{"id":4981,"date":"2021-04-29T11:56:34","date_gmt":"2021-04-29T09:56:34","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=4981"},"modified":"2021-04-29T12:00:09","modified_gmt":"2021-04-29T10:00:09","slug":"singet-dem-herrn-ein-neues-lied","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/singet-dem-herrn-ein-neues-lied\/","title":{"rendered":"Singet dem Herrn &#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Singet dem Herrn ein neues Lied! | Sonntag Kantate | 02.05.2021 | Predigt zu Ps 98 | verfasst von Frank Jehle<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1] |<\/a><\/h3>\n<p>Psalm 98 (nach der Lutherbibel):<\/p>\n<p>\u00abSinget dem HERRN ein neues Lied,<\/p>\n<p>denn er tut Wunder.<\/p>\n<p>Er schafft Heil mit seiner Rechten<\/p>\n<p>und mit seinem heiligen Arm.<\/p>\n<p>Der HERR l\u00e4sst sein Heil kundwerden;<\/p>\n<p>vor den V\u00f6lkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.<\/p>\n<p>Er gedenkt an seine Gnade und Treue f\u00fcr das Haus Israel,<\/p>\n<p>aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.<\/p>\n<p>Jauchzet dem HERRN, alle Welt,<\/p>\n<p>singet, r\u00fchmet und lobet!<\/p>\n<p>Lobet den HERRN mit Harfen,<\/p>\n<p>mit Harfen und mit Saitenspiel!<\/p>\n<p>Mit Trompeten und Posaunen<\/p>\n<p>jauchzet vor dem HERRN, dem K\u00f6nig!<\/p>\n<p>Das Meer brause und was darinnen ist,<\/p>\n<p>der Erdkreis und die darauf wohnen.<\/p>\n<p>Die Str\u00f6me sollen frohlocken,<\/p>\n<p>und alle Berge seien fr\u00f6hlich<\/p>\n<p>vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten.<\/p>\n<p>Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die V\u00f6lker, wie es recht ist.\u00bb<\/p>\n<p>Gebet<\/p>\n<p>\u00abSinget dem Herrn ein neues Lied.\u00bb Guter und barmherziger Gott, wir h\u00f6ren diese Aufforderung, aber es f\u00e4llt uns nicht immer leicht, ihr zu folgen. In der Welt unserer Erfahrung spricht nicht alles daf\u00fcr. Nat\u00fcrlich, immer neu erleben wir Dinge, die uns aufmuntern, freundliche Menschen, das Sonnenlicht und die Fr\u00fchlingsblumen, genug zu essen und zu trinken, ein warmes Bett und eine helle Stube. Aber das andere gibt es leider auch, Entt\u00e4uschungen, Krankheit, das Abschiednehmen von einem lieben Menschen, Streit, sei es in unserem eigenen Lebenskreis oder auch draussen in Politik, Wirtschaft, Kunst und Sport. Wie sollen wir da singen k\u00f6nnen, und erst noch frohe Lieder!<\/p>\n<p>Guter und barmherziger Gott, vor dir denken wir an die ganze weite Welt, von unserem eigenen Kreis bis zum \u00e4ussersten Horizont. Lass das Werk deiner H\u00e4nde nicht fallen. Gib uns deinen heiligen Geist, der bewirken soll, dass wir die Botschaft von der Auferstehung deines Sohnes nicht nur \u00e4usserlich h\u00f6ren, sondern dass sie unsere Herzen bewegt und st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>In der Stille legen wir pers\u00f6nlich Gedanken vor dich hin: \u2026<\/p>\n<p>Guter und barmherziger Gott, wir danken dir daf\u00fcr, dass du f\u00fcr uns und f\u00fcr alle da bist. Amen.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>\u00abSinget dem Herrn ein neues Lied!\u00bb Seit Monaten ist es uns verwehrt, Kirchenlieder zu singen. Ich denke, gerade dieses amtliche Verbot kann uns bewusst machen, wie wichtig das Singen in unseren Gottesdiensten ist. \u00abIm Singen wird aus vielen Einzelnen die Gemeinde.