{"id":5062,"date":"2021-05-06T11:55:40","date_gmt":"2021-05-06T09:55:40","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5062"},"modified":"2021-05-06T12:12:10","modified_gmt":"2021-05-06T10:12:10","slug":"epheser-118-23-weve-got-the-power","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/epheser-118-23-weve-got-the-power\/","title":{"rendered":"Epheser 1,18-23"},"content":{"rendered":"<h3>We\u2019ve got the power! | Christi Himmelfahrt | 13.05.21 | Predigt zu Epheser 1,18-23| verfasst von Udo Schmitt |<\/h3>\n<p><span style=\"font-size: 21px;\"><strong>We&#8217;ve got the power!<\/strong><\/span><\/p>\n<ol>\n<li>Horizonterweiterung<\/li>\n<\/ol>\n<p>\u201eWir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont\u201c (Konrad Adenauer).<\/p>\n<p>Wenn die Sonne scheint, scheint sie \u00fcber allen, Guten und B\u00f6sen. Wenn es regnet und der Himmel grau ist, dann gilt das f\u00fcr alle, Traurige und Fr\u00f6hliche. Und doch kann die Wahrnehmung des einen gleichen Himmels eine ganz andere sein. Wir erleben es gleich und f\u00fchlen doch ganz verschieden.<\/p>\n<p>Die, die die Sonne im Herzen tragen, sind auch an Regentagen fr\u00f6hlich. Auch die dunkelste Dunkelheit l\u00e4sst sie nicht finster dreinblicken. Bei R\u00fcckschl\u00e4gen und Niederlagen verlieren sie nicht den Mut. So sollt ihr sein, hei\u00dft es hier im Brief an die Gemeinde in Ephesus. So sollt ihr sein, seht es doch ein, liebe Schwestern und Br\u00fcder, seht mit den erleuchteten Augen des Herzens: Ihr seid zur Hoffnung berufen. Zur Hoffnung! Ihr werdet Gottes Herrlichkeit sehen.<\/p>\n<p>Schon jetzt k\u00f6nnt ihr seine Kraft sp\u00fcren. Bei uns ist sie m\u00e4chtig wirksam. An uns ist sie \u00fcberschw\u00e4nglich gro\u00df. Mit ihr hat er in Christus gewirkt. Durch sie hat er Christus auferweckt und ihn \u00fcber alle eingesetzt. We\u2019ve got the power! Wir haben die Kraft bei uns, an uns, in uns und mitten unter uns. Durch sie wirkt Gott. Durch uns hindurch. Durch sie wirkt Gott alles in allem.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Starkstromleitung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Jesus sitzt zur Rechten Gottes. Das feiern wir heute an Himmelfahrt. Aber wir feiern damit nicht, dass Jesus fort ist. Abschiedsparty, winke, winke und goodbye? Nein, ganz im Gegenteil. Ganz im Gegenteil: Jesus bleibt mit seiner Gemeinde verbunden durch diese Kraft, die bei uns, an uns und in uns ist. Wie ein Kopf mit dem K\u00f6rper verbunden ist, so ist er mit uns verbunden.<\/p>\n<p>Und durch ihn haben wir jetzt einen direkten Draht zu Gott. Ein Glasfaserkabel, eine Starkstromleitung direkt in den Himmel. Wir haben einen \u201eopen channel\u201c, einen freien Zugang rund um die Uhr, freien Empfang und WLAN an jedem Ort dieser Erde.<\/p>\n<p>Kein Ort ist zu fern, keine Stunde ist zu dunkel, keine Mauer, keine Schranke hindert uns daran, frei und offen mit Gott zu reden, im Gebet. Den Akku aufzuladen mit neuer Kraft. \u201eGib mir Kraft!\u201c Drei Worte nur. \u201eGib mir Kraft, guter Gott, um Jesu willen!\u201c Denn er hat es uns gesagt: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Ausgrenzung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zu Lebzeiten war Jesus ein Grenzg\u00e4nger, er ging an die Grenzen. Er war allein in der W\u00fcste, der Versuchung widerstehend, er war allein im Garten, der Verzweiflung nah. Aber er blieb dort nicht. Er war auf den H\u00f6hen der Berge. Dem Glanz des Himmels so nah. Aber er blieb dort nicht.<\/p>\n<p>Er ging hinunter zu den Anst\u00e4ndigen und den Randst\u00e4ndigen. Ja, auch zu den Ausgegrenzten, die in den tiefsten Erniedrigungen existierten, vegetierten. Ging hinunter und dar\u00fcber hinaus, auch zu den Lebensm\u00fcden, den Sterbenden und Toten. Ging dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Wurde selbst zum Ausgegrenzten. Von der eigenen Familie versto\u00dfen, von den Leuten seiner Stadt nicht mehr verstanden, vom Freund verraten, aus dem Volk verbannt, aus der Gemeinde vertrieben, aus dem Leben. Ausradiert aus dem Ged\u00e4chtnis. Wo kein Gedenken mehr ist. Bis dahin, wo nichts mehr ist. Bis in den Tod, die Vernichtung und das Nichts-mehr-Sein ging er. Und ging dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Grenzwert\u00fcberschreitung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Darum ist er jetzt eingesetzt zum Richter \u00fcber alle. Zwischen uns Menschen sind Unterschiede. Um uns herum sind Mauern, die uns begrenzen. Man zeigt uns unsere Grenzen auf.