{"id":5109,"date":"2021-05-13T10:13:40","date_gmt":"2021-05-13T08:13:40","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5109"},"modified":"2021-05-13T15:26:29","modified_gmt":"2021-05-13T13:26:29","slug":"predigt-zu-johannes-737-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zu-johannes-737-39\/","title":{"rendered":"Predigt zu Johannes 7,37-39"},"content":{"rendered":"<h3>&#8222;Glauben wie ein Wasserhahn&#8220; | Exaudi | 16. Mai 2021 | Predigt zu Johannes 7,37-39| verfasst von Paul Wellauer |<\/h3>\n<p>Lesung Altes Testament |Sacharja 14,16-19 | Jerusalem in der Endzeit | Z\u00fcrcher Bibel, 2007*)<\/p>\n<p>16 Und alle, die \u00fcbrig bleiben von all den Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, werden Jahr f\u00fcr Jahr hinaufziehen, um sich niederzuwerfen vor dem K\u00f6nig, dem HERRN der Heerscharen, und um das Laubh\u00fcttenfest zu feiern. 17 Jene aber von den Sippen der Erde, die nicht hinaufziehen nach Jerusalem, um sich niederzuwerfen vor dem K\u00f6nig, dem HERRN der Heerscharen &#8211; auf sie wird kein Regen fallen! 18 Und wenn die Sippe \u00c4gyptens nicht hinaufzieht und nicht kommt, wird er auf sie nicht fallen! Das wird der Schlag sein, mit dem der HERR die Nationen schl\u00e4gt, die nicht hinaufziehen, um das Laubh\u00fcttenfest zu feiern. 19 Das wird die Strafe sein f\u00fcr \u00c4gypten und die Strafe f\u00fcr alle Nationen, die nicht hinaufziehen, um das Laubh\u00fcttenfest zu feiern.<\/p>\n<p>Psalmgebet Psalm 27 | Gemeinschaft mit Gott | Luther 2017**) | 1\u00a0Von David<\/p>\n<p>I\u00a0\u00a0\u00a0 Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich f\u00fcrchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?<\/p>\n<p>II\u00a0\u00a0 2 Wenn die \u00dcbelt\u00e4ter an mich wollen, mich zu verschlingen, meine Widersacher und Feinde, m\u00fcssen sie selber straucheln und fallen.<\/p>\n<p>I\u00a0\u00a0\u00a0 3\u00a0Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, so f\u00fcrchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.<\/p>\n<p>II\u00a0\u00a0 4\u00a0Eines bitte ich vom HERRN, das h\u00e4tte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben k\u00f6nne mein Leben lang, zu schauen die sch\u00f6nen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel zu betrachten.<\/p>\n<p>I\u00a0\u00a0\u00a0 5\u00a0Denn er deckt mich in seiner H\u00fctte zur b\u00f6sen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erh\u00f6ht mich auf einen Felsen.<\/p>\n<p>II\u00a0\u00a0 6\u00a0Und nun erhebt sich mein Haupt \u00fcber meine Feinde, die um mich sind; so will ich opfern in seinem Zelt mit Jubel, ich will singen und Lob sagen dem HERRN.<\/p>\n<p>I\u00a0\u00a0\u00a0 7\u00a0HERR, h\u00f6re meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gn\u00e4dig und antworte mir!<\/p>\n<p>II\u00a0\u00a0 8\u00a0Mein Herz h\u00e4lt dir vor dein Wort: \u00bbIhr sollt mein Antlitz suchen.\u00ab Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.<\/p>\n<p>I\u00a0\u00a0\u00a0 9\u00a0Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, versto\u00dfe nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils!<\/p>\n<p>II\u00a0\u00a0 10\u00a0Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf.<\/p>\n<p>I\u00a0\u00a0\u00a0 11\u00a0HERR, weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen.<\/p>\n<p>II\u00a0\u00a0 12\u00a0Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht.<\/p>\n<p>I\u00a0\u00a0\u00a0 13\u00a0Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die G\u00fcte des HERRN im Lande der Lebendigen.