\u00bb<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Indem sie singt, \u00fcber-nimmt die Gemeinde eine aktive Rolle in der Liturgie. Vor einiger Zeit sass ich bei einer Abdankung in der Kapelle auf dem Ostfriedhof neben einem Mann, der das Kirchengesangbuch nicht einmal aufklappte, als die Trauergemeinde sang. Ich kenne ihn gut. Deshalb fl\u00fcsterte ich ihm zu: \u00abAuch wenn du nicht singen kannst, verfolge doch den Text! Die Lieder sind nicht nur Beiwerk. Sie geh\u00f6ren zum Gottesdienst. Versuche doch, wenigstens im Herzen mitzusummen.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abSinget dem Herrn ein neues Lied!\u00bb Anlass f\u00fcr Psalm 98 war zun\u00e4chst das Ende des babylonischen Exils. Wie es den nach Mesopotamien verschleppten Angeh\u00f6rigen des Volkes Israel zu Mut war, entnehmen wir einem andern Psalm, Psalm 137:<\/p>\n<p>\u00abAn den Wassern zu Babel sassen wir und weinten,<\/p>\n<p>wenn wir an Zion gedachten.<\/p>\n<p>Unsere Harfen h\u00e4ngten wir<\/p>\n<p>an die Weiden dort im Lande.<\/p>\n<p>Denn die uns gefangen hielten,<\/p>\n<p>hiessen uns dort singen<\/p>\n<p>und in unserm Heulen fr\u00f6hlich sein:<\/p>\n<p>\u2039Singet uns ein Lied von Zion!\u203a<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnten wir des HERRN Lied singen<\/p>\n<p>in fremdem Lande?\u00bb (Ps 137,1\u20134)<\/p>\n<p>Die Gefangenen aus Jerusalem und Juda wurden offenbar aufgefordert, ihre Lieder zu singen, die sie von zu Hause mitgebracht hatten. Aber das Heimweh war zu gross. Die T\u00f6ne blieben ihnen in der Kehle stecken.<\/p>\n<p>Doch dann der Umbruch! Die Verheissungen der Propheten hatten sich erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>\u00abTr\u00f6stet, tr\u00f6stet mein Volk!, spricht euer Gott.<\/p>\n<p>Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat [\u2026].<\/p>\n<p>Es ruft eine Stimme: In der W\u00fcste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!<\/p>\n<p>Alle T\u00e4ler sollen erh\u00f6ht werden, und alle Berge und H\u00fcgel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was h\u00fcgelig ist, soll eben werden;<\/p>\n<p>denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen [\u2026].\u00bb (Jes 40,1\u20135)<\/p>\n<p>Babylon, die Unterdr\u00fcckerin nicht nur des j\u00fcdischen, sondern vieler V\u00f6lker, wurde von den Persern erobert. Im Jahr 536 erlaubte der persische K\u00f6nig Kyros mit einer liberaleren Religionspolitik den Nachkommen der Verschleppten die R\u00fcckkehr in die Heimat \u2013 genau f\u00fcnfzig Jahre nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar. Im praktischen Alltag brauchte es zwar Zeit, bis die Ruinen einigermassen repariert und der Tempel wieder aufgebaut waren. Die B\u00fccher Esra und Nehemia erz\u00e4hlen von enormen Schwierigkeiten. Aber: \u00abSinget dem Herrn ein neues Lied!\u00bb Es war eine neue Zeit, und es brauchte neue Lieder. Eine ganze Reihe von Psalmen wurde jetzt neu gedichtet und komponiert und von da an nicht nur im Tempel von Jerusalem, sondern auch im Synagogengottesdienst gesungen.<\/p>\n<p>Und dann das Christentum: Von Anfang an hat man in den christlichen Gemeinden auch die Psalmen des Alten Testaments gebetet und gesungen. Und man schuf neue Hymnen. So steht es im Epheserbrief:<\/p>\n<p>\u00abErmuntert einander mit Psalmen und Lobges\u00e4ngen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit f\u00fcr alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.