{"id":4851,"date":"2021-04-07T11:45:36","date_gmt":"2021-04-07T09:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4851"},"modified":"2021-04-07T11:46:36","modified_gmt":"2021-04-07T09:46:36","slug":"der-auferstandene-wirkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/der-auferstandene-wirkt\/","title":{"rendered":"Der Auferstandene wirkt &#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Der Auferstandene wirkt in seiner Gemeinde und Kirche | 11.4.21 | Joh 21, 1 \u2013 14 |&nbsp;Kurzpredigt | verfasst von Michael Plathow |<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eGelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner gro\u00dfen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten\u201c; \u201eChristus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden\u201c und wirkt in der Gemeinde.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, das ist die Botschaft vom Sch\u00fcler des Evangelisten Johannes heute.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Nach den Ereignissen in Jerusalem hat der Alltag die J\u00fcnger wieder. Sieben von ihnen gehen ihrem Tagwerk nach mit Pflichten, Freuden und Sorgen dort am See Genezareth in der N\u00e4he von Tiberias. \u00dcber Nacht fahren sie aus zum Fischfang. Aber das Netz bleibt leer. Der Ertrag der Anstrengung bleibt aus. Als sie am Morgen anlegen, erwartet sie ein Mann am Ufer: Begegnung mit einem Unbekannten. \u201eAlles Leben ist Begegnung\u201c. Der Mann fragt: \u201eHabt ihr nicht etwas Fisch zu essen?\u201c Sie antworten \u201eNein\u201c. Da sagt der Fremde: \u201eWerft das Netz an der rechten Seite aus. Dann werdet ihr etwas fangen\u201c. Ein t\u00f6richtes Unterfangen ist es, jetzt am hellen Tag auszufahren. Alle fachm\u00e4nnische Erfahrung spricht dagegen. Dennoch, die M\u00e4nner tun es. Sie folgen den Worten. Und tats\u00e4chlich, das Unwahrscheinliche geschieht: sie fangen viele Fische; das Netz ist voll.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Als sie wieder landen, brennt am Ufer ein Kohlenfeuer. Fische sind schon gebraten; Brot liegt schon bereit. Der Fremde l\u00e4dt ein: \u201eKommt und esst!\u201c. Er nimmt das Brot und gibt es den J\u00fcngern; er teilt den Fisch mit ihnen \u2013 da, wie bei den J\u00fcngern bei Emmaus im Lukasevangelium, wissen sie, dass es Jesus ist. Christus ist auferstanden; er lebt; er ist da.<\/p>\n<p>In dieser wundersamen personalen Beziehung von Fremdheit und N\u00e4he kommt es zur Begegnung mit Jesus Christus, weil der Auferstandene selbst seine N\u00e4he erfahrbar macht, sich zu erkennen gibt.&nbsp; Betroffen und ergriffen von ihm, glauben die J\u00fcnger. Traurige Entt\u00e4uschung, schuldhafte Skepsis, \u00e4ngstliches Hinterfragen und arrogantes Erkl\u00e4ren hat ein Ende. Die J\u00fcnger ahnen nicht nur, sie wissen: es ist der Auferstandene, der einl\u00e4dt. Wie er als Geber und Gabe Gemeinschaft mit ihnen hat, bei und mit ihnen ist, so auch sammelt und erh\u00e4lt er durch seine Predigt vom Reich Gottes die Gemeinde.<\/p>\n<p>\u00dcber Wissen und Verstand sind sie gewiss: Es ist der Herr. Und der gegenw\u00e4rtige Herr ist er da \u00fcberall am Sonntag und am Alltag, in Freizeit und Beruf mit seinen Aufgaben und Pflichten. Glaube ganz. Glaube als Leben bestimmendes Vertrauen umfasst alle Bereiche. Glauben und Leben geh\u00f6ren zusammen. Wie Jesus Christus \u201eGottes Zuspruch der Vergebung aller unserer S\u00fcnden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kr\u00e4ftiger Anspruch auf unser ganzes Leben\u201c (Barmer theologische These 2). Davon erz\u00e4hlen die Apostel weiter; davon geben sie Zeugnis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Liebe Gemeinde, auf Jesu Wort fahren die sieben J\u00fcnger erneut auf See, um zu fischen und dann als Apostel Zeugnis zu geben vom auferstandenen Christus als ihrem Herrn. Der Tod ist \u201everschlungen\u201c in den Sieg: Christus ist Sieger. Der Tod des Todes zugunsten des Lebens.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Blick ist auf den Herrn gerichtet. \u201eDu stellst unsere F\u00fc\u00dfe auf weiten Raum\u201c (Ps 31, 9). So geben sie Zeugnis von der \u201eHoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten\u201c (1 Petr 1, 3) und vom neuen Leben in der Gemeinschaft mit ihm.<\/p>\n<p>Da begegnen ihnen auch Befremdung, Zweifel, Ablehnung, Anfeindung. Aber \u201emit meinem Gott kann ich \u00fcber Mauern springen\u201c (Ps 18, 30). Und \u201esiehe, ich bin bei euch alle Tage\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEine freudige Nachricht breitet sich aus\u201c (EG 649). Das Evangelium ergreift die Herzen der Menschen und schafft Glauben. Vertrauen und Zuversicht in den gegenw\u00e4rtigen Herrn Jesus Christus w\u00e4chst. Menschen werden gesammelt und sammeln sich lokal und global im weiten Raum der \u00d6kumene. 153 Fische haben die dem Ruf Jesu folgenden J\u00fcnger beim Fischzug gefangen. Seit dem Kirchenvater Hieronymus wird diese Anzahl als Bild f\u00fcr die F\u00fclle interpretiert.