<\/p>\n<p>II\u00a0\u00a0 14\u00a0Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!<\/p>\n<p>Predigttext: Johannes 7,37-39 Jesus am Laubh\u00fcttenfest | Z\u00fcrcher Bibel, 2007*)<\/p>\n<p>37 Am letzten, dem grossen Tag des Festes aber stand Jesus da und rief: Wenn jemand Durst hat, komme er zu mir und trinke! 38 Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Str\u00f6me lebendigen Wassers fliessen. 39 Damit meinte er den Geist, den jene empfangen sollten, die an ihn glaubten. Denn der Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.<\/p>\n<p><em>Selig ist jeder Mensch, der Gottes Wort h\u00f6rt, in seinem Herzen bewahrt und danach handelt. Amen<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, liebe Br\u00fcder und Schwestern, verbunden in der Gnade und Liebe Gottes<\/p>\n<p>Durst: Jede und jeder von uns hat Durst, mehrmals t\u00e4glich. Und das ist auch gut so. Unser K\u00f6rper gleicht einem Wasserrad: Beide laufen nur mit Wasser. Ohne Wasser stehen beide bald still. Beim Wasserrad geschieht der Stillstand sofort, unser Organismus h\u00e4lt zwei bis vier Tage durch ohne Fl\u00fcssigkeitszufuhr, je nach Luftfeuchtigkeit. Dann verdickt sich das Blut, die Salzkonzentration im K\u00f6rper steigt, die Organe versagen und das Herz steht still. Kein sch\u00f6ner Gedanke!<br \/>\nGott sei Dank leben wir in einem Gebiet der Erde, wo es gen\u00fcgend Wasser gibt. Und wir haben sogar sauberes Wasser, dass direkt aus dem Wasserhahn fliesst: Wir m\u00fcssen ihn nur aufdrehen und schon fliesst Wasser, so viel wir wollen. Unser Durst l\u00e4sst sich im wahrsten Sinne des Wortes im Handumdrehen l\u00f6schen!<\/p>\n<p>In der Region, in welcher Jesus unterwegs war und das Volk Israel bis heute lebt, ist Wasser ein kostbares und rares Gut: Nur wenige Wochen im Jahr gibt es Regen. Das Wasser wird eingefangen, in Zisternen gesammelt. Jeder Brunnen ist kostbar, ein fliessendes Gew\u00e4sser eine Besonderheit. W\u00e4hrend bei uns j\u00e4hrlich 1\u2019000mm Niederschlag die Regel sind, f\u00e4llt in weiten Teilen des heutigen Israels gerade mal 100-250mm Regen. Das Foto ist in der N\u00e4he des Toten Meeres aufgenommen, bei der Oase En Gedi. Steine und Staub soweit das Auge reicht, dazwischen wenige trockenheitsresistente Pflanzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5112\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt1-300x227.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt1-300x227.jpg 300w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt1-16x12.jpg 16w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt1.jpg 525w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Jesus lebte mehrheitlich im Norden Israels, in dessen H\u00fcgeln es mehr Regen gibt als im S\u00fcden. Doch auch ihm war der Wert und die Wichtigkeit von Wasser bewusst. Und Jesus kannte die wunderbaren Verheissungen, die in den Schriften des Alten Testaments mit Wasser verbunden sind. Der Prophet Ezechiel zeichnet im Kapitel 47 die grossartige Schau eines zuk\u00fcnftigen Wasserstroms, der direkt unter dem Tempelberg in Jerusalem entspringt. Dieser Strom durchflutet des Land bis zum Toten Meer und verwandelt das tote Gew\u00e4sser in ein lebendiges Meer, in welchem es von Fischen wimmelt. Je weiter weg vom Tempelberg sich Ezechiel in den Strom des Wassers stellt, desto tiefer ist es auf wundersame Weise. En Gedi wird in dieser Vision namentlich genannt: Fischer werden dort am Ufer stehen und reichlich zu fischen haben. Die Schau Ezechiels in die Zukunft endet mit den Pflanzen, die an diesem Wasserstrom wachsen werden: \u00abUnd am Fluss, an seinen Ufern auf der einen und auf der anderen Seite, werden B\u00e4ume aller Art mit essbaren Fr\u00fcchten wachsen; ihre Bl\u00e4tter werden nicht welken, und ihre Fr\u00fcchte werden nicht aufgebraucht. In ihren Monaten werden sie Fr\u00fcchte tragen, denn ihr Wasser kommt aus dem Heiligtum. Und ihre Fr\u00fcchte werden als Speise dienen und ihre Bl\u00e4tter als Heilmittel.