\u00bb (Eph 5,19f.)<\/p>\n<p>Und im Kolosserbrief:<\/p>\n<p>\u00abLehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobges\u00e4ngen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.\u00bb (Kol 3,16)<\/p>\n<p>\u00abSinget dem Herrn ein neues Lied!\u00bb W\u00e4hrend allen christlichen Generationen hat man immer neu gesungen, seinen Glauben so ausgedr\u00fcckt und auch zum Mitglauben eingeladen.<\/p>\n<p>Eine Zwischenbemerkung: Viele von Ihnen wissen es: Der Z\u00fcrcher Reformator Huldrych Zwingli lehnte in den Anfangsjahren der Reformation den Kirchengesang ab. Fachleute, die sich auskennen (z. B. der Berner Theologe und Kirchenmusiker Andreas Marti), weisen aber darauf hin, dass Zwingli nur den von Berufss\u00e4ngern auf Lateinisch vorgetragenen und f\u00fcr die meisten Gemeindeglieder unverst\u00e4ndlichen gregorianischen Choral abschaffte und dass er nichts dagegen hatte, wenn z. B. die Protestanten in Strassburg deutsche Nachdichtungen der Psalmen sangen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Und hier in St. Gallen muss unbedingt betont werden: In der reformierten Stadt hat man den Kirchengesang ganz von Anfang an geliebt und offiziell gef\u00f6rdert. Wie Johannes Kessler in seiner Chronik Sabbata erz\u00e4hlt, erklang das erste deutschsprachige Kirchenlied in St. Laurenzen am 8. September 1527. Die Schulmeister hatten mit den Kindern \u00abAus tiefer Not schrei ich zu dir\u00bb, Luthers geniale Nachdichtung von Psalm 130, einstudiert. Und von da an: In der Kinderlehre, am Sonntagnachmittag um drei, wurden auf Anordnung der Stadtbeh\u00f6rden weitere solche Lieder gelehrt und gelernt. Und 1533 wurde das vom ehemaligen Schulmeister und jetzigen Stadtpfarrer Dominik Zili redigierte Kirchengesangbuch \u00abZu Lob und Dank Gottes\u00bb publiziert, das allererste im Buchdruck erschienene Gesangbuch der Schweiz. Bald kam dann ein noch umfangreicheres evangelisches Gesangbuch in der befreundeten Stadt Konstanz hinzu. Das kirchenmusikalische Eis war gebrochen.<\/p>\n<p>Doch jetzt zu Psalm 98! \u00abSinget dem Herrn ein neues Lied!\u00bb Traditionellerweise geh\u00f6rt unser heutiger Predigttext in die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten. Denn was die R\u00fcckkehr aus der babylonischen Gefangenschaft f\u00fcr das Volk Israel war, ist f\u00fcr das Christentum die Auferstehung Jesu. Diese wird gem\u00e4ss dem liturgischen Kalender sieben Wochen lang gefeiert. Streng genommen gen\u00fcgt allerdings auch das nicht!<\/p>\n<p>\u00abDie Zuversicht der Christen ist die Auferstehung der Toten; indem wir daran glauben, existieren wir.\u00bb<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> So dezidiert formulierte es Tertullian, ein altkirchlicher Theologe um das Jahr 200. Indem wir miteinander \u00fcber Psalm 98 nachdenken (und ihn anschliessend in der deutschsprachigen Nachdichtung des Genfer Psalters auch h\u00f6ren werden), k\u00f6nnen wir \u2013 so hoffe ich \u2013 das Ostergeheimnis besser feiern.