<\/p>\n<p>Mitgenommen in die Nachfolge Jesu, verk\u00fcndigen die J\u00fcnger das Evangelium bis an die Enden der Erde; viele, sehr viele glauben der Predigt von der Hoffnung in der Verbundenheit mit Jesus Christus. Menschen \u201eletzter\u201c und \u201evorletzter\u201c Hoffnung sind sie auf ihren Auferstehungswegen:<\/p>\n<p>der \u201eletzten\u201c Hoffnung durch Gottes alleinige Tat in der Auferstehung Jesu Christi zur Auferweckung der Toten, zur Neusch\u00f6pfung von Himmel und Erde, zur \u00dcberwindung der Macht des Todes. Wende der Zeit durch Gottes einseitige Tat zum Heil der Welt;<\/p>\n<p>und \u201evorletzter\u201c Hoffnung als Mitarbeiter in der von Gott erhaltenen, unter Leid seufzenden Welt f\u00fcr mehr Frieden, mehr Gerechtigkeit und f\u00fcr mehr nachhaltig gepflegte Mitwelt.<\/p>\n<p>Nicht von verzweifelter Hoffnung sind sie, einer Utopie, die zu Schanden wird, vielmehr Menschen \u201elebendiger Hoffnung\u201c. Sie haben Gemeinschaft mit Jesus Christus in Gemeinde und Kirche. Sie geben die Hoffnung, die in ihnen ist, zuversichtlich weiter in Wort und Tat. So werden sie wahrgenommen als sichtbare Zeichen der Hoffnung auch in ihrer Umgebung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Liebe Gemeinde, vielstimmig und vielgestaltig wirkt der Auferstandene in Gemeinde und Kirche. In dieser \u00f6sterlichen Erz\u00e4hlung berichtet der Sch\u00fcler des Evangelisten Johannes zum einen vom J\u00fcnger Johannes: beliebter und liebenswerter Begleiter Jesu war er; so war er ihm nah. Auf dem Berg der Verkl\u00e4rung war er dabei. An der Seite Jesu sa\u00df er beim letzten Abendmahl. Unter Jesu Kreuz stand er zusammen mit der Mutter Maria und mit Maria Magdalena. Er rannte, auf die Nachricht der entsetzten Frauen, los und kam als erster beim leeren Grab an. Und nun in diesem Bericht erkennt er den Fremden zuerst als den auferstandenen Herrn.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zum anderen wird von Simon Petrus erz\u00e4hlt: der bekennt sich \u00fcberschw\u00e4nglich zu Jesus, den Christus; dreimal erkl\u00e4rt er seine \u00fcbersch\u00e4umende Liebe zu Jesus. Ein Hitzkopf ist er. Denn wenig sp\u00e4ter verleugnet er dreimal die Zugeh\u00f6rigkeit zu Jesus. Er ist es dann, der im Wettlauf mit Johannes als erster das leere Grab betritt. Und nun in diesem Bericht st\u00fcrzt er sich im \u00dcbereifer in den See, um vor den anderen bei Jesus zu sein. Fels der Gemeinde und Kirche zu sein, wird ihm versprochen.<\/p>\n<p>Verschieden sind diese Apostel, unterschiedlich ihr Charakter und ihre Begabung. Verschieden sind auch die, die im apostolischen Auftrag predigen und Gemeinde pflanzen. Unterschiedlich sind die Menschen, die Gemeinschaft mit Jesus Christus in der Kirche haben: Fromme und Liberale, Starke und Angefochtene, M\u00e4nner und Frauen, Junge und Alte, Kranke und Gesunde, Reiche und Arme, Gewinner und Verlierer; Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Kultur, Sprache, Beruf und T\u00e4tigkeit \u2013 wie neugeboren sind sie gemeinsam durch den Glauben an ihren auferstandenen Herrn. \u201eEin Herr, ein Glaube, eine Taufe\u201c verbindet sie (Eph 4, 5) \u2013 bei Durchhalten all der Konflikte und auch im Streit. Gemeinschaft in und durch Vielheit kennzeichnet die Gemeinde Jesu Christi am Ort und in der weltweiten \u00d6kumene. So auch hier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Auferstandene wirkt in der Gemeinde und Kirche. Im H\u00f6ren auf das biblische Wort und im antwortenden Gebet, in der Feier des Abendmahls als Antwort auf die gemeinsame Taufe, in Zeugnis und Dienst mit einander und f\u00fcr andere sind sie unterwegs, getragen von der Hoffnung, die in der Auferstehung Jesu Christi verhei\u00dfen und gepriesen wird: \u201eGelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns in seiner gro\u00dfen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als unsere Vernunft, der bewahre unser Denken und Tun im Glauben an unseren Auferstandenen Herrn Jesus Christus, Grund aller Hoffnung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>michael@plathow.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Auferstandene wirkt in seiner Gemeinde und Kirche | 11.4.21 | Joh 21, 1 \u2013 14 |&nbsp;Kurzpredigt | verfasst von Michael Plathow | &nbsp; \u201eGelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner gro\u00dfen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten\u201c; \u201eChristus ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4846,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,1,157,114,328,349,181,3,109,718],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-4851","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-aktuelle","category-beitragende","category-deut","category-kapitel-21-chapter-21-johannes","category-kasus","category-michael-plathow","category-nt","category-predigten","category-quasimodogeniti"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4851","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4851"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4851\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4853,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4851\/revisions\/4853"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4846"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4851"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4851"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4851"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=4851"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=4851"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=4851"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=4851"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}