{"id":4623,"date":"2021-03-08T21:10:34","date_gmt":"2021-03-08T20:10:34","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4623"},"modified":"2021-03-08T21:40:52","modified_gmt":"2021-03-08T20:40:52","slug":"i-just-want-to-see-his-face","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/i-just-want-to-see-his-face\/","title":{"rendered":"I Just Want To See His Face"},"content":{"rendered":"<h3>Sonntag L\u00e4tare, 14. M\u00e4rz 2021 | Johannes 12, 20-24 | auch als Audio | verfasst von Uland Spahlinger |<\/h3>\n<p>Johannes 12, 20-24 (BasisBibel)<\/p>\n<p><em>20 Es befanden sich auch einige Griechen unter denen, die zum Fest nach Jerusa\u00adlem gekommen waren, um Gott anzubeten. <\/em><em>21 Die gingen zu Philippus, der aus Betsaida in Galil\u00e4a stammte, und baten ihn: \u00bbHerr, wir wollen Jesus sehen!\u00ab <\/em><em>22 Philippus ging zu Andreas und sagte es ihm. Dann gingen die beiden zu Jesus und berichteten es ihm. <\/em><em>23 Da sagte Jesus zu ihnen: \u00bbDie Stunde ist gekommen! Jetzt wird der Menschen\u00adsohn in seiner Herrlichkeit sichtbar. <\/em><em>24 Amen, amen, das sage ich euch: Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.<\/em><\/p>\n<p><em>Hinweis: Diese Predigt k\u00f6nnen Sie sich auch anh\u00f6ren!<\/em><\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-4623-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/2021-03-14-Spahlinger-Predigt-ohne-Musik.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/2021-03-14-Spahlinger-Predigt-ohne-Musik.mp3\">https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/2021-03-14-Spahlinger-Predigt-ohne-Musik.mp3<\/a><\/audio>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>es war 1972, da ver\u00f6ffentlichten die Rolling Stones ihr Doppelalbum \u201eExile On Main Street\u201c &#8211; (\u201eVerbannt auf die Hauptstra\u00dfe\u201c, k\u00f6nnte man das \u00fcbersetzen). Dort \u201estimmen sie \u2026 den Outcast-Blues der Spieler, Kom\u00f6dianten und Trunken\u00adbolde an, ein Lied der Penner, Prostituierten und Pimps voller Aggression, Obsz\u00f6\u00adnit\u00e4t und Poesie\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. So markant beschreibt das Rocklexikon von 1973 diese Platte der Bad Boys, der b\u00f6sen Jungs des Rock &#8217;n&#8216; Roll. Ich hatte die LP, fand sie toll \u2013 und mir fiel als Sch\u00fcler \u00fcberhaupt nicht auf, was da in den Songs verhandelt wurde. F\u00fcr viele Erwachsene, auch f\u00fcr Kirchenvertreter, waren die Rolling Stones ein ro\u00adtes Tuch. Sie provozierten. Sie verk\u00f6rperten einen Teil von Welt und von aufm\u00fcp\u00adfiger Jugendkultur, die an allem r\u00fcttelte, was gute Ordnung, Tradition oder Sitte und Anstand hie\u00df.<\/p>\n<p>Fast 50 Jahre sp\u00e4ter. Die Rolling Stones gibt es immer noch; als Rock-Opas touren sie weiterhin durch die Welt. Mick Jagger, inzwischen zum \u201eSir\u201c geadelt, wird heuer 78. Die Zeiten haben sich gewandelt. Aber die Kraft der Songs von damals \u2013 man kann sie noch sp\u00fcren. Und man kann \u00dcberraschungen erleben. Auf dem Al\u00adbum \u201eExile On Main Street\u201c: da gibt es einen Song mit dem Titel \u201eI Just Want To See His Face\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Klingt sehr wie ein Gospel, erdig, entspannt. Die zweite Strophe hei\u00dft \u00fcbersetzt:<\/p>\n<p>Manchmal brauchst du einen, wenn du jemand zum Lieben hast<\/p>\n<p>Manchmal hast du keinen, wenn du jemand zum Lieben brauchst<\/p>\n<p>Dann ist dir mit Gerede \u00fcber Jesus nicht gedient<\/p>\n<p>Dann willst du einfach sein Gesicht sehn<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Then you don&#8217;t want to walk and talk about Jesus<\/p>\n<p>You just want to see His face<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Diese Zeile kam mir gleich in den Sinn, als ich unseren Predigttext las. Mick Jagger und die griechischen Festbesucher in Jerusalem \u2013 sie haben die gleiche Frage. Sie teilen dasselbe Anliegen:\u00a0 wir wollen Jesus sehen!<\/p>\n<p>Wieso aber sollte ausgerechnet ein Mick Jagger Jesus sehen wollen? Erz\u00e4hlt wird, dass bei dieser Platte Billy Preston mitspielte, ein farbiger Soul- und Gospelmusi\u00adker, Kirchenorganist auch seit Kindertagen. Er soll w\u00e4hrend der Auf\u00adnahmen Jag\u00adger immer wieder zu Gottes\u00addiensten mitgenommen haben<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>.<\/p>\n<p>Holen wir doch probehalber die alte Geschichte her zu uns und spielen sie mal durch: Mick kommt zu Billy \u2013 was machst du am Sonntag? &#8211; Kirche, geh doch mit! &#8211; Die beiden gehen; aber Mick ist nicht zufrieden: nur dr\u00fcber reden langt ihm nicht, \u201eI just want to see His face\u201c &#8211; ich will sein Gesicht sehen. Mit an\u00adderen Wor\u00adten: Ich will ihm leibhaftig begegnen.<\/p>\n<p>Ich glaube, das ist der Punkt: viele Menschen heute h\u00e4tten das wohl gern. Es w\u00e4re einfacher. Man k\u00f6nnte mal nachfragen \u2013 Faktencheck. Wir w\u00e4ren nicht auf eine uralte \u00dcberlie\u00adferung an\u00adgewiesen.<\/p>\n<p>Die Griechen, die damals nach Jerusalem gekommen waren, waren vermutlich nicht so skeptisch. Sie waren ja Zeitgenossen, sie hatten von dem Wunderrabbi mit dem ph\u00e4nomenalen Ruf geh\u00f6rt. Gerade war er \u2013 so erz\u00e4hlt Johannes \u2013 in Jerusalem eingezogen mit gro\u00dfem \u00f6ffentlichen Rummel. \u201e\u00bbDa merkt ihr, dass ihr nichts machen k\u00f6nnt. Alle Welt l\u00e4uft ihm nach!\u00ab (Joh. 12,19), stellen seine Geg\u00adner resigniert fest.<\/p>\n<p>Und schon kommen sie: alle Welt \u2013 hier: die griechischen Besucher. Die, die Fra\u00adgen haben, ein Anliegen, eine Not oder einfach eine Neugier. Sie wollen \u201esehen\u201c. \u00dcberzeugen wollen sie sich, dass etwas dran ist an den Ger\u00fcchten und Geschich\u00adten. Wasser in Wein? Eine Ehebrecherin gerettet? Kranke geheilt? Got\u00adtes N\u00e4he vor Augen gef\u00fchrt? Einen Toten wieder zum Leben geholt? Wer ist die\u00adser Mann? Kommt da etwas r\u00fcber? Zu uns? F\u00e4llt da vielleicht ein St\u00fcck Gottesbe\u00adgegnung f\u00fcr uns ab?<\/p>\n<p>Direkt trauen sie sich nicht hin. Sie sprechen Begleiter an, Landsleute, zumindest welche mit der gleichen Mutterspra\u00adche, Philippus und Andreas, griechischst\u00e4mmig ihren Namen nach zu urteilen. Man wei\u00df ja nicht, was kommt.<\/p>\n<p>\u201eWir w\u00fcrden ihn gern sehen\u201c <em>(die Griechen)<\/em>. Aber: wird der ber\u00fchmte Rabbi uns auch gern se\u00adhen wollen?<\/p>\n<p>\u201eIch m\u00f6chte sein Gesicht sehen\u201c (<em>Mick Jagger<\/em>). Aber wie soll das gehen \u2013 2000 Jahre sp\u00e4ter?