{"id":5017,"date":"2021-05-03T10:18:07","date_gmt":"2021-05-03T08:18:07","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5017"},"modified":"2021-05-05T11:01:29","modified_gmt":"2021-05-05T09:01:29","slug":"gottes-gedanken-und-unsere-plaene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/gottes-gedanken-und-unsere-plaene\/","title":{"rendered":"Gottes Gedanken &#8211; und &#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Gottes Gedanken &#8211; und unsere Pl\u00e4ne | Rogate | Johannes 16,23b-28 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Elof Westergaard |<\/h3>\n<p>Jeder Sonntag und jeder Feiertag haben eine Reihe von biblischen Lesungen f\u00fcr den betreffenden Sonntag im Kirchenjahr.<\/p>\n<p>Am f\u00fcnften Sonntag nach Ostern ist es au\u00dfer den Versen aus dem Johannesevangelium (16,23b-28) naheliegend, die Erz\u00e4hlung von Jakobs Kampf am Jabbok (1. Mose 32,24-32) einzubeziehen. Diese Erz\u00e4hlung scheint uns unmittelbar existentiell anzugehen und sinnvoll zu sein. Denn der Kampf Jakobs mit einem Mann, mit Gott und sich selbst illustriert deutlich alle die K\u00e4mpfe, die ein Mensch in seinem Leben durchmachen kann.<\/p>\n<p>Mann kann aber auch einen anderen alttestamentlichen Text heranziehen, einen kleinen Text der Hoffnung beim Propheten Jeremia (29,11-13a). Dieser Text ist weniger dramatisch, aber er ist ebenso relevant und aktuell.<\/p>\n<p>Gott sagt durch den Propheten Jeremia: <em>Ich wei\u00df wohl, was ich f\u00fcr Gedanken \u00fcber euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erh\u00f6ren. Ihr werdet mich suchen und finden.<\/em><\/p>\n<p>Das sind Worte voller Hoffnung! Da steht uns nicht Ungl\u00fcck bevor, sondern eine Zukunft, wo Gott uns nah ist. F\u00fcr den Propheten Jeremia, der in den Ruinen Jerusalems stand, waren da viel Hoffnung und Trost in diesen Worten. Wir stehen nicht wie er mitten in Ruinen, aber diese Worte ergehen an uns mitten in unserer Zeit voller Krisen, geplagt von der Pandemie. Da ist es gut zu wissen, dass Gott etwas vor hat mit uns Menschen und mit der Welt, dass er uns eine Zukunft schenkt und uns eine Hoffnung reicht.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Wir Menschen haben oft so merkw\u00fcrdige Dinge vor. Wir wollen so gerne \u00fcber den morgigen Tag bestimmen, alles Im Griff haben und alles planen. Das kann ein Ausdruck daf\u00fcr sein, dass wir Verantwortung \u00fcbernehmen, aber das kann auch des Guten zu viel werden, wenn die Pl\u00e4ne f\u00fcr morgen alles in deinem Leben werden. Jesus hat eine Erz\u00e4hlung von so einem Mann. Er rackert sich ab, denn er hat einen Plan: Er will neu bauen und dann das Leben genie\u00dfen. Aber er stirbt noch in derselben Nacht. Alle seine Pl\u00e4ne hatten sich als nutzlos erwiesen.<\/p>\n<p>Der d\u00e4nische Journalist Anders Langballe hat gerade ein Buch ver\u00f6ffentlicht, wo er schildert, wie er als politischer Journalist sein Leben v\u00f6llig durch die Bem\u00fchungen bestimmen lie\u00df, Politiker und B\u00fcrgermeister kritisch zu begleiten. Er und sein Team von politischen Journalisten arbeiten von fr\u00fch bis sp\u00e4t. Keine Pausen \u2013 und alles andere im Leben musste dahinter zur\u00fcckstehen. Es ging nur um Politik. Er ging voll auf in seiner Arbeit und lebte in einer Art von journalistischem Rausch. Er war, wie er das selbst in einem Interview formuliert, das ich neulich las, ein Teil der \u00d6ffentlichkeits-Maschine, die das d\u00e4nische Parlament ist. Aber pl\u00f6tzlich wurde er krank, er erlitt zwei Infarkte und musste seine Arbeit im d\u00e4nischen Fernsehen einstellen. Er ist nun in seinem Leben woanders, hat sich von seiner Krankheit erholt und gibt seine Erfahrungen weiter und kommt auch gern mit guten Ratschl\u00e4gen. Er will nun nicht mehr alles unter Kontrolle haben, sondern er versucht, in seinem Leben dazusein und gegenw\u00e4rtig zu sein.<\/p>\n<p>Bei der Lekt\u00fcre des Interviews wurde mir deutlich, was f\u00fcr ein gro\u00dfer Unterschied das ist, ob man immer selbst sein Leben plant und eigenen Ziele verfolgt in einer Arbeitszentrifuge, in der wir uns dann schnell befinden \u2013 oder ob man in einem grundlegenden Vertrauen darauf lebt, dass Gott wirklich hoffnungsvolle Pl\u00e4ne gelegt hat von einer gl\u00fccklichen Zukunft f\u00fcr uns. Das letztere sollte uns wirklich dazu veranlassen, die Schultern zu senken. Wir leben zwar in einer Leistungsgesellschaft, aber wir leben zugleich ein von Gott geschenktes Leben in einer Welt, in der Gott uns nicht im Stich l\u00e4sst. Eine Welt, wo Gott sich finden l\u00e4sst und wo er uns Hoffnung macht.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bischof Elof Westergaard<\/p>\n<p>Korsbr\u00f8dregade 7<\/p>\n<p>DK 6760 Ribe<\/p>\n<p>eve(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gottes Gedanken &#8211; und unsere Pl\u00e4ne | Rogate | Johannes 16,23b-28 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Elof Westergaard | Jeder Sonntag und jeder Feiertag haben eine Reihe von biblischen Lesungen f\u00fcr den betreffenden Sonntag im Kirchenjahr. 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