\u00bb (Ezechiel 47,12)<\/p>\n<p>Ein wunderbare, herrliche Aussicht f\u00fcr ein Land, das jedes Jahr um gen\u00fcgend Niederschl\u00e4ge bangt!<\/p>\n<p>Doch auch gegenteilige Voraussagen sind in den Schriften des ersten Testaments zu lesen, wir haben einige Verse aus dem Prophetenbuch Sacharja geh\u00f6rt: \u00abJene aber von den Sippen der Erde, die nicht hinaufziehen nach Jerusalem, um sich niederzuwerfen vor dem K\u00f6nig, dem HERRN der Heerscharen &#8211; auf sie wird kein Regen fallen!\u00bb (Sacharja 14,17) Kein Regen, kein lebenswichtiges Wasser f\u00fcr all jene V\u00f6lker, welche Gott nicht ehren und am zuk\u00fcnftigen Laubh\u00fcttenfest nicht teilnehmen.<\/p>\n<p>Ezechiel erz\u00e4hlt vom wunderbaren Segen, den Gott \u00fcber seinem Volk ausgiessen wird, Sacharja warnt vor dem Fluch, der denen droht, die Gott Ehrfurcht und Anerkennung verweigern.<\/p>\n<p>Gut m\u00f6glich, dass Jesus in seinem Kopf und Herzen genau diese Gedanken bewegte, als er sich aus Galil\u00e4a auf den Weg machte nach Jerusalem, um am j\u00e4hrlichen Laubh\u00fcttenfest teilzunehmen. Johannes beschreibt, wie schwer sich Jesus tat mit dieser Reise: Anf\u00e4nglich wehrte er sich dagegen, sandte nur seine Br\u00fcder zum Fest und erkl\u00e4rte ihnen: \u00abMeine Zeit ist noch nicht da! &#8211; \u00a0Geht ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest, denn meine Zeit ist noch nicht erf\u00fcllt.\u00bb (Johannes 7,6b.8) Da das Laubh\u00fcttenfest eine ganze Woche gefeiert wird, hatte Jesus gen\u00fcgend Zeit, es sich doch noch anders zu \u00fcberlegen und auch nach Jerusalem zu reisen. \u00abAls aber das Fest schon zur H\u00e4lfte vor\u00fcber war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte.\u00bb (Johannes 7,14)<br \/>\nWas Jesus lehrte, ist von Johannes nicht \u00fcberliefert, doch welche Wirkung sein Reden hatte, wird ausf\u00fchrlich beschrieben: Einige der Zuh\u00f6rer sind fasziniert, wie gut Jesus die Heiligen Schriften kennt, ohne darin unterrichtet worden zu sein. Andere urteilten, er sei von einem D\u00e4mon besessen und wieder andere wollten ihn vertreiben oder t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Das Laubh\u00fcttenfest wird jedes Jahr in der Zeit nach der Getreide- und Weinernte gefeiert. So ist es zum einen ein fr\u00f6hliches Erntedankfest. Zum anderen erinnert es an den Auszug aus \u00c4gypten und die Zeit in der W\u00fcste, in der das Volk Israel 40 Jahre in einfachen H\u00fctten und Zelten lebte. Wenn immer m\u00f6glich feiern und wohnen gl\u00e4ubige Juden in dieser Woche in einer einfachen Laubh\u00fctte unter freiem Himmel. Am letzten Tag gibt es bis heute traditionelle Umz\u00fcge mit Pflanzenzweigen und es wird f\u00fcr eine gute Ernte gebetet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5113\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt-300x227.