{"id":4798,"date":"2021-03-30T14:55:53","date_gmt":"2021-03-30T12:55:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4798"},"modified":"2021-03-31T14:59:17","modified_gmt":"2021-03-31T12:59:17","slug":"das-gibt-es-nicht-doch-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/das-gibt-es-nicht-doch-das\/","title":{"rendered":"Das gibt es nicht! \u2013 Doch, das&#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Das gibt es nicht! \u2013 Doch, das gibt es | Markus 16,1-7 | von Ulrich Nembach |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nso kann unser heutiger Predigttext \u00fcberschrieben werden: <strong><em>Das gibt es nicht! \u2013 Doch, das gibt es.<\/em><\/strong><\/p>\n<h2>1.<\/h2>\n<p>H\u00f6ren Sie selbst.<br \/>\nDer Text steht im Markusevangelium im 16. Kapitel, die Verse 1ff.<\/p>\n<p><em>1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende \u00d6le, um hinzugehen und ihn zu salben.<br \/>\n2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr fr\u00fch, als die Sonne aufging.<br \/>\n3 Und sie sprachen untereinander: Wer w\u00e4lzt uns den Stein von des Grabes T\u00fcr?<br \/>\n4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggew\u00e4lzt war; denn er war sehr gro\u00df. <\/em><\/p>\n<p>Eine Fraueninitiative, bestehend aus drei Frauen, wird aktiv nach Jesu Tod. Sobald sie k\u00f6nnen, starten sie fr\u00fchmorgens. Nach unserer Zeitrechnung ist das der Sonntagmorgen. Am Sonnabend konnten sie nichts unternehmen, weil dieser Tag ein Sabbat, ein Tag absoluter Ruhe war. Sie kaufen wohlriechende \u00d6le, um Jesu Leichnam zu salben. Sie wollen das tun, was man damals einem lieben Toten schuldig war. Der zeitliche und finanzielle Aufwand ist kein Hindernis f\u00fcr die Drei.<\/p>\n<p>Als sie unterwegs sind, merken sie, dass sie etwas \u00fcbersehen haben, etwas Wichtiges. Jesus wurde begraben in einer aus dem Fels gehauenen H\u00f6hle, und vor der liegt ein gro\u00dfer und schwerer Stein. Ihn wegzurollen ist zu schwer f\u00fcr sie. Sie \u00fcberlegen, wer ihnen helfen kann. Sie \u00fcberlegen und gehen weiter. So kommen sie zum Grab. Da bemerken sie eine angenehme \u00dcberraschung. Der Stein ist weggerollt.<\/p>\n<p>Das gibt es doch nicht. Das ist eigentlich unm\u00f6glich. Am Sabbat konnte niemand hierher zum Grab gekommen sein und jetzt auch nicht. Sie waren fr\u00fchmorgens gekommen. Das gibt es nicht. Und doch, das gab es.<\/p>\n<p>So geht es auch weiter. Die Frauen gehen ins Grab. Die Gr\u00e4ber waren damals gro\u00df. Was sehen sie dort?<\/p>\n<p><em>5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen J\u00fcngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes wei\u00dfes Gewand an, und sie entsetzten sich. <\/em><\/p>\n<p>Ein junger Mann sitzt im Grab. Die Frauen sind entsetzt. Gleich noch einmal: Das gibt es nicht, und doch gibt es das.<\/p>\n<p>Ehe sie reagieren k\u00f6nnen, werden sie angesprochen. Der junge Mann sagt zu ihnen:<\/p>\n<p><em>6 Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die St\u00e4tte, wo sie ihn hinlegten.<br \/>\n7 Geht aber hin und sagt seinen J\u00fcngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galil\u00e4a; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. <\/em><\/p>\n<p>Der junge Mann erkennt ihr Entsetzen und spricht sie freundlich an. Sie brauchen keine Angst zu haben. Jesus ist nicht hier. Das sehen sie. Deshalb sagt der junge Mann gleich, was geschehen ist. <em>Er, Jesus von Nazareth, ist auferstanden.