\u00a0 \u00dcber uns sind M\u00e4chte und Gewalten, feindliche und freundliche. Gegenw\u00e4rtige und Zuk\u00fcnftige. Sie haben Macht \u00fcber uns, wollen uns beherrschen. Machen Vorschriften, erlassen Gesetze, setzen Grenzwerte fest.<\/p>\n<p>Aber Jesus hat sich durchgesetzt. Er ist der Durchbrecher aller Bande. Die Grenzwert\u00fcberschreitung in Person. Er hat die M\u00e4chtigen entthront, entmachtet und den Ohnm\u00e4chtigen Kraft und Mut gemacht. Seine Liebe hat die Schranken zerrissen. Hat ein Loch gerissen in die Mauer.<\/p>\n<p>In jede Mauer, auch die letzte, den Tod, die so hoch ist, dass sie bis zu den Sternen reicht; und keiner kann daran vor\u00fcber gehen und keiner kann dar\u00fcber sehen. So hoch. So hoch! Und doch. Auch diese Mauer hat jetzt ein Loch.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Liebessichtung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Alles hat Gott unter seine F\u00fc\u00dfe getan. Er ist das Haupt, der Kopf. Wir sind seine Gemeinde, sein Leib, sein K\u00f6rper. Er bleibt uns nah, ist bei uns, mit uns, in uns. Wir sind in ihm und er ist in uns. \u00dcberall und jederzeit. Nicht nur sonntags, wenn wir uns versammeln als Gemeinde. Auch wenn wir abends mit unseren Kindern beten, den Tag in seine H\u00e4nde zur\u00fccklegen.<\/p>\n<p>Wenn wir morgens aufstehen, wenn wir vor einer Pr\u00fcfung stehen, kurz die Augen schlie\u00dfen und kurzes Gebet sprechen, nicht mehr als ein Seufzen, ein Hauchen und Ausatmen. Auch dann hilft sein Geist uns auf, st\u00e4rkt uns die Kraft seiner Liebe von innen her.<\/p>\n<p>Seine unsichtbare Kraft, die Menschen weltweit bewegt. Seine unsichtbare Liebe, die alles durchdringt. Die sichtbar wird, sich sichtbar macht, in Erscheinung tritt, wo immer Menschen in seinem Namen zusammenkommen, in seinem Geiste und durch seinen Geist: leiden, dulden, hoffen, &#8211; Mut machen, ermahnen, tr\u00f6sten, &#8211; handeln, heilen, helfen.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>Kraftvernetzung<\/li>\n<\/ol>\n<p>So sollen wir die Welt sehen: Mit seinen Augen. Mit den erleuchteten Augen des Herzens. Und so sollen wir sein: Verbunden &#8211; mit ihm und untereinander. Ein globales \u201epower-net\u201c, ein weltweites Netz von Menschen, die aus seiner Kraft heraus: tun und lassen, reden und schweigen, dem B\u00f6sen widerstehen und das Gute bef\u00f6rdern ein Leben lang und so seine Gemeinde aufbauen jeden Tag.<\/p>\n<p>Wir sollen es und wir k\u00f6nnen es auch. We\u2019ve got the power! Wir haben die Kraft bei uns, an uns, in uns und mitten unter uns. Durch sie wirkt Gott. Durch uns hindurch. Durch sie wirkt Gott alles in allem.<\/p>\n<p>Darum lasst uns danken, ihm ein fettes Lob und Dankesch\u00f6n schenken. Lasst uns dankbar sein f\u00fcr all das, was er uns gibt, an jedem Tag, den er uns schenkt. Macht euch gegenseitig Mut und best\u00e4rkt euch darin, auf seine Kraft zu bauen und seiner Liebe zu vertrauen, die alles in allem wirkt, alle tr\u00e4gt und jeden bewegt. Er bewahre und bewege euch und auch die, die ihr liebt!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Udo Schmitt, geb. 1968, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland, von 2005-2017 am Niederrhein, seit 2017 im Bergischen Land.<\/p>\n<p>Dorfstr. 19 \u2013 42489 W\u00fclfrath (D\u00fcssel)<\/p>\n<p>udo.schmitt@ekir.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>We\u2019ve got the power! | Christi Himmelfahrt | 13.05.21 | Predigt zu Epheser 1,18-23| verfasst von Udo Schmitt | We&#8217;ve got the power! Horizonterweiterung \u201eWir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont\u201c (Konrad Adenauer). Wenn die Sonne scheint, scheint sie \u00fcber allen, Guten und B\u00f6sen. 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