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt-300x227.jpg 300w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt-16x12.jpg 16w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt.jpg 525w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>An diesem letzten und h\u00f6chsten Feiertag der Woche tritt Jesus auf und ruft: \u00abWenn jemand Durst hat, komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Str\u00f6me lebendigen Wassers fliessen.\u00bb (Johannes 7,37b-38)<\/p>\n<p>Wieder l\u00f6sen seine Worte h\u00f6chst unterschiedliche Reaktionen aus: Einige finden, er sei ein Prophet, andere sehen ihm den Christus, den Gesalbten Gottes, den Messias. Und wieder andere zweifeln daran, dass der Messias aus Galil\u00e4a stammen k\u00f6nne. Auch T\u00f6tungspl\u00e4ne werden geschmiedet. Doch noch ist die Zeit Jesu nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Das Bild zeigt einen kleinen Wasserfall des Fl\u00fcsschens, das durch En Gedi fliesst und die Ortschaft mit seinem Wasser in eine Oase verwandelt. Lebendiges, fliessendes, frisches Wasser, das Leben erm\u00f6glicht, Pflanzen, Tieren und Menschen das \u00dcberleben sichert. Ringsum noch immer W\u00fcste, Stein und Fels, Sand und Staub, mittendrin saftiges Gr\u00fcn, Palmen, ein eigentlicher botanischer Garten w\u00e4chst heute in En Gedi.<\/p>\n<p>Jesus behauptet: \u00abWer Durst hat, kann zu mir kommen und trinken!\u00bb \u2013 Nicht bloss der unmittelbare Durst wird gel\u00f6scht, sondern \u00abStr\u00f6me lebendigen Wassers\u00bb werden aus den K\u00f6rpern derer fliessen, die zu ihm kommen.<\/p>\n<p>Zur samaritanischen Frau am Brunnen Jakobs in Sychar hat Jesus ganz \u00e4hnliche S\u00e4tze gesagt: \u00abKenntest du die Gabe Gottes und w\u00fcsstest, wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, so w\u00fcrdest du ihn bitten, und er g\u00e4be dir lebendiges Wasser.\u00bb (Johannes 4,10)<\/p>\n<p>Auf welche Schriftstelle Jesus und der Evangelist Johannes genau Bezug nimmt, ist zwar unklar, aber auf dem Hintergrund der Verheissungen von Sacharja und Ezechiel wird deutlich: Jesus sieht sich als den an, mit dem eine neue Zeit beginnt, die Verheissungen von Sacharja und Ezechiel zeigen in seinem Leben Wirkung. Bei ihm ist dieses verheissene Wasser zu finden, lebendiges Wasser, Leben spendendes Wasser.<\/p>\n<p>Allerdings ist gut verst\u00e4ndlich, dass die Reaktionen der Zuh\u00f6rer so unterschiedlich ausfielen: Bis heute fliesst kein Strom aus einer Quelle unter dem Tempelberg und Wasser, wie wir es kennen, fliesst auch aus den gl\u00e4ubigsten Christen keines. Was aber meint Jesus damit, wie sind diese S\u00e4tze zu verstehen? Und noch wichtiger: Wie kommen wir zu diesem lebendigen Wasser, das unseren Durst ganz grundlegend l\u00f6scht?<\/p>\n<p>Der Evangelist Johannes liefert einen Teil der Aufl\u00f6sung dieses R\u00e4tsels im n\u00e4chsten Satz: \u00abDamit meinte er (Jesus) den Geist, den jene empfangen sollten, die an ihn glaubten. Denn der Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.\u00bb<\/p>\n<p>Oder in anderen Worten: Dieses \u00abgeistliche\u00bb Wasser gibt es erst n\u00e4chsten Sonntag, wenn wir Pfingsten feiern! Nun liegt aber Pfingsten nicht nur vor uns \u2013 im Kirchenjahr \u2013 sondern ebenso hinter uns, bald 2&#8217;000 Jahre.<br \/>\nDer Evangelist Johannes liebt es, die verschiedenen Ereignisse im Heilsgeschehen miteinander zu verbinden. Mit \u00abJesus war noch nicht verherrlicht\u00bb beschreibt er den Tod und die Auferstehung Jesu, Karfreitag und Ostern. Und mit \u00abder Geist war noch nicht da\u00bb weist er voraus auf die Ereignisse von Pfingsten, die er an anderen Orten weit ausf\u00fchrlicher als die anderen Evangelisten vorg\u00e4ngig deutet:\u00a0 \u00abWenn der F\u00fcrsprecher kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird er Zeugnis ablegen \u00fcber mich.