<\/p>\n<p>Und seltsam: Jesus weicht aus \u2013 so scheint es jedenfalls. Er geht auf den Wunsch der \u201eGriechen\u201c nicht ein. Irgendwie erscheint das gar nicht nett. Unjesuanisch, k\u00f6nnte man fast sagen. Abweisend auf jeden Fall. Ist das der Jesus, der sonst kei\u00adnem Gespr\u00e4ch ausweicht, auch keinem Streitgespr\u00e4ch? Ist das der, der sich zuwendet und der in die Hocke geht, wenn einer klein ist oder am Boden liegt? Ist es der, der Vertrauen auf den Lippen, an den H\u00e4nden und im Herzen tr\u00e4gt? An und in dem wir Gottes Liebe erkennen sollen? Ist das der Jesus, an den vielleicht Mick Jagger dachte, als er sang: \u201eI just want to see His face?\u201c<\/p>\n<p>Hier kommt Johannes ins Spiel, der Evangelist mit dem ganz eigenen Kopf. Der hat sich n\u00e4mlich gut \u00fcberlegt, warum er die Szene genau an dieser Stelle seiner Geschichte platziert hat. Johannes m\u00f6chte, dass seine Leserinnen und Leser, ver\u00admutlich etwa 70 Jahre nach Kreuzigung und Auferweckung Jesu, nicht nach dem Augenschein suchen \u2013 heute w\u00fcrden wir vielleicht sagen: nach dem Blick durch die Kameralinse. Zum einen wei\u00df er, dass das 70 Jahre sp\u00e4ter so nicht m\u00f6glich ist, zum anderen ist ihm aber auch klar: nur hingucken allein reicht nicht. Sp\u00e4ter im Evangelium, nach Ostern, wird Jesus dem J\u00fcnger Thomas und allen, die es h\u00f6ren wollen, sagen: \u201eSelig sind, die nicht sehen und doch glauben\u201c (Joh. 20,29). Gu\u00adcken allein reicht also nicht. Gucken f\u00fchrt nicht zum Ziel.<\/p>\n<p>Vielmehr \u2013 und sehr ge\u00adheimnisvoll: \u201eDie Stunde ist gekommen! Jetzt wird der Menschensohn in seiner Herrlichkeit sichtbar\u201c (12,23). Das geht wohl nicht immer, dass der Menschen\u00adsohn sichtbar wird in seiner Herrlichkeit. Es braucht dazu die richtige Stunde, den gl\u00fccklichen, den gesegneten Moment. Und das kennen wir doch auch: du gr\u00fc\u00adbelst \u00fcber etwas nach und kommst und kommst nicht darauf. Oder du willst ein Ikea-Regal zusammenbauen, und die Anleitung hilft einfach nicht weiter \u2013 du ka\u00adpierst sie nicht. Bis dann, auf einmal, die Erleuchtung kommt, die Eingebung: \u201eSo muss das \u2013 so kann es gehen. Das ist die L\u00f6sung!\u201c Auf solche Momente setzt Jo\u00adhannes \u2013 und sagt immer: Diese Momente, von denen ich hier erz\u00e4hle, gehen von Gott aus. Denn alles geht von Gott aus. Jesus ging von Gott aus; keiner jemals war so eng mit Gott verbunden wie er. \u201eIch und der Vater sind eins\u201c (Joh. 10,30) \u2013 st\u00e4rker und anst\u00f6\u00dfiger kann man es nicht auf den Punkt bringen als Jesus das in seiner Rede \u00fcber den Guten Hirten tut.<\/p>\n<p>Es braucht also den richtigen Moment, um zu erkennen. Und nur mit den Augen gucken reicht einfach nicht. Weder die Griechen aus der Geschichte noch Mick Jagger mit seinem Lied kommen hier weiter. Johannes m\u00f6chte uns zu einem Se\u00adhen anleiten, \u201edas \u00fcber sich selbst hinausw\u00e4chst\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Aber was hei\u00dft das nun? Johannes bietet uns ein Bild an, einen Vergleich: \u201eDas Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.\u201c So, sagt Jesus, wird der Menschensohn verherr\u00adlicht, also Gott gleichgestellt. Denn Gott ist es, dem Anbetung und Verherrlichung zustehen<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>.