{"id":4788,"date":"2021-03-30T23:30:14","date_gmt":"2021-03-30T21:30:14","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4788"},"modified":"2021-03-30T23:30:47","modified_gmt":"2021-03-30T21:30:47","slug":"der-kampfgeist-von-ostern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/der-kampfgeist-von-ostern\/","title":{"rendered":"Der Kampfgeist von Ostern"},"content":{"rendered":"<h3>Ostersonntag 2021 | Markus 16,1-8 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | von Poul Joachim Stender |<\/h3>\n<p>Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten. Aber was sollen wir mit dem Wunder anfangen? Uns fehlt im Augenblick ein Impfwunder, damit wir wieder frei miteinander leben k\u00f6nnen, feiern, reisen, ins Museum gehen, uns in der Kirche versammeln. Der Zeitpunkt, wo alle D\u00e4nen geimpft sind, ist auf den 15. August verschoben. Dieses Datum ist bei Katholiken und Orthodoxen das Fest der Himmelfahrt Mari\u00e4, k\u00f6nnte aber das Datum f\u00fcr die Erhebung aller Menschen in ein mehr himmlisches Leben werden. Gott hat uns Menschen die F\u00e4higkeit gegeben, in einigen Bereichen als sein verl\u00e4ngerter Arm zu wirken. Wir k\u00f6nnen, mit seiner Hilfe, einige Miniauferstehungen bewirken. Aber hin und wieder missbrauchen wir unsere von Gott geschaffenen F\u00e4higkeiten, wenn wir furchtbare Waffen konstruieren, die die ganze Menschheit ausl\u00f6schen k\u00f6nnen, oder wenn wir ethisch zulassen, dass Kinder schon im Alter von zehn Jahren juristisch das Geschlecht wechseln k\u00f6nnen. Wie schade ist es f\u00fcr unsere Nachkommen, dass wir sie so verwirren. Lasst Kinder Kinder sein! Wenn sie sp\u00e4ter im Leben das Geschlecht wechseln m\u00f6chten, dann ist das in Ordnung. Aber gebt Kindern die M\u00f6glichkeit, auch daran zu glauben, dass etwas vorgegeben ist. Zum Beispiel unser Geschlecht. Zum Beispiel das Christentum, das ein Teil der Seele D\u00e4nemarks ist und auf der \u00f6sterlichen Botschaft von der Auferstehung Jesu von den Toten beruht. Aber so wie wir unsere von Gott geschaffenen Gaben missbrauchen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir unsere Talente auch in phantastischer Weise nutzen. Und hier kommen Miniauferstehungen ins Spiel. Es ist ein Osterwunder, dass Forscher in unglaublich kurzer Zeit Impfstoffe geschaffen haben, die die Korona-Pandemie stoppen k\u00f6nnen. Wir sollten nicht diejenigen verurteilen, die sich nicht impfen lassen wollen. Aber beim Impfen geht es darum, seine Mitmensch en vor der Krankheit zu sch\u00fctzen. Das ist nicht eine Frage, ob man Lust hat, sich impfen zu lassen. Das ist eine Christenpflicht, weil es um N\u00e4chstenliebe geht. Und eines ist sicher. Die Impfungen ver\u00e4ndern nicht unser DNA. Bill Gates hat keine Mikrochips in das Serum manipuliert. Das Impfen ist eine Gnade Gottes. Die Countrys\u00e4ngerin Dolly Parton singt: \u201c<a href=\"https:\/\/www.webmd.com\/children\/vaccines\/ss\/slideshow-vaccine-preventable-diseases\">Vaccine<\/a>, vaccine, vaccine, vaccine, I\u2019m begging of you please don\u2019t hesitate.\u201d Auf gut Deutsch gesagt bedeutet das: \u201cVaccine, Vaccine, Vaccine, Vaccine. Ich bitte euch, z\u00f6gert nicht, sie zu gebrauchen\u201c. Und ich h\u00e4tte wohl Lust, mit Dolly Parton weiter zu singen mit den Worten: \u201eJesus, Jesus, Jesus, Jesus. Ich bitte euch. Z\u00f6gert nicht, unseren auferstandenen Heiland zu gebrauchen\u201c. &nbsp;Wo er ist, ereignen sich Wunder \u2013 und dies hin und wieder durch uns Menschen.