<\/em> Was? Er ist auferstanden, sagt er. Das gibt es doch nicht. Tot ist tot.<\/p>\n<p>Wir heute erleben das Tot-ist-tot t\u00e4glich. Die Zeitungen und die Fernsehnachrichten sind voll von Todesmeldungen. Es werden nur noch die Zahlen genannt, weil seit der letzten Meldung wieder soundso viele Menschen verstorben sind. Unsere Friedh\u00f6fe sprechen seit Jahren, ja seit Menschengedenken eine deutliche Sprache. Nun soll das alles nichts sein?! Das gibt es doch nicht. Doch das gibt es.<\/p>\n<p>Die Frauen bekommen zu der Erkl\u00e4rung noch einen Auftrag. Sie sollen Jesu J\u00fcngern berichten und eine Begegnung Jesu mit seinen J\u00fcngern vorbereiten. Toll! Das also ist <em>Auferstehung<\/em>.<\/p>\n<h2>2.<\/h2>\n<p>Ja, was hei\u00dft das heute? Kirchliche Obere sagen, dass Ostern das h\u00f6chste christliche Fest sei. Im Mittelalter war es nicht anders. Darum kam etwa der deutsche Kaiser Otto der Gro\u00dfe (912-973) stets zu Ostern auf seine Burg in Quedlinburg, um dort Ostern geb\u00fchrend feiern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft Ostern in der Zeit von Corona? Lassen Sie mich mit einem Bild antworten. Der Friedhof kommt mir heute vor wie ein Bahnhof, an dem Endstation ist. Der Zug f\u00e4hrt ein, und aus dem Lautsprecher ert\u00f6nt der Ruf: Bitte alle aussteigen, der Zug endet hier. Aber \u2013 und das ist entscheidend \u2013 Ostern bedeutet den Umbau des Bahnhofs. Aus dem Bahnhof <em>Endstation<\/em> ist ein <em>Umsteige<\/em>bahnhof geworden. Wir \u2013 Sie, ich \u2013, wir verlassen den Zug <em>Irdisches Leben<\/em> und steigen ein in einen neuen Zug. Dieser Zug f\u00e4hrt ins <em>Ewige Leben<\/em>.<\/p>\n<p>In unserem Alltag erkennen wir diesen Umsteigebahnhof nicht. Wir sehen nur den Bahnhof als Endstation. Wir sprechen deshalb vom Friedhof. Der Fraueninitiative ging es genauso. Sie haben sich eilig auf den Weg gemacht, um Jesus die letzte Ehre zu erweisen. Als sich dann alles \u00e4nderte, als alles anders war, als sie es erwartet hatten, waren sie entsetzt und meinten: Das gibt es doch gar nicht. Der junge Mann, den sie antrafen, musste ihnen die Situation erkl\u00e4ren. Jesus war umgestiegen.<\/p>\n<p>Das ist wahrhaftig Grund zur Freude. \u201eErschienen ist der herrlich Tag,\u2026\u201c \u2013 so sang 1560 Nikolaus Herman. Er reihte sich damit ein in die Linie, die Otto den Gro\u00dfen Ostern in besonderer Weise feiern lie\u00df und heute die kirchlichen Oberen sagen l\u00e4sst: \u201eOstern ist das h\u00f6chste christliche Fest.\u201c<\/p>\n<p>Wer trotzdem noch Zweifel hat und meint: Das gibt es nicht, der h\u00f6re: Doch, das gibt es. Ja, es ist <strong><em>die Wahrheit und das Leben<\/em><\/strong>.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gibt es nicht! \u2013 Doch, das gibt es | Markus 16,1-7 | von Ulrich Nembach | Liebe Gemeinde, so kann unser heutiger Predigttext \u00fcberschrieben werden: Das gibt es nicht! \u2013 Doch, das gibt es. 1. H\u00f6ren Sie selbst. Der Text steht im Markusevangelium im 16. 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