<\/p>\n<p>Jesus sagt dies relativ kurz vor seinem Foltertod, einem Vorgang der tiefsten Er\u00adniedrigung, Zurschaustellung des Leidens, Abschreckung, Befriedigung von sadis\u00adtischer Zuschauerlust: Nicht ich \u2013 der da!<\/p>\n<p><u>Jesus deutet um<\/u> und spannt damit einen Bogen: Aus dem \u201eTod\u201c des einzelnen Elements entsteht etwas ganz Neues, erkennbar \u00e4hnlich, aber doch anders. Aus dem <u>einen<\/u> Weizenkorn, das in die Erde versenkt wird, werden viele. Nur so geht es. Aus dem Tod des einen flie\u00dft Leben (ewiges! Leben) f\u00fcr die vielen. So wandelt sich die Erniedrigung zur Erh\u00f6hung<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>. Das ist die Herrlichkeit, die Jesus meint \u2013 die Herrlichkeit, f\u00fcr die \u201ejetzt\u201c die rechte Zeit gekommen ist.<\/p>\n<p>Um Liebe geht es am Ende, eine Liebe, die \u00fcber den Tod hinausreicht und die den Tod nicht f\u00fcrchtet. Paradox auf den ersten Blick, f\u00fcr Bilanzlogik und Faktencheck nicht erreichbar. Sie wird sich dir nur erschlie\u00dfen, wenn du anders draufschaust. Aber dann <u>wird<\/u> sie sich dir er\u00adschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte ja sein, dass sich eine Frage oder ein Anspruch verbietet, der heute bei uns eine gro\u00dfe Rolle spielt (und vielleicht schon immer gespielt hat): Wir m\u00f6ch\u00adten vorab wissen, was es uns bringt. Anders gesagt: was wir davon haben. Be\u00adkommen wir eine Rendite f\u00fcr unseren Einsatz? Schl\u00e4gt er sich irgendwie nieder? Oder: K\u00f6nnen wir Unterst\u00fctzung erwarten, wenn wir unverschuldet in Schiefla\u00adgen geraten \u2013 etwa jetzt, nach nun schon einem zerm\u00fcrbenden Jahr Coronapande\u00admie? Wann flie\u00dft der angek\u00fcndigte Ausgleich auch f\u00fcr die kleinen Unternehmen und f\u00fcr Kunstschaffende? Wann endlich k\u00f6nnen die Kinder wieder in die Kita oder zum Pr\u00e4senzunterricht in die Schule? Wann k\u00f6nnen wir die Oma im Senio\u00adrenheim besuchen? Impfstoff f\u00fcr alle, gerade auch f\u00fcr die armen L\u00e4nder der Welt? Fragen nach Ausgleich, nach Gerechtigkeit, nach Perspektive; und wir erleben Tag f\u00fcr Tag, wie schwer sie zu beantworten sind und wie schnell es am Detail hakt. Nur zu verst\u00e4ndlich, dass viele nach fairen Bilanzen rufen und auch ber\u00fccksichtigt werden wollen und dass die Nerven oft blank liegen.<\/p>\n<p>Wenn ich durch die Jesusgeschichten bl\u00e4ttere, dann f\u00e4llt mir eins auf: Jesus stellt die Frage nicht. Ihn scheint nicht zu interessieren, was es ihm bringt oder was er davon hat. Er schaut darauf, dass die anderen etwas davon haben und dass so et\u00adwas vom Reich Gottes sichtbar wird, oder, um es mit Johannes zu sagen, von Got\u00adtes Herrlichkeit, die erst so richtig zum Leuchten kommt, als es f\u00fcr Jesus ganz fins\u00adter zu werden scheint. Paradox, wie gesagt. Aber so ist es nun einmal: Nicht der Anblick ist das Entscheidende, nicht der \u00e4u\u00dfere Schein, sondern das, was dahin\u00adter liegt. Darauf ist der Evangelist Johannes im Nachdenken \u00fcber Jesus gesto\u00dfen: es gibt etwas, das liegt dahinter. Geheimnisvoll und nicht so leicht zu l\u00fcften. Aber real und wichtig f\u00fcr uns Menschen. Du lebst nicht f\u00fcr dich allein \u2013 und dann lebst du richtig.