<\/p>\n<p>Es wimmelt von wunderbaren Einzelheiten im Osterevangelium, die uns Mut machen k\u00f6nnen, unser Leben in einer schweren Zeit zu leben. Ich bin beeindruckt von den Frauen, die zum Grab Jesu gehen am Ostermorgen. Sie wissen, dass er in einer Felsenh\u00f6hle liegt, vor deren Eingang ein riesiger Stein gew\u00e4lzt ist. Sie wollen hinaus und seinen Leichnam salben mit duftenden \u00d6len. Sie haben keine M\u00f6glichkeit, hinein zu Jesus zu kommen. Das ist physisch unm\u00f6glich. Dennoch gehen sie los und sind davon \u00fcberzeugt, dass es gelingt. Es ist dieser Kampfgeist vom allerersten Ostern, den wir an diesem Ostermorgen in uns haben m\u00fcssen, und es ist dieser Kampfgeist, der uns helfen wird, die furchtbare Pandemie niederzuk\u00e4mpfen. Gib nicht auf! Wir k\u00f6nnen im Augenblick das Gef\u00fchl haben, dass es v\u00f6llig unm\u00f6glich ist, das Koronavirus loszuwerden. So viele Tote. So viele Schwerkranke. Aber die Frauen im Osterevangelium sind phantastische Vorbilder. Sie tun ganz praktische Dinge trotz ihrer gro\u00dfen Trauer. Finden Gef\u00e4\u00dfe, gie\u00dfen \u00d6l hinein, kleiden sich f\u00fcr einen Weg vor die Tore Jerusalems und so weiter. Und dann ziehen sie los. Ganz davon \u00fcberzeugt, dass sie zu Jesus kommen k\u00f6nnen trotz des gro\u00dfen Steins, der den Eingang des Grabes versperrt.<\/p>\n<p>So sollen auch wir das Fr\u00fchjahr betrachten, dem wir entgegengehen. Wir sollen ganz praktische Dinge tun, auch wenn Korona da liegt und uns im Weg steht wie ein riesiger Grabstein. Unter anderem sollen wir uns impfen lassen, testen, lassen, die H\u00e4nde desinfizieren, Abstand halten. Gottes Sohn wird uns schon helfen, wenn wir getan haben, was wir mit unserem menschlichen Verm\u00f6gen tun konnten. Denn was war das, was den Frauen widerfuhr, als sie zum Grabe kamen? Da war ein Erdbeben gewesen, der Stein war weg. Jesus war auferstanden. Wir m\u00fcssen darauf vertrauen, dass da bildlich gesprochen auch ein Erdbeben f\u00fcr uns kommt. Vielleicht ist es der Impfstoff? Wenn Jesus den Tod besiegen und uns Heil und ewiges Leben schenken konnte, kann er auch Korona besiegen und andere schwere Steine in unserem Leben wegschaffen.<\/p>\n<p>Da sind wie gesagt viele wunderbare Einzelheiten im Osterevangelium. Da steht auch, dass sich der Engel auf den Stein gesetzt hatte, der vom Eingang zum Grab Jesu weggerollt worden war. Das ist nicht ein unbedeutendes Detail. Es k\u00f6nnte sein, dass es bei der Auferstehung Jesu nur um Jesus geht. &nbsp;Der stand auf von den Toten. Phantastisch. Aber damit endet die Erz\u00e4hlung nicht. Der Engel sitzt auf dem Stein, um uns zu erz\u00e4hlen, dass da noch immer ein Loch im Tode ist f\u00fcr den, der an Jesus Christus glaubt. Der Stein rollt nicht wieder vor das Grab. Aber nicht nur das. Da ist auch ein Loch in unserem Elend. Wir sind nicht eingesperrt in einer Pandemie, in Furcht, in Mutlosigkeit, in Tod. Die \u00d6ffnung, die die m\u00e4chtigen Kr\u00e4fte Gottes am ersten Ostern schuf, existiert noch immer, wenn wir Menschen aus der Osterbotschaft Mut sch\u00f6pfen f\u00fcr unser Leben. Oder anders gesagt: Da ist nach dem ersten Ostern eine \u00d6ffnung zu bessren Zeiten in diesem wie im kommenden Leben nach dem Tode.<\/p>\n<p>Unter den vielen wunderbaren Einzelheiten des Osterevangeliums ist da auch das Wort des Engels, dass Jesus den J\u00fcngern voran geht nach Galil\u00e4a. Was ist das, was uns vorausgeht, die wir dabei sind, Ostern zu feiern in einer Zeit, die gewaltig gepr\u00e4gt ist von einer Pandemie? Ist es Missmut, sind das Sorgen, ist das eine finstere Lebensanschauung, ist das Furcht vor dem morgigen Tag? Nein, in der wunderbaren Botschaft von Ostern geht Jesus uns voran und gibt uns Mut und Kr\u00e4fte, um f\u00fcr ein besseres Leben zu k\u00e4mpfen f\u00fcr andere und f\u00fcr uns selbst. Frohe Ostern und Gott befohlen. Amen.<\/p>\n<p>Pastor Poul Joachim Stender<br \/>\nDK 4060 Kirke S\u00e5by<br \/>\npjs(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostersonntag 2021 | Markus 16,1-8 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | von Poul Joachim Stender | Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten. Aber was sollen wir mit dem Wunder anfangen? Uns fehlt im Augenblick ein Impfwunder, damit wir wieder frei miteinander leben k\u00f6nnen, feiern, reisen, ins Museum gehen, uns in der Kirche versammeln. 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