<\/p>\n<p>In seiner hebr\u00e4ischen Form hat der Psalm drei Strophen. In der ersten geht es um das Lobsingen der Gemeinde, in der zweiten um das Lobsingen der ganzen Menschheit. Und f\u00fcr die dritte Strophe ist auch das nicht gut genug: Die ganze Sch\u00f6pfung \u2013 das Meer, die Erde, die Str\u00f6me und die Berge \u2013 wird aufgerufen, mitzusingen und mitzuloben. Das heilvolle Handeln Gottes ist so gewaltig, dass es alle Erwartungen \u00fcbertrifft. Alttestamentlich-j\u00fcdisch formuliert: Wer konnte damit rechnen, dass es mit der babylonischen Gefangenschaft ein Ende haben werde? Christlich formuliert: Als Jesus am Kreuz starb, wer war darauf gefasst, dass es drei Tage sp\u00e4ter heissen werde: \u00abChristus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.\u00bb (Lk 24,6 und 34) \u2013 \u00abDer Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?\u00bb (1Kor 15,54f.) So jubelt und singt der Apostel Paulus. Alles, was ist \u2013 Himmel, Erde, Luft und Meer \u2013 wird in Psalm 98 (und nicht nur hier) eingeladen, mitzujubeln. Der Jubel \u2013 unterst\u00fctzt von Harfen, Leiern, Trompeten und Posaunen \u2013 kann nicht begeistert genug sein.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde! Ist das nicht sch\u00f6n? Ich h\u00f6re jetzt aber Stimmen, die misstrauisch klingen: Nimmt dieser und \u00e4hnliche Psalmen, nimmt aber auch der Pfarrer, der heute predigt, den Mund nicht zu voll? Werden wir nicht \u00fcberfordert? Es ist ja zwar wirklich wahr: Das Alte Testament erz\u00e4hlt von der R\u00fcckkehr des j\u00fcdischen Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft. Und es ist ebenso zutreffend, dass das Neue Testament Auferstehungsluft ausatmet, wie sich ein schw\u00e4bischer Theologe im 18. Jahrhundert ausgedr\u00fcckt hat.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Aber k\u00f6nnen wir diese Botschaft wirklich annehmen, wenn wir dagegen halten, was leider nicht daf\u00fcr spricht, wenn wir an all das Belastende in der Welt unserer Erfahrung denken?<\/p>\n<p>Offen gestanden: Ich bin ich etwas ratlos. Ich kann Ihnen n\u00e4mlich nicht beweisen, dass Psalm 98 \u2013 und viele andere Psalmen \u2013 Recht hat, so wenig wie ich Ihnen Gott beweisen kann. \u00abEin bewiesener Gott ist kein Gott, sondern w\u00e4re bloss eine Sache dieser Welt\u00bb, sagte aber \u2013 wie ich meine, mit Recht \u2013 der Philosoph Karl Jaspers.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> \u00abEinen Gott, den \u2039es gibt\u203a, gibt es nicht\u00bb, hat Dietrich Bonhoeffer beinahe noch provozierender formuliert.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Deshalb m\u00f6chte ich zu bedenken geben: Ist es nicht vielleicht ein Gebrechen besonders der heutigen Zeit und Gesellschaft, dass man nur das Sichtbare, das Handgreifliche und Beweisbare gelten lassen will? \u00abIch glaube nur, was ich sehe.\u00bb K\u00f6nnte es nicht sein, dass man sich mit dieser Einstellung Wesentliches verbaut? \u00abSelig sind, die nicht sehen und doch glauben!\u00bb, heisst es im Johannesevangelium gerade im Zusammenhang mit Ostern. (Joh 20,29 Lutherbibel) Und der Hebr\u00e4erbrief, eine der weniger bekannten Schriften des Neuen Testaments, sagt es so: \u00abEs ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.\u00bb (Hebr 11,1 Lutherbibel)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde! Und genau an diesem Punkt kann Psalm 98 mit seinem \u00abSinget dem Herrn ein neues Lied!\u00bb uns vielleicht helfen. Wer singt, kann besser glauben und vertrauen als jemand, der oder die nur rechnet und auf handgreifliche Beweise aus ist. Und umgekehrt: Wer glaubt und vertraut, kann besser singen. \u00abSinget dem Herrn ein neues Lied!