\u00bb (Johannes 15,26) und \u00abWenn er aber kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er h\u00f6ren wird, wird er reden, und was kommen wird, wird er euch kundtun.\u00bb (Johannes 16,13)<\/p>\n<p>Das dritte Bild zeigt das gleiche Fl\u00fcsschen von En Gedi: Ein St\u00fcck n\u00e4her bei der Quelle pl\u00e4tschert, spritzt und stiebt das Wasser von weit oben in einen kleinen Teich. Wir haben nur die H\u00e4nde darin abgek\u00fchlt und erfrischt: Es war wunderbar!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5114\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt3-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt3-16x12.jpg 16w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Unbenannt3.jpg 525w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Jesus mutet uns zu, dass wir bei ihm das Lebenswasser suchen. In ihm beginnen sich die Verheissungen von Sacharja und Ezechiel zu erf\u00fcllen, auch wenn wir noch keine sichtbaren Wasserstr\u00f6me sehen. Gottes Heiliger Geist wurde an Pfingsten ausgegossen und hat versch\u00fcchterte und zweifelnde Menschen erfrischt, erneuert und bef\u00e4higt, Gottes gute Botschaft weiter zu erz\u00e4hlen. So kraftvoll und mutig, dass an diesem einzelnen Tag hunderte und tausende von Menschen den neuen Glauben an Jesus Christus annahmen.<\/p>\n<p>Gerade noch war Petrus entt\u00e4uscht \u00fcber seinen Verrat an Jesus und verunsichert, wie es ohne Jesus weitergehen soll, und schon steht er auf und berichtet erf\u00fcllt vom Heiligen Geist von Jesus Christus, dem lebendigen Wasser. An Petrus werden Jesu Worte deutlich sichtbar: \u00abWer an mich glaubt, aus dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Str\u00f6me lebendigen Wassers fliessen.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abWer an mich glaubt, \u2026\u00bb, sagt Jesus. Petrus hat nach Zweifeln und K\u00e4mpfen seinen Glauben wiedergefunden. Gottes Geist hat ihn befl\u00fcgelt, \u00fcber sich hinaus zu wachsen. Das Lebenswasser Jesu erfrischte ihn und \u00fcberflutete ihn so, dass es auch vielen anderen zur Lebensquelle wurde.<\/p>\n<p>\u00abWer an mich glaubt, \u2026\u00bb, so fordert Jesus auch uns heraus: Unser Glaube, unser Vertrauen ist gefragt. Unser Glaube ist der Wasserhahn, der das Lebenswasser fliessen l\u00e4sst. Auch wenn Zweifel und Fragen in unserem Inneren ringen, unser Vertrauen dreht an dem Hahn und l\u00e4sst das Lebenswasser fliessen. Wie eine Oase durch das frische Wasser eines Baches, so wird unser Geist und unsere Seele durch Gottes Geist getr\u00e4nkt, gen\u00e4hrt und belebt. Der innere Durst in unserem Herzen wird gestillt, mehr noch, es \u00fcberfliesst und unsere Mitmenschen k\u00f6nnen das Lebenswasser durch uns erhalten.<\/p>\n<p>Ich schliesse meine Gedanken mit Worten eines Hirtenjungen und sp\u00e4teren K\u00f6nigs, von dem die Quelle des Fl\u00fcsschens durch die Oase En Gedi ihren Namen hat: David. Er schreibt in Psalm 36: \u00abHerr, wie kostbar ist deine G\u00fcte. G\u00f6tter und Menschen suchen Zuflucht im Schatten deiner Fl\u00fcgel. Sie laben sich am \u00dcberfluss deines Hauses, und am Strom deiner Wonnen tr\u00e4nkst du sie. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.