{"id":5274,"date":"2021-06-09T12:29:51","date_gmt":"2021-06-09T10:29:51","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5274"},"modified":"2021-06-09T12:50:59","modified_gmt":"2021-06-09T10:50:59","slug":"3-johannes-313-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/3-johannes-313-18\/","title":{"rendered":"Lukas 14,16-24"},"content":{"rendered":"<h3>Ja danke! | 2. Sonntag nach Trinitatis |\u00a0 13.6.21 | 1. Johannes 3,13-18; Lukas 14,16-24 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst von Eva T\u00f8jner G\u00f6tke |<\/h3>\n<p>Nach Lockdown und Versammlungsverbot erscheint das Gleichnis vom gro\u00dfen Abendmahl in einem anderen Licht.<\/p>\n<p>Waren wir wirklich so sehr mit uns selbst besch\u00e4ftigt wie die Geladenen im Gleichnis? War man wirklich so blasiert, so auf sich selbst konzentriert, so undankbar?<\/p>\n<p>Dar\u00fcber sollte man sich sch\u00e4men. Heute. Es ist nicht zu verstehen.<\/p>\n<p>Nun sind wir ganz offenbar offen f\u00fcr Einladungen. Kommt mit ihnen! Was auch immer, es muss etwas geschehen!<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen jemanden sehen. Nur mit anderen Menschen an einem Tisch zu sitzen als denen, mit denen wir eingeschlossen waren, wenn wir denn das Gl\u00fcck hatten und nicht nur mit uns selbst eingeschlossen waren.<\/p>\n<p>Das war t\u00f6dlich. Der totale Lockdown. Wir haben gemerkt, was uns fehlt. Wir haben die Sehnsucht danach gesp\u00fcrt, mit anderen zusammen zu sein. Uns wurde bewusst in brutaler Weise, wie herrlich es ist, dass nach einem gerufen wird, dass da \u00fcberhaupt jemand Lust hat, uns einzuladen.<\/p>\n<p>Blasiert eine Einladung ablehnen, das hei\u00dft nein sagen zum Leben. Aber das wussten wir nicht. Denn wir glaubten, dass das Leben woanders war, in unserer hektischen Welt mit hunderten von Vorhaben. Da ist gar nicht Zeit f\u00fcr alles. Schon gar nicht f\u00fcr uns selbst. Deshalb ein Nein! Ich kann leider nicht. Ich muss mich um meine Ehe k\u00fcmmern, meinen Garten pflegen \u2013 ich habe gerade noch ein motorisiertes Gartenger\u00e4t gekauft, dass heute erprobt werden muss. Ich habe gerade ein neues Auto gekauft, eine Probefahrt steht bevor &#8211; dazu habe ich nur dieses Wochenende. Ihr m\u00fcsst mich entschuldigen.<\/p>\n<p>Man denke nur, so weit haben wir es getrieben. So arm, so geistlos, so blind, so krank waren wir.<\/p>\n<p>Die Koronazeit hat uns gelehrt, dass wir andere brauchen.<\/p>\n<p>Die Koronazeit hat uns gelehrt, dankbar zu sein. Die Gemeinschaft wertsch\u00e4tzen, die Feste, die Gastfreiheit, das Leben.<\/p>\n<p>Wir sind vom Tod zum Leben \u00fcbergegangen.<\/p>\n<p>Da ist etwas mit uns geschehen.<\/p>\n<p>All das, was wir bisher f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich hielten und dessen Wert wir deshalb nicht sehen konnten, das haben wir nun wiederbekommen \u2013 als ein Geschenk.<\/p>\n<p>Wir sind zu einem Fest eingeladen.<\/p>\n<p>Wir sind die da drau\u00dfen an Stra\u00dfen und Ecken, die Blinden und Lahmen.<\/p>\n<p>Wir sind die, die sich freuen k\u00f6nnen und die nun ja danke sagen!<\/p>\n<p>Zu dieser gro\u00dfen Festmahlzeit \u2013 ohne Versammlungsregeln. Ohne Quadratmeter-Regeln, ohne Hygiene-Vorschriften, ohne Gummihandschuhe, ohne Mundschutz oder Desinfektion am Eingang.<\/p>\n<p>Ein Fest ist das! Und die Gastfreiheit kennt keine Grenzen. Und das macht uns fast skeptisch!<\/p>\n<p>Gibt es so etwas?