\u00bb Glaube und Gesang verst\u00e4rken sich gegenseitig. Viele werden mir hier zustimmen. Wer hat nicht schon Mozarts \u00abExultate, jubilate\u00bb geh\u00f6rt \u2013 oder in einem v\u00f6llig anderen Stil \u00abAmazing Grace\u00bb, eines der Lieblingslieder der Christinnen und Christen aller Denominationen in den Vereinigten Staaten \u2013, und das Herz wurde ber\u00fchrt und fasste neuen Mut? Der Gesang st\u00e4rkt den Glauben. Glaube im tiefsten Sinn dieses Wortes ist nicht einfach etwas Intellektuelles. \u00abSingen ist eine wirksame Macht\u00bb, las ich erst vor kurzem in einer Neuerscheinung zum Thema Religion und Musik.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Und das Singen habe auch eine \u00abreligi\u00f6se Dimension\u00bb.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> \u00abSingen im Gottesdienst\u00bb sei eine \u00abreligi\u00f6s-bedeutsame Aktivit\u00e4t\u00bb, da \u00abAnbetung und Anrufung Gottes\u00bb hier \u00abwirklich und g\u00fcltig\u00bb vollzogen w\u00fcrden.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>\u00abSinget dem Herrn ein neues Lied!\u00bb Lasst uns das zu Herzen nehmen und uns aus der Welt unserer oft so griesgr\u00e4migen Zweifel und Bedenken herausholen!<\/p>\n<p>Deshalb jetzt zur\u00fcck zur Musik! Lasst uns \u00abAmazing Grace\u00bb, das wohl ber\u00fchmteste amerikanische Kirchenlied, h\u00f6ren.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Ich w\u00fcnsche allen einen sch\u00f6nen Sonntag. Amen.<\/p>\n<table width=\"96%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"49%\">Amazing grace, \/ how sweet the sound, \/ that saved \/ a wretch like me! \/ I once was lost, \/ but now I am found, \/ was blind, but now I see.<\/td>\n<td width=\"49%\">Unglaubliche Gnade,\u00a0 \/ wie s\u00fc\u00df der Klang, \/ die einen armen S\u00fcnder wie mich errettete! \/ Ich war einst verloren,\u00a0 \/ aber nun bin ich gefunden, \/ war blind, aber nun sehe ich.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"49%\">&#8218;Twas grace \/ that taught my heart to fear, \/ and grace \/ my fears relieved; \/ how precious \/ did that grace appear, \/ the hour \/ I first believed!<\/td>\n<td width=\"49%\">Es war Gnade,\u00a0 \/ die mein Herz Furcht lehrte, \/ und Gnade\u00a0 \/ l\u00f6ste meine \u00c4ngste; \/ wie kostbar \/ erschien diese Gnade \/ zu der Stunde, \/ als ich erstmals glaubte!<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"49%\">Through many dangers, \/ toils and snares, \/ I have already come; \/ &#8218;twas grace \/ has brought me\u00a0safe thus far, \/ and grace \/ will lead me home.<\/td>\n<td width=\"49%\">Durch viele Gefahren, \/ M\u00fchen und Schlingen \/ bin ich bereits gekommen; \/ es war Gnade, \/ die mich\u00a0sicher so weit brachte, \/ und Gnade \/ wird mich heim geleiten.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"49%\">The Lord \/ has promised good to me, \/ his word \/ my hope secures; \/ he will my shield \/ and portion be, \/ as long as life endures.<\/td>\n<td width=\"49%\">Der Herr \/ hat mir Gutes versprochen, \/ sein Wort \/ macht meine Hoffnung fest; \/ er wird mein Schutz\u00a0 \/ und Anteil sein, \/ so lang das Leben andauert.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"49%\">Yes, when this flesh \/ and heart shall fail, \/ and mortal life \/ shall cease; \/ I shall possess, within the veil, \/ a life \/ of joy and peace.