\u00bb (Psalm 36,8-10)<\/p>\n<p>AMEN<\/p>\n<p><strong>Alternative Psalmgebete<\/strong><\/p>\n<p>Psalm 1 Wie ein Baum am Wasser<\/p>\n<p>Psalm 36 Die Quelle des Lebens<\/p>\n<p>Psalm 42 Wie ein Hirsch lechzt nach Wasser<\/p>\n<p>Psalm 63 Nach dir d\u00fcrstet meine Seele<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p>ERG 18 Der Herr, mein Hirte, f\u00fchret mich<\/p>\n<p>ERG 188 Du \u00f6ffnest, Herr, die T\u00fcren<\/p>\n<p>ERG 346 Bewahre uns Gott<\/p>\n<p>ERG 530 Himmel, Erde, Luft und Meer<\/p>\n<p>ERG 723 Ich singe dir mit Herz und Mund<\/p>\n<p>RW 1 Du bist der Herr, der mein Haupt erhebt<\/p>\n<p>RW 64 Er ist wie ein Baum<\/p>\n<p>All die F\u00fclle ist in Dir, o Herr \/ \u00a9 1984 Norbert Jagode, Berlin<\/p>\n<p>Jesus ber\u00fchre mich \/ Feiert Jesus! \/ Anja S. Lehmann \/ \u00a9 2000 H\u00e4nssler<\/p>\n<p>ERG = Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 1998<\/p>\n<p>RW = R\u00fcckenwind, Lieder f\u00fcr den Gottesdienst, Hrsg. Evang Landeskirche des Kantons Thurgau, Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 2017<\/p>\n<p>*) Z\u00fcrcher Bibel, Ausgabe 2007, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich<\/p>\n<p>**) Die Bibel nach Martin Luthers \u00dcbersetzung, revidiert 2017, \u00a9 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.<\/p>\n<p>Pfr. Paul Wellauer, Bischofszell, Schweiz<\/p>\n<p>E-Mail: paul.wellauer@internetkirche.ch<\/p>\n<p>Web: <a href=\"http:\/\/www.paulwellauer.ch\">www.paulwellauer.ch<\/a> |<a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\">www.internetkirche.ch<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.livestream.com\/internetkirche\">www.livestream.com\/internetkirche<\/a><\/p>\n<p>Paul Wellauer, geb. 1967, Pfarrer der evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, Schweiz. Seit 2009 in Bischofszell-Hauptwil, 1996-2009 in Z\u00fcrich-Altstetten, davor 1993-1996 Seelsorger und Projektleiter in der Stiftung Sozialwerke Pfr. Ernst Sieber, Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Fotos: Oase En Gedi | Totes Meer | Israel | Davidsquelle | \u00a9 Paul Wellauer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Glauben wie ein Wasserhahn&#8220; | Exaudi | 16. Mai 2021 | Predigt zu Johannes 7,37-39| verfasst von Paul Wellauer | Lesung Altes Testament |Sacharja 14,16-19 | Jerusalem in der Endzeit | Z\u00fcrcher Bibel, 2007*) 16 Und alle, die \u00fcbrig bleiben von all den Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, werden Jahr f\u00fcr Jahr hinaufziehen, um [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5110,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,1,157,114,377,384,349,3,396,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-5109","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-aktuelle","category-beitragende","category-deut","category-exaudi","category-kapitel-07-chapter-07","category-kasus","category-nt","category-paul-wellauer","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5109","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5109"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5109\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5116,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5109\/revisions\/5116"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5109"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5109"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5109"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=5109"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=5109"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=5109"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=5109"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}