<\/p>\n<p>Was ist das f\u00fcr ein Wirt, der feiern <em>will,<\/em> wenn er auch immer weiter rufen muss, sich undankbare G\u00e4ste gefallen lassen muss, die sich selbst genug sind. Er ruft weiter, will, dass alle St\u00fchle besetzt sind, keine Angst, dass man Perlen vor die S\u00e4ue wirft und ein Mahl serviert, das keiner mag, und keine Angst davor, dass \u00fcberhaupt nicht genug da ist f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein festlicher Geber!<\/p>\n<p>Unendlich reich.<\/p>\n<p>Unendlich freigiebig.<\/p>\n<p>Einer, der keine Freude daran hat, seinen Reichtum f\u00fcr sich zu behalten, sondern der ihn fortgibt in einem Fest \u2013 mit allen m\u00f6glichen Menschen. die niemals \u2013 nie im Leben \u2013 die Einladung erwidern oder sich revanchieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Das ist unser Herrgott.<\/p>\n<p>So kennen wir ihn.<\/p>\n<p>Als den, der sich ganz hingibt. Alles teilt, was ihm geh\u00f6rt. Der es gut mit uns meint. Sie liebevoll und so gut. Und zugleich so zornig, fast beleidigt dar\u00fcber, dass manche so sehr in sich selbst verloren sind, dass die den Sinn verlieren f\u00fcr das, was von Bedeutung ist \u2013 das, was uns zu Menschen macht. Dass man die F\u00e4higkeit hat, etwas anzunehmen. Danken und annehmen. Geben und annehmen. In einer solchen Beziehung stehen zu anderen. Liebe haben zum Leben.<\/p>\n<p>Und wir k\u00f6nnen es nun sehen.<\/p>\n<p>Nach einigen dunklen Monaten im Zeichen des Lockdowns und der Verschlossenheit.<\/p>\n<p>In diesem Lichte sollen wir die frohe Botschaft des Evangeliums sehen.<\/p>\n<p>Die Hinwendung Gottes \u2013 in Christus \u2013 zur Welt ist diese Einladung, an einem gro\u00dfen Fest teilzuhaben.<\/p>\n<p>Er ging den Umweg zu denen da drau\u00dfen \u2013 den Armen, den Kranken, denen, die nichts zu tun hatten, die kein Netzwerk hatten, das sie pflegen sollten. Niemand lud sie ein zu einem Fest. Denn sie konnten die Einladung nicht erwidern.<\/p>\n<p>Nun sa\u00df er bei <em>ihnen<\/em>. An einem armen Tisch, mit etwas trockenem Brot, oft viel zu wenig, einige wenige Fische, oft zu wenige. Aber als sie dort sa\u00dfen, zusammen mit ihm, und das Brot und die Fische teilten und den Wein tranken, war es als s\u00e4\u00dfen sie bei einem gro\u00dfen Festmahl.<\/p>\n<p>Denn es war dies, <em>mit ihm <\/em>zusammen zu sein, dass <em>er<\/em> \u2013 ein anderer Mensch \u2013 eben in ihr Haus eintrat, das alles ver\u00e4nderte, erhellte und Freude schuf.<\/p>\n<p>Sie gingen vom Tode zum Leben.<\/p>\n<p>Sie hatten teil am ewigen Leben \u2013 in ihm \u2013 und das hatte die Wirkung, dass alles anders wurde. Sie konnten so weiterleben als w\u00e4ren sie nicht arm, weiterleben, als w\u00e4ren sie keine S\u00fcnder, weiterleben als w\u00e4ren sie die Gr\u00f6\u00dften im Himmelreich \u2013 leben als Gottes Kinder.<\/p>\n<p>Und nun sitzen wir hier. Wir taufen unsere Kinder, weil wir gerne das Fest des Lebens mit ihnen teilen wollen, und wir essen und trinken an seinem Tisch, um Nahrung zu erhalten f\u00fcr den Glauben, dass wir in ihm ewiges Leben haben.<\/p>\n<p>Wir sollen nichts anderes tun als annehmen. Wie schwer kann das sein? Das Leben annehmen jeden einzigen Tag und es mit einander teilen. Das war es ja, was er wollte. Dass wir den Tod hinter uns lassen und froh miteinander hier leben \u2013 zusammen \u2013 und in den Sommer hineingehen, wo die Nacht nie mehr kommt.<\/p>\n<p>Alles ist bereit. Kommt!<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p>Pastorin Eva T\u00f8jner G\u00f6tke<\/p>\n<p>DK-5230 Odense M<\/p>\n<p>Email: etg(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja danke! | 2. Sonntag nach Trinitatis |\u00a0 13.6.21 | 1. 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