<\/td>\n<td width=\"49%\">Ja, wenn dieses Fleisch \/ und Herz versagen werden, \/ und das sterbliche Leben \/ endet, \/ werd&#8216; ich in Demut f\u00fchren, \/ ein Leben \/ voll Freude und Frieden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"49%\">The earth \/ shall soon \/ dissolve like snow, \/ the sun \/ forbear to shine; \/ but God, \/ who call&#8217;d me here below, \/ will be forever mine.<\/td>\n<td width=\"49%\">Die Erde \/ wird sich bald \/ wie Schnee aufl\u00f6sen, \/ die Sonne \/ aufh\u00f6ren zu scheinen; \/ doch Gott, \/ der mich hier unten rief, \/ wird ewig mein sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Pfr. Dr. Frank Jehle<\/p>\n<p>Universit\u00e4tspfarrer emeritus<\/p>\n<p>St. Gallen<\/p>\n<p>Frank.Jehle@unisg.ch<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Predigt wurde im Fr\u00fchling 2021 sowohl in der Stadtkirche St. Laurenzen als auch in der Kirche Linseb\u00fchl in St. Gallen gehalten. Wegen der Coronakrise waren nur zwei Lieder m\u00f6glich, die nicht gesungen, sondern rezitiert wurden: Evangelisch-reformiertes Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz, Nr. 731 und Nr. 55,1\u20133. Amazing Grace wurde von der amerikanischen Mezzosopranistin Jennifer Panara, Ensemblemitglied des Theaters St Gallen, gesungen. Wenn nicht anders angegeben, stammen die Bibeltexte aus der Z\u00fcrcher Bibel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Dominik Zili: Zu Lob und Dank Gottes. Das St. Galler Kirchengesangbuch von 1533. St. Gallen und Z\u00fcrich 2010, S. 70.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Jochen Kaiser in: Wolfgang W. M\u00fcller und Franc Wagner (Hg.): Religion \u2013 Musik \u2013 Macht. Musikalische Dimensionen einer \u00e4sthetischen Theologie. Basel 2021, S. 193\u2013203.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Tertullian, De resurrectione 1,1. Zitiert nach: Theologische Realenzyklop\u00e4die. Band 4. Berlin und New York 1979. S. 468, im Original: \u00abFiducia Christianorum resurrectio mortuorum; illam credentes sumus.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Konrad Ohly u. a. (Hg.): Texte zur Geschichte des Pietismus, Abt. 7: Friedrich Christoph Oetinger, Bd. 2: Theologia ex idea vitae deducta, Teil 1. Berlin u. a. 1979, S. 212: \u00abOmnia Apostolorum verba spirant sensum resurrectionis.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Nach: Barbara und Reimar Kakuschke, G\u00fcnter Wischmann und Werner Trutwin: Reden von Gott. G\u00f6ttingen 1970, S. 19.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Dietrich Bonhoeffer: Akt und Sein. M\u00fcnchen <sup>3<\/sup>1964, S. 94.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Jochen Kaiser in: Wolfgang W. M\u00fcller und Franc Wagner (Hg.): Religion \u2013 Musik \u2013 Macht. Musikalische Dimensionen einer \u00e4sthetischen Theologie. Basel 2021, S. 102.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> A. a. O., S. 101.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> A. a. O., S. 102.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> https:\/\/www.abschiedstrauer.de\/amazing-grace-noten-texte.htm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Singet dem Herrn ein neues Lied! | Sonntag Kantate | 02.05.2021 | Predigt zu Ps 98 | verfasst von Frank Jehle[1] | Psalm 98 (nach der Lutherbibel): \u00abSinget dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. 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