einfach auszuhalten. Immer wieder explodiert \u00c4rger. Zukunfts\u00e4ngste sind erdr\u00fcckend, nicht nur wegen der t\u00e4glichen Statistik der Verstoben, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Situation.<\/p>\n<p>Und doch gibt es die andere Seite, die Hoffnung macht: ein hohes Ma\u00df an Mitmenschlichkeit. J\u00fcngere sind f\u00fcr \u00c4ltere da und umgekehrt. Pflegekr\u00e4fte und medizinisches Personal erhalten eine hohe Wertsch\u00e4tzung. Das Leben ist entschleunigt \u2026 die Umwelt erholt sich \u2026<\/p>\n<p>Die Welt nach Corona muss eine bessere sein. Es besteht die Chance, wenn wir an der Solidarit\u00e4t und Mitmenschlichkeit festhalten, wenn nicht \u201eGeiz geil\u201c ist, sondern der Schutz des Lebens in jedem Alter im Mittelpunkt steht, und wenn die kleinen, die unscheinbaren Dinge, im t\u00e4glichen Miteinander wieder in den Fokus kommen. So wie das Weizenkorn, dem eine gro\u00dfe Hoffnung innewohnt.<\/p>\n<p>Mit Jesu Tod ist ein neuer Anfang gesetzt. Ein Anfang mitten in unserem Lebenschaos. Deshalb brauchen wir den Karfreitag, und wir brauchen den Glauben und die Taufe, die uns mit Jesu Tod und Auferstehen verbindet: \u201eIst jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.\u201c Amen.<\/p>\n<p><em>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus zum ewigen Leben. Amen. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>EG 396: Jesu, meine Freude<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcrbitten<\/strong><\/p>\n<p>Herr Jesus Christus, unser Bruder, du hast dich erniedrigt bis zum Tod, ja zum Tode am Kreuz.<\/p>\n<p>Du hast Verachtung, Unrecht und Schmerzen auf dich genommen. So bist du uns nahe gekommen. In deinem Leiden sehen wir unser Leiden, in deiner Not unsere Not.<\/p>\n<p>Du hilfst uns zu tragen, was du ertragen hast:<\/p>\n<p>dein Leiden f\u00fcr unser Leiden, dein Sterben f\u00fcr unser Leben, damit wir leben, damit wir zum Leben verhelfen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>So bitten wir dich:<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die schweres Leid zu tragen haben an Leib und Seele.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die keinen Sinn im Leben finden.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, deren Lebenspl\u00e4ne und -ziele sich nicht erf\u00fcllt haben.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die in Armut leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die trotz ihres Reichtums arm sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die in Hass gefangen sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die heimat- und obdachlos sind.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Christus, unser Bruder, dir ist kein Elend fremd.<\/p>\n<p>Mit allen, die deine Hilfe ersehnen, rufen wir unseren Vater an:<\/p>\n<p>Vaterunser \u2026.<\/p>\n<p><em>______________________________________________________________________________<\/em><\/p>\n<p><em>Pastor Bert Hitzegrad, Kontakt: BHitzegrad@aol.com<\/em><\/p>\n<p><em>Der Verfasser ist Pastor in einer l\u00e4ndlichen Region im Norden der Hannoverschen Landeskirche. Er betreut eine kleine Dorfgemeinde (140 Mitglieder) und gemeinsam mit einem Kollegen die Kirchengemeinde Cadenberge-Wingst mit knapp 5000 Gemeindegliedern. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt und Gottesdienstentwurf zu Joh 12, 20-24 | am Sonntag L\u00e4tare, 14. M\u00e4rz 2021 | von Bert Hitzegrad | Begr\u00fc\u00dfung Passionszeit \u2013 Leidenszeit. Wir gehen mit Jesus \u201ehinauf nach Jerusalem\u201c. 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