<\/p>\n<p>Mit Johannes ist es \u00e4hnlich wie mit dem Fuchs in Saint Exup\u00e9rys \u201eKleinem Prin\u00adzen\u201c. Der wei\u00df: \u201eMan sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist f\u00fcr die Augen unsichtbar.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Dass es fair zugeht unter uns Menschen, das ist wichtig. Und dass vor allem die beachtet werden, die sich selbst nicht helfen k\u00f6nnen, auch das soll und muss sein. Niemand soll auf der Strecke bleiben m\u00fcssen. Aber all diese guten Regeln gelten immer unter der Voraussetzung, die wir so gern vergessen: dass wir alle mit begrenzter Zeit leben. F\u00fcr diese begrenzte Zeit k\u00f6nnen wir Sorge tragen; die k\u00f6nnen wir halbwegs einsch\u00e4tzen, wenn schon nicht \u00fcberblicken. Gott \u2013 sagt uns Johannes, sagt uns Jesus \u2013 Gott schaut weiter. Gott schaut \u00fcber den Tod hinaus.<\/p>\n<p>Und auch das geh\u00f6rt zur Antwort auf die Bitte \u201ewir wollen Jesus sehen\u201c: das, was Jesus dem gelehrten Nikodemus in einem Nachtgespr\u00e4ch sagt, quasi der Kerngedanke des Johannesevangeliums und ein Kerngedanke unseres Glaubens: \u201eSo sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben\u201c (Joh. 3,16). Etwas zum Suchen und zum Finden, mit allen Sinnen, mit Herz und Verstand. \u00dcber den Augenblick hinaus. Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Dekan Uland Spahlinger, Dinkelsb\u00fchl<\/p>\n<p><a href=\"mailto:uland.spahlinger@elkb.de\">uland.spahlinger@elkb.de<\/a><\/p>\n<p>Dekan Uland Spahlinger, Jg. 1958, Pfarrer der bayerischen Landeskirche seit 1983. Zwei Auslandsaufenthalte (Papua-Neuguinea 1989 \u2013 1993 und Ukraine Mrz. 2009 \u2013 Feb. 2014), seit Mai 2014 Dekan in Dinkelsb\u00fchl. Verheiratet, drei erwachsene Kinder. Weitgespannt musikbegeistert \u2013 als H\u00f6rer und aktiv.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schmidt-Joos\/Graves, Rock-Lexikon rororo 6177, Rowohlt-Verlag Reinbek 1975, S. 301<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-anVr5LWA3U\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-anVr5LWA3U<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rolling Stones Songbook, Zweitausendeins, Frankfurt 1977, S. 268\/269<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 So <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/I_Just_Want_to_See_His_Face\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/I_Just_Want_to_See_His_Face<\/a>, Abschnitt Recording, ge\u00f6ffnet 4.3.21, 11.46<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hans-Christoph Askani, in GPM 75, G\u00f6ttingen 2021, S. 230<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die griechischen Proselyten in unserem Abschnitt wussten das; s. Joh. 12,20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 So sinngem\u00e4\u00df bei J. Schneider, Das Evangelium nach Johannes, ThHNT Sonderband, Hg. E. Fascher, Berlin 1988<sup>4<\/sup>, S. 230<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0 \u00a0 \u00a0 Antoine de Saint-Exup\u00e9ry, Der kleine Prinz, Karl Rauch Verlag, D\u00fcsseldorf, 2010<sup>66<\/sup>, S. 93<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag L\u00e4tare, 14. 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